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Erschienen in EasyLinux 03/2006   »   Ausgabe bestellen

Dateien zwischen Linux und Windows austauschen

Samba neu aufgerollt

Marcel Hilzinger


Für Einsteiger ist der Zugriff von Linux auf Windows-Dateien beziehungsweise -Rechner und umgekehrt oft komplizierter als notwendig. Dieser Artikel zeigt, wie Sie den Dateiverkehr trotz Schwierigkeiten zum Rollen bringen.

Was unter Windows lediglich ein paar Mausklicks bedarf, bringt selbst fortgeschrittene Linux-Benutzer manchmal an den Rand der Verzweiflung: der Datenaustausch zwischen Linux- und Windows-Rechnern. Zwar zeigt Windows über Start / Arbeitsplatz / Netzwerkumgebung andere Rechner im gleichen Netzwerk und deren Freigaben an -- Linux-PCs findet es jedoch nicht. Von Linux aus auf Windows-Freigaben zuzugreifen, ist ebenfalls nicht ganz trivial, da bei den meisten Distributionen eine Firewall den Zugriff verhindert.


Freigabe: Verzeichnis auf dem eigenen Rechner, das auch für andere Rechner im gleichen Netzwerk sichtbar ist.

Client oder Server

Je nachdem, ob Sie von Windows auf Linux zugreifen möchten oder umgekehrt, benötigen Sie eine andere Software-Komponente.

Samba-Server unter Suse Linux

Unter Suse Linux richten Sie den Samba-Server bequem über das Modul Netzwerkdienste / Samba-Server von YaST ein. Sie finden YaST im K-Menü unter System / Kontrollzentrum (YaST).

  1. Im ersten Dialog legen Sie den Namen der Arbeitsgruppe fest (Abbildung 1). In der Grundeinstellung benutzt Suse Linux dafür TUX-NET. Kennen Sie die Arbeitsgruppe Ihrer Windows-Rechner, tragen Sie hier anstelle von TUX-NET die eingerichtete Arbeitsgruppe ein (zum Beispiel MSHEIMNETZ).
  1. Nach einem Klick auf Weiter wählen Sie den Typ des Samba-Servers aus. Wählen Sie hier den Punkt Kein Domänen-Controller und klicken Sie erneut auf Weiter. Es erscheint der Dialog Samba-Konfiguration (Abbildung 2).

Abb. 1: Unter Suse Linux richten Sie im ersten Schritt den Namen der Arbeitsgruppe ein. Dieser ist wichtig, damit Windows den Linux-Rechner so einfach wie möglich findet.

Abb. 2: Greifen Sie oft auf Windows-Freigaben zu, sollten Sie den Samba-Server automatisch beim Systemstart aktivieren. Die Firewall muss dazu geöffnet sein.
  1. Damit der Samba-Server bei jedem Systemstart automatisch läuft, markieren Sie die Option AN -- Bei Systemstart. Unter Firewall-Einstellungen klicken Sie auf die Option zum Öffnen der Firewall. Diese blockiert sonst sämtliche Anfragen an den Server.
  1. Auf dem Reiter Shares zeigt YaST einige Freigaben an, die Suse Linux bereits erstellt hat. Markieren Sie den Eintrag mit dem Namen homes und klicken Sie auf Bearbeiten. YaST listet nun einige Optionen auf.
  1. Markieren Sie den Eintrag browseable: No und klicken Sie auf Bearbeiten. Aktivieren Sie die Option (Abbildung 3) und schließen Sie das Fenster über einen Klick auf OK. Der Eintrag lautet nun browseable: Yes. Ohne diese Änderung können Sie von Windows aus nur auf die Freigabe zugreifen, wenn Sie den Namen der darinliegenden Verzeichnisse kennen.

Abb. 3: Ohne die Option "browseable" weigert sich Windows, den Inhalt der Freigabe anzuzeigen. Das ist zwar sicher, aber nicht sehr benutzerfreundlich.
  1. Klicken Sie dann auf den Reiter Identität. Hier legen Sie unter NetBIOS-Rechnername den Namen des Samba-Servers fest. Windows zeigt diesen im Netzwerk-Manager an. Die Rechnersuche von Windows arbeitet ebenfalls mit Netbios-Namen.

