claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 02/2006

3D-Spiele unter Linux

Bunte Mischung in 3D

von Andrea Müller und Kristian Kißling


Beim Angebot kommerzieller Spiele kann Linux nicht mit Windows mithalten, doch vor dem Bildschirm versauern muss trotzdem niemand. Abwechslungsreiche 3D-Spiele aller Genres bringen Abwechslung in den Desktop-Alltag.

Die Treiber sind installiert, die Grafikkarte läuft Hardware-beschleunigt und nun? Die Grafikkartenhersteller überbieten sich nicht zuletzt beim Aufstocken der 3D-Leistung ihrer Produkte, um den Anforderungen aktueller Computer-Spiele gerecht zu werden. Unter Linux sind zwar kommerzielle Spiele immer noch Mangelware, doch dass es nur Desktop-Spielereien nach Art von Minesweeper gibt, stimmt nicht.

Das beweist auch der Schwerpunkt dieser Ausgabe, bei dem sich allein drei Artikel mit 3D-Spielen beschäftigen. Neben dem Ego-Shooter Quake 4 und dem Rennspiel Racer gibt es noch weiter 3D-Spiele-Schmankerl für den Pinguin.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Angebotspalette an 3D-Spielen unter Linux und zeigen Ihnen einige besonders gut gelungene Anwendungen. Langweilig wird es nicht, denn sowohl für Fans von Flugsimulationen als auch für ausgefuchste Tüftler ist etwas passendes dabei. Auf der Heft-CD finden Sie keines der hier vorgestellten Spiele, da die Software keine FSK-Freigabe hat. Das ist jedoch bei den meisten Spielen nicht weiter schlimm, da Sie diese auf den Distributions-CDs finden. Sollte das nicht der Fall sein, weisen wir im Artikel auf eine Download-Möglichkeit hin.


Ego-Shooter: Spielegattung, bei welcher der Spieler die Rolle der Hauptfigur aus der Ich-Perspektive spielt und sich mit Schusswaffen gegen Feinde zur Wehr setzen muss.

Flightgear

Abheben leicht gemacht mit Flightgear: Der freie Flugsimulator ist eine recht beeindruckende 3D-Anwendung (Abbildung 1). Sie fliegen über Land und Wasser um die ganze Welt, landen auf verschiedenen Flugplätzen und probieren zahlreiche Flugzeugtypen aus. Flightgear-Pakete für Suse Linux 9.3 und Mandriva Linux 2006 findenSie im Internet [1, 2] -- aufgrund eines Fehlers in einer wichtigen Bibliothek existiert (noch) kein RPM-Paket für Suse Linux 10.0.

Abb. 1: Nur für geübte Piloten: der Flug rund um die Golden-Gate-Brücke.

Den Flugsimulator starten Sie mit dem Kommando fgfs, dass Sie in eine KDE-Konsole oder ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster eingeben. Der Umweg, das Programm über die Kommandozeile zu starten ist nötig, da Flightgear viele Aufrufparameter kennt, mit denen Sie Spieldetails auswählen. So können Sie das Programm beispielsweise mit dem Kommando

fgfs --enable-fullscreen --aircraft=ufo --airport-id=JFK

starten. Was auf den ersten Blick recht kompliziert erscheint, ist schnell erklärt: Die Option --enable-fullscreen ruft den Simulator im Vollbildmodus auf, mit --aircraft=ufo wählen Sie ein UFO als Fluggerät aus und der Parameters --airport-id=JFK bewirkt, dass Sie Ihren Flug am JFK-Flughafen nahe New York antreten -- vorausgesetzt dieser existiert bereits. Flightgear bringt zunächst nur das Gebiet um San Francisco mit, zusätzliche Teile der Welt laden Sie unter [3] herunter, weitere Flugzeugtypen finden Sie auf der Flightgear-Web-Seite. Welche Optionen der Flugsimulator noch kennt, erfahren Sie durch Eingabe von fgfs --help und im Internet [4].

