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Marcel Hilzinger
Ein Heft über 3D zu lesen, macht natürlich nur Spaß, wenn auch die Treiber dafür funktionieren. EasyLinux bringt auf dieser Heft-CD exklusiv Treiber für Nvidia- und ATI-Karten mit. Wie Sie die 3D-Beschleunigung für andere Karten einrichten, lesen Sie im Kasten "Jenseits von ATI und Nvidia". Da die Einrichtung der proprietären Treiber immer wieder für Schwierigkeiten sorgt, finden Sie in diesem Artikel ausnahmsweise wieder einmal eine Installationsanleitung vor. Auch wenn dieser Artikel bestimmt nicht zu den einfachsten im Heft gehört, lohnt sich der Aufwand. Mit 3D läuft Linux rund!
Der Nvidia- und der ATI-Treiber bringen zwar für einige Standard-Kernel passende Module mit, in der Regel lohnt es sich jedoch, die Kernel-Module vom Installationsprogramm neu erstellen zu lassen. Dazu benötigt es die Pakete kernel-source und gcc. Starten Sie deshalb vor der Installation des 3D-Treibers den Paket-Manager und überprüfen Sie, ob diese Pakete installiert sind.
Unter Suse Linux starten Sie dazu YaST über System / YaST (bei Version 10.0 heißt der Eintrag Kontrollzentrum (YaST) und wählen dann das Modul Software / Software installieren oder löschen. Zum Start von YaST müssen Sie das Root-Passwort eingeben. Tippen Sie nun in der Suchmaske kernel-source ein und klicken Sie auf Suche. YaST zeigt einen Treffer an. Ist das Viereck vor dem Paketnamen mit einem blauen Häkchen markiert, haben Sie das Paket bereits installiert. Markieren Sie sonst das Paket mit einem Klick auf das leere Kästchen. YaST setzt dann ein schwarzes Häkchen. Suchen Sie anschließend nach dem Paket gcc und wählen Sie gcc-4.0.1 (Suse Linux 10.0) beziehungsweise gcc-3.3.5 (Suse Linux 9.3) für die Installation aus. Mit einem Klick auf Übernehmen starten Sie die Installation. Vermutlich weist Sie YaST darauf hin, dass das Paket gcc noch einige zusätzliche Pakete benötigt. Das ist normal. Klicken Sie hier auf OK.
Auch unter Mandriva Linux gehören die Pakete kernel-source und gcc nicht zur Standard-Installation. Starten Sie hier den Paket-Manager RPMdrake über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren. Nach der Eingabe des Root-Passwortes erscheint zuerst ein Hinweis, dass Sie jetzt den Paket-Manager starten. Klicken Sie hier auf Ja. Wählen Sie dann unter Finden: den Eintrag in Dateinamen aus und tippen Sie kernel-source in die Suchmaske ein. Nach einem Klick auf Suchen zeigt der Paket-Manager das Paket unter Suchergebnis an. Markieren Sie es mit einem Mausklick und wiederholen Sie die Suche für das Paket gcc-4.0.1. Findet RPMdrake keine Treffer, sind die Pakete bereits installiert. Klicken Sie anschließend auf Installieren, um die Installation zu starten.
| Jenseits von ATI und Nvidia |
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Natürlich existieren neben ATI und Nvidia noch weitere Grafikkarten-Hersteller, zum Beispiel Matrox, SIS oder Intel. Bei den meisten dieser Karten unterstützt Linux bereits von Haus aus den 3D-Modus. Auch die meisten ATI-Karten bis zur Radeon 9000 funktionieren ohne externe Treiber. Hier genügen in der Regel die Einträge load "glx" und load "dri" in der Datei /etc/X11/xorg.conf. Um sie anzulegen, starten Sie den Editor Kate als root über [Alt-F2] und den Befehl kdesu kate, öffnen die Konfigurationsdatei und fügen im Abschnitt Section "Module" die zwei Zeilen ein. Ob die 3D-Beschleunigung Ihrer Karte aktiv ist, verrät Ihnen der Befehl glxinfo | grep render (den senkrechten Strich erzeugen Sie auf einer deutschen Tastatur über [AltGr] und die Kleinergrößer-Taste links vom "Y"). Sehen Sie als Ausgabe direct rendering: Yes, arbeitet Ihre Grafikkarte Hardware-beschleunigt. |
Auf der Heft-CD finden Sie die offiziellen 3D-Treiber von Nvidia in der Version 7676. Zur Zeit der Drucklegung des Hefts lag zwar bereits Version 8174 vor, auf die Heft-CD schafften es die neuen Treiber aber nicht mehr. Besitzen Sie eine GeForce 6100, GeForce 6150 oder GeForce 7800 GTX, sollten Sie sich die neuesten Treiber von [1] herunterladen: Sie benötigen für diese Karten die aktuelle Version, um in den Genuss der 3D-Beschleunigung zu gelangen. Für ältere Karten (drei oder mehr Jahre alt) müssen Sie eventuell ebenfalls den Treiber von der Nvidia-Homepage herunterladen. Eine Liste der Karten, die der Treiber auf der Heft-CD unterstützt, finden Sie unter [2]. Besitzen Sie einen 64-Bit-Rechner, müssen Sie in den Adressen jeweils x86 durch x86_64 ersetzen.
