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von Andrea Müller
Der populäre Audio-Player XMMS [1] zeigt unten im Playlist-Fenster und im Hauptfenster an, wie lange ein Stück noch andauert (Abbildung 1). Möchten Sie lieber sehen, wie lange ein Lied schon läuft, schalten Sie die Anzeige im Handumdrehen um: Klicken Sie dazu einfach mit der linken Maustaste auf eine der Restzeitanzeigen. Zurück zur Standardeinstellung gelangen Sie mit einem weiteren Linksklick.
Wenn Sie mit XMMS Musik hören und gleichzeitig in einem Konqueror-Fenster oder von der Kommandozeile aus eine der Audio-Dateien aus der Playlist von der Festplatte löschen, bekommt XMMS das nicht mit und zeigt die Stücke weiterhin an. Die gelöschten Dateien entfernen Sie über das Kontextmenü aus der Abspielliste: Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in das Playlist-Fenster und wählen Sie Entfernen / Verschiedenes / Tote Dateien entfernen (Abbildung 2).

In allen KDE-Anwendungen funktionieren die auch unter Windows üblichen Tastenkombinationen [Strg-C] zum Kopieren und [Strg-V] zum Einfügen. Es gibt jedoch Programme, bei denen diese Shortcuts nicht den erwünschten Effekt haben. Vielleicht arbeiten Sie auch gerade mit der Maus, und es ist Ihnen zu umständlich, erst zur Tastatur zu greifen. Für solche Fälle bietet Linux -- oder genauer gesagt, das X Window System [2], die grafische Oberfläche von Linux -- eine praktische Möglichkeit, Text zu kopieren und einzufügen: Sobald Sie in einem Programm etwas markieren, landet der Text in der Zwischenablage des X Window Systems.
Diesen Text fügen Sie mit einem Klick der mittleren Maustaste (bei einer Radmaus klicken Sie auf das Rad) in ein anderes Programm ein. Besitzen Sie eine Maus mit nur zwei Tasten, drücken Sie beide gleichzeitig, um den Text einzufügen.
Haben Sie bei einem Fenster über Erweitert / Keine Umrandung den Fensterrahmen entfernt, können Sie es trotzdem weiterhin auf dem Dasktop verschieben. Dazu müssen Sie nicht einmal mit [Alt-F3] das Menü öffnen und den Rahmen wieder einblenden. Viel einfacher verschieben Sie rahmenlose Fenster auf dem Desktop, indem Sie bei gedrückt gehaltener Alt-Taste in das Fenster klicken, die Maustaste auch gedrückt halten und das Fenster an die gewünschte Position ziehen. Dass Sie sich im Verschiebemodus befinden, erkennen Sie am Mauszeiger, der sich bei gleichzeitigem Druck von [Alt] und linker Maustaste in ein Kreuz oder eine Hand verwandelt.
Das Feature ist auch praktisch, wenn Sie ein Spiel gestartet haben, das die Auflösung ändert: Manchmal gelingt es solchen Programmen beim Beenden nicht, wieder die ursprüngliche Auslösung zu aktivieren. Wenn Sie Pech haben, ragt dann die Titelleiste einiger Fenster über den oberen Bildschirmrand hinaus. Mit [Alt] und gedrückt gehaltener linker Maustaste verschieben Sie diese Fenster trotzdem und können das Programm beenden.
Benutzen Sie statt der linken die rechte Maustaste, ändern Sie durch Ziehen die Fenstergröße. Das funktioniert jedoch nur, wenn das Programm es zulässt -- die XMMS-Fenster beispielsweise lassen sich auf diese Weise nicht vergrößern oder verkleinern.
Bei Mails gilt es -- nicht nur auf Mailing-Listen -- als unhöflich, die komplette Nachricht, auf die man antwortet, zu zitieren: Gerade bei langen Mails ist das sehr unübersichtlich und meistens unnötig, da sich die eigene Antwort oft nur auf einen Teil der Nachricht bezieht.
