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Erschienen in EasyLinux 01/2006

KDE-Tipps

Besser arbeiten mit KDE

von Elisabeth Bauer und Thomas Hümmler


Mit dem Musik-Player amaroK lässt KDE kommerzielle Konkurrenten wie iTunes & Co. alt aussehen. Diesen Monat zeigen wir unter anderem, wie Sie die Features des Multimedia-Tools ausreizen, und verraten Tricks zum Chat-Programm Kopete.

Tipp: Titelinformation auf dem Desktop

Wenn Sie mit amaroK Musik hören, ist es nicht nötig, immer das Fenster auf dem Desktop zu haben, um zu wissen, welchen Titel das Programm gerade spielt. Diese Informationen erhalten Sie auch über das so genannte On-Screen-Display (Abbildung 1), das Sie im Einrichtungsdialog aktivieren. Rufen Sie ihn über Einstellung / amaroK einrichten auf und klicken Sie links auf OSD. Markieren Sie die Checkbox neben On-Screen-Display verwenden, woraufhin amaroK eine Beispielbox einblendet. Ziehen Sie diese mit der Maus an die Position, an der sie in Zukunft erscheinen soll. Im mittleren Feld ändern Sie die Farben nach Gusto, ganz unten legen Sie fest, wie lange amaroK die Titelinformationen einblendet.

In der Standardeinstellung zeigt die Anwendung den Interpreten, den Titel, die Länge des Liedes und, wenn möglich, das Album an. Im Bereich Display-Text modifizieren Sie diese Vorgaben: Entfernen Sie dazu die Markierung in der Checkbox und geben Sie selbst Platzhalter ein. Welche Werte amaroK kennt, zeigt er an, wenn Sie die Maus länger über dem Eingabefeld ruhen lassen.

Abb. 1: Das On-Screen-Display blendet zu Beginn eines neuen Songs dessen Titel auf dem Desktop ein.

Tipp: Schnell für Ruhe sorgen

Die wichtigste Funktion eines Audio-Players erreichen Sie bei amaroK besonders schnell: Wenn das Telefon klingelt, müssen Sie nicht erst nach dem amaroK-Fenster auf dem Desktop suchen, um für Ruhe zu sorgen. Ein Klick mit der mittleren Maustaste auf das amaroK-Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste schaltet den Player auf Pause. Auf einen erneuten Klick hin spielt die Musik weiter. Wenn Sie das OSD aktiviert haben, zeigt amaroK die Aktion zusätzlich auf dem Desktop an. Weitere Kontrollfunktionen des Players wie Vorwärts oder Zurück erreichen Sie über das Kontextmenü des Kontrollleisten-Icons. Ein Klick mit der linken Maustaste auf das Symbol blendet das Hauptfenster aus bzw. ein.

Tipp: Musikinformationen in amaroK anzeigen

Die eierlegende Wollmilchsau amaroK bietet in vielen Fällen nicht nur Hör-, sondern auch Lesevergnügen: Der Reiter Kontext hält eine Reihe von Zusatzinformationen zum Stück bereit, das Sie gerade hören. Klicken Sie auf Text, versucht amaroK, den Text des Lieds aufzutreiben. Ist sich das Programm nicht sicher, bietet es Ihnen die Suchtreffer zur Auswahl an. Über die Schaltfläche Interpret sucht amaroK automatisch den zugehörigen Artikel in der Online-Enzyklopädie Wikipedia und zeigt die gefundenen Daten direkt im Player an (Abbildung 2). Je nach Bekanntheit des Stücks, das Sie gerade hören, finden sich dort Artikel zum Interpreten, zum Album und manchmal sogar zum einzelnen Lied.

Wer Schwierigkeiten mit der englischen Sprache hat, scrollt zum Ende des Textes: Unter Andere Sprachen von Wikipedia findet sich oft auch ein Link zum Artikel auf Deutsch.

Abb. 2: Zu vielen bekannten Bands und Künstlern hält amaroK Hintergrundinformationen in Form des zugehörigen Wikipedia-Eintrags bereit.

