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von Peter Kreußel
Nach dem Start meldet sich das BIOS, dann fährt das Betriebssystem hoch. Sie können jetzt Programme starten oder neue Software installieren: ein völlig normaler PC? Nicht ganz, denn all dies spielt sich in einem Fenster innerhalb Ihres bereits laufenden Systems ab (Abbildung 1). Dabei ist sogar egal, ob es sich um Windows oder Linux handelt: Ein Linux-System läuft im VMware Player auch unter Windows.
VMware ist kommerzielle Software, die in der Vollversion mit einem Preis von 189 Dollar nicht gerade billig ist. Doch seit kurzem stellt VMware eine eingeschränkte freie Version zum Download bereit. Damit lassen sich zwar nur "virtuelle PCs" öffnen, die mit der Vollversion erstellt wurden, mit diesen können Sie jedoch ohne Einschränkungen arbeiten.
Stellen Sie sich Folgendes vor: EasyLinux möchte Ihnen eine neue Distribution vorstellen. Wir erstellen also mit der Vollversion von VMware einen virtuellen PC und installieren darauf die Linux-Distribution. Sie kopieren die virtuelle Maschine von der Heft-CD und öffnen sie dann mit dem VMware Player. Nun steht Ihnen eine voll funktionsfähige Version des bei uns installierten Systems zu Verfügung. Der ganze Aufwand einer eigenen Installation bleibt Ihnen erspart:
VMware Player ist also eine ideale Lösung, um Programme oder ganze Linux-Systeme auszuprobieren (Abbildung 1). Auf der Heft CD liefern wir Ihnen einen virtuellen PC, auf dem Damn Small Linux, eine extrem kleine Linux-Distribution, installiert ist. Bevor Sie sich dieses System ansehen können, müssen Sie den VMware Player auf Ihrem Rechner installieren. Dabei ist ein unterschiedliches Vorgehen für Suse Linux und Mandriva Linux nötig.
Legen Sie die Heft-CD ein und beantworten Sie die Frage Soll das Start Skript der CD ausgeführt werden ? mit Ja, ebenso die folgende Frage, ob die Heft-CD als YaST-Quelle eingebunden werden soll. Sie können das Paket VMware-player nun über YaST installieren. Unter Suse Linux 9.3 ist der VMware Player bereit zur Einrichtung, falls Sie über die Online-Update-Funktion bisher noch keinen neuen Kernel eingespielt haben. Wenn Sie das Online-Update noch nie benutzt haben, müssen Sie sich also keine weiteren Gedanken machen. Sie können beim Abschnitt "VMware Player konfigurieren" weiter lesen.
Falls Sie Ihr System über das Internet auf den neuesten Stand gebracht haben, starten Sie nun YaST und prüfen Sie, welche Kernel-Version auf Ihrem Rechner installiert ist: Wählen Sie in YaST die Rubrik Software (Abbildung 2) und klicken Sie auf das Icon Software installieren oder löschen. Wählen Sie in der Liste Filter den Eintrag Suche aus. Geben Sie in das Feld Suche kernel ein und klicken Sie auf Suchen. Falls eines der Pakete kernel-default, kernel-smp, oder kernel-bigsmp wie in Abbildung 3 im Suchergebnis rot hervorgehoben ist, dann hat das YaST Online Update einen aktualisierten Kernel auf Ihr System eingespielt. Am einfachsten ist es, den Original-Kernel der Suse-DVD wiederherzustellen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das genannte Kernel-Paket mit dem Haken, wählen Sie Aktualisieren und klicken Sie auf Übernehmen. Nach Einlegen der Suse-DVD oder -CD installieren Sie die Kernel-Pakete erneut. Da jedoch Kernel-Updates meist sicherheitsrelevante Verbesserungen enthalten, sollten Sie den beschriebenen Weg nur dann wählen, wenn eine Firewall Ihren Rechner sicher vom Internet abschirmt. Für eine sichere Lösung fahren Sie fort, wie im folgenden Abschnitt für Suse Linux 10.0 beschrieben.
