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Marcel Hilzinger
Was unter Windows lediglich ein paar Mausklicks bedarf, bringt selbst fortgeschrittene Linux-Benutzer manchmal an den Rand der Verzweiflung: der Datenaustausch zwischen Linux- und Windows-Rechnern. Zwar zeigt Windows über Start / Arbeitsplatz / Netzwerkumgebung andere Rechner im gleichen Netzwerk und deren Freigaben an -- Linux-PCs findet es jedoch nicht. Von Linux aus auf Windows-Freigaben zuzugreifen, ist ebenfalls nicht ganz trivial, da bei den meisten Distributionen eine Firewall den Zugriff verhindert.
Je nachdem, ob Sie von Windows auf Linux zugreifen möchten oder umgekehrt, benötigen Sie eine andere Software-Komponente.
Unter Suse Linux richten Sie den Samba-Server bequem über das Modul Netzwerkdienste / Samba-Server von YaST ein. Sie finden YaST im K-Menü unter System / Kontrollzentrum (YaST).
Abb. 1: Unter Suse Linux richten Sie im ersten Schritt den Namen der Arbeitsgruppe ein. Dieser ist wichtig, damit Windows den Linux-Rechner so einfach wie möglich findet. |
Abb. 2: Greifen Sie oft auf Windows-Freigaben zu, sollten Sie den Samba-Server automatisch beim Systemstart aktivieren. Die Firewall muss dazu geöffnet sein. |

Nach einem Klick auf Beenden ist der Samba-Server einsatzbereit.
Im einfachsten Fall greifen Sie von Windows als Gast auf den Samba-Server zu. Da dieser Benutzer unter Linux nicht existiert, behandelt ihn Linux wie den Benutzer nobody. Nobody gehört aber keiner Benutzergruppe an, so dass Sie von Windows nur auf die Verzeichnisse voll zugreifen können, die für alle Benutzer les- und schreibbar sind. Ein typischer Fall von fehlenden Benutzerrechten ist, wenn Sie unter Windows zwar die Verzeichnisse des Linux-Rechners sehen, aber diese nicht öffnen oder darin keine Dateien ablegen können.
Um dieses Problem zu umgehen, führt Samba eine eigene Benutzerverwaltung in der Datei /etc/samba/smbpasswd. Sie weist Linux-Benutzer Windows-Benutzern zu. Arbeiten Sie zum Beispiel unter Windows als Benutzer bill und unter Linux als tux, stellen Sie den Samba-Server so ein, dass er jeden Zugriff von Bill unter Linux als Tux vollführt. Da weder Suse noch Mandriva Linux ein brauchbares Tool für die Samba-Benutzerverwaltung mitbrigen, müssen Sie zur Konsole greifen, um die gewünschten Samba-Benutzer anzulegen:
Starten Sie den Paket-Manager von Mandriva Linux über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren. Geben Sie hier im Suchfeld das Stichwort samba ein und klicken auf Suche, zeigt Rpmdrake vier Treffer an. Markieren Sie die Pakete samba-client und samba-server zur Installation und klicken Sie auf Installieren. Bei der Auswahl der Pakete weist Sie der Paket-Manager darauf hin, dass Mandriva Linux zur Installation der ausgewählten Pakete noch weitere Pakete benötigt. Klicken Sie hier jeweils auf OK. Rpmdrake fordert Sie nun auf, CD 1 einzulegen. Nach der Installation verlassen Sie den Paket-Manager über Beenden. Die Einrichtung von Freigaben erfolgt folgendermaßen:
Nun müssen Sie noch die Einstellung der ersten Freigabe ändern.
Klicken Sie nun auf dem Arbeitsplatz auf das Symbol Persönlicher Ordner und tippen Sie als Adresse /home ein. Konqueror zeigt die einzelnen Benutzerverzeichnisse an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihr Benutzerverzeichnis und wählen Sie Eigenschaften / Berechtigungen / Erweiterte Berechtigungen. Markieren Sie unter Einträge anzeigen und Öffnen sämtliche Felder. Dieser Schritt ist nötig, damit Windows das Verzeichnis überhaupt lesen kann.
