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Kristian Kißling
MTV sendet regelmäßig "Pimp my Ride", wo amerikanische Jugendliche ihre Autos zum Tunen zu ein paar Profimechanikern schicken: Das Ergebnis ist häufig recht beeindruckend -- einige der Kandidaten erkennen ihren Wagen anschließend kaum wieder. Ähnliches funktioniert auch mit Firefox 1.5, allerdings schicken Sie das Programm nicht in eine Werkstatt: Über Erweiterungen verwandeln Sie den ohnehin schon guten Browser in einen Oberklassewagen -- und das ohne komplizierte Basteleien.
Zunächst zeigen wir, wie Sie Erweiterungen (Add-ons) installieren und updaten, dann präsentieren wir eine Handvoll nützlicher Add-ons für den neuen Firefox. Der Schwerpunkt für die Auswahl liegt auf der Stabilität: Es gibt zwar unzählige Erweiterungen, aber nicht alle sind stabil genug für den Alltagseinsatz, was häufig schon die niedrige Versionsnummer verrät.
Sie müssen Firefox nicht aktualisieren: Die meisten Erweiterungen laufen auch mit den vorherigen Firefox-Versionen, aber DownThemAll! und FireFTP funktionieren nur mit dem neuen Firefox. Die aktuelle Versionsnummer des installierten Browsers ermitteln Sie, indem Sie den Browser starten und im Menü Hilfe/ Über Mozilla Firefox wählen. Ihre installierte Version ist vermutlich 1.0.2 oder 1.0.7.
Die neue Version von Firefox finden Sie auf der Heft-CD. Dort befindet sich auch eine Installationsanleitung, die beschreibt, wie Sie die Pakete unter Suse Linux 9.3/ 10.0 sowie Mandriva Linux 2006 einspielen. Insbesondere Nutzer von Mandriva Linux sollten die Anleitung lesen, da die Installation nicht dem üblichen Weg folgt: Sie starten vielmehr ein vorgefertigtes Skript. Danach ändern Sie die Verknüpfungen der Firefox-Icons, damit beim Anklicken der Symbole auch die neue Version des Browsers startet:
Natürlich gibt es in der neuen Version einige Veränderungen. Am ehesten fallen die neu angeordneten Einstellungen ins Auge (Abbildung 1): Die Bereiche sind nun horizontal gruppiert, an den Inhalten hat sich indes kaum etwas geändert. Im aktiven Betrieb blättern Sie schneller zwischen den Seiten vor und zurück, Tabs verschieben Sie jetzt beliebig hin und her. Private Daten, die beim Browsen anfallen -- wie Cookies und Cache-Dateien -- entfernen Sie durch einen einzigen Mausklick auf Private Daten löschen im Menü Extras, das Blocken unerwünschter Pop-up-Fenster funktioniert besser, ebenso das integrierte Update-System. Schließlich unterstützt Firefox 1.5 u. a. einige neue CSS-Tags und das Vektorgrafikformat SVG.
Sehr angenehm ist, dass Sie Erweiterungen -- im Gegensatz zu Plug-ins -- ohne Umstände installieren und updaten. Die Erweiterungen befinden sich auf unserer Heft-CD, viele weitere gibt es auf der Firefox-Projektseite [1]: Ihre Dateinamen enden auf xpi, und lassen sich über einen Doppelklick auf den Download-Link installieren. Die Add-ons von der Heft-CD -- beispielsweise die Adblock-Erweiterung -- ziehen Sie per Drag & Drop aus dem Verzeichnis /programme/andere/firefox-erweiterungen in die geöffnete Firefox-Anwendung: Ein Pop-up-Fenster schlägt vor, die Erweiterung zu installieren (Abbildung 2). Der rote Schriftzug warnt jedoch: Nicht signiert, was bedeutet, dass Sie der Download-Quelle vertrauen sollten, bevor Sie Adblock einspielen: Theoretisch kann es sich um schadhaften Code handeln. Laden Sie Firefox-Erweiterungen also nicht aus dubiosen Quellen herunter, was natürlich auch für andere Software gilt.
Nach dem Klick auf Jetzt installieren öffnet sich das Fenster Erweiterungen -- hier verwalten Sie die kleinen Helfer. Unter Adblock steht Adblock wird beim nächsten Start von Firefox installiert: Sie schließen den Browser, starten ihn neu und wählen aus dem Menü Extras den Eintrag Erweiterungen. Markieren Sie Adblock, ändern sich die Schaltflächen unten im Fenster: Über den Knopf ganz links deinstallieren Sie eine Erweiterung, die Schaltfläche rechts daneben führt zu den Einstellungen -- aber zuvor bringen Sie Adblock auf den neuesten Stand, wozu der Knopf Updaten dient. Ist die Suche nach Updates für Adblock erfolgreich, erscheint der Knopf Jetzt updaten. Drücken Sie ihn, zeigt ein Statusbalken den Fortschritt beim Download des Updates an. Die Installation greift jedoch erst nach einem Neustart von Firefox -- es ist also sinnvoll, mehrere Erweiterungen auf einmal zu installieren und zu erneuern.