In der Grundeinstellung schauen Sie aus einer Cessna auf eine Landbahn in der Nähe von San Francisco (Abbildung 2). Städte, Flughäfen und Umgebung wirken in Flightgear nicht so ausgefeilt wie im Flugsimulator von Microsoft -- in diesem stecken aber auch Jahrzehnte mehr Entwicklungsarbeit.

Abb. 2: Bei Flightgear erkunden Sie als Fluganfänger die Umgebung um San Francisco in einer Cessna.

Wie im richtigen Leben ist es auch bei Flightgear kein leichtes Unterfangen, den Vogel in die Luft zu bekommen und dort zu halten. Eine erste Hilfestellung auf dem Weg zum erfahrenen Piloten finden Sie in der Tabelle In die Luft. Weitere wichtige Tastenkürzel lesen Sie unter [5] nach, Tipps zur Spielsteuerung finden Sie unter [6]. Mit ein wenig Übung gehen die Shortcuts schnell in Fleisch und Blut über, so dass Sie die Tabelle als Gedächtnisstütze nicht mehr benötigen.

In die Luft
TastenkombinationWirkung
[AltGr-0]Zündung einschalten
[Leertaste]Motor einschalten (mehrmals drücken)
[Umschalt-B]Bremse lösen
[BildAuf]beschleunigen
[ENTER]nach rechts rollen
[0]nach links rollen
Rechtsklick mit MausSteuermodus

Nexuiz

Der Ego-Shooter Nexuiz ist nichts für zart besaitete Gemüter: Er basiert auf der Quake-Engine und es geht nur darum, schneller zu ziehen als die zahlreichen Gegner. Wer als erster eine festgesetzte Zahl von Abschüssen verzeichnet, gewinnt. Es gibt zahlreiche detailliert gestaltete Level und anspruchsvolle Computergegner (Abbildung 3). Wie Quake lässt sich auch Nexuiz über das Netzwerk spielen (Abbildung 4), wobei Sie sich mit kampferprobten menschlichen Gegenern messen. In den Leveln finden Sie Zusätzliche Waffen und Erste-Hilfe-Kästen zum Behandeln der elittenen Blessuren.

Abb. 3: Im Ego-Shooter Nexuiz ist ein schnelles Reaktionsvermögen gefragt.

Abb. 4: In diesem Dialog treten Sie einem Netzwerkspiel bei.

Die Installation gestaltet sich im Gegensatz zu vielen anderen Spielen unproblematisch. Sie laden das umfangreiche Paket von [7] herunter und starten danach eine KDE-Konsole. Wechseln Sie dort mit

cd /pfad/zum/nexuiz-ordner

in das Download-Verzeichnis und entpacken Sie das Spiel mit dem Befehl

unzip nexuiz121.zip

Damit kann es auch schon losgehen: Wechseln Sie in das neu entstandene Unterverzeichnis Nexuiz und starten Sie das Spiel mit dem Befehl ./nexuiz-linux-x86-glx. Für Anwender, die die 64-Bit-Version von Suse Linux installiert haben, lautet das Kommando ./nexuiz-linux-x86-64-glx. Alle weiteren Einstellungen nehmen Sie dann im Spiel selbst vor.

Eine schnelle Grafikkarte sollte Ihr Rechner schon mitbringen: Überreizen die anfänglichen Einstellungen des Spiels die Fähigkeiten Ihrer Karte, lösen Sie dieses Problem, indem Sie beispielsweise im Optionsmenü die Auflösung herabsetzen.

