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Erschienen in EasyLinux 04/2006   »   Ausgabe bestellen

Vektorgrafik mit Inkscape

Zeichnen wie die Profis

Peter Kreußel


Zirkel und Lineal brauchen Sie beim Zeichnen auf dem Computer nicht: Mit Inkscape gelingen Kreise ebenso wie zitterfreie Linien.

Der Bitmap-Editor Gimp ist unter Linux das optimale Programm um Fotos zu bearbeiten: Durch Anpassen von Helligkeit, Kontrast und Farben können Sie Ihre Bilder verbessern. Möchten Sie jedoch Zeichnungen erstellen, werden Sie feststellen, das sich glatte Linien in Gimp mit der Maus nur schwer zeichnen lassen. Deswegen setzen Grafikprofis so genannten Bézier-Kurven ein, um Zeichnungen zu erstellen: Dabei definieren Kontrollpunkte den Kurvenverlauf. Das "Nachziehen" der Linien mit der Maus, das fast unweigerlich zu "zittrigen" Ergebnissen führt, entfällt also. Der Spezialist für Bézier-Kurven unter Linux heißt Inkscape. Inkscape erstellt keine Bitmap- sondern Vektorgrafiken. Fertige Bilder können Sie jedoch in eine Bitmap-Datei exportieren und mit Gimp weiter bearbeiten.


Bitmap-Editor: Bitmap-Editoren spielen ihre Stärken bei Bildern aus, in denen Farbverläufe oder unregelmäßige Formen dominieren. Nachteil: Bitmap-Grafiken haben eine festgelegte Auflösung und lassen sich nicht ohne Qualitätsverlust vergrößern.
Vektorgrafik: Vektorgrafiken sind den Bitmaps bei Zeichnungen, in denen Linien vorherrschen, überlegen: Sie lassen sich beliebig vergrößern. Außerdem bieten Vektorgrafikprogramme Werkzeuge, mit denen Sie mit der Maus glatte Linien zeichnen können.
Bézier-Kurven: Selbst wenn Sie gut zeichnen können, werden Sie feststellen, dass Kurven mit der Maus nur schwer gelingen. Vektorgrafikprogramme bieten daher ein Bézier-Kurven-Werkzeug, um auf dem Computer exakt geformte Linien zu erstellen. Statt diese direkt mit der Maus zu zeichnen, legen Sie den Verlauf dabei über Kontrollpunkte fest.

Dieser Artikel bildet den Auftakt einer dreiteiligen Serie, die Sie in die Bedienung von Inkscape einführt. Im ersten Teil lernen Sie den Umgang mit einfachen Grundformen: Viele Gegenstände lassen sich aus Kreisen und Rechtecken zusammensetzen. Sie erfahren außerdem, wie Sie Füllfarben und Umrisse einstellen. Der zweiten Teil führt in den Umgang mit Bézier-Kurven ein. Wenn die Grundformen Ihrer Zeichnung fertig sind, fehlt oft noch das "gewisse Etwas": Der dritten Teil des Tutorials erläutert, wie Sie Ihre Zeichnung mit Effekten interessanter gestalten.

Installieren Sie Inkscape, wie auf der Heft-CD beschrieben. Starten Sie das Programm und maximieren Sie das Fenster. Inkscape zeigt eine Zeichenfläche in der Größe eines DIN A4-Blattes. Mit der mittleren Maustaste oder mit [Strg-Pfeiltaste] verschieben Sie diese, [+] und [-] im Ziffernblock verändern den Anzeigemaßstab. Stellen Sie den Arbeitsbereich so ein, dass das DIN-A4-Blatt in der Breite den Bildschirm nahezu ausfüllt (Abbildung 1).

Abb. 1: Das virtuelle Zeichenbrett: Inkscape kann es zwar nicht mit den vielen Spezialeffekten des teuren Illustrator von Adobe aufnehmen, bietet jedoch solide Grundfunktionen.

