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Erschienen in EasyLinux 01/2006

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

von Claudia Dotterweich


Gimp ist das populärste Grafikprogramm in der Linux-Welt. In unseren Gimp-Tipps stellen wir interessante Funktionen vor und zeigen, wie Sie das Programm ausreizen können.

Tipp: Schnelles Navigieren in Ebenen

Für ein effektives Arbeiten mit Gimp kommen Sie an Ebenen nicht vorbei. Erst durch die gleichzeitige Verwendung mehrerer Ebenen ist es möglich, verschiedene Bildinhalte unabhängig voneinander zu bearbeiten.

Die Tabelle Tastenkürzel für Ebenen zeigt wichtige Tastenkürzel und Handgriffe für ein komfortableres Arbeiten mit Ebenen.

In den Einstellungen (Datei / Einstellungen / Oberfläche / Tastenkürzel konfigurieren) legen Sie Tastenkürzel ganz nach Ihren Wünschen fest. Besonders bei häufigem Arbeiten mit Ebenen lohnt sich die Anwendung der wichtigsten Tastenkürzel.

Tastenkürzel für Ebenen
AktionShortcut
Neue Ebene mit den selben Eigenschaften erstellen[Umschalt]+Neue Ebene-Schaltfläche
Sichtbare Ebenen vereinen[Strg-M]
Ebenen duplizieren[Strg-C]
Ebenen löschen[Strg-X]
Alle Bildebenen bis auf der aktiven Ebene ausblenden[Umschalt]+Auge-Symbol

Tipp: Fließbandarbeit

Wollen Sie mehrere Fotos für das Internet vorbereiten, führen Sie hierfür oft die gleichen Bearbeitungsschritte durch. Zum Beispiel werden alle Bilder gleich eingefärbt oder scharfgezeichnet.

Gimp bietet eine einfache, aber nützliche Funktion, mit der Sie den zuletzt verwendeten Filterbefehl wiederholen. Rufen Sie den Befehl über das Bildmenü Filter / Filter wiederholen oder mit der Tastenkombination [Strg-F] auf. Daurch wird die zuletzt durchgeführte Filteraktion mit denselben Einstellungen wie zuvor wiederholt, es erscheint daher kein Optionsfenster.

Tipp: Kontrastreicher Blickfang

Mit wenigen Klicks wird aus einem Graustufenbild ein wahrer Blickfang: Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem Werkzeug Helligkeit-Kontrast die Wirkung von Schwarz-Weiß-Grafiken erzielen (Abbildung 1).

  1. Öffnen Sie ein Graustufenbild oder wandeln Sie ein Farbfoto in Graustufen um (Bild / Modus / Graustufen).
  1. Rufen Sie den Werkzeugdialog mit einem Klick auf das Symbol Helligkeit und Kontrast anpassen im Werkzeugfenster oder über das Bildmenü Werkzeuge / Farben / Helligkeit - Kontrast auf.
  1. Erhöhen Sie den Kontrast mit Hilfe des Schiebereglers auf einen Wert von 95.

Mit diesem hohen Wert erzeugen Sie ein sehr helles Bild mit geringem Schwarzanteil. Die Helligkeit kann im Normalfall auf dem Ausgangswert stehen bleiben. Bei Bedarf sollte sie nicht mehr als bis zu -15 reduziert werden, da das Bild sonst zu düster wirkt.

Abb. 1: Reduzieren Sie mit dem Werkzeug "Helligkeit-Kontrast" die Helligkeit zu stark, wirkt das Bild düster und flau.

Tipp: Verschiedene Bildmodi

Gimp kennt drei Bildmodi: RGB, Graustufen und Indiziert. Den entsprechenden Modus rufen Sie über das Bildmenü Bild / Modus auf.

Die meisten Bilder liegen im RGB-Farbmodus vor. Für Schwarz-Weiß-Fotos kommt der Graustufenmodus in Frage. Den indizierten Farbmodus setzen Sie bei Bildern ein, die Sie später als GIF-Grafiken für eine Web-Seite verwenden.

Wird ein RGB-Bild in Graustufen oder in das indizierte Format umgewandelt und gespeichert, gehen die RGB-Farbinformationen verloren. Zur Sicherheit empfehlen wir Ihnen daher immer das Arbeiten mit einem Bildduplikat ([Strg-D]).

An Bildern im RGB-Modus können Sie alle Filter ohne Einschränkung anwenden. Handelt es sich jedoch um ein Graustufen- oder indiziertes Bild, konvertieren Sie dieses erst ins RGB-Format. Indizierte Bilder bearbeiten Sie am besten im RGB-Modus und wandeln sie erst vor dem Sichern in das indizierte Bildformat um. So schöpfen Sie alle Möglichkeiten der Bildbearbeitung mit Gimp aus. Wurde ein Graustufenbild ins RGB-Format konvertiert, lässt es sich problemlos einfärben.

Tipp: Filter: Supernova

Eine Supernova ist das plötzliche Aufleuchten eines (explodierenden) Sterns. Mit dem Supernova-Filter erzeugen Sie eine Lichtexplosion mit vielen einstellbaren Parametern.

