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Erschienen in EasyLinux 05/2006   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Claudia Dotterweich


Gimp ist das populärste Grafikprogramm für Linux. In unseren Tipps stellen wir interessante Funktionen vor. Wir zeigen, wie Sie mit Gimp Bilder bearbeiten, Filter nutzen und professionell mit dem Pfadwerkzeug umgehen.

Tipp: Arbeiten mit dem Bilddialog

Bei manchen Arbeitsvorgängen müssen Sie mehrere Bilder gleichzeitig öffnen, doch schon ab fünf Bildern wird die Desktop-Oberfläche unübersichtlich. Um den Überblick behalten, empfehlen wir Ihnen, den Bilddialog über Datei / Dialog / Bilder zu öffnen. Alternativ erscheint dieser Dialog auch nach einem Klick auf das Symbol Aktuelles Bild anzeigen in Ihrem Werkzeugfenster. Falls das Icon fehlt, aktivieren Sie diese Option einfach in den Programmeinstellungen (Datei / Einstellungen / Werkzeugfenster / Aktuelles Bild anzeigen).

Im Dialogfenster Bilder sehen Sie nun eine Liste aller geöffneten Bilddateien, in der Sie bequem zwischen den verschiedenen Bildern navigieren. Ein Doppelklick auf die Bildvorschau holt das ausgewählte Bild im Vordergrund, und ein Klick auf das Icon Eine neue Ansicht für dieses Bild erzeugen legt ein Bildduplikat an.

Tipp: Eigenen Avatar erstellen

Avatare sind ursprünglich Verkörperungen von Göttern. Im Internet bezeichnet man damit ein kleines User-Bild, das vor allem in Chats und in Foren als Erkennungszeichen des Mitglieds dient. Der Vorteil eines Avatarbilds ist vor allem, dass man mehr Aufmerksamkeit auf seinen Beitrag zieht.

Gewöhnlich ist ein Avatarbild -- abhängig vom Forum -- zwischen 45 x 45 Pixel und 100 x 100 Pixel groß. Die meisten Foren erlauben Dateien in den Formaten .gif, .jpg und .png.

Wenn Sie sich entschließen ein Foto als Avatar zu verwenden, vermeiden Sie Ganzkörperbilder: Damit andere Forumnutzer Sie gut erkennen, kopieren Sie nur den Kopfausschnitt. Diesen verkleinern Sie über Bild / Skalieren auf eine geeignete Größe (zum Beispiel 80 x 80 Pixel). Anschließend schärfen Sie das Bild noch ein wenig nach (Filter / Verbessern / Schärfen).

In Abbildung 1 sehen Sie, wie das Bild in einem Forumsbeitrag platziert wurde. Die Verwendung eines richtigen Fotos als Avatar ist keine Pflicht. Um Ihre Identität zu wahren, können Sie auch ein beliebiges anderes Bild nehmen.

Abb. 1: Mit Avatarbildern ziehen Sie mehr Aufmerksamkeit auf Ihre Forumsbeiträge.

Tipp: Objekte mit dem Pfadwerkzeug zeichnen

In diesem Tipp zeigen wir fortgeschrittenen Gimp-Anwendern, wie man mit dem Pfadwerkzeug einfache Objekte zeichnet, z. B. ein Fernsehgerät.

