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von Elisabeth Bauer und Thomas Hümmler
Hin und wieder stolpern Sie in Linux über ein Programm, das sich beim Start über fehlende Rechte beschwert oder nur eingeschränkt funktioniert, wenn Sie es unter ihrem normalen Benutzer-Account starten. Sie müssen sich nun nicht als root in KDE anmelden, denn KDE bringt ein praktisches Tool mit, dass es Ihnen ermöglicht, einzelne Programme als Administrator zu starten.
Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu programmname ein. Nach der Abfrage des root-Passworts startet KDE das Programm. Bei der Passwortabfrage können Sie über die Checkbox Passwort beibehalten dafür sorgen, dass sich kdesu Ihr Passwort merkt und beim nächsten Aufruf nicht wieder mit der Passwortabfrage nervt.
Das ist jedoch ein Sicherheitsrisiko, falls Sie auch Andere Leute an Ihren Rechner lassen, ohne sich vorher abzumelden. Haben Sie die Checkbox irrtümlich angekreuzt und wollen dies rückgängig machen, geben Sie kdesu -s in ein Schnellstartfenster ein. Damit "vergisst" Kdesu alle Passwörter, die es sich gemerkt hat.
Übrigens können Sie mit kdesu Programme nicht nur als Administrator starten, sondern unter jedem beliebigen anderen Benutzer-Account. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn Sie sich mit mehreren Personen einen Rechner teilen und jemand schnell in seinem Home-Verzeichnis etwas nachschauen will, während Sie angemeldet sind. Statt alle Programme zu beenden, sich abzumelden und dem anderen für einen Moment den Rechner zu überlassen, präsentieren Sie ihm ein Schnellstartfenster und starten mit kdesu -u benutzername konqueror einen Datei-Manager unter seinem Benutzerkonto. So lässt sich auch jedes andere Programm starten, etwa ein Bildbetrachter.
Mit Passwörtern halten es viele Leute wie mit ihrer Zahnbürste: Obwohl Zahnärzte empfehlen, das gute Stück regelmäßig durch ein neues Exemplar zu ersetzen, ist es oft monatelang in Gebrauch. Was im Fall der Zahnbürste den Zähnen schadet, wird bei Passwörtern zum Sicherheitsrisiko: Je länger Sie dasselbe Passwort benutzen, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass andere Leute es kennen, weil sie Ihnen beim Tippen über die Schulter gesehen oder es auf einem Zettel gefunden haben.
Linux bietet Ihnen drei Möglichkeiten, das Passwort zu ändern. Das Kommandozeilenprogramm passwd verunsichert viele Anfänger, weil sie dort ihr Passwort "blind" eingeben müssen, ohne dass das System Sternchen für die eingegebenen Zeichen anzeigt. Jede Distribution bringt außerdem ein eigenes grafisches Tool zum Ändern des Passworts mit. Wer keine Lust hat, zu warten, bis YaST oder Userdrake gestartet sind, wird sich über das KDE-Utility kdepasswd freuen: Öffnen Sie mit [Alt-F2] einen Schnellstartdialog und geben Sie dort kdepasswd ein. KDE präsentiert Ihnen nun ein Fenster, in dem Sie schnell und bequem Ihr Passwort ändern und neu speichern (Abbildung 1).
In die Platzierung von Bedienelementen haben Usability-Experten viel Hirnschmalz investiert. So ist es zum Beispiel ein beliebter Trick, bei gefährlichen Operationen die Position der Bestätigen- und Abbrechen-Schaltflächen zu vertauschen, damit nichts schief geht, wenn der Nutzer gedankenlos an die gewohnte Stelle klickt. Wer in einem Programm ständig die falschen Buttons erwischt, dem hilft möglicherweise die Option --reverse. Dieser Trick eignet sich auch gut, um Bekannte zu verblüffen. Rufen Sie ein KDE-Programm aus der Konsole mit dieser Option auf, z. B. ksnapshot --reverse, ordnet KDE alle Bedienelemente spiegelverkehrt an (Abbildung 2).
Zusätzlich zum Hintergrundbild, das nach der Installation auf Ihrem Desktop erscheint, sind bei KDE noch mehr Grafiken zum Verzieren des Desktops dabei. Wählen Sie aus dem Kontextmenü des Desktops den Eintrag Arbeitsfläche einrichten, um die mitgelieferten Wallpapers zu durchstöbern.
