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Erschienen in EasyLinux 04/2006   »   Ausgabe bestellen

Software-News

Neues aus Norwegen: Ausblick auf Opera 9

In Riesenschritten geht die Entwicklung der neuesten Version 9 von Opera voran. Entgegen der bisherigen Firmenpolitik veröffentlicht die Softwareschmiede aus Norwegen eine technische Vorschau auf die kommende Version des Web Browsers (Abbildung 1).

Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Content-Blocker, der unerwünschte Bilder einer Webseite per Knopfdruck ausblendet. In seiner Leistungsfähigkeit kann es dieser jedoch noch nicht mit Firefox in Kombination mit der Erweiterung Adblock aufnehmen, da zumindest die Vorschauversion ausschließlich Bilder, jedoch keine IFrames, Flash-Objekte und dergleichen gezielt filtert.

Die neu hinzugekommene Widget-Schnittstelle ermöglicht das Andocken von Mini-Programmen für die verschiedensten Zwecke. Die Bandbreite reicht dabei von kleinen Spielen über Informationsfenster wie Wettervorschau bis hin zu Währungsumrechnern und Taschenrechnern. Obwohl brandneu, existieren bereits über 100 dieser kleinen Tools.

Mit knapp vier Monaten Verspätung kommt nun auch die angekündigte Unterstützung für BitTorrent-Netzwerke. Viele, vor allem große, Dateien werden zwischenzeitlich über dieses Netzwerk verteilt, das nach dem Peer-to-Peer-Prinzip funktioniert: Jeder Teilnehmer stellt die heruntergeladenen Dateien automatisch auch zum verteilten Download bereit.

Die Vorschauversion macht in jedem Fall Lust auf mehr. Man darf gespannt sein, wie die endgültige Version des Browsers letztendlich aussieht und welche Ideen die Entwickler für die Zukunft bereithalten.

Abb. 1: Die technische Vorschau auf Opera 9 verfügt über zahlreiche Neuerungen wie einen einfach zu bedienenden Content-Blocker und BitTorrent-Unterstützung.

Netzwerkaktivitäten im Blick mit KNetStats

Wissen, was gespielt ist: Mit KNetStats (Abbildung 2) behalten Sie den Datenfluss in das Netzwerk stets im Auge. Das Programm unterstützt alle auf dem Rechner erkannten Netzwerkschnittstellen. Deren Beobachtung lässt sich einzeln über wenige Mausklicks zu- oder abschalten. Das Miniprogramm erscheint nach der Installation in der KDE-Kontrollleiste und zeigt Ihnen optional als Liniendiagramm, Textmeldung oder Netzwerk-Icon stets die aktuell verbrauchte Bandbreite. Ein Klick auf das Symbol eröffnet darüber hinaus weitere Informationen wie aktuell gesendete Pakete und Gesamtstatistik, der Reiter Details birgt kartenspezifische Details wie IP-Adresse, MAC-Adresse und Netzwerkmaske. Ein übersichtliches Diagramm zeigt den ein- und ausgehenden Netzwerkverkehr verschiedenfarbig an.

Abb. 2: KnetStats informiert Sie stets über den Datenfluss zwischen dem Netzwerk und Ihrem Computer.

Abendplanung mit TV-Browser

Mit der digitalen Fernsehzeitschrift TV-Browser (Abbildung 3) gestaltet sich die Suche nach der passenden Abendunterhaltung zum Kinderspiel. Das auf Java basierende Open-Source-Programm, das ohne Werbung auskommt, bietet für über 100 Programme, darunter auch Pay-TV-Kanäle wie Premiere, die passende Oberfläche. Übersichtlich gestaltete Fenster zeigen -- ähnlich einer gedruckten Fernsehzeitschrift -- eine Liste der aktuell laufenden Sendungen. Ein Klick auf den gewünschten Eintrag öffnet ein Detailfenster, sofern vorhanden, mit Web-Links zu weiterführenden Informationen.

Reicht der Funktionsumfang des Java-Programmes nicht aus, bieten eine Reihe von Plug-ins zusätzliche Funktionen an. Diese erreichen Sie über die Web-Seite http://www.tvbrowser.org/plugins.php, kurz http://tinyurl.com/7sflo. Eine ausführliche Beschreibung des Programmes finden Sie im Artikel ab Seite 28.

Abb. 3: Das kostenlose Java-Programm TV-Browser zeigt über 100 TV-Sender an.

FTP- und FXP Dateitransfer mit Kasablanca

Die Auswahl an FTP-Clients mit grafischer Oberfläche ist unter Linux eher dünn gesät. Kasablanca (Abbildung 4) springt in diese Bresche mit einem vielseitigen Werkzeug. Neben der normalen Datenübertragung vom Server zum Client beherrscht das Programm auch die Übertragung von Server zu Server (FXP). Die Applikation spielt dann nur noch eine Vermittlerrolle, das eigentliche Übertragen der Daten erfolgt ausschließlich zwischen den beiden Servern.

Auch an die Sicherheit haben die Entwickler gedacht. So unterstützt Kasablanca verschlüsselte Verbindungen in drei verschiedenen Modi. In vielen Schaltflächen und Eingabefeldern gibt es interaktive Hiflestellungen. Der Rechtsklick auf das entsprechende Feld öffnet eine detailierte Erklärung dazu.

Das Programm unterstützt sowohl aktives als auch passives FTP, womit sich die Konfigurationsmöglichkeiten jedoch erschöpfen. Weitergehende Einstellungen wie das Festlegen eines Proxy zur Übertragung sucht man vergebens.

Abb. 4: Neben der Datenübertragung vom Client zum Server beherrscht Kasablanca auch die FXP-Datenübertragung von Server zu Server.

Mozillas legitimer Nachfolger: SeaMonkey 1.0

Die zeitaufwendige Entwicklung an den Einzelkomponenten Firefox und Thunderbird veranlasste die Mitglieder des Mozilla-Projektes, den Ursprung der Projekte, die Mozilla-Suite, auf Eis zu legen. Eine Gruppe unabhängiger Programmierer wollte diese Tatsache so nicht hinnehmen und baut fleißig weiter an der Suite -- allerdings unter dem Namen SeaMonkey (Abbildung 5).

Vor wenigen Tagen erschien die Version 1.0 der Software. Neben dem Web Browser verfügt diese über einen E-Mail-Client, ein Adressbuch und einen HTML-Editor. Darüber hinaus bringt die Suite auch einen IRC-Chat-Client mit. Der Browser basiert auf der Code-Basis von Firefox und setzt wie dieser auf die Rendering-Engine Gecko 1.8.

Anwendern, die Erfahrung im Umgang mit der Mozilla-Suite haben, fällt der Umstieg auf SeaMonkey leicht. Das Handling der Software ist bis auf einige Kleinigkeiten identisch. Der Umstieg von Firefox ist jedoch mit einigen Haken und Ösen verbunden, da speziell die Konfigurationswerkzeuge anders gestaltet sind und einige bekannte Funktionen fehlen. Auch bei Erweiterungen und Themes muss man Abstriche in Kauf nehmen: Es stehen derzeit bei Weitem nicht so viele Erweiterungen zur Verfügung wie für Firefox. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abb. 5: Wie von der altehrwürdigen Mozilla-Suite bekannt, verfügt auch der Nachfolger SeaMonkey über ein ganzes Repertoire an Applikationen.

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