Die Installation des 3D-Treibers empfiehlt sich auch dann, wenn Sie nicht an 3D-Spielen interessiert sind. Die Hardware-Beschleunigung entlastet die CPU, wodurch zum Beispiel bei Laptops die Batterie wesentlich länger hält. Bei grafikintensiven Aufgaben, wie DVDs oder DivX-Filme anschauen, lohnt sich die Installation des Treibers ebenfalls, da er die Wiedergabe deutlich flüssiger macht.
Bei einigen Laptops funktionieren die Stromsparmaßnahmen, wie Suspend-to-Disk und Suspend-to-RAM nur mit dem Nvidia-Treiber. Andere Benutzer berichten, dass die Installation des Treibers diese verhindern. Hier müssen Sie selbst herausfinden, wie Ihr System optimal arbeitet. Für die Installation kopieren Sie die Treiber zunächst von der CD auf die Festplatte.
Das System packt nun den Treiber aus und startet die Installation. Im ersten Dialog müssen Sie die Lizenzbedingungen des Treibers akzeptieren (Abbildung 1).
Drücken Sie dazu [Tab] und [Eingabe]. Findet der Installer kein passendes Modul, fragt er, ob Sie eines aus dem Internet herunterladen möchten. Beantworten Sie diese Frage mit No (Abbildung 2).
Im nächsten Schritt weist das Programm Sie darauf hin, dass es ein neues Kernel-Modul kompilieren muss. Drücken Sie hier einfach die Eingabetaste. Anschließend installiert das Programm das Kernel-Modul nvidia und aktualisiert die Datenbank der Systembibliotheken (Abbildung 3). Bestätigen Sie den Vorgang mit [Eingabe]. Die Installation dauert rund zwei Minuten. Danach sehen Sie den Linux-Prompt wieder.
Damit das System vom neuen Treiber Gebrauch macht, geben Sie unter Suse Linux einfach den Befehl
switch2nvidia
ein und starten dann die grafische Oberfläche mit dem Befehl init 5 neu. Unter Mandriva Linux führen folgende Schritte zum Erfolg:
Driver "nvidia"
Um zu überprüfen, ob die 3D-Beschleunigung funktioniert, installieren Sie zum Beispiel das Programm tuxracer. Das Spiel sollte sich flüssig steuern lassen. Vergessen Sie nicht, nach einem Kernel-Update den Treiber neu zu installieren.
Möchten Sie den Nvidia-Treiber wieder löschen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Die Inbetriebnahme des 3D-Treibers für ATI-Karten gestaltet sich insofern einfacher, dass sich die Installation unter der grafischen Oberfläche durchführen lässt. Für die Konfiguration der grafischen Oberfläche liefert allerdings ATI nur ein Kommandozeilenwerkzeug. Abgesehen davon kam es bei den ATI-Treibern in der Vergangenheit öfter zu Problemen. Sie sollten deshalb nach Möglichkeit die verfügbaren freien Treiber benutzen. In der Regel funktionieren ATI-Karten bis zur Radeon 9200 auch mit den freien 3D-Treibern ausgezeichnet.
Die Version 8.0.20, die Sie auf der EasyLinux-Heft-CD finden, arbeitet zum ersten Mal auch mit Mandriva Linux zusammen. Die Installation auf unseren Testrechner verlief problemlos. Allerdings benötigen Sie auch hier die Pakete kernel-source und gcc. Wie Sie diese Pakete installieren, lesen Sie im Abschnitt "Vorbereitungen" auf Seite ##.