  1. Erstellen Sie ein neues Bild, das mindestens 500 x 500 Pixel groß ist.
  1. Legen Sie eine neue transparente Ebene an und aktivieren Sie das Werkzeug Pfade erstellen und bearbeiten im Werkzeugfenster.
  1. Als Nächstes zeichnen Sie mit dem Pfadwerkzeug, [B], die groben Umrisse eines TV-Geräts wie in Abbildung 2. Wenn der Umriss noch nicht optimal ist, verschieben Sie die einzelnen Knotenpunkte einfach an andere Positionen. Sobald Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, wählen Sie aus dem Bildmenü Auswahl / Vom Pfad.
  1. Mit einem Klick auf das Füllwerkzeug-Icon füllen Sie die Auswahl mit einer Farbe: In unserem Beispiel verwenden wir einen dunklen Blauton. Bei Bedarf bearbeiten Sie leichte Ecken und Kanten mit dem Pinselwerkzeug nach.
  1. Im Anschluss daran legen Sie eine neue transparente Ebene an. Aktivieren Sie abermals das Pfadwerkzeug und legen Sie nun die Umrisse der Frontseite fest. Verfahren Sie hierbei wie in Schritt 3 beschrieben. Über das Füllwerkzeug, [Umschalt-B], füllen Sie die Auswahl der Frontseite mit einem hellen Farbton.
  1. Falls die Auswahl der Frontseite nicht mehr aktiv ist, markieren Sie diese mit dem Zauberstab, [Z]. Über Ebene / Ebene duplizieren im Bildmenü erstellen Sie ein Duplikat der aktuellen Ebene.
  1. Füllen Sie die Ebene mit schwarzer Farbe und wählen Sie mit [Umschalt-T] das Skalierwerkzeug aus. Ziehen Sie die Auswahl so zurecht, dass sie wie ein TV-Bildschirm aussieht. Verkleinern Sie anschließend den Rand um etwa fünf Pixel und rufen Sie im Bildmenü Filter / Rauschen / Streue RGB auf. Achten Sie darauf, dass im Dialogfenster Streue RGB die Vorschauoption an ist. Über den Schieberegler legen Sie die Stärke des Bildrauschens fest.
  1. Damit das Objekt mehr Ähnlichkeit mit einem TV-Gerät erhält, bringen Sie noch eine Antenne an. Hierfür erstellen Sie eine neue transparente Ebene und legen mit dem elliptischen Auswahlwerkzeug einen Kreis fest, den Sie mit einer passenden Farbe füllen. Mit gehaltener Maustaste verschieben Sie die Kreisebene so, dass der Fernseher sie zu einem großen Teil verdeckt. Auf dem Antennenfuß bringen Sie noch zwei Antennenköpfe an, und damit ist der Fernseher komplett.
  1. Zum Abschluss können Sie mit den Mal- und/oder Auswahlwerkzeugen noch Reflexionen, Knöpfe, Lautsprecherschlitze oder Ähnliches anbringen.

Aus solchen Objekten erstellen Sie leicht ansprechende Desktop-Hintergründe, wie z. B. den aus Abbildung 2 (links).

Abb. 2: Das Pfadwerkzeug eignet sich gut, um grobe Umrisse und Formen zu erstellen.

Tipp: Kurvenreiche Texte

Mit Gimp haben Sie viele Möglichkeiten, einfache Schriftzüge effektvoll aufzupeppen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem Verbiegen-Filter einen kurvenreichen Texteffekt erhalten.

  1. Erstellen Sie mit [Strg-N] ein neues Bild und schreiben Sie Ihren Text. Achten Sie dabei auf ausreichenden Abstand zum Bildrand.
  1. Wählen Sie aus dem Bildmenü Filter / Verzerren / Verbiegen.
  1. Aktivieren Sie im Dialogfenster die automatische Vorschau. Überprüfen Sie, ob die Optionen Glättung und Kantenglättung an sind, und beginnen Sie mit dem Bearbeiten der Kurve (Abbildung 3). Mit der Maus ziehen Sie die Linie an die gewünschte Position. Diese Position können Sie jederzeit ändern, indem Sie den Knotenpunkt anklicken.
    Überprüfen Sie die Auswirkung Ihrer Änderungen auf den Schriftzug durch die Bildvorschau.
  1. Die Schaltflächen Kopieren, Spiegeln oder Austauschen verwenden Sie je nach Bedarf. Sobald Sie mit dem Text zufrieden sind, führen Sie die Änderungen aus.

Abb. 3: Zahlreiche Gimp-Filter helfen Ihnen dabei, Texte interessant zu gestalten.

Tipp: Verschiedene Schattentypen

Erst durch den Schatten löst ein Bildmotiv einen bestimmten Eindruck beim Betrachter aus. Schatten lassen Objekte flach oder schwebend wirken oder betonen mehr die räumlichen Merkmale.

Wie Sie mit Gimp verschiedene Schattenwirkungen wie in Abbildung 4 erzeugen, zeigt dieser Tipp.

Abb. 4: Wo Licht ist, ist auch Schatten -- und der gleich in mehreren Varianten.

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