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Know-how für die Kommandozeile
von Andrea Müller
Wer gelegentlich vim als Text-Editor benutzt, kann praktisch jeden Tag etwas Neues entdecken. Um schnell einen Text zu bearbeiten, reicht es aus, sich die Tasten [I] zum Wechsel in den Einfügemodus und [Esc] zur Rückkehr in den Befehlsmodus und den Befehl :wq zum Speichern und Schließen einer Datei zu merken. Doch der Klassiker unter den Text-Editoren hat noch mehr auf dem Kasten: Sie müssen das Programm nicht unbedingt mit dem Namen der zu bearbeitenden Textdatei aufrufen, sondern es reicht aus, vim auf der Kommandozeile einen Verzeichnisnamen mitzugeben.
Möchten Sie eine Datei im Ordner test in Ihrem Home-Verzeichnis bearbeiten, geben Sie in der Konsole einfach vim test ein. Daraufhin öffnet sich ein vim-Fenster, das eine Liste aller Ordner und Dateien in diesem Verzeichnis anzeigt (Abbildung 1). Navigieren Sie mit den Pfeiltasten zur gewünschten Datei und drücken Sie [Eingabe], um sie im Text-Editor zu öffnen. Befindet sich die Datei in einem Unterordner, bewegen Sie den Cursor auf das Verzeichnis, das Sie mit einem Druck auf [Eingabe] betreten.
Ebenso fix gelangen Sie in höher liegende Verzeichnisse: Wählen Sie dazu den obersten Eintrag mit den zwei Punkten und dem Schrägstrich (../). Dabei handelt es sich um die Kurzschreibweise für das übergeordnete Verzeichnis.
Überlegen Sie es sich anders und wollen keine Datei bearbeiten, schließen Sie die Ordneransicht von vim mit der Eingabe von :q und einem Druck auf [Eingabe].
Öffnen Sie vim wie im letzten Tipp beschrieben in der Verzeichnisansicht und wissen trotzdem nicht, welche Textdatei Sie bearbeiten wollen, müssen Sie nicht mehrere Dateien öffnen, um herauszufinden, welche die richtige ist: In der Ordneransicht bietet vim die Option, Dateien in der Vorschauansicht zu öffnen. Bewegen Sie dazu den Cursor auf die Datei und drücken Sie [P]. Der Text-Editor teilt das Fenster und zeigt in der oberen Hälfte den Inhalt der Datei an.
Der Cursor befindet sich weiter in der Ordneransicht, und Sie können eine andere Datei markieren und mit [P] ansehen. Es ist sogar möglich, in den Vorschaubereich zu wechseln und die Datei zu bearbeiten: Drücken Sie [Strg-W] [W], damit der Mauszeiger in die obere Fensterhälfte springt. Dort wechseln Sie wie in der normalen Editor-Ansicht mit [I] in den Einfügemodus und bearbeiten den Text. Mit einem [Esc] gelangen Sie in den Befehlsmodus und speichern Ihre Änderungen mit :wq.
| Suse-Tipp: Komfortablere Tastaturbelegung für "vim" |
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Unter Suse Linux macht das Bearbeiten von Texten mit vim anfangs nur wenig Spaß: Im Einfügemodus ist es beispielsweise nicht möglich, mit [Rückschritt] den Text vor dem Cursor zu löschen. Das liegt an der systemweiten vim-Konfigurationsdatei des Distributors. Glücklicherweise bringt vim eine komfortablere Beispielkonfiguration mit, die Sie einfach unter dem Namen .vimrc in Ihrem Home-Verzeichnis speichern. Sie finden die Datei im Ordner /usr/share/vim/vimxx unter dem Namen vimrc_example.vim. xx steht dabei für die Versionsnummer des Text-Editors, bei Suse Linux 10.0 heißt der Ordner vim63. Kopieren Sie die Beispielkonfiguration mit dem Konqueror in Ihr Home-Verzeichnis und benennen Sie sie dort in .vimrc um. Beim nächsten Start des Text-Editors können Sie den Text vor dem Cursor mit der Rückschritttaste löschen. |
Schon bei der Installation konfigurieren moderne Linux-Distributionen den Drucker -- natürlich nur, wenn Sie ein unterstütztes Modell Ihr Eigen nennen. Beim Ausdruck aus KDE-Programmen öffnet sich das Programm kprinter, in dem Sie Feineinstellungen vornehmen und den Druckauftrag abschicken. Geht es nur darum, schnell eine Postscript- oder PDF-Datei zu Papier zu bringen, gelingt das auch auf der Kommandozeile. Der passende Befehl heißt lpr, und sein Aufruf ist denkbar einfach:
lpr dokument.pdf
schickt die Datei dokument.pdf zum Drucker. Sie können direkt auf der Kommandozeile festlegen, wie viele Kopien des Dokuments Sie drucken möchten. Diese Information übergeben Sie dem lpr-Befehl mit dem Parameter -# gefolgt von einer Zahl. So drucken Sie mit
lpr -#4 dokument.pdf
vier Exemplare der Datei dokument.pdf.
