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Erschienen in EasyLinux 03/2006   »   Ausgabe bestellen

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

von Heike Jurzik


Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian -- wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Knoppix: Permanentes Home-Verzeichnis einrichten

Ein Nachteil von Live-CDs wie Knoppix ist, dass die persönlichen Einstellungen und Daten beim Herunterfahren des Rechners verschwinden. Knoppix bietet darum die Möglichkeit, die persönlichen Einstellungen und das eigene Home-Verzeichnis auf Wechselmedien, wie Disketten oder USB-Sticks, oder in einen Bereich der Festplatte auszulagern.

Um das Home-Verzeichnis zu sichern, rufen Sie im Knoppix-Menü (mit dem Pinguin) den Menüpunkt Konfiguration / Permanentes KNOPPIX-Image einrichten auf und wählen das Speichermedium aus. Die Dialogbox zeigt schon vorhandene Festplatten-Partitionen (z. B. /dev/hda1 für die erste Partition der ersten IDE-Platte) an; einen USB-Stick finden Sie meistens unter /dev/sda oder /dev/sda1.

Entscheiden Sie, ob die Daten verschlüsselt werden sollen, und geben Sie dann die gewünschte Größe ein; das Dialogfenster informiert darüber, wie viel Platz verfügbar ist. Knoppix archiviert die Daten, speichert sie und teilt mit, wie Sie das Image beim nächsten Booten einbinden (Abbildung 1).

Abb. 1: Unter Knoppix speichern Sie die persönlichen Daten beispielsweise auf einem USB-Memory-Stick.

Wenn Sie mit einem permanenten Home-Verzeichnis arbeiten, achten Sie darauf, Knoppix "ordentlich" zu beenden, z. B. über das K-Menü / Abmelden. So geben Sie dem System die Chance, vor dem Shutdown aufzuräumen, d. h. die eigenen Daten zu speichern und die Partition bzw. den USB-Stick auszuhängen. Liegt das Home-Verzeichnis auf einem Memory-Stick, ist es darüber hinaus wichtig, diesen nie einfach zu entfernen, da ständig Lese- und Schreibzugriffe auf das Medium stattfinden.

Tipp: Knoppix: Permanentes Home-Verzeichnis beim Booten einhängen

Um ein permanentes Home-Verzeichnis auf einer Festplatten-Partition oder einem USB-Stick beim Booten der Knoppix-CD zu integrieren, warten Sie, bis Sie den Boot-Prompt (boot:) sehen, und geben dann den Cheatcode

knoppix home=/dev/sda/knoppix.img

ein und drücken [Eingabe], um die Distribution zu starten. Dabei ersetzen Sie /dev/sda/ durch den Namen der Partition, auf dem Ihr Home-Verzeichnis liegt (siehe Tipp ##). Alternativ lassen Sie die Live-Distribution nach dem Image mit den eigenen Daten suchen, indem Sie am Prompt

knoppix home=scan

tippen. Auf dem Testrechner funktionierte die erste Variante über die volle Pfadangabe nicht -- knoppix home=scan führte allerdings zum gewünschten Ergebnis.


Cheatcode: Als "Cheatcode" bezeichnet Knoppix die Boot-Optionen, mit denen Sie den Systemstart beeinflussen können. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Welt der Computer-Spiele: Cheat codes (deutsch etwa: Schummelbefehle) sind kurze Tastensequenzen, mit denen man beispielsweise einen Level überspringt oder "neue Leben" erhält.

Tipp: Knoppix: Permanentes Home-Verzeichnis nachträglich einbinden

Wenn Sie einmal vergessen, das Home-Verzeichnis beim Booten einzubinden, ist das kein Problem. Mit den folgenden Schritten gelangen Sie zu Ihren privaten Daten:

  1. Stecken Sie den USB-Stick ein und warten Sie, bis ein Icon für den Datenträger auf dem Desktop erscheint.

  1. Klicken Sie auf das Symbol, um den Datenträger zu mounten. Liegt Ihr Image auf einer Festplatten-Partition, hängen Sie diese per Klick auf das entsprechende Icon ein.
  1. Im Datei-Manager Konqueror sollten Sie nun die Datei knoppix.img sehen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Abbilddatei, wählen Sie aus dem Kontextmenü Öffnen mit und geben Sie den Befehl /usr/sbin/knoppix-image ins Dialogfenster ein.

  1. Im nächsten Dialog wählen Sie die Checkbox home: Persistentes Knoppix-Heimverzeichnis einbinden und bestätigen mit Klick auf OK. Anschließend sollten Sie die persönlichen Daten unter /home/knoppix wiederfinden.

Tipp: Knoppix: Permanentes Home-Verzeichnis vergrößern

Sollten Sie beim Anlegen des Images für die persönlichen Daten zu wenig Platz vorgesehen haben, schaffen Sie mit ein paar Kommandozeilenbefehlen neuen Raum -- vorausgesetzt, die Speicherkapazität des USB-Sticks oder der Festplatten-Partition reicht aus. Zunächst sollten Sie ein anderes Linux-System oder Knoppix booten -- und zwar, ohne das Home-Verzeichnis beim Start einzuhängen.

