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Erschienen in EasyLinux 02/2006

Software-News

Krusader: Der Datei-Manager der besonderen Art

Zwar existieren reichlich Datei-Manager für Linux -- allen voran Konqueror --, kaum einer kann es aber mit der Flexibilität von Krusader aufnehmen.

Auf den ersten Blick erinnert das Programm (Abbildung 1) an den altbekannten Midnight Commander, der zweite Blick offenbart jedoch, dass seine Fähigkeiten weit darüber hinaus gehen. Ein praktisches Hilfsmittel ist die am unteren Bildrand eingeblendete Konsole, deren Pfad sich dem des Datei-Browsers anpasst. Unkompliziertes Öffnen von Dateien mit Root-Rechten ermöglicht Krusader über das Kontextmenü. Ein echtes Highlight ist der KIO-Slave ISO, welcher Image-Dateien ähnlich wie zip- oder tar.gz-Archive im Datei-Browser anzeigt, ohne dass diese gemountet werden müssen. Nach der Installation von Krusader steht dieses Feature auch anderen KDE-Anwendungen wie Konqueror zur Verfügung. Die Eingabe von iso:/dateiname.iso in der Adressleiste öffnet den Inhalt des gewählte Images im Datei-Manager.

Werkzeuge zur grafischen Ansicht des benötigten Speicherplatzes von Dateien und Verzeichnissen erleichtern die Arbeit ebenso wie die Erweiterung MountMan, mit dessen Hilfe Sie Dateisysteme kinderleicht ein- und aushängen.

Für die fortgeschrittenen Anwender stehen Tools zum synchronisieren von Verzeichnissen ebenso bereit wie Erweiterungen zum einfachen Erstellen und Abgleichen von Dateiprüfsummen. Die Konfigurationsmenü bietet Ihnen darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten, Krusader an Ihre Wünsche anzupassen.

Abb. 1: Wem Midnight Commander zu umständlich und Konqueror zu spartanisch ist, dem steht mit dem Datei-Manager Krusader ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung.

Viren Scannen leicht gemacht mit KlamAV

Der bislang einzige unter der GPL stehende Viren-Scanner ClamAV glänzt nicht unbedingt durch gute Bedienbarkeit, da er kein grafisches Frontend bereitstellt. Diesem Umstand haben die Entwickler von KlamAV (Abbildung 2) Rechnung getragen und eine übersichtliche Oberfläche für den Viren-Scanner entworfen. Diese bietet von anderen Viren-Scannern bekannte Elemente wie Update des Programmes und der Virensignaturen, Virus-Browser und Suchfunktion. Darüber hinaus lässt sich auch das Echtzeit-Scannen bei allen Dateitransfers in den gewählten Verzeichnissen einrichten.

Alle als gefährlich eingestuften Dateien verschiebt KlamAV zunächst in das frei definierbare Quarantäne-Verzeichnis, das ebenfalls über die grafische Oberfläche erreichbar ist, von wo aus Sie entscheiden, wie damit zu verfahren ist. Auch die automatische Update-Funktion lässt keine Wünsche offen. Der E-Mail-Schutz konfiguriert Kmail automatisch so, dass beim Anwender entsprechende Warnhinweise eingehen, wenn ein Virus gefunden wurde.

Viren-Scanner dienen unter Linux in erster Linie dazu, Windows-Anwender vor infizierten Inhalten aus Netzwerk-Shares oder weitergeleiteten E-Mails zu schützen, da für Linux diesbezüglich bislang praktisch keine Bedrohung besteht.

Abb. 2: Die intuitiv zu bedienende Oberfläche von KlamAV erleichtert das Verwenden des Kommandozeilen-Virenscanners ClamAV.

XnView: Das Schweizer Taschenmesser für Bilder

Wenn es darum geht, Bilder zu verwalten und zu zu verändern, gibt es bereits eine Reihe von Lösungen, die jedoch alle mehr oder weniger spezialisiert sind. XnView (Abbildung 3) bietet von allem etwas und vereint damit die wichtigsten Bildbearbeitungs- und Anzeigefunktionen, ohne Anwender mit zu vielen Features zu überfordern. Das Programm besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptkomponenten: dem Image-Browser und dem Image-Viewer.