Sagt Ihnen keines der Bilder zu, finden Sie vielleicht über Neue Hintergrundbilder aus dem Netz laden etwas Passendes: Bei einem Klick auf diese Schaltfläche lädt KDE eine Liste der auf http://kde-look.org verfügbaren Bilder mitsamt Vorschaubildern herunter (Abbildung 3). Der folgende Dialog zeigt auf zwei Reitern die Bilder nach Datum und Beliebtheit sortiert an. Über Installieren laden Sie eine Grafik herunter. Um diese als Desktop-Hintergrund zu verwenden, wählen Sie das Bild links im Ausklappmenü Bild aus.
Um bei KDE mitzuhelfen, benötigen Sie nicht zwangsläufig Programmierkenntnisse. Zu der Sammlung von Hintergrundbildern, die Sie im letzten Tipp kennengelernt haben, kann jeder Nutzer eigene Bilder beisteuern. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Benutzerzugang auf http://kde-look.org, der Website, die die Wallpapers sammelt, und gute Bilder im passenden Format. Die Website ist englischsprachig, doch auch mit geringen Englischkenntnissen sollten Sie sich recht einfach zurechtfinden.
Rufen Sie im Browser http://www.kde-look.org auf und klicken Sie rechts oben auf Register. Sie gelangen auf eine Seite mit vielen Formularfeldern, die Sie jedoch nicht alle ausfüllen müssen. Lediglich in die fettgedruckten Felder Login (Ihr gewünschter Login-Name), First name (Vorname), name (Nachname) und e-mail müssen Sie etwas eintragen. Klicken Sie anschließend auf Register, erhalten Sie Ihr Passwort per Mail, mit dem Sie sich nun über Login anmelden. Markieren Sie die Checkbox Keep me logged in on this computer unless I log out, um dauerhaft angemeldet zu bleiben.
Über Add content kopieren Sie eigene Bilder auf den Server. Auch in diesem Formular sind wieder einige Felder besonders wichtig und obligatorisch. Geben Sie in Name einen aussagekräftigen, englischen Namen für den Desktop-Hintergrund ein. Unter Type wählen Sie KDE wallpaper mit der Pixelgröße Ihres Bilds aus. Passt Ihr Bild nicht zu den vorgegebenen Formaten, sollten Sie es vor dem Hochladen beschneiden oder skalieren. Über durchsuchen wählen Sie die Datei aus, die Sie auf den Server übertragen wollen -- der Upload ist auf 750 KByte begrenzt, größer sollte die Grafik also nicht sein. Damit Besucher der Website eine Vorschau des Bilds sehen können, wählen Sie bei Screenshot 1 eine zweite Version Ihres Bilds aus, die Sie in einem Bildbearbeitungsprogramm zuvor verkleinert haben. Scrollen Sie dann weiter zum Feld description, das zusätzliche Angaben zum Bild aufnimmt.
Unter License wählen Sie zuletzt eine Lizenz für Ihr Bild aus. Wichtig ist, dass Sie nur selbst erstellte Bilder hochladen, mit denen Sie keine fremden Rechte verletzen. Die Lizenz können Sie dann frei bestimmen. Sie legt fest, unter welchen Bedingungen andere Ihr Bild verwenden dürfen. Mit der GPL, unter der auch die meisten Linux-Programme stehen, darf das Bild z. B. nur unter den Bedingungen der GPL weiterverbreitet werden. Wenn Sie sich nicht weiter darum kümmern wollen, wählen Sie einfach GPL oder GFDL als Lizenz. Setzen Sie nun noch ein Häkchen bei I ensure that this content does not violate any existing copyright, law or trademark und klicken Sie auf Save, um das Bild hochzuladen. Anschließend finden Sie Ihr Bild in der Wallpaper-Sammlung und andere Anwender können es bewerten, herunterladen und selbst als Desktop-Hintergrund benutzen.