Schließlich müssen Sie noch die Firewall für den Samba-Server öffnen. Wählen Sie dazu im Mandriva-Kontrollzentrum das Modul Sicherheit / Eine persönliche Firewall aufsetzen... und markieren Sie die Einträge Windows-Dateifreigabe (SMB) und Echo-Anfrage (ping). Der letzte Eintrag ist für den Samba-Server nicht unbedingt nötig, kann aber Hilfe bei der Fehlersuche leisten. In den nächsten beiden Dialogen klicken Sie auf OK, um das Setup der Firewall abzuschließen. Sie finden nun die Freigabe unter Windows in der Netzwerkumgebung, wenn Sie den Punkt Gesamtes Microsoft Netzwerk anklicken und die Arbeitsgruppe Mdkgroup auswählen.
Damit Linux Ihren Windows-XP-Rechner sieht und er Teil einer Arbeitsgruppe wird, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:
Der Windows-Assistent erstellt nun das Heimnetz. Auf dem letzten Bildschirm werden Sie gefragt, ob Sie den Netzwerk-Assistenten auch auf einem anderen Computer ausführen möchten. Wählen Sie hier den vierten Punkt, um den Assistenten zu beenden.
Nach erfolgreichem Einrichten des Samba-Servers wählen Sie aus dem Windows-Startmenü den Eintrag Netzwerkumgebung aus. Je nach Distribution und den eingerichteten Freigaben sehen Sie jetzt mehrere Einträge unter Lokales Netzwerk (Abbildung 6).
Nach einem Doppelklick auf die entsprechende Freigabe zeigt Windows die Dateien des Linux-Rechners an. Erscheint zunächst noch die Passwort-Abfrage, geben Sie die Zugangsdaten Ihres Samba-Benutzers ein. Zeigt Windows keine Freigabe an, klicken Sie auf Arbeitsgruppencomputer anzeigen / Microsoft Windows Netzwerk. Jetzt zeigt Windows die Arbeitsgruppe Tux-net oder die von Ihnen eingestellte Arbeitsgruppe an. Nach einem Doppelklick auf das entsprechende Symbol sehen Sie die Rechner der Arbeitsgruppe. Klappt's auch so nicht, versuchen Sie, ob Sie den Windows-Rechner von Linux aus erreichen können. Öffnen Sie dazu mit [Alt-F2] und dem Befehl konsole das KDE-Terminal und geben Sie dann den Befehl
ping 192.168.1.2
ein. 192.168.1.2 ersetzen Sie dabei durch die Netzwerk-Adresse des Windows-Rechners.
Überprüfen Sie unter Suse Linux auch, ob die Firewall nicht aus versehen läuft. Geben Sie dazu als root den Befehl rcSuSEfirewall 2 status ein und stellen Sie die Firewall wenn nötig über rcSuSEfirewall 2 stop ab. Schließlich kann auch der bekannte Windows-Neustart Wunder bewirken, wenn etwas auf Anhieb nicht funktioniert.
Um von Linux aus Daten mit einem Windows-Rechner austauschen zu können, muss der Windows-Rechner mindestens eine Netzwerkfreigabe besitzen. Öffnen Sie dazu ein beliebiges Verzeichnis (zum Beispiel Eigene Dateien), klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis und wählen Sie Eigenschaften. Wechseln Sie nun auf den Reiter Freigabe und markieren Sie den Punkt Diesen Ordner im Netzwerk freigeben (Abbildung 7). Unter Freigabename: tragen Sie einen beliebigen Namen ein. Möchten Sie von Linux aus auch in die Verzeichnisse der Freigabe schreiben, setzen Sie ein Häkchen vor Netzwerkbenutzer dürfen Dateien verändern. Nach einem Klick auf OK ist Ihr Windows-Rechner bereit für Linux. Sie können jetzt von Linux aus auf die Verzeichnisse und Dateien der XP-Maschine zugreifen.
Starten Sie dazu unter Linux den Browser Konqueror und geben Sie in der URL-Zeile die Adresse smb:/ ein. Zeigt Konqueror keinen Rechner oder eine Fehlermeldung an, ist vermutlich die Firewall des Linux-Rechners aktiv. Dan ist der Zugriff nur über die IP-Adresse möglich. Probieren Sie es mit der Angabe der Netzwerkadresse: smb://192.168.1.2 (die IP-Adresse müssen Sie entsprechend anpassen). Sie sollten jetzt den Windows-Rechner und die angelegte Freigabe sehen.