Die Aufmachergrafik zeigt das "Gesellenstück" unseres Tutorials. Indem Sie es Schritt für Schritt erstellen, lernen Sie die wichtigsten Werkzeuge und Techniken im Umgang mit Inkscape kennen. Eigenen Entwürfen steht dann nichts mehr im Weg.

Geschickt zusammengesetzt

Die Kunst beim Zeichnen mit dem Computer liegt oft darin, kompliziertere Formen aus einfachen aufzubauen. Das Schachbrett ist ein gutes Beispiel dafür: Das perspektivische Karomuster entsteht aus einem einfachen Quadrat, das Sie mehrfach verschieben und schließlich abwechselnd einfärben. Das flache Schachbrett fügen Sie schließlich zu einem zusammenhängenden Objekt zusammen (Gruppieren) und verzerren es perspektivisch.

Wählen Sie zunächst das Werkzeug Rechtecke und Quadrate erstellen. Statt durch einen Klick auf die Symbolleiste am linken Bildschirmrand lässt sich das Werkzeug auch mit [F4] aktivieren. Ziehen Sie nun mit gedrückter Maustaste ein Quadrat auf. Halten Sie [Strg] gedrückt, Inkscape beschränkt dann das Verhältnis von Höhe und Breite auf geradzahlige Werte, so dass Sie leicht exakte Quadrat zeichnen können.

Die Einstellungsleiste oberhalb der Zeichenfläche verändert sich mit der Auswahl eines Zeichenwerkzeugs. Für das Rechteckwerkzeug zeigt es die Felder W (Width = Breite), H (Height = Höhe), Rx (Eckenradius in X-Richtung) und Ry (Eckenradius in Y-Richtung) (Abbildung 1). Im Listenfeld hinter den Eckenradiuseinstellungen wählen Sie die Einheit. Hier sollte nach dem Start von Inkscape px für Pixel stehen. Passen Sie den Wert falls nötig an. Der Button Nicht abgerundet setzt schließlich die beiden Werte für den Eckenradius auf 0. Klicken Sie darauf, wenn in Rx und Ry nicht bereits der Wert 0 steht: Die einzelnen Quadrate sollen sich lückenlos zu einem Schachbrett zusammenfügen.


Pixel: "Bildpunkt", Grundeinheit in der Bildverarbeitung auf dem Computer. Die Bildauflösung bestimmt, wie viele Pixel ein Zentimeter enthält. In Inkscape müssen Sie sich darüber keine Gedanken machen: Die DIN-A4-Zeichenfläche lässt die Größe der Objekte im Ausdruck erkennen.

Für Höhe und Breite stellen Sie den Wert 50 ein. Das Schachbrett entsteht, indem Sie das Quadrat mehrfach duplizieren und um je 50 Pixel verschieben. Beim pixelgenauen Verschieben, das mit der Maus kaum gelingt, hilft die Verändern-Funktion, bei der Sie die Verschiebung in ein Dialogfeld eingeben. Daher war es für unser Beispiel sinnvoll, die Seitenlänge auf einen runden Wert einzustellen.

Bevor Sie mit dem Verschieben beginnen, sollten Sie dem Quadrat, das die linke, obere Ecke des Schachbretts bilden wird, noch eine helle Elfenbeinfärbung zuweisen.

  1. Öffnen Sie mit [Strg-Umschalt-F] das Dialogfeld Füllung und Kontur und wählen Sie den Reiter Füllung. Die Symbole unterhalb der Reiter legen den Füllungstyp fest, wählen Sie einfache Farbe (Abbildung 2).
  1. Inkscape bietet vier Methoden zur Wahl einer Füllfarbe. Wenn Sie nicht bereits Erfahrung mit anderen Farbmodellen haben, ist das HSL-Farbmodell (Hue = Färbung, Saturation = Sättigung, Lightness = Helligkeit) die beste Wahl.
  1. Stellen Sie unter H einen gelborangen Farbton ein (entspricht einem Wert von 31).
  1. Geben Sie unter L eine Helligkeit von 219 ein.
  1. Setzen Sie die Farbsättigung im Feld S auf 163.
  1. Ziehen Sie den A-Regler (Alpha = Transparenz) ganz nach rechts. Im entsprechenden Zahlenfeld steht nun der Wert 255. Dies ist der Maximalwert für alle Zahlenfelder im Farbwahldialog.

