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Know-how für die Kommandozeile
von Andrea Müller
Der Text-Editor "vim" bietet im Befehlsmodus viele praktische Tastenkürzel, um sich im Text zu bewegen. Haben Sie den Einfügemodus, den Sie mit [I] erreichen, mit einem Druck auf [Esc] verlassen, bewegen Sie den Cursor mit [W] jeweils ein Wort weiter. Im Gegensatz zu der zeichenweisen Vorwärtsbewegung mit [Pfeil nach rechts] funktioniert das sogar über das Zeilenende hinaus. Befindet sich der Cursor im letzten Wort einer Zeile, springen Sie mit [W] zum ersten Wort der nächsten Zeile. Um mehre Worte weiter zu gelangen, drücken Sie einfach vor [W] eine Zahl. So bewegt [3], [W] den Cursor drei Worte weiter.
Einen ähnlichen Effekt erreichen Sie mit [E]: Damit bewegen Sie sich auch wortweise vorwärts, allerdings springt der Cursor zum Ende des nächsten Worts.
Möchten Sie dagegen schnell zum Anfang des vorigen Worts wechseln, erreichen Sie das mit einem Druck auf [B]. [E] und [B] können Sie ebenfalls eine Zahl voranstellen, um gleich mehrere Worte vor- oder zurückzuspringen.
Mit dem Kommando free zeigen Sie die aktuelle Speicherauslastung des Systems an. Die Ausgabe erfolgt in Bytes, was etwas unübersichtlich ist. Abhilfe schafft der Parameter -m: Damit veranlassen Sie das Programm, den freien und belegten Arbeits- und Auslagerungsspeicher in MByte anzuzeigen.
Wundern Sie sich nicht, wenn der Wert für freien Speicher in der zweiten Zeile sehr niedrig ist. Wenn Sie eine Anwendung starten und wieder beenden, behält Linux diese zum Teil im Speicher, damit der nächste Start flotter von Statten geht. Rufen Sie ein anderes speicherhungriges Programm auf, gibt Linux die zwischengespeicherten Daten der zuvor gestarteten Anwendung sofort frei. Um zu erfahren, wie viel Arbeitsspeicher noch zur Verfügung steht, sollten Sie die Werte in der mit -/+ buffers/cache beginnenden Zeile lesen.
Möchten Sie die Speicherauslastung des Linux-Systems über eine längere Zeit hinweg beobachten, ist es nicht nötig, regelmäßig free aufzurufen. Das Tool bringt eine Aktualisierungsfunktion mit, die Sie mit dem Parameter -s gefolgt von einer Zahl aktivieren. Mit dem Befehl
free -ms 5
gestartet, beendet sich free nicht, sondern es zeigt die Speicherauslastung an, wartet fünf Sekunden und blendet danach die aktualisierte Tabelle mit dem belegten und freien Speicher ein. Dabei überschreibt es die alten Werte nicht, sondern stellt die Ausgabe unter das vorige Ergebnis (Abbildung 1). Sie erhalten alle fünf Sekunden eine aktualisierte Tabelle bis Sie free mit [Strg-C] beenden. Mit den Scroll-Balken in der Konsole blättern Sie zurück und überwachen so die Speicherauslastung über einen längeren Zeitraum.
Um die Auslastung des Arbeitsspeichers über einen ganzen Tag zu beobachten, eignet sich der letzte Tipp nicht. Es kommen einfach zu viele Werte zusammen, um in der Konsole den Überblick zu behalten. Lassen Sie free -ms 5 über einen längeren Zeitraum laufen, bietet es sich an, die Ausgabe in eine Textdatei umzuleiten. Das erreichen Sie mit Hilfe des Umleitungsoperators [1] >. Der Befehl
free -ms5 > speicher.txt
schreibt die Werte in die Datei speicher.txt im aktuellen Verzeichnis.
Starten Sie einen Befehl, wie den im vorigen Tipp vorgestellten free -ms5 > speicher.txt , blockiert dieser die Konsole und Sie können dort keine weiteren Kommandos eingeben. Statt einen neuen Konsolen-Reiter zu öffnen, rufen Sie Befehle, die lange laufen, mit einem & dahinter auf. Für unser Beispiel lautet das Kommando
free -ms5 > speicher.txt &
Das kaufmännische Und lässt den Befehl im Hintergrund laufen und Sie erhalten sofort wieder die Möglichkeit weitere Befehle einzugeben. Um danach den free-Aufruf mit [Strg-C] zu beenden, holen Sie ihn mit Eingabe von fg (für foreground) in den Vordergrund.