Adblock filtert Werbe-Banner aus Web-Seiten: So surfen Sie ohne kommerzielle Begleitung durchs Netz, was erfreulicherweise auch die Zugriffszeiten verringert. Rufen Sie noch einmal die Liste der Erweiterungen auf und konfigurieren Sie Adblock über die Schaltfläche Einstellungen. Ein Fenster zeigt Ihnen, welche Werbe-Domains Adblock filtert. In diese Blacklist tragen Sie auf Wunsch auch eigene Domains ein, von denen Sie keine Werbe-Banner sehen wollen.
Einfacher ist es, mit der rechten Maustaste auf ein Werbe-Banner zu klicken und Adblock Image aus dem Kontextmenü zu wählen: In einem neuen Fenster erscheint dann der zum Bild gehörige Link, z. B.: http://www.superads.de/werbebild/image.php?werbung.gif. Wollen Sie das Bild zukünftig nicht mehr sehen, klicken Sie auf OK. Da häufig mehrere Banner von derselben Domain stammen, geben Sie in die Zeile www.superads.de/* ein. Dann blockiert Firefox dank des Sternchens sämtliche Werbeinhalte von dieser Domain. Klicken Sie beim Besuch einer Seite hingegen auf den kleinen Eintrag Adblock unten rechts im Browser, listet ein Fenster alle blockierbaren Elemente der Web-Seite auf. Ein blinkender, gestrichelter Rand auf der Web-Seite zeigt Ihnen, welches Element Sie gerade markieren, ein Klick auf OK blockiert es.
Um das Filtern von Werbung zu vereinfachen, nutzen Sie Listen, die internationale Werbe-Domains identifizieren, sammeln und regelmäßig aktualisieren. Die Firefox-Erweiterung Adblock Filterset.G Updater spielt diese zentrale Blacklist auf Ihren Rechner und aktualisiert sie permanent. Die Installation erfolgt auf die oben beschriebene Weise, nach dem Update finden Sie die zusätzlichen Filteroptionen in den Einstellungen von Adblock. Filterset.G Updater setzt auf Reguläre Ausdrücke und filtert Inhalte von Web-Seiten nach bestimmten Begriffen wie "Casino" oder "Lotto". Das ist nötig, da Werber oft unterschiedliche Domains und Methoden nutzen, um Banner zu platzieren. In den Einstellungen für Filterset.G Updater legen Sie zusätzlich einen eigenen Filter an.
Firefox bringt auch ein eigenes Chat-Programm mit: Chatzilla (Abbildung 3). Sie starten es nach der Installation, indem Sie im Menü Extras/ Chatzilla auswählen. Auf Wunsch öffnen Sie den Chat in einem eigenen Tab -- davon raten die Entwickler aufgrund von Stabilitätsproblemen allerdings ab. Im Test funktionierte diese Möglichkeit auch nur unregelmäßig. Erzeugen Sie mit [Strg-T] einen neuen Tab und geben Sie in die Adressleiste chrome://chatzilla/content/ ein, um den Chat Client in das Fenster einzubetten.
Noch ein paar Tipps zum Umgang mit dem Chat-Programm:
Dank FireFTP integrieren Sie ein vollwertiges FTP-Programm in Firefox. Mit diesem spielen Sie Dateien auf einen Server im Internet, was interessant ist, wenn Sie eine Web-Seite pflegen oder von öffentlichen FTP-Servern Dateien herunterladen. Nach der Installation finden Sie einen Eintrag FireFTP unter dem Menüpunkt Extras. Der FTP-Browser öffnet sich in einem Tab, er ist in zwei Bereiche unterteilt (Abbildung 4): Auf der linken Seite erscheinen die lokalen Ordner, auf der rechten Seite sehen Sie die Verzeichnisse auf dem FTP-Server.