Abb. 2: Mit der HSL-Farbwahlmethode stellen Sie nacheinander Farbton, Sättigung und Helligkeit ein.

Klare Konturen

Für die Konturlinie (Reiter Farbe der Konturlinie ) wählen Sie einfache Farbe und stellen einen etwas dunkleren und rötlicheren Wert als für die Füllung ein. Abbildung 3 zeigt die Werte aus der Beispielgrafik. Unter Muster der Konturlinie passen Sie die Werte für die Linienbreite und die Form der Linienenden an. Auch gestrichelte Linien lassen sich hier einstellen. Setzen Sie die Linienbreite auf 1 und wählen Sie unter Verbindungsart und Linienende den linken der drei Buttons. Schließen Sie das Einstellungsfenster über den Schließen-Button in der Titelleiste des Unterfensters.

Abb. 3: Für die Umrandung der Schachfelder verwendet die Beispielgrafik einen etwas dunkleren und rötlicheren Wert als für die hellen Felder des Bretts.

Duplizieren Sie nun das Quadrat mit [Strg-D]. Öffnen Sie dann den Verändern-Dialog mit [Strg-Umschalt-M]. Wählen Sie den Reiter Verschieben und geben Sie 50 für Horizontal und 0 für Vertikal ein. Ein Klick auf Apply (= Anwenden) platziert das zweite Quadrat genau neben dem ersten. Wiederholen Sie diese beiden Schritte achtmal und vervollständigen Sie so die erste Zeile des Schachbretts.

Für die weiteren Zeilen müssen Sie die Quadrate nicht mehr einzeln verschieben: Schneller geht es, wenn Sie einfach die ganze bereits fertige Zeile duplizieren und verschieben. Aktivieren Sie dazu das Werkzeug Objekte auswählen und verändern. Ziehen Sie mit gedrückter Maustaste einen Rahmen um alle Quadrate. Inkscape zeigt deren Umrisse nun gestrichelt und umgibt die ganze Auswahl mit pfeilförmigen Griffen, über die Sie die Objektgröße verändern.

[Strg-D] verdoppelt die ganze Zeile. Öffnen Sie mit [Strg-Umschalt-M] den Verändern-Dialog und verschieben Sie die verdoppelten Quadrate mit den Werten 0 für Horizontal und -50 für Vertikal an den unteren Rand der ersten Zeile. Wiederholen Sie dies achtmal für ein Schachbrett mit 64 Feldern.

Als Nächstes sorgen Sie für die abwechselnde Färbung der Schachfelder:

  1. Aktivieren Sie mit dem Auswahlwerkzeug eines der dunkel zu färbenden Felder.
  1. Öffnen Sie mit [Strg-Umschalt-F] den Dialog Füllung und Kontur und passen Sie die Werte für die Farbfüllung wie in Abbildung 4 gezeigt an.
  1. Um diese dunkle Farbe auf weitere Felder zu übertragen, wählen Sie das Feld aus, dessen Farbe Sie ändern möchten.
  1. Aktivieren Sie dann das Werkzeug gemittelte Farben aus dem Bild auswählen in der Symbolleiste. Klicken Sie auf das bereits dunkle Feld, übernimmt das aktive Feld dessen Farbe.
  1. Wählen Sie wieder das Auswahlwerkzeug und klicken Sie auf das nächste farbliche anzupassende Feld. Färben Sie auf diese Weise das ganze Schachbrett.

Abb. 4: Die Farbeinstellungen für die dunklen Schachfelder.