Tipp: Cover anzeigen

Bei der Größe heutiger Festplatten überträgt man gerne seine komplette Audio-CD-Sammlung auf den Rechner. Einen bestimmten Titel findet man schließlich schneller mit der Suchfunktion eines Audio-Players, als wenn man die ganze Wohnung bei der Suche nach der passenden Silberscheibe auf den Kopf stellen muss. Allerdings gehen dabei die oft schön gestalteten CD-Covers verloren: In amaroK müssen Sie auch darauf nicht mehr verzichten. Rufen Sie unter Extras die Cover-Verwaltung auf. Nach einem Klick auf Fehlende Cover holen versucht das Programm, zu Ihren Alben die passenden Covers im Internet zu finden. Haben Sie Ihre Audio-Dateien mit korrekten ID3-Tags versehen, gelingt amaroK das erstaunlich gut. Wenn Sie anschließend ein Album abspielen, blendet das Programm dessen Cover ein.

Tipp: Musikalische Zeitreise

Ein Feature, das amaroK von anderen Audio-Playern abhebt, ist seine Fähigkeit, Musik nach allen möglichen Kriterien zu sortieren. Mit einem Trick können Sie sich sogar chronologisch durch Ihre Sammlung hören: Klicken Sie dazu am linken Fensterrand auf die Schaltfläche Sammlung und wählen Sie unter Gruppierung den Eintrag Erste Ebene / Jahr. Damit zeigt amaroK die Sammlung nicht mehr nach Interpret oder Album, sondern -- wenn angegeben -- nach Entstehungsjahr an. Für die zweite Ebene legen Sie Interpret oder Album fest, und fertig ist die kleine häusliche Musikgeschichte (Abbildung 2).

Abb. 3: Mit den Sortierfunktionen von amaroK ist es möglich, eine Musiksammlung nach Erscheinungsjahr zu ordnen.

Tipp: Podcasts mit amaroK abspielen

Nach den Blogs sind so genannte Podcasts der neuste Trend im Internet. Am Anfang standen von Privatleuten produzierte, kleine Radiosendungen. Mittlerweile haben jedoch auch professionelle Radiosender die Technik aufgegriffen. Mehr oder weniger gut produziert, finden sich im Netz heute Podcasts zu einer breiten Vielfalt an Themen -- von der katholischen Morgenfeier auf Bayern 1 über Musik-Reviews bis hin zum täglichen Horoskop frei Haus oder Wanhoffs Wunderbarer Welt der Wissenschaft.

Mit amaroK tauchen Sie in die Welt der Podcasts ein. Gute Startadressen für deutschsprachige Podcasts sind die Portale http://www.podcast.de und http://podster.de. Klicken Sie im Konqueror mit der rechten Maustaste auf den Link zu einem der Podcasts und wählen Sie im Kontextmenü Verknüpfungsadresse kopieren. Eine Podcast-Adresse ist eine URL, die auf eine XML-Datei verweist, etwa http://wissenschaft.wanhoff.de/podcast.xml. In amaroK öffnen Sie den Reiter Wiedergabelisten und wählen unter Podcasts den Eintrag Podcast hinzufügen. Mit der mittleren Maustaste fügen Sie die zuvor kopierte Adresse in das Dialogfenster ein. Der neue Eintrag erscheint sofort in der Rubrik, und amaroK lädt die Informationen zum Podcast aus dem Internet herunter. Ein Klick auf das Plus-Symbol zeigt Ihnen an, welche Beiträge beim betreffenden Podcast verfügbar sind. Mit einem Doppelklick auf einen davon lädt amaroK diesen aus dem Netz und spielt ihn ab (Abbildung 4).

Abb. 4: Podcasts sind hip -- und mit amaroK spielen Sie die Radiobeiträge bequem auf dem eigenen Rechner ab.

