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Erschienen in EasyLinux 01/2006

Nachrichten

Nokias Linux-Tablet kommt

Mit dem Modell 770 bringt Nokia ein erstes Linux-basiertes Gerät zum Mailen und Surfen für den Normalverbaucher auf den Markt. Weitere Premiere: Das Gerät kommuniziert ausschließlich per Bluetooth und WLAN mit der Außenwelt, Nokia hat auf Mobilfunkkomponenten gänzlich verzichtet. Um mit dem Internet Tablet ins Netz zu gehen braucht es also eine WLAN-Verbindung, die zum Beispiel vom heimischen WLAN-Router oder unterwegs von einem WLAN-Hotspot stammen kann. Verbindungen zu Bluetooth-Handys sind ebenfalls möglich. Einen Gnome-basierten Browser und Mail-Client bringt das Gerät mit. Audio- und Video-Player sorgen für Multimedia-Genuß. Kopfhöreranschlüsse sind vorhanden.

Der Benutzer navigiert beim Nokia 770 per Stifteingabe über einen Touchscreen, der 800 x 480 Pixel in 16-Bit-Farbe darstellt. Seitlich angeordnete Funkltionstasten unterstützen ihn bei den häufigsten Aufgaben. Eine 64 MByte große Speicherkarte ersetzt die Festplatte für die Speicherung von Benutzerdaten. Erweiterungen des Speicherplatzes sind über Multimedia Cards (MMC) möglich. Nokia bietet das Gerät in Deutschland ab sofort in seinem Direkt-Shop (http://direct.nokia.com/Product.aspx?model=770#) für 349 Euro an. Dem Linux-Tablet liegen unter anderem zwei Stifte und eine Tasche bei.

Abb. 1: Mit dem 770 Internet Tablet hat Nokia den Schritt zu Linux gewagt.
Nützliche Details in Thunderbird 1.5

Das Mozilla-Team hat einen Release Candidate 1 (RC1) des E-Mail-Programms Thunderbird 1.5 freigegeben. Vor Veröffentlichung der finalen Version soll noch ein weiterer Release Candidate folgen. In Thunderbird 1.5 hat Mozilla diverse Neuerungen integriert. Dazu zählen eine verbesserte Rechtschreibprüfung, eine Anti-Phishing-Funktion, die Unterstützung für Podcasts und eine Suche über mehrere E-Mail-Konten hinweg. Der Mail-Client kann zudem Updates empfangen, ohne dass Benutzer jeweils das ganzen Programm herunterladenen müssen. Mit einem halben MByte, so rechnen die Entwickler, dürfte künftig eine Auffrischung erledigt sein. Die komplette Liste der Neuerungen in Thunderbird -- und den Download des RC1 -- gibt es unter (http://www.mozilla.org/products/thunderbird/releases/1.5.html).

Abb. 2: Podcasts im Postfach: Die kommende Thunderbird-Version 1.5 kann mit Audio-Adressen in Newsfeeds umgehen.
Vorschau auf Mezzo-Desktop

Die Entwickler der Linux-Distribution Symphony OS (http://www.symphonyos.com) haben unter dem Namen Mezzo eine vollkommen neuartige Desktop-Umgebung versprochen. Nun vermittelt eine Knoppix-basierte Live-CD einen ersten Eindruck dieser Oberfläche.

Mezzo vermeidet verschachtelte Menüs zum Ausklappen sowie Scrolling: Der Anwender findet die wichtigsten Anwendungen direkt auf dem Desktop. In den Ecken des Bildschirms befinden sich weitere Programme und Ordner sowie die Systemeinstellungen und der Mülleimer.

Die aktuelle Symphony-Version Beta 1 Preview 1 ist noch nicht stabil und dient hauptsächlich zur Demonstration des Desktop-Konzepts. Daher weist sie noch einige Fehler auf und enthält leicht veraltete Programmversionen wie beispielsweise Firefox 1.0, Thunderbird 1.0.2 und die Textverarbeitung Abiword 2.2.7.

Abb. 3: Weniger ist mehr: Mezzo verwendet keine verschachtelten Menüs sondern listet die wichtigsten Anwendungen direkt auf dem Desktop.
Firefox: Warten auf 1.5

Ein wichtiger Schritt zu Firefox 1.5 (Codename Deer Park) ist getan: Anfang November erschien der erste Kandidat für die neue Version. Der ursprüngliche Zeitplan der Mozilla-Entwickler sah allerdings bereits für September den fertigen Browser vor.

Firefox 1.5 RC 1 zeigt zahlreiche Neuerungen, beispielsweise verbesserte Unterstützung für CSS 2 und 3 sowie das Vektorgrafik-Format SVG. Außerdem lassen sich die Reiter mit den geöffneten Webseiten (Browser Tabs) nun per Drag & Drop umsortieren. Zahlreiche Veränderungen betreffen den Bedienungskomfort: Ein Beispiel dafür ist die Funktion zum Löschen aller Cookies, Dateien im Cache sowie der Historie. Sie war bisher in den Einstallung verborgen, nun ist sie per Menü und Tastenkombination erreichbar.

Abb. 4: Datenschutz auf einen Klick: "Clear private data" beseitigt alle Spuren des Firefox-Surfers auf dem Rechner.
Firefox prämiert Entwickler

Kurz vor Erscheinen von Firefox 1.5 hat die Mozilla-Corporation einen Wettbewerb für Erweiterungen des Browsers gestartet. Prämiert werden beim Extend Firefox Contest neue Extensions und Updates bestehender. Besondere Beachtung erfahren Erweiterungen, die mit der neuen Version 1.5 kompatibel sind.