Um alle Quadrate gemeinsam zu perspektivisch zu verzerren, gruppieren Sie diese nun zu einem großen Objekt. Ziehen Sie dazu mit dem Auswahlwerkzeug bei gedrückter Maustaste einen Rahmen um das ganze Schachfeld und drücken Sie [Strg-G]. Inkscape zeichnet dann nicht mehr um jedes einzelne Quadrat ein gestricheltes Auswahlrechteck, sondern nur noch um das ganze Brett.

Die richtige Perspektive

Klicken Sie noch einmal auf die Auswahl. Die pfeilförmigen Griffe nehmen eine andere Form an (Abbildung 5). Wenn Sie diese mit der Maus verschieben, ändert Inkscape nicht mehr die Größe des Objekts, sondern dreht oder verzerrt dieses. Wie beim Rechteckwerkzeug aktiviert [Strg] eine "Einrastfunktion", die das Drehen oder Verzerren auf abgestufte Schritte beschränkt.

Abb. 5: Nach einem zweiten Klick mit dem Auswahlwerkzeug lässt sich ein Objekt drehen. Die veränderte Form der Griffpfeile verdeutlicht dies.

Verwandeln Sie nun das flach in der Zeichenebene liegende in eine perspektivische Darstellung:

  1. Halten Sie [Strg] gedrückt und ziehen Sie den mittleren rechten Griff vier Schritte nach unten.
  1. Benutzen Sie dann einen der gebogenen Pfeile an einer der vier Ecken, um das Schachbrett so zu drehen, dass die untere Kante genau waagrecht steht. Eine Hilfestellung gibt die gestrichelte Objektmarkierung: Wenn sie sich mit der Objektkante deckt, liegt diese genau horizontal.
  1. Klicken Sie auf das Schachbrett, die Form der Griffe verändert sich erneut.
  1. Drücken Sie [Strg] und verkleinern Sie das Brett so, dass es auf die Seite passt: Beim Vergrößern oder Verkleinern bewirkt [Strg], dass sich das ausgewählte Objekt in horizontaler und vertikaler Richtung um den gleichen Betrag verändert.

Die Seitenteile des Schachbretts entstehen aus Rechtecken: Wählen Sie das Rechteckwerkzeug und zeichnen Sie zunächst die vordere "Wand". Verwenden Sie das Farbauswahlwerkzeug, um diese mit der Farbe der hellen Felder zu füllen. Duplizieren Sie das Rechteck und verschieben Sie es mit dem Auswahlwerkzeug so, dass es direkt links an das erste Rechteck anschließt (Abbildung 6). Benutzen Sie nun den mittleren Pfeil an der linken Seite, um es so weit zu verkleinern, dass es mit dem Schachbrett bündig abschließt.

Wenn Sie erneut auf das Rechteck klicken, wechseln die Griffpfeile in den Drehen-Modus. Zusätzlich zu den Griffen an der Außenseite sehen Sie dann im Inneren des Objekts ein kleines Fadenkreuz: Es kennzeichnet den Punkt, um den Inkscape die Objekte dreht. Ziehen Sie diesen Drehpunkt in die Mitte der rechten Kante (Abbildung 6, Nummer 1). Dann lässt sich die Seitenwand mit dem mittleren linken Griff nach oben klappen (Abbildung 6, Nummer 2). Sollte dabei die linke Kante zu kurz oder zu lang ausfallen, aktivieren Sie das Werkzeug Bearbeiten der Knoten oder der Anfasser eines Pfades und klicken auf das Rechteck. Verschieben Sie das kleine Quadrat links oben so, dass die Seitenwand passt.

Abb. 6: Perspektive leicht gemacht: Verschieben Sie den Drehpunkt und klappen Sie die Seitenwand nach oben. Inkscape stellt die Kanten dann im richtigen Winkel dar.

