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Erschienen in EasyLinux 05/2006   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Ebenso wie der Schwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigen sich auch die Linux-Tipps diesen Monat mit dem Gnome-Desktop und seinen Anwendungen. Erfahren Sie, wie Sie Evolution an Ihre Bedürfnisse anpassen, unter Gnome Screenshots erzeugen und die Fensterflut von Nautilus eindämmen.

Tipp: Schriftgröße in Evolution ändern

Wenn Sie aus einer Mail etwas abschreiben wollen, etwa die Adresse eines Kontakts, geht das leichter von der Hand, wenn Sie die Schrift in der Nachricht und die der angezeigten Kopfzeilen vergrößern. Evolution kennt drei praktische Tastenkürzel, mit denen Sie die Schriftgröße beeinflussen: Drücken Sie [Strg-8] zum Vergrößern, [Strg-0] zum Verkleinern und [Strg-9], um zur Standardgröße zurückzukehren.

Diese Shortcuts funktionieren immer -- bei Nachrichten im HTML-Format können Sie außerdem die von Firefox bekannten Kürzel [Strg-+] und [Strg--] verwenden, um die Schriftgröße zu ändern. Evolution merkt sich Ihre Einstellungen und behält diese bei einem Wechsel zu einer anderen Mail bei. Wenn Sie das Programm allerdings beenden und neu starten, zeigt Evolution die Schriften wieder in der Standardgröße an.

Tipp: Kalenderansicht in Evolution

Evolution kümmert sich nicht nur um die elektronische Post, sondern auch um Termine, Kontakte und Aufgaben. Im Kalender organisieren Sie freie Zeit und Termin. In der Standardeinstellung gehören die Tage von Montag bis Freitag zur Arbeitswoche, und der Tag beginnt um 9:00 und endet um 17:00 Uhr. Diese Vorgaben passen Sie im Konfigurationsdialog an Ihre Arbeitszeiten an: Öffnen Sie ihn über Bearbeiten / Einstellungen, und klicken Sie in der linken Leiste auf Kalender und Aufgaben. Im Abschnitt Arbeitswoche auf dem Reiter Allgemein aktivieren Sie die gewünschten Arbeitstage und stellen Tagesbeginn- und ende ein (Abbildung 1).

Abb. 1: In diesem Dialog konfigurieren Sie die Kalenderansicht von Evolution.

Tipp: Beliebigen Zeitraum im Kalender anzeigen

In der Kalenderansicht zeigt Evolution in der Symbolleiste Icons, mit denen Sie zwischen vordefinierten Ansichten wechseln. Sie können dort beispielsweise festlegen, ob Evolution nur einen Tag, die Arbeitswoche oder gar einen ganzen Monat anzeigt.

Über den Miniaturkalender oben rechts im Fenster, den so genannten Datumsnavigator, ist es sogar möglich, nur einen beliebigen Zeitraum in der Kalenderansicht anzuzeigen: Klicken Sie dazu im Navigator auf das Anfangsdatum, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie den Zeiger bis zum Enddatum. Sobald Sie die Maustaste loslassen, blendet Evolution die markierten Tage ein.

Tipp: Kalenderwoche im Datumsnavigator

Der Datumsnavigator zeigt in der obersten Zeile nur die Wochentage an. Gerade im Berufsleben wird man aber öfters mit Zeitangaben konfrontiert, welche die Kalenderwoche enthalten. Auch diese Informationen zeigt Evolution an; allerdings erst, wenn Sie das Feature im Einstellungsdialog aktivieren. Öffnen Sie dazu das Konfigurationsmenü des Kalenders und wechseln Sie zum Reiter Anzeigen. Setzen Sie dort ein Häkchen vor Wochennummern im Datumsnavigator anzeigen, damit Sie im Datumsnavigator auch die Kalenderwochen im Blick haben.

Tipp: Geburtstage im Evolution-Kalender

Ein klassisches Fettnäpfchen privater Beziehungen ist es, Geburts- oder Hochzeitstage zu vergessen und auch beruflich macht man sich mit solcher Schusseligkeit keine Freunde. Wer seinen Arbeitstag am Computer verbringt, Evolution als Mail-Programm nutzt und sein Adressbuch pflegt, minimiert das Risiko, auf diese Art anzuecken. Wenn Sie im Kontakt-Modul Geburts- und Jahrestage eintragen, integriert Evolution diese auf Wunsch in die Kalenderansicht. Aktivieren Sie dazu links im Fenster die Option Geburts- und Jahrestage, damit Evolution solche Ereignisse als ganztägigen Termin anzeigt (Abbildung 2).

Abb. 2: Wenn Sie in der Baumansicht "Geburts- und Jahrestage" aktivieren, zeigt Evolution die Geburtstage Ihrer Kontakte im Kalender an.

Tipp: Screenshots unter Gnome

Erfahrene KDE-Nutzer kennen das praktische Tool KSnapshot, mit dem man Bildschirmfotos des Desktops, einzelner Fenster oder eines frei definierbaren Bereichs erzeugt. Auch Gnome bringt eine Anwendung mit, die das Geschehen auf der Arbeitsoberfläche im Bild festhält. Bei dem Programm gnome-screenshot handelt es sich um ein Panel-Applet, also um eine Anwendung, die sich als Icon in der Gnome-Leiste einnistet und auf Mausklick ein Bildschirmfoto erstellt.

