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Erschienen in EasyLinux 12/2005

Opera ab sofort werbefrei und kostenlos

Opernbesuch für lau

von Hans-Georg Eßer


Opera ist eine schnelle Browser-Alternative zu Mozilla/Firefox und Konqueror, doch viele Anwender haben auf seinen Einsatz bisher verzichtet, weil das Programm wahlweise Geld kostet oder Werbung einblendet -- ab sofort ist die Gratisversion von Opera werbefrei.

Wer den schlanken Web-Browser Opera bisher wegen der Werbeeinblendungen links liegen ließ, kann jetzt einen neuen Anlauf unternehmen und der Mozilla-Konkurrenz eine Chance geben: Seit Mitte September ist Opera nur noch in der Gratisversion erhältlich, die nicht länger mit Werbe-Bannern vom Inhalt der Web-Seite ablenkt -- Sie finden das Programm auf unserer Heft-DVD.

Opera hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Browser zu einem integrierten Internet-Tool gewandelt: Es unterstützt auch Mail, Chat, Usenet Newsgroups und RSS Feeds. Damit ist Opera -- im Gegensatz zu Mozilla -- den umgekehrten Entwicklungsweg gegangen: Mozilla, ehemals Netscape, war immer ein Kombipaket aus Browser, Mail- und News-Client und HTML-Editor, später auch mit IRC-Chat-Client, doch als neueste Entwicklung war die Aufspaltung in Mozilla Firefox (Browser), Thunderbird (Mail) und weitere Einzelanwendungen zu beobachten. Da das nicht jeden Anwender glücklich gemacht hat, sieht es derzeit so aus, als ob auch künftig neue Mozilla-"Komplettpakete" erscheinen werden.

In diesem Artikel beschreiben wir nur einige der Browser-Funktionen: Hier hat Opera ein paar interessante Features zu bieten, die es in dieser Form bei der Konkurrenz nicht gibt.

Gut gemerkt

Da wäre an erster Stelle das Session-Management: Wie mittlerweile alle wichtigen Browser, zeigt auch Opera viele Web-Seiten gleichzeitig an, über Tabs wechseln Sie dabei zwischen den Seiten hin und her. Beenden Sie nun den Browser, werden alle Tabs geschlossen -- doch nach einem Neustart öffnet Opera alle Seiten erneut: Regelmäßig besuchte Seiten müssen Sie also nicht mühsam über Bookmarks jedesmal neu öffnen, sondern Sie lassen sie einfach geöffnet.

Beim Neustart füllen sich die zunächst leeren Platzhalterseiten in Sekundenschnelle mit den Inhalten -- und zwar mit denen vom letzten Aufruf: Opera holt diese Daten aus dem Cache. Wollen Sie eine Seite aktualisieren, klicken Sie auf den Reload-Button oder drücken [Strg-R].

Seite geschlossen? Kein Problem

Wer versehentlich mit [Strg-W] eine Web-Seite schließt und die URL vergessen hat, macht das Schließen einfach mit [Strg-Z] rückgängig. Das kann man sich gut merken, denn auch viele andere Programme legen "Undo"-Funktionen auf diese Tastenkombination.

Liegt das Löschen schon etwas länger zurück, ist auch das kein Problem: Links unten im Fenster liegt ein kleines Mülleimer-Icon, das alle geschlossenen Seiten aufnimmt -- und darüber kann man sie bequem erneut öffnen (Abbildung 1).

Abb. 1: Über den Mülleimer greifen Sie schnell auf bereits geschlossene Web-Seiten zu.

Tabs en masse

Die meisten Web Browser ordnen Tabs am oberen Rand des Fensters an. Opera ist besonders flexibel und lässt alle vier Fensterseiten zu -- für Extrem-Surfer hat eine seitliche Anordnung den Vorteil, dass erheblich mehr geöffnete Web-Seiten gleichzeitig als Tabs sichtbar sind (Abbildung 2).

Wer die Anordnung am oberen (oder unteren) Rand bevorzugt, ist aber auch hier flexibler: Wahlweise zwängt Opera dann alle Tabs in eine Zeile, lässt sie über den Rand hinauslaufen (wie in der Abbildung) oder erzeugt einfach mehrere Tab-Zeilen, sobald der Platz eng wird.

Abb. 2: Tabs einmal oben, einmal links -- die seitliche Anordnung ist für Viel-Surfer übersichtlicher.

Keine Pop-ups

Dieses Feature ist nicht Opera-exklusiv, aber dennoch erwähnenswert: Mit [F12] rufen Sie das Quick-Menü auf, in dem Sie Pop-ups in die Schranken weisen können. Je nach Geschmack erscheinen dann gar keine Pop-ups mehr oder nur noch solche, deren Erscheinen Sie per Mausklick selbst hervorgerufen haben.

Viele weitere nützliche Funktionen verstecken sich im Menü; Tools / Links öffnet beispielsweise ein Fenster, das alle Links aus der aktuellen Web-Seite übersichtlich anordnet -- so sehen Sie auf einen Blick, welche weiteren Navigationsmöglichkeiten sich in der Seite verstecken.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, die Funktionen auszuprobieren: In vielen Fällen lohnt es sich. (hge)

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