Für Suse Linux 10.0 Sie einige zusätzliche Pakete installieren. Dies gilt ebenso für Suse Linux 9.3, wenn Sie den über das Online-Update aktualisierte Kernel weiter benutzen wollen. Wählen Sie dazu im YaST-Modul Software hinzufügen oder löschen im Listenfeld Filter den Eintrag Selektionen. Markieren Sie den Eintrag Kernel-Entwicklung unterhalb des Listenfelds. Aktivieren Sie dann das Kontrollkästchen vor kernel-source und gcc in der Paketliste. Mit Übernehmen weisen Sie YaST an, die gewählten Pakete zu installieren. Wenn YaST weitere Pakete ausgewählt hat, um Abhängigkeiten zwischen den Paketen aufzulösen, bestätigen Sie diese automatische Wahl mit Fortfahren.
Die Pakete kernel und kernel-source müssen stets in derselben Version vorliegen. Überprüfen Sie, wie im vorigen Abschnitt für Suse Linux 9.3 beschrieben, ob dies der Fall ist. Wenn eines der Kernel-Pakete rot markiert ist, sollten Sie nun in YaST ein Online-Update starten. Wählen Sie im Listenfeld Installationsquelle eine Download-Server in Ihrer Nähe und klicken Sie dann auf Weiter. Sobald YaST die Informationen heruntergeladen hat, präsentiert es Ihnen eine Liste mit allen verfügbaren Updates. Sie können die Auswahl für alle Pakete außer Kernel deaktivieren. Wählen Sie dazu YOU-Patch / Alle in dieser Liste / Nicht installieren. Aktivieren Sie das Kernel-Paket erneut.
Klicken Sie nun auf den dritten Button von links in der Taskleiste (das Bildschirmsymbol mit der Muschel im Vordergrund), um eine Text-Konsole zu starten. Durch Eingabe von su, gefolgt von [Eingabe] und dem Root-Passwort, melden Sie sich als Systemverwalter an. Tippen Sie dann folgende Befehle ein. Schließen Sie die Zeilen jeweils mit [Eingabe] ab.
cd /usr/src/linux make cloneconfig make
Ein Übersetzungsprozess von Quelltext in ausführbare Programmdateien startet, der viel Text auf der Konsole ausgibt. Über dessen Bedeutung müssen Sie sich keine Gedanken machen. Nach etwa 30 Sekunden können Sie den Vorgang mit [Strg-C] abbrechen. Legen Sie nun die Heft-CD ein. Antworten Sie auf die Frage Soll das Start Skript der CD ausgeführt werden? mit Ja. Auch die folgende Frage, ob die Heft-CD als YaST-Quelle eingebunden werden soll bestätigen Sie mit Ja. Sie können das Paket VMware-player dann wie gewohnt über YaST installieren. Lesen Sie nun im Abschnitt "VMware Player konfigurieren" weiter.
Unter Mandriva Linux ist neben der Installation des Paketes VMware-player von der Heft-CD ein weiteres Paket von der Mandriva-Linux-2006-DVD erforderlich. Legen Sie zunächst die Heft-CD ein. Bestätigen Sie die Frage Befehl vom Datenträger ausführen? mit Befehl ausführen. Starten Sie dann das Mandriva-Kontrollzentrum (System / Einstellungen / Den Computer konfigurieren im Startmenü) und klicken Sie auf das Icon Betrachten installierbarer Software. Geben Sie im Textfeld oben im Programmfenster vmware ein, klicken Sie auf Suche und aktivieren Sie das Kontrollkästchen vor dem Paket VMware-player. Geben Sie nun im Suchfeld kernel ein und aktivieren Sie das Kontrollkästchen vor dem Paket kernel-source-2.6-2.6.12-12mdk (Abbildung 3). Bestätigen Sie den Dialog, in dem Mandriva Linux die automatische Auswahl weiterer Pakete ankündigt, mit OK. Klicken Sie dann auf Installieren.