Um sich an einem FTP-Server anzumelden, benötigen Sie einen Account, den Sie über das Menü Manage Accounts/ New anlegen. In der ersten Zeile des Konfigurationsfensters geben Sie einen Namen für den Zugang ein, zum Beispiel Suse FTP Server, darunter folgt die Adresse des FTP-Servers, wie ftp.suse.com. Nun machen Sie ein Kreuzchen bei Anonymous oder tragen -- wenn Sie auf eine private Homepage zugreifen -- den Login-Namen und das korrekte Passwort ein. Diese beiden Informationen erhalten Sie gewöhnlich schriftlich, wenn Sie eine Domain im Internet registrieren. Neben dem Eintrag Manage Account steht nun Suse FTP Zugang, ein Klick auf Connect meldet Ihren Rechner am FTP-Server an. Um eine Datei auf den Server zu verschieben, suchen Sie diese auf der linken Seite aus -- also auf Ihrem Rechner -- und klicken dann auf den grünen Pfeil, der nach rechts weist. Mit dem zweiten grünen Pfeil, der nach links zeigt, übertragen Sie umgekehrt Dateien vom entfernten Server auf Ihren PC.
Die Erweiterung DownThemAll! erhöht den Download-Komfort: Ob es sich nun um Dokumente, Bilder oder andere Dateiformate handelt -- anstatt jede Datei einzeln anzuklicken, laden Sie die Dateien auf einen Schlag herunter. Ein kleiner Test auf der Seite www.flickr.com demonstriert das: Geben Sie dort einen Suchbegriff ein, zum Beispiel snow, erscheinen verschiedene Bilder zum Thema "Schnee". Die Vorschaubilder laden Sie herunter, indem Sie mit einem Rechtsklick das Kontextmenü aufrufen und den Eintrag DownThemAll! wählen. Ein Fenster mit zwei Reitern öffnet sich, der Reiter Links in the page zeigt die auf der Seite vorhandenen Links an -- Sie nutzen aber den Reiter Images present in the page und setzen ein Kreuzchen bei *.jpeg. Nach einem Klick auf Start downloads! holt das Tool sämtliche Dateien im jpeg-Format von der Seite und legt sie in einen Ordner, den Sie in der Zeile Save files in: bestimmen (Abbildung 5).
Im selben Fenster finden Sie übrigens ganz unten rechts in der Statuszeile den Eintrag Preferences, über den Sie die Einstellungen für DownThemAll! erreichen. Hier gibt es mehrere Reiter: Über den Reiter Main legen Sie die Anzahl simultaner Downloads und die Zeitspanne, nach der ein Download abbricht, fest. Unter dem Reiter Renaming benennen Sie Dateien gleich nach dem Download um. Benötigen Sie Bilder im -- nicht aufgeführten -- svg-Format, erzeugen Sie einen neuen Filter im gleichnamigen Bereich. Sie tragen *.svg unter Caption ein, tippen in die Zeile darunter /(\.svg)$/ und setzen abschließend ein Kreuzchen bei Images Filter. Die Einstellungen im Reiter Aspect zielen eher auf den generellen Umgang mit dem Programm: Was soll nach dem Abschluss eines Downloads geschehen, welche Einträge erscheinen im Kontextmenü? Egal, was Sie ändern: Die ursprünglichen Einstellungen holen Sie mit einem Klick auf die Schaltfläche Restore default settings unten links zurück.
Kommerzielle Seiten sind häufig mit unnützen und nervtötenden Skripten überladen, die den Benutzer mit Werbung bombardieren und ihm Bandbreite stehlen. Über die Erweiterung Noscript deaktivieren Sie diese Skripte. Nach der Installation erscheint beim Besuch einer Seite über der unteren Statusleiste ein gelber Balken, der ganz rechts eine Schaltfläche Optionen beherbergt. Rufen Sie nun eine Seite auf, blockiert die Erweiterung standardmäßig sämtliche Skripte und schreibt eine Meldung auf den gelben Balken. Wollen Sie bestimmte Skripte zulassen, öffnen Sie über einen Klick auf das Symbol mit dem kleinen durchgestrichenen "S" in der Statusleiste ein Menü. In dem steht dann z. B. easylinux.de erlauben und easylinux.de temporär erlauben. Entscheiden Sie sich für den ersten Fall, führt Firefox zukünftig klaglos die Skripte von easylinux.de aus, im zweiten Fall gilt diese Erlaubnis nur für die aktuelle Sitzung. Um den gelben Balken nach einiger Zeit auszublenden, wechseln Sie über die Schaltfläche Optionen in das Konfigurationsfenster der Erweiterung zum Reiter Aussehen, wo Sie ein Kreuzchen bei Nach 5 Sekunden ausblenden setzen. Besonders nervige Flash-Animationen unterdrücken Sie, indem Sie unter dem Reiter Erweitert/ Macromedia Flash verbieten. (kki)
| Infos: |
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[1] Unzählige Erweiterungen für Firefox: https://addons.mozilla.org/?application=firefox
[2] Eine Auswahl an IRC-Servern: http://irc.netsplit.de/networks/listings.var |
Auf der Heft-CD:
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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