Nach einem Klick auf Beenden ist der Samba-Server einsatzbereit.

Samba-Benutzer einrichten

Im einfachsten Fall greifen Sie von Windows als Gast auf den Samba-Server zu. Da dieser Benutzer unter Linux nicht existiert, behandelt ihn Linux wie den Benutzer nobody. Nobody gehört aber keiner Benutzergruppe an, so dass Sie von Windows nur auf die Verzeichnisse voll zugreifen können, die für alle Benutzer les- und schreibbar sind. Ein typischer Fall von fehlenden Benutzerrechten ist, wenn Sie unter Windows zwar die Verzeichnisse des Linux-Rechners sehen, aber diese nicht öffnen oder darin keine Dateien ablegen können.

Um dieses Problem zu umgehen, führt Samba eine eigene Benutzerverwaltung in der Datei /etc/samba/smbpasswd. Sie weist Linux-Benutzer Windows-Benutzern zu. Arbeiten Sie zum Beispiel unter Windows als Benutzer bill und unter Linux als tux, stellen Sie den Samba-Server so ein, dass er jeden Zugriff von Bill unter Linux als Tux vollführt. Da weder Suse noch Mandriva Linux ein brauchbares Tool für die Samba-Benutzerverwaltung mitbrigen, müssen Sie zur Konsole greifen, um die gewünschten Samba-Benutzer anzulegen:

  1. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster und geben Sie den Befehl su - ein, um zum Benutzer root zu wechseln (das Minuszeichen hinter su ist wichtig).
  1. Geben Sie den Befehl smbpasswd -a IHR_BENUTZERNAME ein, zum Beispiel smbpasswd -a otto.
  1. Das Programm fordert Sie auf, ein Passwort einzugeben. Dabei handelt es sich um ein neues Passwort. Aus praktischen Gründen empfiehlt es sich jedoch, das gleiche Passwort zu wählen, das Sie auch unter Linux für Ihren Benutzer eingerichtet haben. So müssen Sie nicht immer überlegen, ob Sie nun das Samba- oder das Linux-Passwort eingeben müssen.
  1. Haben Sie zweimal das gleiche Passwort eingegeben, beendet sich das Programm. Sie können das Terminal-Fenster jetzt wieder schließen. Verlangt Windows beim Anklicken einer Freigabe nach einem Benutzernamen und einem Passwort, geben Sie einfach die hier festgelegten Werte ein.

Samba unter Mandriva Linux

Starten Sie den Paket-Manager von Mandriva Linux über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren. Geben Sie hier im Suchfeld das Stichwort samba ein und klicken auf Suche, zeigt Rpmdrake vier Treffer an. Markieren Sie die Pakete samba-client und samba-server zur Installation und klicken Sie auf Installieren. Bei der Auswahl der Pakete weist Sie der Paket-Manager darauf hin, dass Mandriva Linux zur Installation der ausgewählten Pakete noch weitere Pakete benötigt. Klicken Sie hier jeweils auf OK. Rpmdrake fordert Sie nun auf, CD 1 einzulegen. Nach der Installation verlassen Sie den Paket-Manager über Beenden. Die Einrichtung von Freigaben erfolgt folgendermaßen:

  1. Starten Sie das Mandriva-Linux-Kontrollzentrum über System / Einstellungen / Den Computer konfigurieren und wählen Sie unter Einhängepunkte das Modul Verwalten der Konfiguration von Samba.
  1. Wechseln Sie auf den Reiter Samba-Benutzer und klicken Sie auf Benutzer hinzufügen.
  1. Wählen Sie aus der Liste Benutzername Ihren Login-Namen aus und tippen Sie ein beliebiges Passwort ein. Es empfiehlt sich, das normale Benutzerpasswort zu benutzen, so müssen Sie nicht ständig überlegen, welches Passwort Sie nun für Samba und welches unter Linux verwenden müssen.

Nun müssen Sie noch die Einstellung der ersten Freigabe ändern.

  1. Wechseln Sie auf den Reiter Dateifreigabe und markieren Sie den bestehenden Eintrag homes.
  1. Klicken Sie auf Ändern und geben Sie als Verzeichnis /home an.
  1. Stellen Sie die Optionen für Öffentlich, Schreibbar und Sichtbar auf yes (Abbildung 4).
  1. Wählen Sie aus dem Menü File den Eintrag Write Conf, um die Einstellungen zu speichern, dann Samba Server / Restart, damit Mandriva Linux den Samba-Server neu startet.
  1. Klicken Sie unten links auf OK, um das Setup zu beenden.

