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Erschienen in EasyLinux 03/2006   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Claudia Dotterweich


Unsere Gimp-Tipps bringen Ihnen Funktionen und Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie Gimp effektiv zur Bildbearbeitung einsetzen, Filter richtig anwenden und Bilder manipulieren.

Tipp: Bildmanipulation: Regeneffekt

Mit dieser Anleitung bauen Sie schnell und einfach einen Regenschauer nachträglich in Ihr Bild ein:

  1. Öffnen Sie das Bild und erstellen Sie eine neue transparente Ebene (Ebene / Neue Ebene).
  1. Wählen Sie im Werkzeugkasten den Farbverlauf und öffnen Sie die Werkzeugeinstellungen über Datei / Dialoge.
  1. Stellen Sie die Vordergrundfarbe auf Schwarz und die Hintergrundfarbe auf Weiß und wählen Sie in den Werkzeugeinstellungen unter Farbverlauf den Punkt VG nach HG (RGB) aus.
  1. Durch Ziehen mit der Maus legen Sie Anfangs- und Endpunkte fest und füllen die transparente Ebene mit dem Farbverlauf. Experimentieren Sie ruhig ein wenig mit der Form des Farbverlaufs. Das Ergebnis sollte so natürlich wie möglich wirken, da es nicht an jeder Stelle gleich stark regnet.
  1. Über den Menüpunkt Filter / Rauschen öffnen Sie den Dialog Streue HSV. Dieser Filter erzeugt eine Art Bildrauschen. Wählen Sie für Farbton, Sättigung und Wert jeweils Werte im möglichen Endbereich. Unter Festhalten tragen Sie 1 ein, damit das Rauschen in der Bildvorschau gut sichtbar ist.
  1. Ändern Sie den Ebenenmodus auf Multiplizieren und rufen Sie den Menüpunkt Filter / Weichzeichnen / Bewegungsschärfe auf. Als Weichzeichnungsart aktivieren Sie Linear und legen für Länge einen Wert zwischen 10 und 15 fest. Für den Winkel verwenden Sie den Wert 55.
  1. Abschließend wenden Sie noch den Gaußschen Weichzeichner über den Menüpunkt Filter / Weichzeichnen im Bildmenü an. Tragen Sie sowohl beim horizontalen als auch beim vertikalen Radius den Wert 5 ein -- fertig (Abbildung 1).

Abb. 1: Der Regeneffekt wirkt besonders realistisch, wenn das Bildmotiv schon etwas mit dem Thema zu tun haben.

Tipp: Text mit Spiegelung versehen

Einfache Textlogos für Internet-Seiten kann man durch interessante Effekte hervorheben. Im folgenden Tipp zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Text mit Spiegelung und Welleneffekt versehen.

  1. Schreiben Sie Ihren Text und duplizieren Sie anschließend die Ebene (Ebene / Ebene duplizieren).
  1. Per Doppelklick auf das Werkzeug-Icon Die Ebene oder Auswahl spiegeln im Werkzeugkasten öffnen Sie die Werkzeugeinstellungen. Aktivieren Sie hier den Spiegeltyp Vertikal und klicken Sie im Bild auf die duplizierte Textebene.
  1. Schieben Sie die duplizierte Textebene nach unten, damit das Duplikat an das Original angrenzt (Abbildung 2), und reduzieren Sie die Ebenendeckkraft auf einen Wert zwischen 20 und 50.
  1. Rufen Sie das Dialogfenster Wellen über das Bildmenü Filter / Verzerren / Wellen auf.
  1. Aktivieren Sie die Bildvorschau und legen Sie die jeweiligen Parameter für Amplitude, Phase und Wellenlänge fest. Das Ergebnis sollte einem leichten Wellenschlag gleichkommen.

Abb. 2: Mit Gimp erzeugen Sie effektvolle Textspiegelungen.

Tipp: Externen Bildklon integrieren

Bildausschnitte, die Sie mit dem Stempelwerkzeug ([C]) kopiert haben, können Sie in ein beliebiges Bild übertragen. Rufen Sie dazu einfach den Werkzeugdialog auf, wählen Sie als Quelle Bildquelle aus und kopieren Sie den zu klonenden Bildbereich mit gehaltener Strg-Taste. Anschließend übertragen Sie den Klon in das Zielbild. Sowohl beim Klonen als auch beim Übertragen des Klons in ein anderes Bild verwenden Sie das Werkzeug wie einen Pinsel.

Tipp: Werbe-Banner mit GIF-Animationen

Werbebanner sind eine wichtige Werbeform, um auf Web-Seiten aufmerksam zu machen. In wenigen Schritten erstellen Sie ein animiertes Text-Banner für Ihre Homepage.

