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Erschienen in EasyLinux 04/2006   »   Ausgabe bestellen

KDE-Miniprogramm überwacht das Netzwerk

Optimal informiert

Marcel Hilzinger


Wie schnell ist meine Internet-Verbindung? Welche IP-Adresse hat mein Rechner? Wie viele Daten habe ich gerade heruntergeladen? Interessieren Sie diese Fragen, ist KNetStats die richtige Anwendung für Sie.

KDE bringt für fast jede Aufgabe ein passendes Werkzeug mit. Nicht so beim Netzwerkverkehr. Während Gnome-Benutzer das Netzwerk bereits seit mehreren Versionen über ein kleines Miniprogramm im Auge behalten können, fehlt KDE ein solches Werkzeug noch immer. Abhilfe schafft das hier vorgestellte Tool KNetStats [1].

Schnittstellen festlegen

Für Mandriva und Suse Linux hält die Heft-CD aktuelle RPM-Pakete von KNetStats bereit. Ein DEB-Paket für Knoppix und Ubuntu inklusive Installationsanleitung finden Sie darauf ebenfalls. Sie starten das KDE-Programm im Hauptmenü über Internet / Weitere Programme oder mit [Alt-F2] und der Eingabe von knetstats. Beim ersten Start zeigt KNetStats das Fenster KNetStats einrichten an. Hier listet es die gefundenen Netzwerkschnittstellen auf (Abbildung 1). Die Anzahl der Geräte hängt von Ihrem Rechner und der Art des Internet-Zugangs ab.

Abb. 1: Im Einrichtungsdialog von KNetStats legen Sie fest, an welchen Schnittstellen das Programm lauschen soll.

Gehen Sie über ein gewöhnliches, analoges Modem ins Internet, sollte KNetStats die Schnittstelle ppp0 anzeigen. Diese benutzt Linux auch für den direkten Netzwerkzugang über DSL. Für eine ISDN-Verbindung lautet das richtige Interface ippp0. Benutzen Sie einen Router für den Internetzugang ist das Ethernet-Interface eth0 die Schnittstelle erster Wahl. Bei WLAN-Verbindungen hängt der Name des Interfaces vom Gerät ab: Drahtlose Intel-Karten (Centrino) benutzen die Bezeichnung für Ethernet-Geräte. Da sich in den meisten Rechnern auch eine normale Ethernet-Karte befindet, wird dem WLAN-Gerät dann die Schnittstelle eth1 zugewiesen. Andere Karten benutzen meistens wlan0.

Neben diesen Einträgen, die wie erwähnt von Ihrem Rechner abhängen, zeigt KNetStats auch Symbole für das Loopback-Device lo und das IPv6-Gerät sit0 an. Auf diesen zwei Schnittstellen findet normalerweise kein Netzwerkverkehr statt.


Loopback-Device: Virtuelle Schnittstelle für den lokalen Netzwerkverkehr. Auf einem Linux-PC können Programme auch lokal über das Netzwerk kommunizieren. Die Schnittstelle besitzt stets die IP-Adresse 127.0.0.1.
IPv6: Kommende Generation der Netzwerkadressen. Mit dem heutigen IPv4-Protokoll sind "nur" rund 4,3 Milliarden IP-Adressen (232) möglich. Da sich dieser Pool langsam dem Ende neigt, lösen in naher Zukunft 128 Bit lange IPv6-Adressen das alte Internet-Protokoll ab. Mit IPv6 sind 2128 Adressen möglich.

Symbole einrichten

Über das Häkchen Diese Schnittstelle beobachten legen Sie fest, auf welcher Schnittstelle KNetStats lauschen soll. In der Grundeinstellung beobachtet das Programm sämtliche Netzwerkgeräte. Wählen Sie also zum Beispiel den Eintrag lo aus und entfernen Sie dann die Markierung vor Diese Schnittstelle beobachten. Das Aktualisierungs-Intervall legt fest, wie häufig KNetStats das Netzwerkgerät überprüft. Je nach Anzeigemodus lohnt sich hier ein Wert von 100 ms bis zu einer Sekunde. Benutzen Sie den voreingestellten Anzeigemodus Symbol oder den Modus Text, genügt in der Regel ein Aktualisierungs-Intervall von einer Sekunde. Wählen Sie hingegen Verlaufskurve, sieht die Anzeige mit Werten von 100 ms oder 250 ms schöner aus.