Haben Sie den Schreibzugriff erlaubt, können Sie nun einfach per Drag & Drop Dateien zwischen den Rechnern austauschen. Alternativ benutzen Sie für den Zugriff auf die Freigabe nicht Konqueror, sondern das Hilfsprogramm Smb4k.
Mit Smb4K durchsuchen Sie Windows-Freigaben so einfach wie unter Windows. Die Installation des Programms erfolgt über die Heft-CD. Details dazu lesen Sie auf der CD.
Zum Starten des Programms drücken Sie [Alt-F2] und geben den Befehl smb4k ein. Smb4K durchsucht dann das gesamte Netzwerk nach Windows-Arbeitsgruppen und zeigt diese an. Ein Klick auf das Plus-Zeichen vor der Arbeitsgruppe öffnet eine Baumstruktur. Sie sehen dann die zur Arbeitsgruppe gehörenden Rechner und Freigaben. Um das Programm wieder zu beenden, wählen Sie Datei / Beenden. Schließen Sie lediglich das Fenster, läuft Smb4K minimiert im Systemabschnitt des KDE-Panels weiter.
Auf Abbildung 8 zeigt Smb4K die Arbeitsgruppen MSHOME und NTHOME an. Zur Arbeitsgruppe MSHOME gehören die Rechner LINUX und XP-TESTRECHNER. Der XP-Testrechner stellt zwei Freigaben (peter und SharedDocs) zur Verfügung.
Ein Klick auf das gewünschte Verzeichnis hängt dieses in den Linux-Dateisystembaum ein. Die Freigabe erscheint dann in der rechten oberen Fensterhälfte von Smb4K unter den eingehängten Laufwerken. Zusätzlich markiert Smb4K den Namen mit kursiver Schrift. Um das Verzeichnis im KDE-Datei-Manager zu öffnen, klicken Sie auf das Freigaben-Symbol. Alternativ markieren Sie die Freigabe mit gedrückter Strg-Taste und wählen Freigaben / Konqueror. Auch um eine Freigabe auszuhängen, müssen Sie diese zunächst im Freigabenfenster rechts oben mit gedrückter Strg-Taste markieren. Anschließend drücken Sie [Strg-U] oder wählen Freigaben / Aushängen.
Die Reiter Netzwerk und Freigabe liefern detaillierte Informationen zum ausgewählten Rechner und zu den einzelnen Freigaben. Der Reiter Suche hilft Ihnen in großen Netzwerken, über den Rechnernamen bestimmte Maschinen zu finden. Dazu müssen Sie die IP-Adresse oder den vollständigen Namen des gesuchten Rechners kennen. Eine Suche nach Freigaben ist nicht möglich.
Der Schnellstart von Smb4K funktioniert nur selten so reibungslos, wie eben beschrieben. Firewalls und fehlende Zugriffsrechte machen Ihnen das Leben im Netzwerk oft schwer. Unter Mandriva und Suse Linux blockiert die distributionseigene Firewall sämtliche Suchläufe von Smb4K. Sie müssen deshalb die Schutzmauer zuerst deaktivieren. Benutzer von Suse Linux starten dazu YaST / Sicherheit und Benutzer / Firewall und wählen die Option zum Stoppen der Firewall. Alternativ geben Sie auf der Kommandozeile als Benutzer root folgenden Befehl ein:
rcSuSEfirewall2 stop
Bei Mandriva Linux stoppen Sie die Firewall (wiederum mit Root-Rechten) mit dem Befehl
/etc/init.d/iptables stop
Einen weiteren Fallstrick stellt das Ein- und Aushängen der Windows-Freigaben dar: Dies ist in der Grundeinstellung nur dem Benutzer root erlaubt. Am einfachsten umgehen Sie das Problem, indem Sie Smb4K mit dem Befehl kdesu smb4k als Systemadministrator starten. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie jedoch folgenden Weg wählen:
chmod +s /usr/bin/smbmnt chmod +s /usr/bin/smbumount
Mit diesen Einstellungen funktioniert Smb4K auch ohne Root-Rechte problemlos.
