![]() |
|
||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
von Martin Loschwitz
So viel steht fest: In den Genuss, in einem Ferrari Enzo durch die Berglandschaft Norwegens zu heizen, werden auf dieser Welt nur wenige Menschen kommen. Das liegt daran, dass das Auto zu Ehren des Ferrari-Gründers Enzo Ferrari als Jubiläumsauto gebaut wurde und es weltweit bloß 500 Exemplare davon gibt. Wer dennoch nicht darauf verzichten will, hat Glück: Das Rennspiel Racer bietet Linux-Benutzern eine Chance, sich den Rausch der Geschwindigkeit zumindest virtuell ins Wohnzimmer zu holen.
Die Installation von Racer gestaltet sich einfach: Die Entwickler haben das Spiel mit einem Setup-Programm ausgestattet, das die wichtigsten Arbeitsschritte erledigt. Um Racer zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:
./racer_0.5.2beta8.9-english.run
Zunächst ein Hinweis: Erschrecken Sie nicht, wenn Sie -- während Racer gestartet ist -- in anderen Programmen mit der Tastatur etwas eingeben und dabei andere Buchstaben oder Zeichen erscheinen, als Sie erwarten. Das liegt daran, dass Racer das Tastaturschema im X-Server auf "amerikanisch" umstellt. Wenn Sie andere Anwendungen nutzen wollen, sollten Sie Racer zuvor beenden -- das Spiel stellt dann das alte Tastaturschema wieder her.
Nach dem Start gelangen Sie ins Hauptmenü des Spiels. In der Standardkonfiguration schaltet Racer nicht automatisch auf den Vollbildmodus um, sondern zeigt sich zunächst als Fenster ohne Rahmen auf dem Desktop. Es verwendet dabei bloß eine Auflösung von 800x600 Bildpunkten. Weil sich aktuelle Grafikkarten damit unterfordert fühlen, sollten Sie die Auflösung erhöhen -- und damit die Bildqualität:
Mehr Konfigurationsarbeit ist für den Moment unnötig, weil Racer vernünftige Standardwerte benutzt. Deshalb kann es jetzt losgehen: Klicken Sie oben auf Free Driving -- einige Sekunden später sitzen Sie schon hinter dem Steuer eines Subaru-Touring-Rennwagens auf der imaginären britischen Rennstrecke Carlswood.
Die verschiedenen Elemente, die Sie nun auf dem Monitor sehen, sind schnell erklärt:
Kennen Sie Windows-3D-Autorennen, vergessen Sie für Racer am besten ganz schnell, wie dort die Steuerung der Autos funktioniert -- die Racer-Steuerung funktioniert grundlegend anders als bei anderen Programmen.
Racer steuern Sie nicht mit der Tastatur, sondern ausschließlich mit der Maus. Die Tastatur ist nur für Befehle gut, die mit dem Rennen oder dem Fahrzeug an sich nichts zu tun haben. Das scheint auf den ersten Blick seltsam, macht die Sache aber einfacher: Wenn Sie die Maus in Racer nach oben bewegen, geben Sie Gas; Bewegungen in die andere Richtung bremsen Ihr Auto ab.
Mit Mausbewegungen nach links und rechts beeinflussen Sie die Fahrtrichtung, und über die Maustasten wählen Sie den Gang: Die rechte Taste schaltet einen Ganz runter, die linke einen hoch.
Jedes Auto hat mindestens fünf Gänge; zudem gibt es den so genannten "N-Gang" für Leerlauf und den Rückwärtsgang. Welchen Gang Sie gerade eingelegt haben, sehen Sie oben links im Racer-Fenster.
Trauen Sie sich also und geben Sie Gas -- bewegen Sie Ihre Maus nach vorne, so dass Ihr Auto beschleunigt. Versuchen Sie, jeweils dem Verlauf der Rennstrecke zu folgen, indem Sie im rechten Moment den Gang runter- oder hochschalten und entsprechend um die Kurven gleiten.
Nachdem Sie Ihr Fahrtraining im Anfängerauto absolviert haben, ist es Zeit, neue Herausforderungen anzugehen. Wie wäre es statt mit dem langweiligen Rennauto mit einem schnittigen Sportwagen? Vielleicht direkt der schon erwähnte Ferrari Enzo? Kein Problem!
Racer ist sehr modular aufgebaut, so dass es leicht ist, eigene Autos zu erschaffen oder fertige Wagen nachzuinstallieren. Wie bei allen Spielen dieser Art hat sich auch bei Racer schnell eine große Fangemeinde gebildet, die fleißig neue Autos entwickelt und anbietet. Die Website Racer-XTreme [2] ist dabei erste Anlaufstelle für alle Suchenden.
Neue Autos kommen meist als gepackte ZIP- oder Tar-Archive und werden anschließend in den Unterordner data/cars des Ordners installiert, in dem Racer installiert ist.
Um neue Fahrzeugtypen nachzurüsten, gehen Sie wie folgt vor:
Das Archiv mit den Dateien für den Ferrari Enzo finden Sie übrigens unter [3].
Genauso leicht wie neue Autos können Sie Racer auch um neue Rennstrecken erweitern. Die Web-Seite Racer-XTreme hält auch hier ein großes Archiv an fertigen Rennstrecken parat, in dem Sie bequem und mit Vorschau auswählen. Die Installation von Rennstrecken läuft ähnlich wie die der Fahrzeuge, aber Rennstrecken kopieren Sie nicht nach data/cars, sondern nach data/tracks.