Der Prozessmonitor top zeigt alle laufenden Programme an. Außerdem liefert er viele zusätzliche Informationen, wie etwa die Prozessnummer, den Nutzer, der den Prozess gestartet hat und den Speicher- und CPU-Verbrauch der Anwendungen. Wenn Sie das Programm starten, sehen Sie standardmäßig alle laufenden Prozesse. Viele davon gehören dem Administrator root. Oft handelt es sich dabei um Dienste, die wichtige Systemaufgaben erfüllen, beispielsweise den syslogd, der alle Aktivitäten in die Protokolldateien [2] im Ordner /var/log schreibt.
Möchten Sie nur Ihre eigenen Programme sehen, erreichen Sie das mit einem Druck auf [U]. Über der Prozesstabelle erscheint nun eine Eingabezeile, in die Sie Ihren Benutzernamen eingeben (Abbildung2). Bestätigen Sie Ihre Wahl mit [Eingabe], damit top nur noch Prozesse anzeigt, die dem gewünschten Nutzer gehören. Um zur Standardansicht zurückzukehren, drücken Sie [U] und danach [Eingabe].
Mit Hilfe des Aufrufparameters -u gefolgt von einem Benutzernamen, teilen Sie top schon beim Start mit, welche Prozesse Sie sehen wollen. So bewirkt das Kommando
top -u hans
dass der Prozessmonitor nur die Programme des Benutzers hans anzeigt.
In top lassen sich die Prozesse beliebig sortieren, etwa nach der Prozessnummer oder dem CPU-Verbrauch. Mit [Umschalt-F] gelangen Sie in einen Dialog, in dem top alle Kriterien auflistet. Vor jedem steht ein Buchstabe, mit dem Sie es als Sortierkriterium aktivieren. Drücken Sie beispielsweise [K], um die Programme danach zu sortieren, wie viel Prozessorleistung sie benötigen. Mit [N] bestimmen Sie den Speicherverbrauch als Sortierkriterium. Der jeweils ausgewählte Eintrag ist fettgedruckt. Haben Sie sich für ein Sortierkriterium entschieden, gelangen Sie mit [Eingabe] zurück zur Prozesstabelle.
In top stellen Sie nicht nur das Sortierkriterium, sondern auch die Reihenfolge ein. Mit [Strg-R] wechseln Sie zwischen auf- und absteigender Sortierung hin und her.
Das Tool top eignet sich perfekt dazu, die Programme eines Linux-Systems über eine längere Zeit zu überwachen, da es die Ansicht alle paar Sekunden aktualisiert. Dabei ist es, je nach gewählter Sortiermethode, jedoch ziemlich schwer, ein bestimmtes Programm im Blick zu behalten, da sich seine Position in der Tabelle ständig ändert. Das umgehen Sie, indem Sie top mit dem Parameter -p gefolgt von einer Prozessnummer starten. Haben Sie ein Programm im Verdacht, die CPU zu sehr zu belasten, suchen Sie es in der Anzeige von top und merken sich seine Prozessnummer in der Spalte PID. Beenden Sie top mit [Q] und starten Sie den Systemmonitor mit
top -p xxxx
Anstelle von xxxx geben Sie die jeweilige Prozessnummer ein. Nun haben Sie nur die Daten zu diesem Programm im Blick (Abbildung 3) und werden nicht durch andere Informationen abgelenkt. (amü)
| Suse-Linux: Schnellinstallation mit YaST |
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Wer unter Suse Linux den Paketnamen eines Programms, das er installieren will, kennt, muss nicht erst das Software-Modul von YaST starten, um es einzuspielen. Viel schneller gelingt das mit einem Befehl, der YaST im Textmodus auf den Plan ruft. Um beispielsweise das E-Mail-Programm Thunderbird (das Paket heißt MozillaThunderbird) von der Kommandozeile aus zu installieren, gehen Sie so vor:
Abb. 4: Mit dem Befehl "yast -i paketname" spielen Sie besonders schnell Programme ein. |
| Infos |
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[1] Artikel zu Umleitungs-Operatoren in der Shell: Heike Jurzik, "Genial gelenkig", EasyLinux 09/2005, S. 84 ff., http://www.easylinux.de/2005/09/084-umleitungen/
[2] Artikel über Log-Dateien: Marcel Hilzinger, "Protokolle entschlüsseln", EasyLinux 09/2005, S. 40 f. |
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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