Tipp: Wecken mit Musik

Mit einem der bei amaroK mitgelieferten Skripte verwenden Sie den Audio-Player als Wecker. Öffnen Sie über das Menü Extras die Skript-Verwaltung. Links in der Liste finden Sie die installierten Skripte. Ein Klick auf Über zeigt eine Beschreibung an, die erklärt, was das Skript bewirkt und welche Software es benötigt.

Um alarm.py zu verwenden, müssen die Qt-Bindings für Python installiert sein. Markieren Sie alarm.py und klicken Sie auf Ausführen. Ein weiterer Klick auf Einrichten präsentiert einen Auswahldialog, in dem Sie die gewünschte Weckzeit einstellen. Wenn amaroK läuft, beginnt der Player zur Weckzeit, das aktuelle Lied zu spielen. Um den Wecker abzuschalten, rufen Sie wieder die Skript-Verwaltung auf, markieren alarm.py und klicken auf Stoppen.

Einen wesentlich komfortableren Wecker erhalten Sie mit dem Skript weckalarm: Klicken Sie auf Weitere Skripte holen und suchen Sie in der Liste nach weckalarm. Markieren Sie den Eintrag und klicken Sie auf Installieren. amaroK lädt nun das Skript aus dem Internet herunter. Sie starten es genauso wie den einfachen Wecker. Im Einrichten-Dialog können Sie hier für jeden Wochentag eine eigene Weckzeit einstellen (Abbildung 5). Auf den anderen Registerreitern legen Sie eine frei wählbare Playlist fest oder entscheiden sich dafür, dass weckalarm die Lautstärke langsam erhöht, damit Sie nicht seelig weiterschlummern. Besonders nützlich ist die Option Skripte beim Programmstart automatisch neu starten -- so vergessen Sie nicht, Ihren Wecker anzuschalten.

Wenn Sie durch diese beiden Skripte auf den Geschmack gekommen sind und noch mehr nützliche Helfer herunterladen wollen, müssen Sie einiges beachten: Viele Skripte benötigen Zusatz-Software, die Ihre Distribution eventuell nicht mitbringt, oder Sie müssen die Erweiterungen sogar selbst kompilieren -- also aus dem Programm-Code eine lauffähige Anwendung erzeugen. Manche Skripte stellen gar ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar, da sie einen eigenen Web-Server mitbringen und starten.

Abb. 5: Per Skript lässt sich amaroK zum Wecker umfunktionieren.

Tipp: Musik beim Chatten übermitteln

Haben Sie sich schon einmal über die Leute gewundert, die beim Chatten bekannt geben, welche Musik sie gerade hören? Über diese Sitte mag mancher den Kopf schütteln, doch wer sich gern mit Freunden über Musik unterhält, schätzt das Feature vielleicht. Mit Kopete, dem KDE-Instant-Messenger teilen auch Sie Ihren aktuellen Lieblings-Song der Welt mit. Wählen Sie dazu im Kopete-Hauptfenster Einstellungen / Module einrichten. Dort markieren Sie die Checkbox neben Im Hintergrund läuft. Kopete lässt Sie den Einleitungstext ändern, standardmäßig ist Ich höre gerade diese Musik: eingestellt.

Starten Sie nun amaroK mit Ihrem Lieblingsstück und probieren Sie es aus: Über den Eintrag Extras / Medien-Infos senden können Sie anderen mitteilen, was Sie hören (Abbildung 6). Noch schneller als über das Menü gelingt das mit der Eingabe von /media. Im alternativen KDE-IRC-Client Konversation müssen Sie die Option nicht eigens aktivieren -- diese virtuelle Plaudertasche unterstützt das Senden der Media-Informationen standardmäßig.

Abb. 6: Kopete fügt auf Kommando Informationen zum gerade laufenden Musikstück in ein Chat-Fenster ein.

