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Marcel Hilzinger
Immer mehr Grafikkarten funktionieren heute auch unter Linux mit 3D-Unterstützung. Bei 3D denken Sie vermutlich in erster Linie an Spiele. Obwohl die Performance aktueller Grafikkarten in erster Linie für Spiele wichtig ist (Details dazu lesen Sie im Artikel "FIXME" ab Seite ##), bringt die 3D-Beschleunigung auch in anderen Bereichen Vorteile. So entlasten zum Beispiel einige 3D-Treiber den Prozessor beim Abspielen von DVD-Filmen, und Notebooks brauchen mit aktiver 3D-Unterstützung weniger Strom. Funktionen wie vollständige Transparenz oder Schatten sind sogar nur mit OpenGL-Unterstützung möglich. Der Rechner benutzt dabei anstelle der CPU den Grafikkarten-Prozessor (GPU) für die Berechnungen, weshalb man auch von Hardware-beschleunigten Programmen spricht.
Vorweg sei erwähnt, dass OpenGL-Anwendungen teilweise noch sehr experimentell sind. Sollten die vorgestellten Programme auf Ihrem PC nicht wie hier beschrieben funktionieren, müssen Sie das leider hinnehmen. Zum Absturz des Systems kam es auf unseren Testrechnern nicht, trotzdem sollten Sie nicht gerade während einer wichtigen Arbeit mit den hier vorgestellten Tools experimentieren.
Besitzen Sie eine Grafikkarte von ATI oder Nvidia, benötigen Sie eventuell spezielle Treiber, um die Hardware-Beschleunigung ihrer 3D-Karte zu aktivieren. Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie auf Seite 16.
Seit Version 3.4 unterstützt der KDE-Desktop transparente Fenster und Schatten (Abbildung 1). Um diese Funktion einzuschalten, starten Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von kcontrol das KDE-Kontrollzentrum. Hier wählen Sie das Modul Arbeitsfläche / Fenstereigenschaften und wechseln auf den Reiter Transparenz. In der Grundeinstellung sind hier sämtliche Optionen ausgeschaltet. Sie ändern dies mit einem Klick auf die Checkbox Transparenz/Schatten. Auf den Reitern Transparenz, Schatten und Effekte stellen Sie nun über Schieberegler die gewünschten Werte ein. Für einen ersten Test sollten Sie allerdings nichts an den Voreinstellungen ändern. Klicken Sie auf Anwenden und schließen Sie das KDE-Kontrollzentrum.
Nach dieser Einstellung müssen Sie noch einige Änderungen der zentralen Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf durchführen. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:
Section "Extensions" Option "Composite" "Enable" EndSection
Eigentlich könnten Sie die Datei jetzt speichern und nach einem Neustart die Transparenz-Funktion bestaunen. Besitzen Sie jedoch eine Nvidia-Grafikkarte, werden Sie vom Ergebnis eher enttäuscht als positiv überrascht sein, da mit dieser Einstellung nicht die Grafikkarte die transparenten Fenster zeichnet, sondern immer noch die CPU. Suchen Sie deshalb den Eintrag Section "Device" und fügen Sie vor dem Stichwort EndSection folgende zwei Zeilen ein:
Option "RenderAccel" "true" Option "AllowGLXWithComposite" "true"
Ein Beispiel für einen vollständigen Eintrag sehen Sie im Kasten "Nvidia-Parameter".
| Nvidia-Parameter |
Section "Device" BoardName "GeForce FX Go5200" BusID "1:0:0" Driver "nvidia" Identifier "Device[0]" VendorName "NVidia" Option "RenderAccel" "true" Option "AllowGLXWithComposite" "true" EndSection |
Eine weitaus weniger spektakuläre Erweiterung für den KDE-Desktop stellt das Panel-Applet Styleclock dar (Abbildung 2). Es ergänzt die Kontrollleiste um eine Uhr der besonderen Art. Sie finden das Programm auf der Heft-CD. Die Installation erfolgt bequem über YaST oder RPMdrake. Um das Applet dem KDE-Panel hinzuzufügen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der Kontrollleiste und wählen den Menüpunkt Zur Kontrollleiste hinzufügen / Miniprogramm / styleclock.
Sie sehen dann die neue Uhr mit dem EasyLinux-Logo auf dem Panel. Um ein anderes Theme einzustellen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Uhr und wählen unter Themes einen beliebigen Eintrag aus. Gefällt Ihnen die Styleclock besser als die Standard-Uhr von KDE, möchten Sie letztere vermutlich vom Panel entfernen, um nicht zwei Uhren gleichzeitig zu sehen. Klicken Sie dazu wieder mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der Kontrollleiste und wählen Sie den Eintrag Aus der Kontrollleiste entfernen / Miniprogramm / Uhr.