Abb. 4: In der Grundeinstellung sind Freigaben unter Mandriva Linux weder sichtbar noch schreibbar.

Klicken Sie nun auf dem Arbeitsplatz auf das Symbol Persönlicher Ordner und tippen Sie als Adresse /home ein. Konqueror zeigt die einzelnen Benutzerverzeichnisse an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihr Benutzerverzeichnis und wählen Sie Eigenschaften / Berechtigungen / Erweiterte Berechtigungen. Markieren Sie unter Einträge anzeigen und Öffnen sämtliche Felder. Dieser Schritt ist nötig, damit Windows das Verzeichnis überhaupt lesen kann.

Schließlich müssen Sie noch die Firewall für den Samba-Server öffnen. Wählen Sie dazu im Mandriva-Kontrollzentrum das Modul Sicherheit / Eine persönliche Firewall aufsetzen... und markieren Sie die Einträge Windows-Dateifreigabe (SMB) und Echo-Anfrage (ping). Der letzte Eintrag ist für den Samba-Server nicht unbedingt nötig, kann aber Hilfe bei der Fehlersuche leisten. In den nächsten beiden Dialogen klicken Sie auf OK, um das Setup der Firewall abzuschließen. Sie finden nun die Freigabe unter Windows in der Netzwerkumgebung, wenn Sie den Punkt Gesamtes Microsoft Netzwerk anklicken und die Arbeitsgruppe Mdkgroup auswählen.

Windows netzwerkfähig machen

Damit Linux Ihren Windows-XP-Rechner sieht und er Teil einer Arbeitsgruppe wird, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Öffnen Sie über das Windows-Startmenü den Arbeitsplatz.
  1. Wählen Sie hier den Punkt Netzwerkumgebung aus und klicken Sie anschließend auf Kleines Firmen- oder Heimnetzwerk einrichten. Jetzt startet der Netzwerkinstallations-Assistent. Klicken Sie auf den ersten zwei Bildschirmen auf Weiter.
  1. Auf dem dritten Bildschirm (Abbildung 5) wählen Sie die Verbindungsmethode aus. Hier legen Sie fest, wie Sie das Internet erreichen möchten. Ist Ihr Windows-PC bereits ans Internet angeschlossen, entscheiden Sie sich für den ersten Eintrag und klicken dann auf Weiter. Möchten Sie das Internet über einen Linux-Rechner erreichen, wählen Sie den zweiten Punkt.

Abb. 5: Der Netzwerkinstallations-Assistent hilft Ihnen beim Einrichten des Heimnetzwerkes.
  1. Möchten Sie mit keinem der Rechner ins Internet, wählen Sie Andere Methode und auf dem folgenden Bildschirm den dritten Punkt. Nach einem Klick auf Weiter fordert Windows XP Sie auf, den Computer zu beschreiben und ihm einen Namen zu vergeben.
  1. Der wichtigste Schritt folgt auf dem letzten Bildschirm. Hier legen Sie den Namen der Windows-Arbeitsgruppe fest. Dabei ist es wichtig, dass Sie unter Windows und unter Linux denselben Namen verwenden. Bei Suse Linux heißt das Windows-Netzwerk standardmäßig TUX-NET, unter Mandriva Linux MDKGROUP. Es lohnt sich also, hier gleich den entsprechenden Namen einzugeben, sonst müssen Sie diesen unter Linux manuell anpassen. Groß- und Kleinschreibung ist dabei nicht wichtig. Natürlich können Sie auch den voreingestellten Namen MSHEIMNETZ übernehmen, und dann unter Linux diesen als Arbeitsgruppe einstellen.
    Sind Sie sich nicht sicher, welche Arbeitsgruppe Ihr Linux-Rechner benutzt, suchen Sie einfach in der Datei /etc/samba/smb.conf nach dem Eintrag workgroup =.

Der Windows-Assistent erstellt nun das Heimnetz. Auf dem letzten Bildschirm werden Sie gefragt, ob Sie den Netzwerk-Assistenten auch auf einem anderen Computer ausführen möchten. Wählen Sie hier den vierten Punkt, um den Assistenten zu beenden.