Beginnen Sie ein Spiel, indem Sie Create Game / Start auswählen. Nexuiz lädt einen Level, durch den Sie sich mit [W],[S],[D] und [A] bewegen. Mit Mausbewegungen drehen Sie sich in alle Richtungen, per Klick schießen Sie auf Ihre Gegner. Ruckelt das Bild, verlassen Sie das Spiel mit [Esc], wechseln zu Options und ändern unter dem Eintrag Video die Farbtiefe und Bildschirmauflösung für das Spiel. Verringern Sie beispielsweise die Farbtiefe auf 16-Bit und die Auflösung auf 800x600. Mit Apply bestätigen Sie Ihre Wahl. Ist ein flüssiges Spiel noch immer nicht möglich, sparen Sie an den Effekten: Kehren Sie mit [Esc] zu den Options zurück und öffnen Sie das Menü Effects. Aktivieren Sie zunächst die Option Show FPS, dann erscheint ganz unten rechts im Bild eine Zahl, die anzeigt, wie viele Frames pro Sekunde der Rechner mit den momentan aktivierten Effekten erreicht. Die Frame-Zahl muss bei einem Wert um 50 liegen, damit ein ruckelfreies Spiel möglich ist. Schalten Sie jetzt einzelne grafische Effekte ab, steigt die Anzahl der angezeigten Frames pro Minute.

Wollen Sie allein spielen, aktivieren Sie über das Menü Create die Computergegner. Wagen Sie sich gleich ins Netz, wählen Sie den Eintrag Join Game und Sie erhalten eine Liste der momentan über das Internet erreichbaren Spiele. Die Ping-Werte zeigen an, wie schnell ein Signal vom Server zurückkehrt: Je geringer sie sind, desto flüssiger läuft das Spiel. Die beiden Zahlen rechts daneben zeigen Ihnen, wie viele Personen sich zur Zeit in einem Level aufhalten und wie viele theoretisch gleichzeitig spielen könnten.

Innerhalb eines Spieles verfügen Sie noch über zahlreiche weitere Optionen: Bei Fragen hilft einerseits das Forum [8] auf der Nexuiz-Seite oder ein Artikel unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser [9] weiter.

Tuxracer

Ein Klassiker unter den Linux-3D-Spielen ist Tuxracer. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um ein Rennspiel, allerdings um eines der besonderen Art: Auf der Jagd nach neuen Bestzeiten steuern Sie einen auf dem Bauch schlitternden Pinguin durch fantastische Schnee- und Eiswelten. Nach jedem Rennen erhalten Sie eine Punktzahl, die nicht nur von der erreichten Zeit abhängt, sondern auch davon, wie viele Heringe -- die Lieblingsspeise von Tux -- Sie auf der Rennstrecke erwischt haben (Abbildung 5).

Abb. 5: In Tuxracer gehen Sie mit dem Linux-Maskottchen auf die Piste.

Das Spiel ist auf den Installationsmedien von Suse und Mandriva Linux dabei, die Distributoren spielen es jedoch nicht standardmäßig ein. Das holen Sie flink über die Suchfunktion der Software-Verwaltungen nach, indem Sie tuxracer als Suchbegriff wählen und das gefundene RPM-Paket installieren.

Sie starten den rodelnden Pinguin über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie tuxracer eingeben. Das Spiel startet im Vollbildmodus und der Mauszeiger verwandelt sich in einen Eiszapfen. Per Mausklick oder Druck auf eine beliebige Taste gelangen Sie ins Hauptmenü. Die Strecken erreichen Sie über einen Klick auf Practice (Abbildung 6). Voreingestellt ist Frozen River, eine auch für Anfänger leicht zu meisternde Piste. Mit Klicks auf die Pfeilschaltflächen rechts neben der Strecke wählen Sie eine andere Piste aus. Die Mischung zwischen leichten und schweren Strecken ist ausgewogen und an der Beschreibung und dem Vorschaubild sehen Sie, was Sie erwartet. Um ein Rennen interessanter zu gestalten, können Sie über einen Klick auf das Sonnensymbol das Wetter wechseln und mit Klick auf die Fahne für Seitenwind sorgen.

Abb. 6: In der Streckenauswahl entscheiden Sie sich für eine Piste und passen die Wind- und Wetterverhältnisse an.

Mit einem Klick auf Race finden Sie sich am Start des Rennens wieder, und Tux stürzt sich die Piste herunter. Sie steuern das Linux-Maskottchen mit [Pfeil nach links] und [Pfeil nach rechts]. Die Tasten [Pfeil nach oben] und [Pfeil nach unten] dienen zum Beschleunigen und Bremsen. Achten Sie jedoch darauf, dass das Beschleunigen auf eisigem Untergrund nichts bringt, sondern Tux sogar bremst. Wenn Sie auf blankem Eis schlittern gewinnen Sie am meisten an Geschwindigkeit, wenn Sie den Pinguin einfach nur steuern. Schielen Sie jeoch nicht nur auf die Zeit, sondern versuchen Sie, so viele der über die Strecken verteilten Heringe wie möglich einzusammeln.