Das Fußvolk

Nun wird es Zeit, das Schachbrett mit Figuren zu bevölkern. Der Bauer ist von der Form die einfachste Schachfigur: Für Sie benötigt man nur Kreise, Ellipse und Rechtecke (Abbildung 7, links). So erstellen Sie die Schachfigur:

  1. Wählen Sie das Werkzeug Kreise, Ellipsen und Bögen erstellen.
  1. Zeichnen Sie den "Kopf", indem Sie mit gedrückter Maustaste einen Kreis aufziehen. Halten Sie dabei [Strg] gedrückt, entsteht, wie gewünscht, ein exakter Kreis.
  1. Zeichnen Sie nun ohne [Strg] die Ellipse darunter.
  1. Sollten Kreis und Ellipse nicht an der richtigen Position liegen, verschieben Sie sie mit dem Auswahlwerkzeug.
  1. Zeichnen Sie dann mit dem Rechteckwerkzeug die beiden Rechtecke.

Um die schlichten Rechtecke in den geschwungenen Unterleib des Bauern zu verwandeln, klicken Sie zunächst mit dem Auswahlwerkzeug auf das obere Rechteck. Wählen Sie Pfad / Objekt in Pfad umwandeln. Inkscape verwandelt die in der Form unveränderlichen Rechtecke dann in Bézier-Pfade. Das Werkzeug Bearbeiten der Knoten oder Anfasser eines Pfades dient dazu, die Form von bereits erstellten Bézier-Kurven zu verändern. Aktivieren Sie es in der linken Symbolleiste und ziehen Sie ein Auswahlrechteck um das Rechteck. Kicken Sie auf den Button Die gewählten Abschnitte in Kurven umwandeln in der Symbolleiste am oberen Rand der Zeichenfläche (Abbildung 8).

Zusätzlich zu den vier Eckpunkten liegen nun acht kleine Kreise auf den Seiten des Rechtecks. Mit ihnen lässt sich die Krümmung der Kurve einstellen. Abbildung 7, Mitte, zeigt ihre Funktion: Ziehen Sie die beiden Griffe ein Stück ins Innere des Rechtecks, bis sich eine Krümmung ergibt, die möglichst glatt in die Ellipse übergeht. Sollten die beiden oberen Eckpunkte nicht genau auf dem Rand der Ellipse liegen, klicken Sie zunächst auf einen leeren Bereich, um die Auswahl der vier Eckpunkte aufzuheben; ziehen Sie die Punkte dann an die passende Stelle.

Dasselbe Vorgehen wenden Sie nun auch auf das untere Rechteck an: Markieren Sie es mit dem Auswahlwerkzeug und wandeln Sie es in einen Pfad um (Pfad / Objekt in Pfad umwandeln). Mit dem Werkzeug Bearbeiten der Knoten oder Anfasser eines Pfades ziehen Sie ein Auswahlrechteck um das Objekt. Klicken Sie auf Die gewählten Abschnitte in Kurven umwandeln. Nach einem Klick auf einen leeren Bereich verschieben Sie die oberen Eckpunkte so, dass sie an den darüberliegenden Teil des Körpers anschließen. Verschieben Sie dann die kleinen Kreise, bis sich die in Abbildung 7 rechts gezeigte Form der fertigen Spielfigur ergibt.

Abb. 7: So einfach wie möglich: Die Form eines Bauern setzen Sie aus Grundformen zusammen.

Abb. 8: Aus gerade mach krumm: Der Button "Die gewählten Abschnitte in Kurven umwandeln" macht aus Geraden gebogene Linien.

Zwischenstand

Der jetzige "Fertigungsstand" der Schachfigur eignet sich gut zur Weiterverarbeitung in einen Läufer. Wechseln Sie daher zum Auswahlwerkzeug, ziehen Sie ein Auswahlrechteck um die ganze Figur, duplizieren Sie diese mit [Strg-D] und schieben Sie das Duplikat zur Seite. Wählen Sie erneut die ganze ursprüngliche Figur aus und wählen Sie aus dem Menü Pfad / Vereinigung: Nun steht die fertige Schachfigur aus einem Guss vor Ihnen.