Tipp: Grafische Smileys in Kopete abschalten

Manche lieben sie, andere hassen sie aus tiefster Seele: grafische Smileys. Kopete verwandelt wie die meisten aktuellen Chat-Programme die ASCII-Grinsegesichter in kleine, bunte Grafiken. Wer sich lieber in schwarzen Lettern anlächeln lässt, wird in Kopete unter Einstellungen / Kopete einrichten / Erscheinungsbild fündig. Entfernen Sie dort das Häkchen in der Checkbox Emoticons aktivieren, um die runden Gesichter loszuwerden.

Tipp: Grafische Smileys in Konversation aktivieren

In Konversation sind im Gegensatz zu Kopete grafische Smileys standardmäßig deaktiviert. Dieser IRC-Client gehört seit Version 3.4 zum KDE-Desktop, doch auch Anwender von Suse Linux 9.3 von unser Heft-DVD der September-Ausgabe können das Programm nutzen. Laden Sie sich einfach das Paket vom FTP-Server des Distributors herunter. Sie finden es im Ordner ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.3/suse/i586/. Nach einem Klick auf die heruntergeladene Datei spielen Sie die Software über die Schaltfläche Install package with YaST ein.

Mit einem Trick bringen Sie Konversation dazu, grafische Smileys anzuzeigen. Das gelingt jedoch nicht über das Menü, sondern Sie müssen der Anwendung mit einem Text-Editor auf die Sprünge helfen: Beenden Sie das Programm und öffnen Sie ein Schnellstartfenster, in das Sie kwrite ~/.kde/share/config/konversationrc eingeben. Daraufhin startet der Text-Editor mit der Konversation-Konfigurationsdatei. Suchen Sie dort nach dem Begriff Themes und ändern Sie die Fundstellen folgendermaßen ab (Abbildung 7):

EmotIconTheme=Default
EnableEmotIcons=true

Speichern Sie die Datei über einen Klick auf das Diskettensymbol und schließen Sie KWrite. Wenn Sie Konversation das nächste Mal starten, wandelt das Programm Smileys in kleine Grafiken um. So wird aus der Zeichenfolge :-) ein leuchtend gelber lächelnder Smiley.

Abb. 7: Mit Hilfe eines Text-Editors aktivieren Sie in Konversation die Anzeige grafischer Smileys.

Tipp: Klänge bei Chat-Ereignissen

Wer sich häufiger in Rufweite seines Rechners aufhält und nebenher den IRC-Client Konversation benutzt, wird die Klangereignisse zu schätzen wissen. Um sich benachrichtigen zu lassen, wenn ein bestimmter Nutzer in den Chat kommt, gehen Sie folgendermaßen vor: Öffnen Sie über Einstellungen / Konversation einrichten den Einstellungsdialog. Unter Benachrichtigungen / Überwachte Nicknames markieren Sie die Checkbox Enable nickname watcher. Tragen Sie danach über einen Klick auf Neu die Spitznamen der betreffenden Benutzer ein. Schließen Sie die Einstellungen und öffnen Sie den Dialog Benachrichtigungen festlegen. Markieren Sie die Zeile A user on your list of watched nicks has come online. Im Feld Aktionen setzen Sie nun ein Häkchen in die Checkbox und wählen rechts über den Dateiauswahldialog einen passenden Klang aus. Kommen Benutzer auf Ihrer Benachrichtigungsliste in den Chat, spielt Konversation in Zukunft den Sound ab.

Genauso wie Benutzern können Sie auch bestimmten Schlüsselwörtern Klänge zuweisen. Dies erledigen Sie über den Reiter Hervorhebungen im Einrichtungsdialog.

Tipp: Nervensägen im IRC ignorieren

Wer viel chattet, trifft im IRC unweigerlich auf Leute, die wenig mitzuteilen haben, aber trotzdem überall mitreden wollen. Statt mit solchen Benutzern zu diskutieren, spart man sich Nerven, indem man sie einfach ignoriert. Klicken Sie dazu auf den Eintrag des betreffenden Benutzers in der Channel-Liste und wählen Sie Ignorieren aus dem Kontextmenü.