Zugriff auf den Samba-Server

Nach erfolgreichem Einrichten des Samba-Servers wählen Sie aus dem Windows-Startmenü den Eintrag Netzwerkumgebung aus. Je nach Distribution und den eingerichteten Freigaben sehen Sie jetzt mehrere Einträge unter Lokales Netzwerk (Abbildung 6).

Abb. 6: Läuft der Samba-Server, sehen Sie die Linux-Freigaben in der Netzwerkumgebung von Windows XP.

Nach einem Doppelklick auf die entsprechende Freigabe zeigt Windows die Dateien des Linux-Rechners an. Erscheint zunächst noch die Passwort-Abfrage, geben Sie die Zugangsdaten Ihres Samba-Benutzers ein. Zeigt Windows keine Freigabe an, klicken Sie auf Arbeitsgruppencomputer anzeigen / Microsoft Windows Netzwerk. Jetzt zeigt Windows die Arbeitsgruppe Tux-net oder die von Ihnen eingestellte Arbeitsgruppe an. Nach einem Doppelklick auf das entsprechende Symbol sehen Sie die Rechner der Arbeitsgruppe. Klappt's auch so nicht, versuchen Sie, ob Sie den Windows-Rechner von Linux aus erreichen können. Öffnen Sie dazu mit [Alt-F2] und dem Befehl konsole das KDE-Terminal und geben Sie dann den Befehl

ping 192.168.1.2

ein. 192.168.1.2 ersetzen Sie dabei durch die Netzwerk-Adresse des Windows-Rechners.

Überprüfen Sie unter Suse Linux auch, ob die Firewall nicht aus versehen läuft. Geben Sie dazu als root den Befehl rcSuSEfirewall 2 status ein und stellen Sie die Firewall wenn nötig über rcSuSEfirewall 2 stop ab. Schließlich kann auch der bekannte Windows-Neustart Wunder bewirken, wenn etwas auf Anhieb nicht funktioniert.

Freigaben unter Windows

Um von Linux aus Daten mit einem Windows-Rechner austauschen zu können, muss der Windows-Rechner mindestens eine Netzwerkfreigabe besitzen. Öffnen Sie dazu ein beliebiges Verzeichnis (zum Beispiel Eigene Dateien), klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis und wählen Sie Eigenschaften. Wechseln Sie nun auf den Reiter Freigabe und markieren Sie den Punkt Diesen Ordner im Netzwerk freigeben (Abbildung 7). Unter Freigabename: tragen Sie einen beliebigen Namen ein. Möchten Sie von Linux aus auch in die Verzeichnisse der Freigabe schreiben, setzen Sie ein Häkchen vor Netzwerkbenutzer dürfen Dateien verändern. Nach einem Klick auf OK ist Ihr Windows-Rechner bereit für Linux. Sie können jetzt von Linux aus auf die Verzeichnisse und Dateien der XP-Maschine zugreifen.

Abb. 7: Netzwerkfreigabe einrichten unter Windows XP.

Starten Sie dazu unter Linux den Browser Konqueror und geben Sie in der URL-Zeile die Adresse smb:/ ein. Zeigt Konqueror keinen Rechner oder eine Fehlermeldung an, ist vermutlich die Firewall des Linux-Rechners aktiv. Dan ist der Zugriff nur über die IP-Adresse möglich. Probieren Sie es mit der Angabe der Netzwerkadresse: smb://192.168.1.2 (die IP-Adresse müssen Sie entsprechend anpassen). Sie sollten jetzt den Windows-Rechner und die angelegte Freigabe sehen.

Haben Sie den Schreibzugriff erlaubt, können Sie nun einfach per Drag & Drop Dateien zwischen den Rechnern austauschen. Alternativ benutzen Sie für den Zugriff auf die Freigabe nicht Konqueror, sondern das Hilfsprogramm Smb4k.

Samba-Client für KDE

Mit Smb4K durchsuchen Sie Windows-Freigaben so einfach wie unter Windows. Die Installation des Programms erfolgt über die Heft-CD. Details dazu lesen Sie auf der CD.