Öffnen Sie ein Terminal-Fenster, z. B. über das Icon in der Kontrollleiste, und werden Sie durch Eingabe von

sudo -s

zum Administrator. Erstellen Sie ein temporäres Verzeichnis und mounten Sie die Partition bzw. das Gerät mit dem Home-Verzeichnis (knoppix.img), z. B. mit den folgenden zwei Befehlen:

mkdir /mnt/tmp
mount /dev/sda /mnt/tmp

Dabei müssen Sie /dev/sda durch die richtige Gerätedatei ersetzen (siehe Tipp ##). Zunächst vergrößern Sie die Image-Datei, indem Sie Null-Bytes hinten anhängen -- soll die Datei 100 MByte größer werden, benötigen Sie ca. 100 Millionen dieser Bytes. Das erledigen Sie mit einem recht komplexen Shell-Befehl:

# dd if=/dev/zero bs=1M count=100 >> /mnt/tmp/knoppix.img
100+0 Datensätze ein
100+0 Datensätze aus
104857600 bytes transferred in 8,358676 seconds (12544762 bytes/sec)

Das Programm dd liest dabei aus der Datei /dev/zero (einer virtuellen Datei, die unendlich viele Null-Bytes, also Zeichen mit dem ASCII-Wert 0 enthält) 100 Blöcke (count=100) der Blockgröße 1 MByte (blocksize bs=1M). Über die beiden Größer-Zeichen (>>) landen diese Null-Bytes dann am Ende der Datei /mnt/tmp/knoppix.img.


Null-Byte: PCs speichern Daten in Bytes, jedes Byte nimmt einen Wert zwischen 0 und 255 an. Der Buchstabe "A" entspricht beispielsweise dem Byte-Wert 65, und das Leerzeichen dem Wert 32. Das Byte mit dem Wert 0 heißt Null-Byte.

Danach vergrößern Sie das Ext2-Dateisystem; dazu setzen Sie das Programm resize2fs ein und geben als Zieldatei das Image an:

resize2fs /mnt/tmp/knoppix.img

Ganz zum Schluss überprüfen Sie noch die Konsistenz des Ext2-Dateisystems:

e2fsck -f /mnt/tmp/knoppix.img

Sie können den Datenträger mit dem Home-Verzeichnis anschließend über den Befehl

umount /mnt/tmp

wieder aushängen und das nun vergrößerte Home-Verzeichnis anschließend wie in den Tipps ## und ## beschrieben erneut für die eigenen Daten zur Verfügung stellen.

Tipp: Ubuntu: Neuen Benutzer-Account anlegen

Verschiedene Wege führen zu einem neuen Benutzerkonto unter Ubuntu Linux. Starten Sie beispielsweise aus dem K-Menü das Programm System Settings und klicken Sie unten rechts im Bereich Systemverwaltung auf Users & Groups. Anschließend verschaffen Sie sich via Klick auf den Button Administrator Modus und Eingabe des eigenen Kennworts Systemverwalterrechte. Dass Sie als Root arbeiten, erkennen Sie u. a. am roten Rahmen.

Klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche New und geben Sie die Daten des Benutzers ein. Die UID ("User Identification", eine eindeutige Nummer für den Account), das Home-Verzeichnis und die Bash als Standard-Shell setzt das Programm selbständig für Sie; diese Voreinstellungen sind sinnvoll gewählt und sollten nur von erfahrenen Administratoren im Bedarfsfall verändert werden (Abbildung 2).

Abb. 2: Ein neues Benutzerkonto erstellen Sie mit wenigen Mausklicks.

Auf dem zweiten Reiter (Password & Security) geben Sie das neue Kennwort des Benutzers ein. Auch die Gültigkeit können Sie hier festlegen; standardmäßig läuft das Kennwort nie ab. Ein abschließender Klick auf OK trägt die Daten des neuen Accounts in die entsprechenden Konfigurationsdateien ein und aktiviert das Konto.

Tipp: Ubuntu: Account sperren und löschen

Im selben Dialog sperren Sie ein Benutzerkonto vorübergehend. Doppelklicken Sie auf den Account-Namen und setzen Sie ein Häkchen in die Checkbox vor Disabled. Die Einstellungen und persönlichen Daten des Benutzers bleiben erhalten, so dass Sie die temporäre Sperre schnell wieder durch Klick auf Enabled aufheben können.

Alternativ markieren Sie einen Benutzernamen und betätigen die Schaltfläche Delete. Im aufgehenden Dialogfenster entscheiden Sie, ob auch die Standardgruppe und das Home-Verzeichnis von der Platte verschwinden sollen.

Tipp: Ubuntu: Das eigene Passwort neu setzen

Um Ihr eigenes Kennwort zu ändern, gehen Sie in den System Settings im Bereich Personal auf User Account. Klicken Sie unten im Fenster auf Change Password und geben Sie in die aufgehende Dialogbox zunächst das alte Kennwort ein; danach schreiben Sie zweimal das neues Passwort. (hge)

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