Tipp: Chat-Bekannte ins Adressbuch aufnehmen

Gerade bei den E-Mail- und Chat-Programmen haben die KDE-Programmierer viel Wert auf eine gute Integration gelegt. Über Adressbucheinträge / Neuen Kontakt erstellen nehmen Sie in Konversation Bekannte aus dem IRC direkt in Ihr Adressbuch auf. Damit sehen Sie in Zukunft im Adressbuch direkt, ob Ihr Bekannter online ist -- und können aus dem Kontextmenü von Konversation eine E-Mail verschicken.

Tipp: Falsche URLs aus dem Konqueror entfernen

Manchmal könnte man das gute Gedächtnis seines Browsers verfluchen: Konqueror merkt sich in der History nämlich nicht nur jede richtige Adresse, sondern auch jede falsch eingetippte URL und schlägt diese erneut vor. Mit einem kleinen Trick umgehen Sie das nervige Problem: Öffnen Sie über das Menü oder über die Reiter am linken Fensterrand den Verlauf und suchen Sie dort nach falschen URLs. Wählen Sie aus deren Kontextmenü Eintrag entfernen, um die falschen Links aus dem Browser-Gedächtnis zu löschen.

Tipp: Spezialbefehle in Konversation

Wenn Sie KWeather installiert haben, können Sie in Konversation direkt den aktuellen Wetterbericht abrufen: Geben Sie dazu den Befehl /weather in die Eingabezeile des Chat-Fensters ein.

/uptime beglückt Ihre Gesprächspartner mit einer weiteren wichtigen Information: Dieser Befehl verrät, wie lange Ihr Rechner schon läuft. Mit Eingabe von /sysinfo teilen Sie der virtuellen Plauderrunde die MHz-Zahl Ihres Prozessors und die Version des Linux-Kernels auf Ihrem Computer mit.

Um Ihre KDE-Version zu übermitteln, reicht die Eingabe von /kdeversion aus. Neben diesen Spielereien gibt es auch Kommandos mit praktischem Nutzen: So erlaubt es die Eingabe von /cmd, die Ausgabe eines Befehls an Ihre Chat-Partner weiterzugeben. Befinden Sie sich in einem Channel, in dem Sie Hilfe zu einem Linux-Problem suchen, können Sie auf diese Weise die Fragen Ihrer Gesprächspartner ohne Copy & Paste aus einem Shell-Fenster beantworten. Die Eingabe von /cmd ls /home/nutzername listet zum Beispiel den Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses auf. Haben Sie ein Problem mit Ihrem Netzwerk, übermitteln Sie potenziellen Helfern mit /cmd /sbin/ifconfig ohne Umweg über die Shell gleich die aktuelle Konfiguration.

Tipp: Internet-Adressen im Schnellstartdialog öffnen

Besonders fix rufen Sie eine Internet-Seite über den Schnellstartdialog auf: Statt auf dem Desktop nach einem geöffneten Konqueror-Fenster zu suchen oder den Browser umständlich über die Kontrollleiste zu starten, öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben die Adresse ein, z. B. www.google.de. Dann startet der Konqueror direkt mit der populären Suchmaschine.

Im Schnellstartdialog funktioniert das ganze Repertoire an Kürzeln, die Konqueror kennt: Mit gg:suchbegriff starten Sie eine Google-Suche nach dem hinter gg: eingebenen Text, leo:wort übersetzt das angebene Wort ins Englische und wp:stichwort schlägt einen Begriff in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia nach. Die vollständige Liste finden Sie in den Konqueror-Einstellungen im Reiter Web-Tastenkürzel (Abbildung 8).

Abb. 8: Mit den Web-Tastenkürzeln des Konquerors schlagen Sie direkt aus dem Schnellstartdialog im Wörterbuch nach oder suchen bei Google.

Tipp: Programme im Startmenü finden

KDE 3.4 hält im Startmenü eine nette Neuigkeit bereit: die Programm-Suchfunktion im Bereich Alle Programme. Damit gehören die Schwierigkeiten, eine bestimmte Anwendung im verschachtelten Startmenü zu finden, der Vergangenheit an.