Unterteilt in vier Kategorien sucht Mozilla die innovativste, nützlichste, benutzerfreundlichste und die am besten mit einem Web-Service integrierte Firefox-Extension. Jeweils zwei Gewinner gibt es pro Kategorie. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 6. Januar 2006. Mozilla hat diverse Preise für die Sieger ausgelobt, die unter http://developer.mozilla.org/contests/extendfirefox/ zu betrachten sind.

Neues von Crossover und Wine

Die Firma Codeweavers (http://www.codeweavers.com) hat die Fertigstellung von Crossover Office 5.0 bekannt gegeben. Mit der Wine-basierten Software können Windows-Programme unter Linux ausgeführt werden. Die neue Version unterstützt erstmals Microsoft Office 2003 vollständig. Crossover Office 5.0 kostet in der Standard-Version knapp 40 US-Dollar, in der Professional-Version ist es ab 70 US-Dollar erhältlich.

Teile des Crossover-Codes fließen in das Community-Projekt Wine (http://www.winehq.org) zurück, das zeitgleich in Version 0.9 erschien. Dabei handelt es sich um einen Meilenstein in der Entwicklung des Projektes: Nach 12-jähriger Entwicklungsarbeit sind erstmals alle Tools und Software-Bibliotheken funktionell komplett. Die Veröffentlichung von Wine 0.9 läutet damit offizell den Anfang der Beta-Test-Phase bis zur Veröffentlichung der ersten offizell stabilen Version der Software ein.

Open-Source-Browser von Nokia

Der finnische Handy-Marktführer Nokia hat einen Open-Source-Browser veröffentlicht. Er enthält das Safari-Webkit von Apple, die Rendering-Engine KHTML und die Javascript-Engine KJS aus dem KDE-Projekt. Nokia hat den Browser für Mobiltelefone der Series-60-Plattform konzipiert, sprich für so genannte Smartphones.

Der S60-OSS-Browser versteht sich auf die Darstellung von Webseiten auf kleinen Displays. Das Layout soll dennoch erhalten bleiben. Zur Eingabe der URL steht die T9-Schreibhilfe zur Verfügung. Der mobile Browser unterstützt CSS, RSS, Javascript und die SSL-Verschlüsselung, womit er sich technisch nicht hinter den großen Ausgaben verstecken muss.

Nokia hat seinen Open-Source-Projekten eine eigene Webseite (http://opensource.nokia.com) spendiert. Der Browser ist dort ebenfalls aufgeführt. Als Lizenz kommt die LGPL zur Anwendung. Eigenen Angaben zufolge hat sich Nokia von proprietären Browser-Lösungen abgewandt, weil es sinnlos schien, Probleme zu lösen, die die Open-Source-Community längst gelöst hat.

Quetschkommode empfängt Ogg Vorbis & Co.

Die Squeezebox (zu deutsch Quetschkommode) von Slimdevices empfängt Musikdateien drahtlos oder per Ethernet und gibt sie an Aktivboxen, die Stereoanlage oder sonstige Geräte weiter. Analoge und optische Audio-Ausgänge stehen dafür zur Verfügung, Kopfhörer lassen sich auch anstöpseln. Der Musikverteiler selbst verwendet Linux und kommt mit allen Betriebssystemen zurecht, die Unterstützung für WLAN (802.11g) oder wahlweise Ethernet anbieten.

Ebenso großzügig gibt sich das Kästchen des Herstellers aus Kalifornien, wenn es um Formate geht: Es unterstützt nicht nur MP3, AAC, Ogg Vorbis und WAV sondern aich viele weitere wie beispielsweise WMA und FLAC. Als Software kommt der Slimserver in der neuen Version 6.2 zum Einsatz. Der Software-Server beherrscht diverse Funktionen, die dem Musikgenuss entgegenkommen. Er importiert Playlists und ID3-Tags, kann Musikdateien suchen, bringt Webradio-Verzeichnisse mit und lässt sich via Skins anpassen. Als plattformübergreifende Open-Source-Software ist er universell einsetzbar.

Wer der drahtlosen Version der Squeezebox abgeneigt ist, findet eine rein kabelgebundene Ethernet-Variante. Die drahtlose Ausgabe bringt beide Optionen -- WLAN und Ethernet -- mit. Die Box misst 192 x 93 x 80 Millimeter und zeigt Informationen wie Titel und Radiostation auf einem Graustufen-Display mit 320x32 Pixeln an. Navigiert wird über eine Infrarot-Fernbedienung. Mehr Informationen liefern die Spezifikationen des Geräts (http://www.slimdevices.com/pi_specs.html).

Das Gerät ist laut Hersteller in der neuen Version ab sofort verfügbar. Der Preis beträgt 299 US-Dollar für die drahtlose Version und 249 US-Dollar für die Ethernet-Ausgabe. Slimdevices verspricht weltweiten Versand via UPS. Die Mehrwertsteuer ist im Preis nicht inbegriffen. Die Versandkosten betragen laut Check auf der Bestellseite zwischen 26 und 35 Euro.

Abb. 5: Die Squeezebox empfängt Musik in großer Formatvielfalt per WLAN und Ethernet.

(Mathias Huber/Ulrich Bantle/mhu)

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