Websites wie KDE-Look, bei denen Sie selbst Bilder hochladen können, gibt es im Netz zu Hauf. Viele Hobby-Fotografen stellen ihre Fotos in darauf spezialisierten Online-Communities aus, wo über die Bilder diskutiert wird und man von anderen Verbesserungsvorschläge erhält. Manchmal will man auch einfach seinen Freunden die letzten Party-Fotos vorführen, ohne den Aufwand einer eigenen Homepage zu treiben. Die derzeit beliebteste, weil besonders einfach zu bedienende, Bildarchiv-Website ist Flickr: Hier machen Sie Ihre Werke einer beschränkten Gruppe oder der Öffentlichkeit zugänglich.
Wer mehrere dieser Dienste nutzt, hat sicher schon öfter geflucht, wenn er ein Bild von einer Seite auf die andere transportieren wollte. Das Bild von der einen Website auf den heimischen Rechner zu transferieren, weil das Original auf einer nun verschollenen CD schlummert, und dann von dort auf die andere Website hochladen ist ziemlich umständlich. Muit Konqueror gelingt das auch einfacher: Geben Sie im Datei-Upload-Dialog der einen Website, statt auf den Durchsuchen-Button zu klicken, die komplette Adresse der Datei auf der anderen Website ein, damit Konqueror sie -- nach einem kurzen Zwischenstopp auf der heimischen Festplatte -- auf die andere Website überträgt. Die Nachfrage des Programms beantworten Sie mit einem Klick auf Dateien senden (Abbildung 4).
KDEs Audio-Player spielt nicht nur Musik, er zeigt auch Cover, Song-Texte und Hintergrundinformationen zu Ihren Musikstücken an -- wenn er sie finden kann. Schlägt die Suche einmal fehl, legen Sie einfach selbst Hand an: Über das Lupen-Symbol öffnet Amarok ein Browser-Fenster mit den Resultaten einer Google-Suche nach dem Liedtext.
Klicken Sie im Reiter Text auf das Blatt-Symbol, präsentiert Amarok ein Formular im Konqueror, in das er schon Interpret, Song-Titel und alle verfügbaren Informationen eingetragen hat (Abbildung 5). Sie müssen nur noch den Text ergänzen. Über einen Klick auf Add Lyric schicken Sie den Text an die Liedtextsammlung, aus der Amarok seine Informationen bezieht, und stellen ihn so anderen Nutzern zur Verfügung. Dabei sollten Sie jedoch ein wenig aufs Urheberrecht aufpassen -- moderne Song-Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne weiteres publiziert werden. Sie dürfen also nur den Text von Liedern veröffentlichen, die unter einer freien Lizenz stehen oder deren Urheberrecht erloschen ist. Das trifft beispielsweise auf Klassik, wie etwa Robert Schumanns Liederzyklen, zu.
Völlig unbedenklich ist es, eigene Informationen über den Interpreten zum jeweiligen Hintergrundartikel der englischsprachigen Online-Enzyklopädie Wikipedia zu ergänzen. Über das KDE-Zahnrad-Symbol öffnen Sie den entsprechenden Artikel im Konqueror. Ein Klick auf Edit this page wechselt zum Bearbeitungsmodus und Sie können weitere Informationen eintragen (Abbildung 6). Klicken Sie auf Save page, um Ihre Änderungen zu sichern. Sobald Sie den Artikel in Amarok erneut laden, sehen Sie dort die aktualisierte Fassung.
Hilfe zu Konsolenbefehlen bieten unter Linux so genannte Manpages oder Info-Seiten. Über die Kommandozeile zeigen Sie diese Hilfedateien mit info befehl oder man befehl an; befehl ersetzen Sie dabei durch den Namen des Programms, zu dem Sie die Online-Hilfe lesen wollen.
Einen wesentlich komfortableren Blick auf die klassische Linux-Dokumentation erhalten Sie mit dem Konqueror: Geben Sie dazu info:/befehl beziehungsweise man:/befehl in die Adresszeile ein, also etwa info:/gzip, um die Info-Seite des Packprogramms anzuzeigen. Mit den vordefinierten Kürzeln zeigen Sie die Hilfeseiten noch schneller an: Statt man:/ geben Sie # gefolgt von einem Befehl ein, das Kürzel ## verwenden Sie, um Info-Seiten anzuzeigen. Auch hinter ## schreiben Sie den Namen des gewünschten Befehls. Für die Anzeige der Info-Seite von gzip reicht also die Eingabe von ##gzip in die Konqueror-Adresszeile.