Um im KDE-3.4-Menü ein Programm zu finden, tippen Sie bei geöffnetem Startmenü einen Schrägstrich (/) oder bewegen den Mauszeiger über das Feld Zum Suchen `/` drücken. Anschließend geben Sie eine Buchstabenfolge ein. Im Startmenü graut KDE dann alle Einträge aus, die diese Zeichenkette nicht enthalten. Einträge, die entweder im Namen, in der Beschreibung, dem Kommentar oder dem auszuführenden Befehl die gesuchten Buchstaben enthalten, stellt KDE mit schwarzer Schrift dar.

Ein paar Beispiele verdeutlichen die Funktion: Geben Sie op ein, hebt KDE unter Suse Linux 10 unter anderen den Menüpunkt Graphik / Vektorgrafik hervor. Der Grund dafür ist, dass beim Zeichenprogramm Draw sowohl der Name (OpenOffice.org Draw) als auch die Beschreibung diese Buchstabenkombination enthalten. Außerdem finden Sie mit Eingabe von op den Web-Browser Konqueror, da diese Buchstabenkombination im Programmaufruf (kfmclient openProfile webbrowsing) vorkommt. Zusätzlich erscheinen auch die Einträge unter Büroprogramme und Dienstprogramme / Desktop in Schwarz.

Tipp: Schnellstart von Menüeinträgen

In KDE 3.4 haben Sie die Möglichkeit, Einträge aus dem Startmenü in ein Schnellstartfenster zu übernehmen. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie einen Text-Editor gleich mit der gewünschten Datei aufrufen wollen. Klicken Sie im Startmenü auf Dienstprogramme und dann im Untermenü mit der rechten Maustaste auf Editor. Wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl In "Befehlszeile ausführen" übernehmen. KDE öffnet daraufhin ein Schnellstartfenster und trägt den Befehl dort ein. Im Fall des Editors steht dort der Eintrag kate %U (Abbildung 9). Klicken Sie auf die Titelleiste des Schnellstartfensters und löschen Sie mit der Rücktaste den markierten Zusatz %U. Schreiben Sie stattdessen den Namen der Datei, die Sie im Editor öffnen wollen, und bestätigen Sie Ihre Wahl mit der Eingabetaste beziehungsweise mit einem Klick auf Ausführen.

Abb. 9: Nachdem Sie einen Eintrag aus dem KDE-Startmenü in das Schnellstartfenster übernommen haben, können Sie andere Parameter (etwa einen Dateinamen) dahinter schreiben.

Tipp: Notiz auf dem Desktop erstellen

Die gelben Haftzettel oder Post-its, die viele Monitore schmücken und Sie an wichtige Termine und Adressen erinnern, bringt KDE in virtueller Form mit: Das Programm heißt KNotes, und mit ihm legen Sie Notizen auf dem Desktop ab. Sie starten es über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie knotes eingeben. Daraufhin erscheint sofort die erste Notiz auf dem Desktop, und in der Kontrollleiste taucht das KNotes-Programmsymbol auf. Ab jetzt können Sie mit [Alt-Umschalt-N] eine neue Notiz erstellen.

KNotes gibt jeder Notiz einen Namen, der sich aus dem Datum und der Uhrzeit zusammensetzt. Sie finden ihn in der Titelleiste der gelben Haftzettel (Abbildung 10). Arbeiten Sie mit einer älteren KDE-Version, benennt die Anwendung die virtuellen Haftzettel als KNote gefolgt von einer Nummer. Um eine Notiz umzubenennen, doppelklicken Sie auf deren Titelleiste und geben ihr im folgenden Dialog einen neuen Namen.

Abb. 10: KNotes bildet den Namen einer Notiz aus Datum und Uhrzeit; Sie ändern ihn per Doppelklick auf die Titelleiste.