Abb. 8: Das KDE-Tool Smb4K zeigt Windows-Arbeitsgruppen, -Rechner und deren Freigaben an.

Zum Starten des Programms drücken Sie [Alt-F2] und geben den Befehl smb4k ein. Smb4K durchsucht dann das gesamte Netzwerk nach Windows-Arbeitsgruppen und zeigt diese an. Ein Klick auf das Plus-Zeichen vor der Arbeitsgruppe öffnet eine Baumstruktur. Sie sehen dann die zur Arbeitsgruppe gehörenden Rechner und Freigaben. Um das Programm wieder zu beenden, wählen Sie Datei / Beenden. Schließen Sie lediglich das Fenster, läuft Smb4K minimiert im Systemabschnitt des KDE-Panels weiter.


Systemabschnitt: Besonderer Abschnitt der KDE-Kontrollleiste, in der Regel links neben der Uhr. Hier tummeln sich Hilfsprogramme und Anwendungen, die kein eigenes Fenster benötigen, zum Beispiel die Zwischenablage oder das Internet-Einwahlprogramm.

Auf Abbildung 8 zeigt Smb4K die Arbeitsgruppen MSHOME und NTHOME an. Zur Arbeitsgruppe MSHOME gehören die Rechner LINUX und XP-TESTRECHNER. Der XP-Testrechner stellt zwei Freigaben (peter und SharedDocs) zur Verfügung.

Ein Klick auf das gewünschte Verzeichnis hängt dieses in den Linux-Dateisystembaum ein. Die Freigabe erscheint dann in der rechten oberen Fensterhälfte von Smb4K unter den eingehängten Laufwerken. Zusätzlich markiert Smb4K den Namen mit kursiver Schrift. Um das Verzeichnis im KDE-Datei-Manager zu öffnen, klicken Sie auf das Freigaben-Symbol. Alternativ markieren Sie die Freigabe mit gedrückter Strg-Taste und wählen Freigaben / Konqueror. Auch um eine Freigabe auszuhängen, müssen Sie diese zunächst im Freigabenfenster rechts oben mit gedrückter Strg-Taste markieren. Anschließend drücken Sie [Strg-U] oder wählen Freigaben / Aushängen.

Die Reiter Netzwerk und Freigabe liefern detaillierte Informationen zum ausgewählten Rechner und zu den einzelnen Freigaben. Der Reiter Suche hilft Ihnen in großen Netzwerken, über den Rechnernamen bestimmte Maschinen zu finden. Dazu müssen Sie die IP-Adresse oder den vollständigen Namen des gesuchten Rechners kennen. Eine Suche nach Freigaben ist nicht möglich.

Zugangsrechte

Der Schnellstart von Smb4K funktioniert nur selten so reibungslos, wie eben beschrieben. Firewalls und fehlende Zugriffsrechte machen Ihnen das Leben im Netzwerk oft schwer. Unter Mandriva und Suse Linux blockiert die distributionseigene Firewall sämtliche Suchläufe von Smb4K. Sie müssen deshalb die Schutzmauer zuerst deaktivieren. Benutzer von Suse Linux starten dazu YaST / Sicherheit und Benutzer / Firewall und wählen die Option zum Stoppen der Firewall. Alternativ geben Sie auf der Kommandozeile als Benutzer root folgenden Befehl ein:

rcSuSEfirewall2 stop

Bei Mandriva Linux stoppen Sie die Firewall (wiederum mit Root-Rechten) mit dem Befehl

/etc/init.d/iptables stop

Einen weiteren Fallstrick stellt das Ein- und Aushängen der Windows-Freigaben dar: Dies ist in der Grundeinstellung nur dem Benutzer root erlaubt. Am einfachsten umgehen Sie das Problem, indem Sie Smb4K mit dem Befehl kdesu smb4k als Systemadministrator starten. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie jedoch folgenden Weg wählen:

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von kdesu konsole ein Terminal-Fenster als root.
  1. Geben Sie folgende zwei Befehle ein, die den Benutzern das Ein- und Aushängen von Windows-Freigaben ermöglichen:
    chmod +s /usr/bin/smbmnt
    chmod +s /usr/bin/smbumount
  1. Schließen Sie das KDE-Terminal über den Befehl exit.

Mit diesen Einstellungen funktioniert Smb4K auch ohne Root-Rechte problemlos.