Beim Anzeigemodus Symbol können Sie in der unteren Fensterhälfte unter Erscheinungsbild zwischen fünf verschiedenen Symbolsätzen wählen. Unterschiedliche Themes sind nicht nur hübsch, sondern sie erleichtern bei mehreren Geräten auch die Zuordnung, welche Anzeige zu welcher Karte gehört. Wählen Sie als Anzeigemodus Text oder Verlaufskurve, richten Sie in der unteren Fensterhälfte die Farben für die entsprechenden Werte fest. Um eine der Farben zu ändern, klicken Sie auf das Farbfeld und wählen im neuen Dialog die gewünschte Farbe aus. Die Option transparenter Hintergrund sieht zwar hübsch aus, erhöht aber bei den Einstellungen Text und Verlaufskurve nicht unbedingt die Lesbarkeit der Anzeige.

Nach einem Klick auf Anwenden legt KNetStats die Anzeigen für die festgelegten Netzwerkschnittstellen an. Um das Fenster zu schließen, klicken Sie auf OK. Möchten Sie die Einstellungen nachträglich ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Netzwerkmonitor und wählen den Menüpunkt KNetStats einrichten.

Daten auswerten

Eine der nützlichsten Funktionen von KNetStats ist die Benachrichtigung, wenn ein Netzwerkgerät aktiv oder inaktiv wird. Das Programm zeigt dann ein kleines Hinweisfenster über der KDE-Kontrollleiste an, und Sie merken sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist (Abbildung 2) oder die Internet-Verbindung steht.

Abb. 2: KNetStats zeigt sofort ein Hinweisfenster an, wenn eine Verbindung getrennt oder aufgebaut wird.

Details zu einer aktiven Verbindung erfahren Sie, indem Sie mit der linken Maustaste auf eine Anzeige klicken. Das Programm zeigt dann in einem neuen Fenster eine Verlaufskurve sowie die Reiter Statistics und Details an (Abbildung 3). Hier lesen Sie ab, wieviele MByte das Netzwerkgerät bereits empfangen und gesendet hat. Weiter zeigt das Programm die aktuellen Download- und Upload-Geschwindigkeiten an.

Abb. 3: Für die Details zu einer Verbindung klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Panel-Applet.

Auf dem Reiter Details teilt Ihnen KNetStats unter IP die Netzwerkadresse und die Netzmaske mit. Steht hier unter IP der Wert 0.0.0.0, ist das Gerät nicht aktiv. Die MAC-Adresse von Netzwerkkarten ist zum Beispiel dann wichtig, wenn Sie über einen Router ins Internet gehen und den Zugriff auf Rechner mit einer bestimmten MAC-Adresse beschränken möchten.

Kein Datenzähler

Die Daten unter Statistics und Details liest das Programm aus den Dateien im Verzeichnis /sys/class/net/Schnittstelle/statistics/ aus (Schnittstelle müssen Sie dazu durch eth0, wlan0 und so weiter ersetzen). Diese Dateien legt Linux bei jedem Systemstart neu an. Möchten Sie also zum Beispiel Ihren Datenverkehr über einen ganzen Monat festhalten, ist KNetStats dazu nicht geeignet, da es nach jedem Start des Rechners bei Null beginnt. Der Autor des KDE-Tools hat aber eine entsprechende Erweiterung bereits auf seine Todo-Liste aufgenommen. (mhi)

Infos
[1] Projekt-Homepage: http://knetstats.sourceforge.net

Software zum Artikel auf CD: KNetStats

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