Tipp: Notiz schreiben und bearbeiten

Um einen KNotes-Haftzettel mit Text zu füllen, klicken Sie ihn einfach an und schreiben drauflos. Ob eine Notiz aktiv ist, also Tastatureingaben annimmt, erkennen Sie an der gelbgrauen Titelleiste. Inaktive Haftzettel präsentieren sich in einheitlichem Gelb ohne sichtbare Titelleiste.

Tipp: Notizen immer im Vordergrund

Damit wichtige Notizen ihre Erinnerungsfunktion erfüllen, möchte man sie immer im Blick haben: Dafür platzieren Sie diese am besten über allen anderen Programmfenstern. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste der Notiz und wählen Sie Über den anderen halten aus dem Kontextmenü. Um wieder auf das normale Fensterverhalten zurückzuschalten, rufen Sie den Menüpunkt erneut auf.

Tipp: Notizen aus der Zwischenablage anlegen

Erhalten Sie ein Dokument oder eine Mail mit wichtigen Informationen oder gar einem Termin, erzeugen Sie daraus ruckzuck eine Notiz: Markieren Sie den gewünschten Text und übernehmen Sie ihn mit [Strg-C] in die KDE-Zwischenablage Klipper. Mit [Alt-Umschalt-C] fügen Sie den so kopierten Text in eine neue Desktop-Notiz ein. Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das KNotes-Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste und wählen Neue Notiz aus der Zwischenablage aus dem aufklappenden Menü.

Allerdings erscheint nur Text als Inhalt einer Notiz. Wenn Sie im Konqueror eine Datei in die Zwischenablage kopieren, trägt KNotes nur die URL (also die absolute Adresse) dieser Datei ein. Haben Sie beispielsweise /home/benutzername/dokument.txt kopiert, erscheint der Text file:///home/benutzername/dokument.txt in einer Notiz, die Sie aus dem Inhalt der Zwischenablage erzeugen.

Tipp: Notizen vor unbeabsichtigten Änderungen schützen

Möchten Sie verhindern, dass Sie versehentlich den Inhalt einer Notiz ändern, hilft die Sperrfunktion weiter: Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste und wählen Sie dort den Eintrag Sperren aus. Ein netter Nebeneffekt ist, dass Sie gesperrte Notizen auch nicht versehentlich löschen können. Mit einem erneuten Klick auf den Menüpunkt heben Sie die Sperre wieder auf.

Tipp: In allen Notizen suchen

Das Schlimmste an Papierschnipseln mit wichtigen Notizen ist das spätere Wiederfinden -- eigentlich das Nicht-Wiederfinden -- bestimmter Informationen. Bei den elektronischen Haftzetteln von KDE gehört dieses Problem jedoch der Vergangenheit an: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das KNotes-Symbol in der Kontrollleiste und wählen Sie Suchen. Im folgenden Dialog tragen Sie in das Feld Zu suchender Text ein, was Sie finden wollen (Abbildung 11). Sobald Sie auf Suchen klicken, durchforstet KNotes alle Notizen. Beim ersten Vorkommen des eingegebenen Texts stoppt die Suche mit der Frage, ob Sie weitersuchen oder den Dialog schließen möchten.

Abb. 11: Mit Hilfe der Suchfunktion finden Sie im Handumdrehen wichtige Notizen.

Tipp: Notizen mit Erinnerungsfunktion

Eigentlich sollen Notizen an etwas erinnern. Doch selbst, wenn Sie diese über allen anderen Programmen einblenden, kann es passieren, dass Sie einen wichtigen Termin verpassen, etwa weil Sie bei der Zettelwirtschaft auf dem Desktop den Überblick verloren haben. Da wäre es schön, wenn sich die Notizen wie die "Erinner mich"s in Harry-Potter-Romanen selbst wieder ins Gedächtnis riefen. KNotes lässt Sie auch dabei nicht im Regen stehen und bringt die passende Funktion mit: Öffnen Sie das Kontextmenü einer Notiz und wählen Sie Erinnerung einstellen. Im folgenden Dialog aktivieren Sie die Option Erinnerung um und tragen dahinter Datum und Uhrzeit ein. Zum so festgelegten Zeitpunkt ruft Ihnen KNotes den Haftzettel wieder ins Gedächtnis (Abbildung 12).