Wenn sich bei Ihnen mehrere Rechner einen Drucker teilen und Sie länger als gedacht auf einen Ausdruck warten müssen, erfahren Sie mit dem Befehl lpq, womit das Gerät gerade beschäftigt ist. Das Kommando zeigt alle wartenden Aufträge in der Druckerwarteschlange -- der so genannten Queue -- tabellarisch an.
Sie lesen dort die Auftragsnummer, die zu druckende Datei und den Status eines Druckauftrags ab. Je weiter unten ein Auftrag steht, desto später arbeitet ihn der Drucker ab.
Ist die Druckerwarteschlange leer, zeigt lpq keine tabellarische Übersicht, sondern blendet nur eine Statusinformation ein, wie beispielsweise
deskjet is ready no entries
deskjet ist dabei der Name des Druckers, no entries (keine Einträge) besagt, dass es derzeit keine wartenden Druckaufträge gibt.
Haben Sie versehentlich ein Dokument mit sehr vielen Seiten an den Drucker geschickt, von dem Sie eigentlich nur die ersten beiden Seiten drucken wollen, gibt es auch auf der Kommandozeile einen Befehl, um den Druck abzubrechen. Rufen Sie dazu zunächst lpq auf und merken Sie sich die Nummer des Druckauftrags aus der Spalte Job. Mit dem Kommando
lprm jobnummer
brechen Sie den Druck ab. jobnummer ersetzen Sie dabei durch die Zahl, die in der lpq-Ausgabe unter Job stand. Damit löschen Sie den Druckauftrag, können jedoch nicht verhindern, dass der Drucker eventuell noch einige Seiten des Dokuments zu Papier bringt.
Unter Linux kommen zum Packen von Dateien meistens die Programme tar, gzip und bzip2 zum Einsatz [1]. Die damit erstellten Archive erkennen Sie an den Dateiendungen tar.gz und tar.bz2. Unter Windows hingegen verstauen die meisten Anwender ihre Dateien platzsparend in Zip-Archiven. Wenn Sie einmal ein solches per Mail erhalten, können Sie es unter Linux nicht nur mit dem Konqueror oder dem KDE-Entpacker Ark [2], sondern auch auf der Kommandozeile entpacken.
Das richtige Werkzeug dafür heißt unzip und landet schon bei der Linux-Installation auf der Festplatte. Selbst Shell-Novizen kommen mit dem Tool schnell zurecht: Geben Sie einfach unzip /pfad/zum/archiv.zip ein, um die darin enthaltenen Dateien in das aktuelle Verzeichnis zu entpacken.
Möchten Sie wissen, welche Dateien in einem Zip-Archiv liegen, erfahren Sie das mit
zipinfo archiv.zip
Das Programm listet alle Dateien und Ordner in einer ausführlichen tabellarischen Ansicht mit Datum auf. Die letzte Zeile zeigt eine Zusammenfassung, die verrät, wie viel Platz die Dateien im entpackten Zustand benötigen (Abbildung 3).
Erscheint Ihnen die Ausgabe des Befehls zu unübersichtlich, schafft der Aufrufparameter -2 Abhilfe. Mit zipinfo -2 archiv.zip listet das Tool nur die Namen der Dateien in einem Archiv auf. Für einen groben Überblick reichen diese Informationen meistens aus. Der einzige Haken ist, dass Sie dabei keine Zusammenfassung erhalten. Wollen Sie darauf nicht verzichten, rufen Sie
zipinfo -2 -t archiv.zip
auf. zipinfo zeigt dann nur die Dateinamen an, liefert aber trotzdem die Informationen über den Platzbedarf der Dateien im entpackten Zustand.
Wenn die Dateien in einem .zip-Archiv nicht in einem Unterordner liegen, müssen Sie nicht erst das Zielverzeichnis erstellen und dort hineinwechseln. unzip kennt die Option -d, hinter der Sie das gewünschte Zielverzeichnis für die Dateien des Archivs angeben. Um alle Dateien in archiv.zip in den Ordner test in Ihrem Home-Verzeichnis zu entpacken, lautet der Aufruf unzip -d ~/test/archiv.zip. (amü)
| Infos |
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[1] Artikel über tar und bzip2: Heike Jurzik, "Komprimierkünstler", EasyLinux 07/2004, S. 84 f., http://www.easylinux.de/2004/07/084-guru-tar/
[2] Ark-Artikel: Andrea Müller, "Gut verpackt", EasyLinux 05/2005, S. 46 f. |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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