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Steuererklärung und mehr mit tax 2006ZurückgeholtHans-Georg Eßer Es wird Frühling, und wie in der Natur herrscht auch in den Finanzämtern reges Treiben: Jetzt ist es Zeit, die Steuererklärung zu erstellen. Mit tax 2006 erledigen Sie die ungeliebte Tätigkeit wenigstens unter Linux. |
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Einmal im Jahr ist sie fällig: die Steuererklärung. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer füllt sie in der Hoffnung aus, vom Finanzamt eine Steuerrückerstattung zu erhalten; in manchen Fällen steht auch eine Nachzahlung an, und Selbständige müssen ohnehin regelmäßigen Kontakt mit der Behörde halten.
Formulare gibt es viele, und sie sind komplex -- ein Programm, das beim Ausfüllen (und bei der Auswahl der richtigen Formulare) hilft, ist also willkommen, denn es erspart Ihnen eine Menge Arbeit, falls Sie kein Geld für einen Steuerberater ausgeben wollen.
Für Linux-Anwender gibt es das Programm tax 2006, das eigentlich ein Windows-Programm ist, aber vom Hersteller Buhl Data [1] über den Windows-Emulator WINE auch unter Linux zum Laufen gebracht wurde: Sie müssen dabei nicht selbst den Emulator konfigurieren, das Installationsprogramm von tax 2006 richtet WINE für Sie ein und erzeugt Startmenü-Eintrag und Desktop-Icon (mehr dazu im Kasten Installation).
Die Standardversion von tax 2006 (14,95 Euro) enthält keinen Linux-Support -- wer aber die Ausgabe von 39,95 Euro für die Professional-Version scheut, kann den Preis halbieren und eine reine Linux-Variante als Download-Version (19,95 Euro) kaufen. Dann wandern allerdings 160 MByte über die Internet-Verbindung.
| Installation |
Die eigentliche Installation ist damit abgeschlossen, tax 2006 startet aber gleich im Anschluss den Internet-Registrierungsassistenten.
Zurück im Terminal-Fenster (das Sie ganz am Anfang durch Klick auf die Datei install.x geöffnet haben) erscheint nun die Frage, ob Sie tax 2006 starten wollen. Geben Sie dort ja ein und drücken Sie [Eingabe]. |
tax 2006 ist nicht ein einzelnes Programm, sondern eine ganze Tool-Sammlung. Es enthält u. a. die folgenden Module:
Beim ersten Start erscheint der "tax 2006 Steuer-Manager" und bietet Ihnen an, eine neue Steuererklärung zu erstellen oder Ihre Daten aus dem Vorjahr zu übernehmen, falls Sie auch tax 2005 verwendet haben. Wollen Sie alte Daten übernehmen, startet das Steuerberechnungsmodul und bietet mehrere Varianten des Datenimports an (Abbildung 1).
Ein Klick auf Neue Steuererklärung für das Jahr 2005 startet das Programmmodul Steuerberechnung. Es erscheint dann ein Assistent, der mit ein paar grundlegenden Fragen absteckt, welche Daten später zu erfassen sind. Dabei geht es z. B. um die Frage, ob Sie ledig, verheiratet etc. sind, welche Einkunftsarten Sie in die Steuererklärung aufnehmen wollen (Abbildung 2) und ob Sie dienstlich mit dem Auto unterwegs sind.
| Tipp: Besser in VMware |
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Zwar ist die Linux-Kompatibilität dank WINE das herausstechende Merkmal von tax 2006 -- wer aber den PC-Emulator VMware besitzt und ohnehin regelmäßig verwendet, sollte tax 2006 unter einem richtigen Windows-System im Emulator laufen zu lassen: Im Test arbeitete diese Konstellation deutlich angenehmer als die WINE-basierte Linux-Variante, z. B. beim Ändern der Fenstergröße aber auch bei vielen normalen Programmfunktionen. Wollen Sie VMware verwenden, müssen Sie beim virtuellen CD-ROM-Laufwerk die Option Legacy Support abschalten, weil ansonsten der Kopierschutz der Windows-Version von tax 2006 die CD nicht erkennt. |
Nach diesen Grundfragen starten Erstanwender am besten den "tax-Lotsen" (Abbildung 3): Das ist ein allumfassender Assistent, der Sie Schritt für Schritt durch sämtliche Fragen und Eingabemasken führt. Um loszulegen, klicken Sie in der Leiste am unteren Fensterrand auf Weiter.
Zwischen den Eingabefeldern navigieren Sie mit [Tab] (vorwärts) bzw. [Umschalt-Tab] (zurück). Ein Problem, das schon bei der Installation auffiel, zog sich im Test auch durch die gesamte Programmnutzung: Cursor-Tasten und [Tab] funktionierten nicht immer -- manchmal verschwand das Problem, wenn man wahllos mehrfach [Strg] und [Umschalt] drückte.
Zur jeweils nächsten Abfrageseite wechseln Sie mit Klick auf Weiter oder durch Eingabe von [Alt-W].
Einige Dialoge haben unter Suse Linux 9.3 (nicht aber unter Version 10.0) Darstellungsprobleme, die das Verständnis der Fragen erschweren.
Praktisch: Die so genannte eTin, eine Nummer, die auf der Lohnsteuerbescheinung des Arbeitgebers steht, kann tax 2006 selbst berechnen -- Sie müssen diese nur noch mit Ihrer eTin vergleichen (Abbildung 4). Wer im Laufe des Jahres den Arbeitgeber gewechselt hat, kann auch die Daten mehrerer Steuerbescheinungen im Programm erfassen.
Mit tax 2006 drucken Sie die fertige Erklärung wahlweise auf Originalformulare (Option nur Werte) oder, so Sie einen Farbdrucker besitzen, auf leere Blätter (Option mit Hintergrund): Dann gibt das Programm die Erklärung so aus, wie es sie in der Voransicht des Druckzentrums (Abbildung 5) anzeigt. Die Druckqualität war im Test ausgezeichnet; das Handbuch weist darauf hin, dass das Finanzamt die Formulare nur akzeptiert, wenn sie beidseitig bedruckt sind und der so genannte Mantelbogen zu einem A3-Blatt zusammengeklebt ist.
Eine Besonderheit stellt die ausführliche Dokumentation dar: Das in der Professional-Box enthaltene Handbuch zählt stolze 623 Seiten, von denen ca. ein Viertel der Programmerklärung dienen -- der große Rest ist ein Steuerratgeber mit zahlreichen Spartipps.
Buhl Data hat schon viele Jahre Erfahrung mit dem Einsatz seiner Software unter Linux gesammelt. Entsprechend laufen die Programme ordentlich (wenn auch nicht so schnell wie echte Linux-Programme), finden problemlos die unter Linux installierten Drucker und lassen damit auch Linux-Freunde ihre Steuern am PC bearbeiten, ohne Windows booten zu müssen. Die Linux-Download-Version ist mit 19,95 Euro günstig und bietet die gleichen Features wie die Professional-Version; wer den doppelten Preis ausgibt, erhält die Box mit einem sehr guten gedruckten Handbuch und als Bonus auch die Windows-Version. (hge)
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Last modified: 2007-04-05 11:24
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