Einer der Vorteile des Linux-Desktops gegenüber Windows sind die virtuellen Arbeitsflächen. Ist ein Desktop zu voll, wechseln Sie einfach mit [Strg-F2] auf den nächsten virtuellen Desktop und öffnen dort ein neues Fenster. In der Grundeinstellung sehen Sie diese virtuellen Arbeitsflächen in der KDE-Kontrollleiste mit den Zahlen 1 und 2 gekennzeichnet. Hier wechseln Sie per Mausklick auf die gewünschte Ziffer den Desktop. Bei mehr als zwei Arbeitsflächen verliert man aber schnell den Überblick.
Dieses Problem löst die Anwendung 3d-Desktop, indem es vor dem Wechsel in einem überschaubaren Dialog sämtliche Arbeitsflächen wie auf einem Karussell durchrotiert (Abbildung 3). Sie installieren das Programm von der Heft-CD mit YaST oder RPMdrake. 3d-Desktop besteht aus zwei Programmen. Der Däemon 3ddeskd erstellt in regelmäßigen Abständen Momentaufnahmen von sämtlichen Desktops. Für das visuelle Spektakel sorgt 3ddesk (ohne "d"). Um den Dämon zu starten, öffnen Sie über [Alt-F2] und den Befehl konsole das KDE-Terminal und geben folgenden Befehl ein:
3ddeskd --acquire
Das Programm scannt nun sämtliche virtuellen Arbeitsflächen durch und erstellt Vorschaubilder. Möchten Sie den Desktop wechseln, drücken Sie [Alt-F2] und geben den Befehl 3ddesk ein. Sehen Sie nun einen Bildschirm ähnlich Abbildung 3, wählen Sie mit den Pfeiltasten nach links und rechts oder mit dem Mausrad die Arbeitsfläche. Mit [Eingabe] wechselt das Programm auf den ausgewählten Desktop.
Jedesmal einen Befehl einzutippen, um die Arbeitsfläche zu wechseln, ist nicht sehr komfortabel. Mit den Bordmitteln von KDE ordnen Sie dem Programm aber einfach einen sogenannten Hotkey (eine besondere Taste) zu:
Am besten probieren Sie die neue Funktion über die Taste [F11] gleich aus. 3d-Desktop kennt neben dem voreingestellten Karussell-Modus noch weitere Anzeigemethoden. So startet der Befehl 3ddesk --mode=cylinder das Programm zum Beispiel mit einer leicht veränderten Darstellung. Einige zentrale Parameter sehen Sie in der Tabelle "3d-Desktop". In der Grundeinstellung ist auch der Fun-Modus aktiv: Starten Sie 3ddesk und wählen keine neue Arbeitsfläche aus, beginnt das Programm nach einigen Sekunden selbständig, die Arbeitsflächen zu rotieren.
| 3d-Desktop | |
| Option | Bedeutung |
|---|---|
| --mode= | Ändert die Darstellungsweise von 3ddesk. Mögliche Modi sind carousel, cylinder, linear, viewmaster, priceisright, flip und random. |
| --nozoom | Stellt die Bildschirme in der originalen Größe dar. Diese Option trägt zwar nicht zur besseren Übersichtlichkeit bei, bewirkt aber hübsche Effekte. |
| --noautofun | Schaltet die Fun-Funktionen von 3d-Desktop ab. |
| --stop | Beendet das Programm 3ddeskd, das die einzelnen Bilder erfasst. |
Eine dritte Anwendung, die ebenfalls die OpenGL-Funktionen der Grafikkarte benutzt, ist die Fensterdekoration Crystal-GL. Sie beruht auf dem Crystal-Theme, das Sie unter [1] finden, falls Sie keine Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung besitzen, Ihnen aber die Fensterdeko sehr gut gefällt. Nach der Installation des RPM-Pakets über YaST oder RPMdrake starten Sie das KDE-Kontrollzentrum mit [Alt-F2] und dem Befehl kcontrol. Dann wählen Sie unter Erscheinungsbild / Fensterdekorationen aus der Liste den Eintrag Crystal-GL aus (Abbildung 4). Die Unterschiede zwischen dem OpenGL-Theme und dem normalen Crystal-Style sind sehr gering. So stellt Crystal-GL zum Beispiel den Wechsel von einem Fenster zu einem anderen in der Titelleiste als animierten Übergang dar, und die Hervorhebung der einzelnen Knöpfe ist auch schöner gestaltet. Vom Look & Feel sind aber beide Dekorationen gleich. (mhi)
| Infos |
|
[1] Crystal-Fensterdekoration: http://www.kde-look.org/content/show.php?content=13969
Software zum Artikel auf CD: stylecklock, 3ddesk, crystalgl |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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