Sobald Sie das Ziel erreichen, blendet das Spiel Ihre Zeit, die Anzahl der verspeisten Heringe und die so erreichte Punktzahl ein. Erzielen Sie bei einer Strecke einen neuen Highscore, informiert Sie das Spiel mit der Zeile You beat your best Score im Zielbildschirm darüber.

Hinter dem Menü Enter an Event verbirgt sich der Canadian Cup, der aus drei Rennen besteht, von denen Sie das jeweils nächste immer erst dann absolvieren dürfen, wenn Sie eine Piste in einer vorgegebenen Zeit gemeistert haben. Die Heringe sind beim Cup nicht nur zusätzliche Punktelieferanten, sondern Pflicht: Eine Strecke gilt erst dann als erfolgreich absolviert, wenn Sie alle Heringe in der erlaubten Zeit eingesammelt haben.

Gefällt Ihnen das Spiel im Vollbildmodus nicht, da Sie gleichzeitig Ihr Mail-Programm oder einen Newsticker im Auge behalten wollen, erreichen Sie mit einer Änderung der Konfigurationsdatei, dass Tuxracer künftig in einem Fenster startet, dessen Größe Sie selbst festlegen. Das Programm speichert seine Einstellungen in der Datei ~/.tuxracer/options. Die Tilde (~) ist dabei die Abkürzung für Ihr Home-Verzeichnis. Öffnen Sie die Datei options mit einem Text-Editor wie KWrite und ersetzen Sie in der Zeile

set fullscreen true

true (wahr) durch false (unwahr). Die Auflösung ergibt sich aus den Werten hinter set x_resolution und set y_resolution. Standardmäßig stehen dort 640 und 480, was Sie bei heutigen Bildschirmgrößen getrost auf 800 und 600 ändern können. Bei dieser Fenstergröße haben Sie immer noch einen großen Teil des Desktops im Blick. Sobald Sie die Datei speichern und Tuxracer das nächste Mal starten, läuft das Spiel im Fenstermodus.

Briquolo

Diese dreidimensionale Breakout-Variante richtet sich vor allem an geschickte Naturen. Das Konzept des Spiels hat schon mehrere Jahre auf dem Buckel und es sind schon ganze Generationen ambitionierter Hobby-Spieler daran verzweifelt, mit Ball und Schäger ausgestattet, Reihen aus kleinen Steinen abzutragen.

Bevor Sie ihr Geschick unter Beweis stellen können, gilt es, die Software zu installieren. Nutzer von Suse Linux finden das Paket auf der Distributions-DVD, Mandrake-Anwender laden sich das Paket aus dem EasyLinux-Download-Bereich herunter. Dieses spielen Sie mit einem Doppelklick auf die RPM-Datei im Konqueror ein.

Sie starten das Breakout-Spiel mit dem Befehl briquolo in einer Konsole oder einem Schnellstartfenster. Das Menü können Sie nicht mit der Maus bedienen, sondern Sie müssen sich mit den Pfeiltasten durch die Einträge bewegen. Einen davon wählen Sie mit [Enter] aus. Unter Einstellungen legen Sie beispielsweise fest, ob Briquolo im Vollbildmodus läuft und mit welcher Auflösung Sie spielen möchten (Abbildung 7). Über Start ! beginnen Sie ein Spiel. Zunächst entscheiden Sie sich für einen Start-Level. Diese Option ist praktisch, da Sie Ihnen aus der Patsche hilft, wenn Sie es einmal nicht schaffen, ein Level zu bewältigen.

Abb. 7: Im Briquolo-Optionsmenü entscheiden Sie sich für eine Auflösung.

Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf OK und drücken Sie [Enter], um auf das Spielfeld zu gelangen. Sie befinden sich in einem Pool und sind mit einem Schläger und fünf Bällen ausgestattet. Ziel des Spiels ist es, alle Steine mit dem Ball abzutragen. Neben normalen Klötzchen, die Sie mit einer Ballberührung eliminieren, gibt es auch noch Betonquader, die Sie zweimal treffen müssen, um sie zu zerstören und rote Explosionssteine, die bei einer Berührung alle Steine in der unmittelbaren Nachbarschaft sprengen (Abbildung 8).

Abb. 8: Keine leichte Aufgabe: Der Ball prallt in diesem Level von den Flipperelementen ab und fliegt danach immer schneller.

Um gar keine Langeweile aufkommen zu lassen, verbergen sich hinter einigen Steinen Bonus- oder Malus-Objekte, mit denen Sie sich das Leben leichter oder schwerer machen, wenn Sie diese mit dem Schläger auffangen. So bewirkt das Fass mit den zwei nach außen zeigenden Pfeilen, dass der Schläger breiter wird. Das Bonusobjekt mit dem Explosiv-Zeichen verwandelt den Ball in eine Feuerkugel, die nicht von getroffenen Steinen abprallt, sondern eine breite Schneise durch die Steinreihen zieht. Ergattern Sie das Bonusobjekt mit dem Augensymbol, kippt das Spielfeld und Sie steuern den Schläger aus der Ich-Perspektive.

Erwischen Sie den Ball nicht, fällt dieser ins Wasser und Sie erhalten einen neuen, bis alle fünf aufgebraucht sind. Im Spiel "fängt" das Breakout-Fenster den Mauszeiger, so dass Sie nur dann etwas auf dem Desktop anklicken können, wenn Sie das Spiel zuvor mit [ESC] unterbrechen. Um weiterzuspielen, wählen Sie Weiterfahren mit Spiel (eine unglückliche Übersetzung von Continue game) und drücken [Enter]. Haben Sie alle zerstörbaren Steine eines Levels abgetragen, gelangen Sie automatisch zum nächsten. Ein Manko hat Briquolo leider: Bislang speichert es keine Punktzahlen oder den schon erreichten Level -- die Herausforderung seine eigene Bestleistung zu toppen, suchen Sie bei dem Spiel vergebens.

Kennen Sie alle Levels in- und auswendig, besteht die Option mit dem Level-Editor neue Spielwelten zu erstellen. Das Tool lässt sich allerdings auch nur mit der Tastatur steuern, wodurch die Bedienung nicht besonders komfortabel ist.

Und noch mehr

Mit vier Spielen verschiedener Genres haben Sie eventuell ein wenig Appetit auf 3D-Spiele unter Linux bekommen. Natürlich gibt es nicht nur die vier vorgestellten Anwendungen, sondern noch viele weitere. Einige sind bei den Distributionen von Haus aus mit dabei und die Eingabe von 3D als Suchbegriff in der Software-Verwaltung liefert so viele Treffer, dass Sie sich einige trübe Winterabende beschäftigen können.

Geht es Ihnen genau umgekehrt und Sie benötigen eine Spielpause, entspannen Sie sich doch beim Anblick der spektakulären 3D-Bildschirmschoner. Linux-Distributionen kopieren diese schon bei der Installation auf die Festplatte und im KDE-Kontrollzentrum richten Sie diese ein. Was es dabei zu entdecken gibt und wie Sie die vorhandenen Bildschirmschoner optisch anpassen, erfahren Sie im Kasten 3D für die Pause. (kki/amü)

3D für die Pause

Eigentlich sind Bildschirmschoner überflüssig: Ein solches Programm laufen zu lassen, damit sich das stehende Bild nicht in den Monitor einbrennt, ist heutzutage nicht mehr nötig. Eigentlich ist es sogar sinnvoller, in längeren Arbeitspausen den Energiesparmodus des Monitors zu nutzen. Trotzdem boomen Bildschirmschoner weiterhin und sei es nur, weil die verschiedenen Varianten amüsant und nett anzusehen sind.