  1. Rufen Sie den Einstellungsdialog über Filter / Licht-Effekte / Supernova auf.
  1. Legen Sie die Mitte der Nova fest, indem Sie den X- und Y-Wert angeben. Am besten aktivieren Sie Cursor anzeigen: Dann können Sie mit Hilfe des Fadenkreuzes leichter navigieren.
  1. Definieren Sie eine passende Farbe für das Novaleuchten und legen Sie anschließend die Werte für Radius, Strahlen und Zufallsfarbton fest. Ein Klick auf OK schließt das Dialogfenster und aktiviert die Filtereinstellungen (Abbildung 2).

Abb. 2: Echte Glanzlichter setzen Sie mit dem Filter "Supernova".

Tipp: Bildhintergrund ändern

Vor allem bei Personenfotos kommt es darauf an, dass das Motiv gut zur Geltung kommt bzw. mit dem Hintergrund harmoniert. Das gelingt gerade bei Schnappschüssen nicht immer. In diesem Fall ist es oft notwendig, den Hintergrund zu ersetzen.

Sie können entweder Motive aus anderen Bildern integrieren oder verschiedene Strukturen aus dem Musterdialog ([Umschalt-Strg-P]) einfügen und mit Farbverläufen kombinieren. Ihrer Kreativität sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Um den Bildhintergrund zu ändern, gehen Sie so vor:

  1. Selektieren Sie das Motiv mit Hilfe eines Auswahlwerkzeugs oder mit dem Pfadwerkzeug.
  1. Klicken Sie auf Auswahl / Invertieren, um den Bildhintergrund in die aktive Auswahl zu setzen, und entfernen Sie die Selektion mit [Strg-X].
  1. In unserem Bildbeispiel kommen ein Muster und anschließend der Farbverlauf als neuer Hintergrund zum Einsatz. Legen Sie eine neue transparente Ebene an. Wählen Sie ein Muster aus und ziehen Sie es per Drag & Drop auf die Ebene.
  1. Aktivieren Sie nun das Verlaufswerkzeug ([L]) im Werkzeugkasten und öffnen Sie den Werkzeugdialog mit einem Doppelklick auf das Werkzeug-Symbol.
  1. Legen Sie als Erstes Deckkraft und Form fest und wählen Sie den Farbverlauf VG nach Transparent aus.

Da sich das Motiv in einer separaten Ebene befindet, können Sie die Ebene mit dem neuen Bildhintergrund beliebig austauschen. Damit Sie das Bild inklusive aller Ebenen zu einem späteren Zeitpunkt weiterbearbeiten können, sichern Sie es im Gimp-eigenen XCF-Format.

Abb. 3: Ersetzen Sie störende Bildhintergründe einfach durch einen neuen -- so kommt das Motiv besser zur Geltung.

Tipp: Welche Plug-ins in welchem Bildmodus?

Sie haben bereits unseren Tipp zu den verschiedenen Bildmodi gelesen. Hier erfahren Sie nun, wie Sie herausfinden, in welchem Modus die zahlreichen Plug-ins funktionieren.

Über Xtns / Plugin Browser öffnen Sie das Dialogfenster. In der Listansicht finden Sie neben den Informationen zu Name, Installationstag und Menupfad auch eine Spalte mit den Bildtypen. (Die Tabelle Beschreibung zu den Bildtypen listet die Bildtypen auf.)

Detaillierte Informationen zum ausgewählten Plugin finden Sie im rechten Fensterbereich.

Beschreibung zu den Bildtypen
RGBArbeitet mit der RGB-Farbpalette
RGBAArbeitet mit der RGB-Farbpalette und einem Alphakanal
RGB*Arbeitet mit RGB und RGBA
INDEXEDArbeitet mit Bildern im indizierten Modus
GRAYArbeitet mit Bildern im Graustufenmodus

Tipp: Texte mit Musterschatten versehen

Es ist möglich, Text über einen Schatten hervorzuheben. Dies lässt sich einfach über Skript-Fu bewerkstelligen. Dieser Tipp legt noch eins drauf und zeigt Ihnen, wie Sie einen Musterschatten erzeugen. Damit der Effekt besonders gut zur Geltung kommt, sollten Sie eine breite Schrift wie zum Beispiel Arial Black verwenden.

  1. Schreiben Sie Ihren Text und aktivieren Sie mit einem Rechtsklick das Kontextmenü. Wählen Sie dort Auswahl aus Alphakanal.
  1. Über den Menüpunkt Skript-Fu / Schatten / Schlagschatten öffnen Sie den Dialog für Skript-Fu: Schlagschatten. Die Standardeinstellungen können Sie in der Regel beibehalten. Ein Einstellen der Farbe ist nicht nötig, da diese später durch ein Muster ersetzt wird. Wenn Sie Anpassungen durchführen möchten, ändern Sie die ersten drei Werte und die Deckkraft.
  1. Sobald Sie den Vorgang ausführen, sehen Sie im Ebenenstapel die neue Ebene Drop-Shadow. Öffnen Sie wieder per Rechtsklick das Kontextmenü und wählen Sie dort nochmals Auswahl aus Alphakanal.
  1. Aus dem Musterdialog (Datei / Dialoge / Muster) wählen Sie eine passende Textur aus und ziehen diese per Drag & Drop auf die Auswahl. (hge)

Abb. 4: Ein einfacher Schatteneffekt lässt sich mit einem Muster aufpeppen.

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