Einrichtung

Über den Menüpunkt Einstellungen / Smb4K bestimmen Sie die wichtigsten Parameter des KDE-Netzwerk-Tools. Unter Erscheinungsbild / Netzwerkbrowser legen Sie zum Beispiel fest, ob Smb4K auch Drucker-Freigaben anzeigen soll. In der unteren Fensterhälfte stellen Sie ein, wie Smb4k die Freigaben darstellt.

Unter Netzwerk / Browseliste bestimmen Sie das Suchverhalten von Smb4K. In der Grundeinstellung (Durchsuche das Netzwerk, um die Browseliste zu erhalten) sucht das Programm das gesamte Netzwerk nach Windows-Rechnern ab. Dazu benutzt Smb4K entweder das Programm smbclient oder nmblookup. In einem großen Netzwerk kann dieser Vorgang unter Umständen ein Weile dauern. Hier bietet sich die zweite Option an, bei der Smb4K bei einem so genannten Master Browser die Liste der registrierten Rechner abholt. Wählen Sie diese Option, müssen Sie allerdings den Windows-Rechnernamen (Netbios-Namen) oder die IP-Adresse des Master Browsers kennen.

Ein Klick auf Freigaben zeigt Ihnen den Mount-Punkt für die Freigaben an. In der Grundeinstellung benutzt Smb4K dazu das Verzeichnis /home/Benutzername/smb4k. Stört Sie der neue Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis, setzen Sie einfach einen Punkt vor smb4k. Konqueror behandelt den Ordner dann als verstecktes Verzeichnis.

Möchten Sie ein Verzeichnis außerhalb Ihres Home-Verzeichnisses wählen, müssen Sie darauf achten, dass Sie dessen Eigentümer sind. Es genügt nicht, wenn Sie im Verzeichnis Schreibrechte besitzen. Die Rechte eines Verzeichnisses zeigt Ihnen Konqueror über das Kontextmenü Eigenschaften / Berechtigungen an. Benutzen Sie Smb4K regelmäßig, sollten Sie einen Blick auf die Optionen unter Ein- und Aushängen werfen. Das Programm erlaubt es, Freigaben beim Start automatisch zu mounten und diese beim Verlassen der Anwendung wieder auszuhängen.

Unter Authentifizierung / Allgemein legen Sie einen Standard-Benutzernamen und das zugehörige Passwort fest. Diese Daten sollten Sie nur dann angeben, wenn Sie immer den gleichen Login benutzen. Benötigen Sie nur für gewisse Rechner ein Passwort, wechseln Sie auf den Reiter Rechner und Freigaben und füllen hier die benötigten Felder aus. Machen Sie keinerlei Angaben zu Benutzername oder Passwort, erscheint bei Bedarf ein entsprechendes Dialogfenster.

Die Einstellungen unter Samba betreffen erweiterte Samba-Parameter. In der Regel müssen Sie diese Optionen nicht ändern. Sollten Sie jedoch mit den Standard-Einstellungen auf gewisse Freigaben nicht zugreifen können, kreuzen Sie unter mount / Dateisystem anstelle von SMBFS probeweise das neuere CIFS an. Netzwerke mit Unterstützung für Active Directory benötigen eventuell den Parameter für Kerberos-Authentifizierung auf dem Reiter Allgemein.

Über den Punkt Administrator legen Sie fest, ob und wie Smb4K bestimmte Befehle als Systemadministrator ausführen soll. Haben Sie die Zugriffsrechte für smbmnt und smbumount wie beschrieben eingerichtet, müssen Sie hier nichts ändern.

Während Konqueror Windows-Freigaben über die virtuelle Adresse smb:/ lediglich anzeigt, bindet Smb4K diese auf Wunsch per Mausklick ein. Den Unterschied zwischen den zwei Arbeitsweisen bemerken Sie, wenn Sie auf der Kommandozeile eine Datei auf eine Freigabe kopieren oder mit einem Nicht-KDE-Programm auf die Freigabe zugreifen möchten. Befindet sich zum Beispiel Ihre Musiksammlung auf einem Windows-Share, können Sie diese über xmms nur abspielen, wenn die Freigabe eingehängt ist. (mhi)

Infos

Software zum Artikel auf CD: Smb4k

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