Das Installationsprogramm bildet nun mit den Kernel-Quellen ein neues Modul und installiert dieses (Abbildung 5). Anschließend zeigt Ihnen das Programm im letzten Dialog an, dass die Installation erfolgreich verlief. Klicken Sie auf Exit, um den Installer zu beenden, oder wählen Sie View HTML Release Notes, um detaillierte Informationen zum Treiber zu erhalten.
| ATI mit SaX2 |
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Unter Suse Linux können Sie die grafische Oberfläche anstelle von fglrxconfig mit SaX2 einrichten. Folgen Sie dazu den Punkten 1 und 2 des Abschnitts "ATI-Treiber einrichten". Bei Punkt 3 geben Sie dann folgenden Befehl ein: sax2 -r -m 0=fglrx -b /usr/share\ /doc/packages/fglrx/sax2-profile Nach dem Start von SaX2 richten Sie wie gewohnt den Monitor ein und starten dann das System neu. |
Die Installation des ATI-Treibers ist sehr komfortabel und einfach. Schwieriger ist es, der grafischen Oberfläche mitzuteilen, dass diese die ATI-Treiber benutzen soll. ATI bringt dazu nur das textbasierte Werkzeug fglrxconfig mit. Das Programm sieht allerdings komplizierter aus, als es in Wirklichkeit ist; folgen Sie deshalb einfach unserer Anleitung. Benutzer von Suse Linux haben alternativ die Möglichkeit, den ATI-Treiber über SaX2 einzurichten. Details dazu lesen Sie im Kasten "ATI mit SaX2".
Die folgenden 18 Fragen beantworten Sie alle mit der Eingabetaste, um die Grundwerte zu übernehmen. Möchten Sie spezielle Einstellungen vornehmen, um beispielsweise zwei Monitore gleichzeitig zu betreiben, oder den TV-Ausgang der Karte freizuschalten, müssen Sie die einzelnen Punkte aufmerksam durchgehen. Es empfiehlt sich jedoch, dies hier auszulassen und den Dual-Head-Support oder den TV-Ausgang nachträglich einzurichten (siehe den nächsten Abschnitt). Als letzten Punkt fragt Sie fglrxconfig, ob es die Werte in die Datei /etc/X11/xorg.conf eintragen soll. Tippen Sie hier [y] ein und bestätigen Sie mit [Eingabe], um das Setup abzuschließen.
Starten Sie den Rechner anschließend über den Befehl reboot neu.
Öffnen Sie über [Alt-F2] und die Eingabe konsole das KDE-Terminal und geben Sie den Befehl fglrxinfo ein. Als Ausgabe müssen unter OpenGL vendor string der Eintrag ATI Technologies Inc. und eine Zeile weiter unten der Typ der Grafikkarte stehen. Falls der Befehl irgendwo Mesa erwähnt, ist etwas schief gelaufen. Zusätzlich sollten Sie im K-Menü einen Eintrag ATI Control finden. Hier richten Sie über eine grafische Oberfläche zum Beispiel den TV-Ausgang oder das Setup von zwei Monitoren ein (Abbildung 8). Finden Sie keinen solchen Eintrag, starten Sie das Tool über [Alt-F2] und den Befehl kdesu fireglcontrolpanel.
Beachten Sie, dass der Treiber nach einem Update des Kernels nicht mehr funktionieren wird. Sie müssen dann zunächst als root über den Befehl fglrx-kernel-build.sh ein neues Kernel-Modul erstellen. Alternativ wiederholen Sie die Einrichtung mit dem grafischen Installer -- vorausgesetzt, die grafische Oberfläche funktioniert noch. Das System mit fglrxconfig neu zu konfigurieren, ist nicht notwendig. (mhi)
| Info |
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[1] Aktueller Nvidia-Treiber: http://download.nvidia.com/XFree86/Linux-x86_64/1.0-8174/NVIDIA-Linux-x86_64-1.0-8174-pkg1.run
[2] Unterstützte Karten: http://www.nvidia.com/object/IO_18897.html Software zum Artikel auf CD: ATI-Treiber, Nvidia-Treiber |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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