Racer kennt verschiedene Rennmodi. Der Free Drive Mode, den Sie bereits kennen gelernt haben, ist ein Zeitfahren, bei dem Sie alleine auf der Rennstrecke sind.
Sie können aber auch gegen den Computer antreten: Die passende Option dafür finden Sie ebenfalls im Racer-Hauptmenü. Sie heißt Quick Race. Klicken Sie auf diesen Button, erscheint ein Dialog, in dem Sie alle Parameter des nächsten Rennens festlegen. Der erste Eintrag AI Cars steht für die Gesamtzahl der fremden Fahrzeuge ("AI" steht für "Artificial intelligence", also für den Computer-Gegner). Wählen Sie also hier 5 aus, nehmen Sie und fünf Computer-Autos am Rennen teil.
Über die Option Track wählen Sie die Rennstrecke, auf der der Wettkampf stattfindet. Unter Car entscheiden Sie sich für Ihr eigenes Auto, bei AI Car für den Fahrzeugtyp, den die PC-Gegner fahren. Noch ist es leider nicht möglich, für verschiedene Computer-Gegner ganz individuell die Fahrzeuge festzulegen; diese Funktion soll aber in künftigen Racer-Versionen nachfolgen.
Über den Eintrag Laps legen Sie schließlich fest, wie lang das Rennen dauert. Es empfiehlt sich selten, ein Rennen mit mehr als 20 Runden zu fahren, weil spätestens dann die Konzentration dahin ist.
Ist Ihnen das Spiel alleine zu langweilig und haben Sie schon sämtliche Computer-Fahrer bezwungen, bleibt als letzte Möglichkeit in Racer noch das direkte Duell gegen einen Bekannten -- über die Racer-Funktion für Online-Spiele.
Es gibt dafür keinen zentralen Server, an dem sich alle Spielwilligen anmelden und dann zufällig miteinander verbunden werden. Stattdessen müssen Spieler selbst für den Server sorgen.
Ein Server für Multiplayer-Spiele ist in Racer schon integriert. Er versteckt sich unter dem Menüpunkt Host multiplayer game. Racer startet dann einen Server, an dem sich eventuelle Mitspieler anmelden können. Diese klicken auf Join Multiplayer Game und geben in den Dialog die IP-Adresse des Rechners ein, auf dem der Server läuft.
Wenn Sie die Verbindung ins Internet über einen Router herstellen oder wenn auf Ihrem Rechner eine Firewall installiert ist, kann das sehr schnell zum Problem für Online-Spiele werden. Clients, die dann versuchen, sich am Server auf Ihrem PC anzumelden, werden spätestens beim Router oder der Firewall abgefangen. Lösen Sie das Problem, indem Sie in Ihrer Firewall den UDP-Port 25000 freigeben oder diesen Port an Ihrer Firewall auf Ihren lokalen Rechner leiten. Das ist aber eine komplexere Konfigurationsaufgabe; im Zweifelsfall bleibt Ihnen nur das Spiel im lokalen Netzwerk.
Damit das Multiplayer-Spiel funktioniert, müssen auf allen beteiligten Rechnern alle Rennkurse und alle Fahrzeuge installiert sein, die für das gemeinsame Spiel genutzt werden. Anders als andere Rennspiele kann Racer die Daten auf den PCs im Netzwerk nämlich vor dem Spiel nicht abgleichen.
Die eigene Fahrt im flotten Ferrari können Sie nach dem Rennen sogar als Video betrachten: Drücken Sie während einer Fahrt einfach [F2], nimmt Racer das komplette Rennen auf. Mit [S] speichern Sie die Videodatei. Danach finden Sie es über den Menüpunkt Replay.
Ein Tipp zum Schluss: Die Rennstrecke "Carlswood" bietet eine gut zwei Kilometer lange Gerade, auf der Sie hohe Geschwindigkeiten erreichen können. Fahren Sie dazu vom Startpunkt der Strecke aus die erste Abfahrt scharf links, dann sofort wieder rechts und dann nach gut 100 m wieder links. Zwei Pfosten symbolisieren den Start der Strecke, die in einem Tunnel am Ende aufhört (Abbildung 3).
Diese Strecke ist auch nützlich, um sich mit neu installierten Fahrzeugen vertraut zu machen und deren Eigenschaften zu erforschen.
Racer ist zwar keine freie Software, kann aus dem Netz allerdings kostenlos heruntergeladen werden. Dafür ist der Funktionsumfang des Programms enorm: Mit kommerziellen Rennspielen wie dem bekannten Need for Speed für Windows kann es zwar noch nicht mithalten, ein echtes Renngefühl vermittelt es aber trotzdem. Wer eine von Linux unterstützte 3D-Grafikkarte im Rechner hat [4], sollte das Spiel auf jeden Fall ausprobieren. (hge)
| Infos |
|
[1] Racer-Download: http://www.liflg.org/?what=dl&catid=6&gameid=13&filename=racer_0.5.2beta8.9-english.run
[2] Die Racer-XTreme-Website: http://www.racer-xtreme.com/ [3] Der Ferrari Enzo für Racer: http://sio.midco.net/mmonhoia/enzo/enzo_red.zip [4] 3D-Beschleunigung aktivieren, Mirko Dölle: "Drei mal drei", EasyLinux 12/2004, S. 76 ff., http://www.easylinux.de/2004/12/076-3d/ |
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2010 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-04-05 11:24
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]