Nutzen Sie Evolution als Mail-Programm, müssen Sie den überflüssig zitierten Text nicht manuell löschen, da das Programm eine Funktion bietet, mit deren Hilfe Sie nur den Teil einer Nachricht zitieren, auf den sich Ihre Antwort bezieht. Markieren Sie einfach den Text, den Sie als Zitat in die Antwort übernehmen wollen, und klicken Sie auf Antwort verfassen. Daraufhin öffnet Evolution den Nachrichten-Editor, in den es nur den zuvor markierten Text übernimmt (Abbildung 3).
Wer keine Flatrate hat oder sich gar mit Modem oder per ISDN ins Internet einwählt, kann es sich nicht leisten, dauernd online zu sein. Für solche Benutzer bietet es sich an, E-Mails offline zu schreiben und erst zum Versand der Nachrichten eine Internet-Verbindung herzustellen.
Mit einem Klick auf den Stecker links unten in der Statuszeile teilen Sie Evolution mit, dass Sie offline arbeiten. Standardmäßig startet das Programm im Online-Modus, was Sie jedoch mit Hilfe eines Aufrufparameters ändern: Rufen Sie dazu Evolution aus einem mit [Alt-F2] geöffneten Schnellstartfenster auf. Das Kommando, mit dem Evolution im Offline-Modus startet, lautet evolution --offline.
Evolution ist nicht nur ein Mail-Programm, sondern bietet zusätzlich Kalender, Adressbuch und Aufgabenliste. Beim Start präsentiert die Anwendung Ihnen immer die Programmkomponente, die aktiv war, als Sie Evolution zuletzt beendet haben. Um den Mailer mit einem bestimmten Modul zu starten, nutzen Sie den Aufrufparameter -c (für component), gefolgt vom Namen des Moduls. So startet das Kommando
evolution -c mail
in einem Schnellstartfenster das Programm in der E-Mail-Ansicht.
Einen Haken hat die Sache allerdings: Mit den deutschen Namen der Programmodule kann Evolution nichts anfangen, sondern Sie müssen die englischen Bezeichnungen verwenden. Der Befehl evolution -c calendar zeigt Ihnen den Kalender an; nutzen Sie tasks für die Aufgabenliste und contacts, um Evolution mit der Kontaktverwaltung zu starten.
Bekommen Sie keinen Schreck, wenn Sie sich einmal beim Eingeben des Modulnamens vertippen: Dann startet Evolution nur mit einem grauen Fenster (Abbildung 4), und man könnte denken, dass Programm hätte sich aufgehängt. Das leere Fenster bedeutet jeoch nur, dass Evolution den Namen des Moduls nicht kennt. Mit einem Klick auf einen der Einträge in der linken Fensterleiste gelangen Sie problemlos zu Ihren Mails, Kontakten, Aufgaben und zum Kalender.
Mit Evolution hängen Sie per Drag & Drop besonders schnell Anhänge an eine Mail an: Am unteren Rand des Nachrichten-Editors steht Anlagenleiste anzeigen. Ziehen Sie Dateien, die Sie als Attachment versenden wollen, einfach aus dem Konqueror oder vom Desktop auf die graue Leiste und lassen Sie diese dort fallen. Wenn eine Nachricht einen Anhang enthält, blendet Evolution rechts in der Anlagenleiste ein Büroklammer-Icon ein, hinter dem steht, wie viele Dateien sich im Anhang befinden.
Um Namen, Größe und machmal sogar eine Vorschau der angehängten Dateien anzuzeigen, klicken Sie auf den weißen Pfeil ganz links in der Anlagenleiste. Evolution öffnet nun am unteren Fensterrand die Anlagenansicht, die alle Dateien im Anhang zeigt. Um eine zu entfernen, klicken Sie die Datei mit der rechten Maustaste an und wählen Entfernen aus dem Kontextmenü. Der einfache Weg per Drag & Drop funktioniert beim Löschen von Anhängen nicht. (amü)
| Infos |
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[1] XMMS-Artikel: Thomas Hümmler, "XMMS optimal nutzen", EasyLinux 08/2005, S. 39 ff.
[2] Grundlagen-Artikel über das X Window System: Kristian Kißling, "Doktor Xorg", EasyLinux 10/2005, S. 63 ff. |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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