Verwandeln Sie das Duplikat des Bauern in einen Läufer: Aktivieren Sie das Werkzeug Bearbeiten der Knoten oder Anfasser und wählen Sie den Kreis im Duplikat des Bauern. Nach dem Anwenden von Pfad / Objekt in Pfad umwandeln aus dem Menü besitzt der Kreis vier Griffpunkte. Ziehen Sie den obersten ein Stück in die Höhe, bis sich eine eiförmige Form ergibt. Mit dem Kreiswerkzeug fügen Sie oben eine kleine Kugel an.

Die Kerbe im Kopf des Läufers ist leicht zu erstellen:

  1. Zeichnen Sie mit dem Rechteckwerkzeug ein Rechteck in der Form der Kerbe.
  1. Kicken Sie mit dem Auswahlwerkzeug zweimal darauf und drehen Sie es mit einem Griffpfeil an einer der Ecken schräg.
  1. Legen Sie das Rechteck über den Kopf des Läufers und klicken Sie dann auf beide Objekte, während Sie [Umschalt] gedrückt halten.
  1. Pfad / Differenz erstellt schließlich die Kerbe.
  1. Der Fuß des Läufers sollte den eines Bauern in der Höhe überragen. Aktivieren Sie dazu mit dem Auswahlwerkzeug die beiden unteren Teile und ziehen Sie sie mit dem unteren, mittleren Griff in die Länge.
  1. Nun wählen Sie die ganze Figur aus und wandeln Sie mit Pfad / Vereinigung in ein zusammenhängendes Objekt.

Schwarzweiß

Vervielfältigen Sie nun die Schachfiguren: Schwarz und Weiß benötigen je zwei Bauern und Läufer. Natürlich müssen die Figuren entsprechend eingefärbt werden: Wählen Sie dazu mit dem Auswahlwerkzeug alle Figuren aus, die Weiß gehören. Halten Sie dabei [Umschalt] gedrückt. Aktivieren Sie dann das Farbauswahlwerkzeug und klicken Sie auf ein helles Feld im Schachbrett. Wählen Sie die schwarzen Schachfiguren aus und drücken Sie [Strg-Umschalt-F]. Im Dialogfeld Füllung und Kontur wählen Sie unter Füllung in der ersten Zeile den zweiten Button von links für einfache Farbe. Im Reiter HSL ziehen Sie dann die Regler S und L ganz nach links, den Regler A ganz nach rechts. Auf diese Weise stellen Sie die Farbe Schwar ein. Schließen Sie das Füllungsdialogfeld über den X-Button in der Fensterleiste.

Um den Umriss der hellen Figuren hervorzuheben, sollten Sie noch eine feine Konturlinie einstellen: Wählen Sie alle hellen Figuren aus und aktivieren Sie das Farbauswahlwerkzeug. Klicken Sie dann auf eines der dunklen Schachfelder, während Sie [Umschalt] gedrückt halten. Inkscape übernimmt die Farbe, die die Pipette aufnimmt, auf den Objektrand. Drücken Sie dann [Strg-Umschalt-F] und aktivieren Sie den Reiter Muster der Konturlinie. Stellen Sie eine Breite von 0,3 ein. Im Drop-down-Feld Strichlinien wählen Sie den zweiten Eintrag, die Linie mit den am dichtesten zusammenliegenden Punkten: Mit dieser Einstellung wirken die Schachfiguren am plastischsten.

Ausblick

Der nächste Teil dieses Workshops erläutert die Verwendung der Bézier-Kurven, mit den Sie die übrigen Spielfiguren zeichnen. Im dritten Teil "verfeinern" Sie die Zeichnung mit Farbverläufen, die den Figuren ein räumliches Look & Feel verleihen. (pkr)

Teil 2 auf der Jahres-CD

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