Über den Menüpunkt Einstellungen / Smb4K bestimmen Sie die wichtigsten Parameter des KDE-Netzwerk-Tools. Unter Erscheinungsbild / Netzwerkbrowser legen Sie zum Beispiel fest, ob Smb4K auch Drucker-Freigaben anzeigen soll. In der unteren Fensterhälfte stellen Sie ein, wie Smb4k die Freigaben darstellt.
Unter Netzwerk / Browseliste bestimmen Sie das Suchverhalten von Smb4K. In der Grundeinstellung (Durchsuche das Netzwerk, um die Browseliste zu erhalten) sucht das Programm das gesamte Netzwerk nach Windows-Rechnern ab. Dazu benutzt Smb4K entweder das Programm smbclient oder nmblookup. In einem großen Netzwerk kann dieser Vorgang unter Umständen ein Weile dauern. Hier bietet sich die zweite Option an, bei der Smb4K bei einem so genannten Master Browser die Liste der registrierten Rechner abholt. Wählen Sie diese Option, müssen Sie allerdings den Windows-Rechnernamen (Netbios-Namen) oder die IP-Adresse des Master Browsers kennen.
Ein Klick auf Freigaben zeigt Ihnen den Mount-Punkt für die Freigaben an. In der Grundeinstellung benutzt Smb4K dazu das Verzeichnis /home/Benutzername/smb4k. Stört Sie der neue Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis, setzen Sie einfach einen Punkt vor smb4k. Konqueror behandelt den Ordner dann als verstecktes Verzeichnis.
Möchten Sie ein Verzeichnis außerhalb Ihres Home-Verzeichnisses wählen, müssen Sie darauf achten, dass Sie dessen Eigentümer sind. Es genügt nicht, wenn Sie im Verzeichnis Schreibrechte besitzen. Die Rechte eines Verzeichnisses zeigt Ihnen Konqueror über das Kontextmenü Eigenschaften / Berechtigungen an. Benutzen Sie Smb4K regelmäßig, sollten Sie einen Blick auf die Optionen unter Ein- und Aushängen werfen. Das Programm erlaubt es, Freigaben beim Start automatisch zu mounten und diese beim Verlassen der Anwendung wieder auszuhängen.
Unter Authentifizierung / Allgemein legen Sie einen Standard-Benutzernamen und das zugehörige Passwort fest. Diese Daten sollten Sie nur dann angeben, wenn Sie immer den gleichen Login benutzen. Benötigen Sie nur für gewisse Rechner ein Passwort, wechseln Sie auf den Reiter Rechner und Freigaben und füllen hier die benötigten Felder aus. Machen Sie keinerlei Angaben zu Benutzername oder Passwort, erscheint bei Bedarf ein entsprechendes Dialogfenster.
Die Einstellungen unter Samba betreffen erweiterte Samba-Parameter. In der Regel müssen Sie diese Optionen nicht ändern. Sollten Sie jedoch mit den Standard-Einstellungen auf gewisse Freigaben nicht zugreifen können, kreuzen Sie unter mount / Dateisystem anstelle von SMBFS probeweise das neuere CIFS an. Netzwerke mit Unterstützung für Active Directory benötigen eventuell den Parameter für Kerberos-Authentifizierung auf dem Reiter Allgemein.
Über den Punkt Administrator legen Sie fest, ob und wie Smb4K bestimmte Befehle als Systemadministrator ausführen soll. Haben Sie die Zugriffsrechte für smbmnt und smbumount wie beschrieben eingerichtet, müssen Sie hier nichts ändern.
Während Konqueror Windows-Freigaben über die virtuelle Adresse smb:/ lediglich anzeigt, bindet Smb4K diese auf Wunsch per Mausklick ein. Den Unterschied zwischen den zwei Arbeitsweisen bemerken Sie, wenn Sie auf der Kommandozeile eine Datei auf eine Freigabe kopieren oder mit einem Nicht-KDE-Programm auf die Freigabe zugreifen möchten. Befindet sich zum Beispiel Ihre Musiksammlung auf einem Windows-Share, können Sie diese über xmms nur abspielen, wenn die Freigabe eingehängt ist. (mhi)
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Software zum Artikel auf CD: Smb4k |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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