Gimp speichert jedes Einzelbild der Animation in einer separaten Ebene. Im folgenden Beispiel soll der Web-Browser die einzelnen Worte des Werbeslogans Effizienter Arbeiten mit Gimp der Reihe nach einblenden.

  1. Erstellen Sie über Datei / Neu ein neues Bild im Format 468 x 60 Pixel -- das ist eine Standardgröße für Banner.
  1. Aktivieren Sie das Textwerkzeug ([T]), klicken sie ins Bild und schreiben Sie das erste Wort. Positionieren Sie das Wort an der gewünschten Stelle und tragen Sie mit einem weiteren Klick auf das Bild das nächste Wort ein. Wiederholen Sie diesen Vorgang bis zum letzten Wort. Wie Abbildung 3 zeigt, besteht das Bild nun aus fünf Ebenen, die spätere Animation also aus fünf Frames.
  1. Eine Vorschau der Animation erhalten Sie über das Bildmenü, Filter / Animation / Animation abspielen. Sobald Sie auf Abspielen/Anhalten klicken, starten Sie in der Vorschau die Animation des Banners. Ihnen fällt sicherlich auf, dass der Animationstext sehr schnell abgepielt wird. Zum Steuern der Abspielzeit hinterlegen Sie in den Ebeneneigenschaften im Feld Ebenenname eine Zeitangabe.
  1. Die Dauer der Ebeneneinblendung (combine) definieren Sie unter Angabe der Millisekunden hinter dem Ebenennamen mit (1500ms)(combine). Die Zeitangabe passen Sie so an, dass jedes Einzelbild solange angezeigt wird, wie Sie es sich vorstellen.
  1. Sichern Sie das Bild über Datei / Speichern unter im .GIF Format. Im Dialogfenster Datei exportieren aktivieren Sie den Punkt Als Animation speichern und klicken auf Exportieren. Die Option Unendliche Schleife sollte auch aktiviert sein. Da Sie bereits eine Zeitangabe für die Ebeneneinblendung eingetragen haben, können Sie die übrigen Einstellmöglichkeiten ignorieren.

Das Ergebnis der Animation können Sie wieder über Filter / Animation / Animation abspielen im Bildmenü ansehen. Optional öffnen Sie die GIF-Datei direkt im Browser.

Abb. 3: Über Banner locken Sie mehr Besucher auf Ihre Web-Seite. Mit Gimp erstellen Sie Banner ohne Mühe.

Tipp: Arbeiten mit dem Radierer

Der Radierer ist ein nützliches Werkzeug zum schnellen Freistellen von kleineren Flächen. Je nachdem, ob es sich um ein RGB- oder RGBA-Bild handelt, entfernen Sie mit dem Radiergummi Flächen, so dass dort die Hintergrundfarbe bzw. ein transparenter Bereich übrig bleibt. Aber Vorsicht: Ein Klick zuviel kann beim Radiergummi zu bösen Fehlern führen. Fehler machen Sie mit [Strg-Z] schrittweise rückgängig.

Achten Sie darauf, beim Radieren öfters abzusetzen. Haben Sie in einem Bild mit Alphakanal aus Versehen etwas entfernt, nutzen Sie am besten die Funktion Un-Radieren. Öffnen Sie mit einem Doppelklick auf das Werkzeug-Icon die Werkzeugeinstellungen und aktivieren Sie dort die entsprechende Option. Diese Funktion kehrt den Effekt des Radiergummis um und entfernt die Transparenz der Ebene.

Tipp: Farbbereiche gezielt ändern

Das Schöne an der Bildbearbeitung ist, dass sie viele Möglichkeiten bietet, einfache Bildmotive attraktiver zu gestalten. Mit dem Werkzeug Farbton-Sättigung lassen Sie herkömmliche Motive einfach anders erscheinen. Um wie in Abbildung 4 einer grünen Paprika noch eine rote und eine blaue Variante hinzuzufügen, gehen Sie so vor:

  1. Kopieren Sie die grüne Paprika und erstellen Sie zwei neue transparente Ebenen. Fügen Sie in jede der neuen Ebenen eine Paprikakopie und positionieren Sie diese an der gewünschten Stelle.
  1. Öffnen Sie den Werkzeugdialog über Werkzeuge / Farben / Farbton-Sättigung im Bildmenü und legen Sie für jede Ebene separat mittels Regler den gewünschten Farbton fest.
  1. Optional können Sie noch mit der Helligkeit und Sättigung experimentieren. Mit der Schaltfläche Farbe zurücksetzen stellen Sie wieder den Ausgangszustand her.

Bei aktivierter Vorschau sehen Sie die Auswirkung der Einstellungen im aktuellen Bild. (hge)

Abb. 4: Was es in der Natur wohl nie geben wird, erreichen Sie über gezielte Anpassung der Farbbereiche.

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