Abb. 12: Wenn Sie die Erinnerungsfunktion einer Notiz aktiviert haben, macht sich KNotes zum festgelegten Zeitpunkt mit einer Dialogbox bemerkbar.

Tipp: Notizen endgültig löschen

Wenn Sie in der Titelleiste einer Notiz auf die Schaltfläche mit dem X klicken, löschen Sie die Notiz nicht, sondern blenden diese nur aus. Um sie wieder auf den Desktop zu zaubern, klicken Sie mit der linken Maustaste auf das KNotes-Symbol im Systembereich der Kontrollleiste und wählen im Ausklappmenü die versteckte Notiz aus.

Wollen Sie eine Notiz endgültig löschen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ihre Titelleiste und wählen im Kontextmenü den Befehl Löschen. KNotes zeigt eine Sicherheitsabfrage an, die Sie mit einem Klick auf Löschen bestätigen. Ist der Menüpunkt zum Entsorgen eines Post-its nicht aktiv, haben Sie zuvor vermutlich die Notiz gesperrt.

Alle Notizen auf einen Schlag zu löschen, gelingt mit einem kleinen Trick: Dafür entfernen Sie einfach die Datei, in der KNotes die Notizen speichert. Das Programm legt sie in der Datei notes.ics im versteckten Unterordner .kde/share/apps/knotes/ Ihres Home-Verzeichnisses ab (Abbildung 13). Um mit dem Konqueror in diesen Ordner zu wechseln, wählen Sie Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen, damit der Datei-Manager das .kde-Verzeichnis einblendet.

Abb. 13: Alle auf einen Streich: Sie entsorgen alle Notizen, indem Sie die Datei "notes.ics" im Ordner ".kde/share/apps/knotes/" löschen.

Tipp: Notizen senden und empfangen

Eventuell haben Sie sich beim Blick ins Kontextmenü einer Notiz darüber gewundert, dass dort der Eintrag Versenden gleich zweimal auftaucht. Der Unterschied ist schnell erklärt: Sie können Notizen entweder per Mail verschicken oder direkt an den Desktop eines anderen KDE-Benutzers senden.

Der erste Versenden-Eintrag mit dem Globus-Icon schickt eine Notiz nach Eingabe eines Rechnernamens oder einer IP-Adresse auf den Desktop eines anderen Benutzers. Damit das funktioniert, muss der Empfänger den Notizempfang aktiviert haben. Das erledigt man im Konfigurationsdialog, der sich nach einem Klick auf KNotes einrichten im Kontextmenü des Kontrollleisten-Icons öffnet. Dort aktiviert man unter Netzwerk / Eingehende Notizen die Option Einkommende Notizen akzeptieren mit einem Häkchen. Um nicht nur Notizen zu empfangen, sondern auch zu versenden, tragen Sie unter Ausgehende Notizen Ihre Absender-Identifikation ein (Abbildung 14); diese erscheint beim Empfänger in der Titelleiste der Notiz.

Wenn Sie eine Firewall nutzen (beispielsweise eine, die in einen DSL- oder ISDN-Router eingebaut ist), stellen Sie sicher, dass der im Einrichtungsdialog genannte Port (24837) freigegeben ist. Ob der Notizversand generell funktioniert, testen Sie, indem Sie eine Notiz an die Loopback-Adresse localhost (also an Ihren eigenen Rechner) schicken. Diese sollte nach dem Absenden direkt auf dem Desktop zu sehen sein.

Der Versenden-Befehl mit dem Brief-Symbol öffnet ein Nachrichtenfenster in KMail mit dem Text der Notiz und der Überschrift im Betreff. Hier müssen Sie nur noch den Empfänger eintragen und auf Jetzt senden klicken. (amü)

Abb. 14: Mit den richtigen Einstellungen im "Netzwerk"-Menü versenden Sie Notizen direkt an andere KDE-Nutzer.

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