Der Browser zeigt alle in einem Verzeichnis enthaltenen Bilddateien als Thumbnails an, ein Klick auf das gewünschte Bild im Kleinformat öffnet im Image-Viewer die Grafik in voller Größe. Das Programm unterstützt über 400 Bildformate und ist damit für praktisch jeden erdenklichen Fall gerüstet. Diverse Filter und Korrekturwerkzeuge ermöglichen es Ihnen, auf einfachem Weg Ihre Lieblingsbilder aufzupeppen. Auch zur Präsentation Ihrer Galerie bietet XnView mit einem Slideshow-Add-on das passende Tool.

Möchten Sie Ihre Bilder ins Netz stellen, hilft Ihnen das Programm mit einem Thumbnail-Generator, der selbständig alle angewählten Bilder in eine Galerie-Web-Seite einbindet, die Sie dann nur noch hochladen müssen. Auch an das Bearbeiten von Metadaten wie IPTC und EXIF haben die Entwickler gedacht: Über das Kontextmenü erreichen Sie die dafür notwendigen Editoren.

Abb. 3: Hans Dampf in allen Gassen: XnView überzeugt durch viele sinnvolle Funktionen und Fähigkeiten, ohne überfrachtet zu wirken.

Opera 8.51: Fehlerbereinigter Web-Browser

Nur wenige Wochen nach Erscheinen der ersten werbefreien Version 8.50 von Opera hat das Unternehmen das Release 8.51 (Abbildung 4) nachgeschoben. Zwar beschränken sich die Änderungen in erster Linie auf kleinere Bugfixes und Sicherheits-Updates, weitere Features sind allerdings auch nicht mehr erforderlich, da der Browser weitgehend komplett ist.

Opera beeindruckt nach wie vor mit einem sehr schnellen Seitenaufbau und der flexiblen Gestaltung der Benutzeroberfläche. Beinahe alle wichtigen Elemente sind vom Anwender frei definier- und positionierbar. Neben der Browser-Funktion verfügt das Programm über diverse Zusatz-Tools: So verwaltet der integrierte Mail-Client nicht nur E-Mails sondern auch News-Feeds. Für IRC-User stellt die Suite einen kleinen Chat-Client bereit, ein Adressbuch und Notizblock runden die Auswahl an Features ab.

Abb. 4: Dem Multitalent Opera ist an Features beinahe nichts mehr hinzuzufügen, weswegen sich die Entwickler derzeit auf Bugfixes und Sicherheits-Updates beschränken.

Firefox 1.5: Schneller, sicherer, benutzerfreundlicher

Fast genau ein Jahr nach Erscheinen der Version 1.0 hat Mozilla das Release 1.5 des beliebten Web-Browsers Firefox (Abbildung 5) freigegeben. Den Entwicklern ist damit ein großer Wurf gelungen, auch wenn man das der Software nicht auf Anhieb ansieht, da die Modifikationen zum großen Teil unter der Haube stattgefunden haben. Im neuen Konfigurationsfenster für die Einstellungen, dessen Menü jetzt horizontal angeordnet ist, sind alle Einstellungen über maximal drei Mausklicks erreichbar. Die neue Funktion Private Daten löschen... entfernt alle personenbezogenen Daten mit einem Mausklick.

Auch die Cache-Verwaltung wurde einer gründlichen Revision unterzogen. Bislang musste die Render-Engine alle Seiten aus dem Cache beim Wiederaufruf neu erstellen, was die Anzeige erheblich verzögerte. Die aktuelle Version hält die Web-Seiten fertig im Cache, was den Aufruf bereits besuchter Seiten erheblich beschleunigt. Um den Browser zu aktualisieren, ist es zukünftig nicht mehr notwendig, das komplette Programm herunterzuladen, die Update-Funktion lädt nur noch die tatsächlich benötigten Bestandteile.

Die Version 2.0 des Browsers ist für Mitte nächsten Jahres geplant.

Abb. 5: Fast auf den Tag genau ein Jahr nach Erscheinen der Version 1.0 veröffentlicht Mozilla das Release 1.5 von Firefox.

(Thomas Leichtenstern/tle)

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