Mit einer Hardware-bschleunigten Grafikkarte machen besonders die OpenGL-Bildschirmschoner richtig Spaß. Welchen Bildschirmschoner KDE startet, wenn Sie länger nichts tun, konfigurieren Sie im Kontrollzentrum. Starten Sie es über ein Schnellstartfenster, in das Sie kcontrol eingeben, und wechseln Sie in den Abschnitt Erscheinungsbild / Bildschirmschoner (Abbildung 9).

Abb. 9: Im KDE-Kontrollzentrum richten Sie den Bildschirmschoner ein.

Klicken Sie auf das Pluszeichen vor OpenGL-Schoner, um die Liste auszuklappen. Sobald Sie einen der Bildschirmschoner markieren, zeigt das Kontrollzentrum rechts im Monitor eine Vorschau an. Einen noch besseren Eindruck erhalten Sie, wenn Sie auf Testen klicken: Dann startet der ausgewählte Bildschirmschoner im Vollbildmodus und beendet sich erst bei einem Mausklick.

Von abstrakten Figuren (Abbildung 10) bis hin zu Blasen (Abbildung 11) und 3D-Schach (Abbildung 12) finden Sie dort eine breite Auswahl an Bildschirmschonern, die Sie in Arbeitspausen an den Bildschirm fesseln werden.

Abb. 10: Der Bildschirmschoner "Bälle im Würfel".

Abb. 11: "3D-Blasen" schont den Monitor mit bunten aufsteigenden Blasen.

Abb. 12: "Königinnen" ist der richtige Bildschirmschoner für Großmeister.

Bei den 3D-Schonern müssen Sie sich nicht mit vorgefertigter Kost zufrieden gaben: Die meisten können Sie über einen Klick auf Einrichtung an Ihren Geschmack anpassen. So können Sie beispielsweise bei dem Schachbrett festlegen, wie schnell sich das Spielfeld dreht. Bei den Lichtspielen des Bildschirmschoners Euphorie können Sie zwischen mehreren Bewegungsmodellen wählen, etwa zwischen Schleiern, kubistischen Formen und verschiedenen Gittermodellen. Auch im Einrichtungsdialog gibt es ein Vorschaufenster, in dem Sie den Effekt Ihrer Änderungen sofort sehen.

Nehmen Sie sich ruhig ein wenig Zeit, mit den 3D-Bildschirmschonern herumzuexperimentieren. Haben Sie Ihren Wunschkandidaten gefunden, legen Sie im Eingabefeld hinter Nach fest, wie lange es dauert, bis KDE den Bildschirmschoner startet.

Infos
[1] Flightgear-Paket für Suse Linux 9.3: ftp://ftp.uni-bayreuth.de/pub/linux/suse/i386/9.3/suse/i586/FlightGear-0.9.3-91.i586.rpm
[2] Flightgear-Paket für Mandriva Linux 2006: ftp://ftp.uni-bayreuth.de/pub/linux/Mandrakelinux/official/2006.0/i586/media/contrib/flightgear-0.9.8-1mdk.i586.rpm
[3] Landkarten für Flightgear: http://www.flightgear.org/Downloads/scenery-0.9.8.html
[4] Flightgear-Optionen für die Kommandozeile: http://www.flightgear.org/Docs/getstart/getstartch4.html#x9-330004.4
[5] Tastenkombinationen zur Steuerung von Flightgear: http://www.flightgear.org/Docs/getstart/getstartch5.html#x10-590005.2
[6] Flightgear-Artikel: Kristian Kißling und Jörg Luther, "Ganz oben", LinuxUser 11/2005, S. 70 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/11/070-flightgear/
[7] Nexuiz-Download-Seite: http://prdownloads.sourceforge.net/nexuiz/nexuiz121.zip?download
[8] Nexuiz-Forum: http://www.nexuiz.com/forums/
[9] Nexuiz-Artikel: Kristian Kißling, "Killing you softly", LinuxUser 09/2005, S. 66 ff, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/09/066-nexuiz/index.html

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-04-05 11:24

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]