Öffnen Sie nun eine Text-Konsole durch Klick auf das Bildschirm-Icon in der Task-Leiste unmittelbar links neben der Anzeige der geöffneten Fenster. Geben Sie dann su [Eingabetaste] ein. Nach der Aufforderung dazu nennen Sie das Passwort des Systemadministrators.
Zur Konfiguration des Players tippen Sie auf der Konsole vmware-config.pl gefolgt [Eingabe]. VMware kündigt nun die Anzeige der Lizenzbedingungen an. Drücken Sie erneut [Eingabe]. Durch den Lizenzvertrag scrollen Sie durch wiederholtes Drücken der [Leertaste]. Nachdem die ganze Lizenz angezeigt, wurde erscheint die Frage Do you accept? (yes/no). Tippen Sie yes ein und bestätigen Sie mit der [Eingabetaste]. Daraufhin fragt VMware Sie nach Pfaden, in denen bestimmte Komponenten installiert werden sollen. Hier sollten Sie stets die Standard-Einstellungen übernehmen, so dass Sie alle Fragen mit Druck auf die [Eingabetaste] beantworten können. Wenn Sie die Meldung Enjoy, -- the VMware team sehen, ist VMware Player bereit zum ersten Start.
Als Belohnung für Ihre Mühe bei der Installation des VMware Players lernen Sie nun das kleinste Linux der Welt kennen: Damn Small Linux benötigt gerade 50 MByte Festplattenplatz. Außerdem ist es nach Angaben der Entwickler auf einem 486er PC mit 16 MByte Speicher lauffähig. Dennoch beinhaltet es Programme für die wichtigsten Aufgaben am Computer wie Textdokumente erstellen, E-Mails schreiben und im Internet surfen.
Kopieren Sie zunächst die Datei DSL_Linux.tar.gz im Verzeichnis programme/andere/vmware_image von der Heft-CD auf Ihre Festplatte. Wählen Sie nach Rechtsklick auf die Datei Ark. Im Ark-Programmfenster klicken Sie auf Aktionen / Entpacken. Starten Sie daraufhin den VMware Player, indem Sie nach Druck auf [Alt-F2] den Befehl vmplayer eingeben und auf ausführen klicken. Der VMware Player öffnet unmittelbar nach dem Start den Dialog Open Virtual Machine. Öffnen Sie die Datei Other Linux 2.6 kernel.vmx in dem Verzeichnis, das Sie aus dem Archiv von der Heft-CD entpackt haben. VMware Player stellt nun fest, dass der virtuelle PC auf einer anderen Version von VMware erstellt wurde. Beantworten Sie seine Frage nach einer neuen UUID einfach mit Klick auf create ganz rechts im Dialogfeld. Sie sehen daraufhin im Fenster der VMware Players wie beim Starten eines PCs zunächst den BIOS-Startbildschirm. Danach startet Damn Small Linux (Abbildung 4).
Wenn Sie mit dem Linux im Fenster kommunizieren möchten, klicken Sie mit dem Mauszeiger, der die Form einer Hand annimmt, in das Fenster des VMware-Players. Alle Tastatureingaben und Mausaktionen wirken dann auf das virtuelle System. [Strg-Alt] befreit die Maus wieder aus der "Gefangenschaft".
Die Desktop-Umgebung von Damn Small Linux dürfte etwas ungewohnt wirken, da es aus Platzgründen nicht KDE oder Gnome verwendet, sondern den wesentlich einfacher aufgebauten Window Manager Fluxbox. Zum Startmenü gelangen Sie durch einen Rechtsklick auf den Desktop. Sehen Sie sich die Distribution in Ruhe an. Ändern Sie so viele Einstellungen, wie Sie möchten: Aus dem sicheren Fenster heraus beeinflusst dies Ihr laufendes Linux-System nicht. (pkr)
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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