Falls Sie nicht wissen, welche Kommandos Info- und Man-Seiten mitbringen, schreiben Sie nur # beziehungsweise ## in die Adresszeile. Nach einem Druck auf [Eingabe] erscheint eine Übersicht der dokumentierten Befehle (Abbildung 7).
Im Konqueror können Sie nicht nur Info- und Man-Seiten, sondern auch die Hilfedateien von KDE-Programmen lesen. Geben Sie dazu help:/ gefolgt vom Namen einer KDE-Anwendung ein. So öffnet beispielsweise help:/kwrite die Hilfedatei des KDE-Text-Editors, help:/konqueror die Hilfeseiten von Konqueror.
Wenn Sie ab und zu mit der Konsole arbeiten, möchten Sie vielleicht schnell in ein bestimmtes Verzeichnis wechseln, das Sie gerade im Datei-Manager Konqueror geöffnet haben. Ziehen Sie eine Datei aus dem Konqueror-Verzeichnis mit gedrückt gehaltener linker Maustaste in die Konsole. Daraufhin öffnet sich ein Kontextmenü, in dem Sie cd wählen und die Konsole wechselt automatisch in den Ordner.
Im sich öffnenden Kontextmenü gibt es noch weitere Befehle: Mit Einfügen fügen Sie den Dateinamen an der aktuellen Cursor-Position ein, cp kopiert die Datei aus dem im Konqueror angezeigten Verzeichnis in das aktuelle Verzeichnis der Konsole; ln legt eine symbolische Verknüpfung zu der Datei im Konsolenverzeichnis an, und mv schiebt die Datei aus dem Konqueror-Ordner in das aktuelle Arbeitsverzeichnis der Konsole.
Mit dem Bildbetrachter KuickShow können Sie auch Dia-Shows starten. Dabei beginnt die Vorführung in der Grundeinstellung immer mit dem ersten Bild im Verzeichnis. Das ist störend, wenn sich viele Bilder in dem Ordner befinden, Sie aber nur eine Auswahl betrachten wollen. Um die Dia-Show mit dem gerade markierten Bild zu starten, passen Sie das Programmverhalten im Einrichtungsdialog an. Öffnen Sie ihn über Einstellungen / Einstellen von KuickShow und wechseln Sie zum Register Diashow. Aktivieren Sie dort die Option Bei aktuellem Bild beginnen, damit KuickShow Dia-Shows mit dem markierten Bild beginnt.
Wenn Sie im Datei-Browser von KuickShow auf ein Bild klicken, zeigt das Programm es in einem eigenen Fenster an. Um ein Bild im Vollbildmodus zu öffnen, aktivieren Sie im Register Allgemein des Einrichtungsdialogs die gleichnamige Funktion.
Bilder, die kleiner als der Monitor sind, versieht KuickShow mit einem schwarzen Rahmen. Erscheint Ihnen das zu trist, wählen Sie über das Feld Hintergrundfarbe einen freundlicheren Farbton aus.
Klicken Sie im Datei-Browser von KuickShow nacheinander auf mehrere Bilder, öffnet das Programm in der Standardeinstellung nur ein Bildfenster. Sollte das nicht der Fall sein und werden die Bilder jeweils in einem eigenen Fenster angezeigt, dann ist die Option Nur ein Bildfenster öffnen ausgeschaltet. Stört Sie die Fensterflut, aktivieren Sie die Option über das dritte Symbol von rechts in der Werkzeugleiste.
Kuickshow zeigt im Datei-Browser die Bilder eines Ordners als kleine Symbole in der Kurzdarstellung an. Je nach eingestelltem Icon-Theme sehen Sie für jedes Bild das Standardgrafik-Icon von KDE. Über Ansicht / Autom. Vorschau wechseln Sie zu einer Vorschauansicht, bei der das Programm Thumbnails der Bilder an Stelle der Symbole anzeigt (Abbildung 8). Mit Hilfe der Menüpunkte Ansicht / Verkleinern und Ansicht / Vergrößern ändern Sie die Größe der Vorschaugrafiken.
Die automatische Vorschau schalten Sie aus, indem Sie abermals den Befehl Ansicht / Autom. Vorschau wählen. Danach bleiben in der Ansicht allerdings große Symbole stehen. Um zurück zur ursprünglichen Darstellung zu gelangen, wählen Sie Ansicht / Kleine Symbole. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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