Sie starten die Desktop-Kamera mit einem Rechtsklick auf das Panel und Auswahl von Zum Panel Hinzufügen aus dem Kontextmenü. Markieren Sie im folgenden Dialog Bildschirmfoto aufnehmen und klicken Sie auf Hinzufügen (Abbildung 3). Sie können das Applet sowohl in die obere als auch in die untere Leiste integrieren. Ein Klick auf das Kamera-Symbol im Panel öffnet einen Dialog mit einem Screenshot des Desktops. Passen Sie dort hinter Name den Dateinamen an, wählen Sie einen Speicherordner aus und klicken Sie auf Speichern.

Abb. 3: Mit diesem Panel-Applet erzeugen Sie unter Gnome Screenshots per Mausklick.

Tipp: Gnome-Screenshots auf Kommando

Dass das Gnome-Screenshot-Programm ein Panel-Applet ist, erweist sich als sehr praktisch, da man zum Erstellen eines Bildschirmfotos nicht erst eine Anwendung umständlich über das Menü starten muss. Allerdings scheint der Gnome-Fotograf weit weniger zu können als die KDE-Konkurrenz. Der spartanische Dialog bietet keine Option, nur ein einzelnes Fenster aufzunehmen oder zeitverzögerte Fotos zu machen.

Mit den passenden Aufrufoptionen bringen Sie das Tool trotzdem dazu: Dafür starten Sie es entweder aus einem Gnome-Terminal oder über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster. Um ein einzelnes Fenster zu fotografieren, lautet der richtige Befehl

gnome-screenshot --window

Dann müssen Sie allerdings schnell sein, da gnome-screenshot immer das gerade aktive Fenster aufnimmt. Zögern Sie zu lange oder finden Sie das gewünschte Fenster nicht auf Anhieb, zeigt das Programm ein Bild des Terminal-Fensters aus dem heraus sie es gestartet haben. Um sich diese Hetzerei zu ersparen und in Ruhe das richtige Fenster in den Vordergrund zu holen, verwenden Sie zusätzlich die Option --delay= gefolgt von einer Zahl. Diese bestimmt, wie lange das Programm vor der Aufnahme wartet. So haben Sie nach Eingabe von

gnome-screenshot --window --delay=5

fünf Sekunden Zeit, das richtige Fenster zu aktivieren. Einen so aufgenommenen Screenshot speichern Sie ebenso ab wie Aufnahmen des gesamten Bildschirms (Abbildung 4).

Abb. 4: Bildschirmfotos einzelner Fenster nimmt das Gnome-Screenshot-Applet nur mit speziellen Aufrufparametern auf.

Tipp: Objekte im Gnome-Panel fixieren

Wenn Sie ein Element im Gnome-Panel mit der mittleren Maustaste anklicken, können Sie es mit gedrückt gehaltener Taste verschieben. Möchten Sie das Verschieben bestimmter Objekte verhindern, erreichen Sie das über deren Kontextmenü. Wählen Sie dort Auf dem Panel sperren. Der Eintrag Verschieben ist nun inaktiv und auch mit gedrückter mittlerer Maustaste lässt sich das gesperrte Objekt nicht mehr bewegen.

Tipp: Nautilus-Fensterflut eindämmen

Dass Nautilus bei jedem Doppelklick auf ein Verzeichnis ein neues Fenster öffnet, ist besonders dann lästig, wenn Sie Ihre Dateien in tief verschachtelten Unterordnern einsortieren. Wollen Sie den Datei-Manager trotzdem nicht im Datei-Browser-Modus öffnen, wie im Artikel Der Schreibtisch der Gnome ab Seite 26 beschrieben, hilft Ihnen die Tastatur, dem Programm das Öffnen eines neuen Fensters zu verbieten: Halten Sie dazu bei einem Doppelklick auf einen Ordner die Umschalttaste gedrückt, damit Sie nur ein Nautilus-Fenster auf dem Desktop haben.

Tipp: Nautilus im Datei-Browser-Modus

Ist Ihnen die einfache Einfensteransicht des Gnome-Datei-Managers Nautilus zu ungewohnt, gibt es nicht nur die Option einzelne Ordner in der klassischen Datei-Manager-Ansicht zu öffnen. Um eine Nautilus-Sitzung im Datei-Browser-Modus zu starten, rufen Sie das Programm über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) mit dem Befehl nautilus --browser auf (Abbildung 5).

Abb. 5: Mit dem Aufrufparameter "--browser" starten Sie eine Nautilus-Sitzung im Datei-Browser-Modus.

Tipp: Löschbefehl im Kontextmenü

Wenn Sie in Nautilus Dateien oder Ordner löschen wollen, gelingt das in der Standardeinstellung nur mit dem Umweg über den Mülleimer. Damit der Datei-Manager auch einen Eintrag zum sofortigen Löschen anzeigt, müssen Sie die entsprechende Option im Konfigurationsdialog aktivieren. Öffnen Sie ihn über Bearbeiten / Einstellungen und wechseln Sie auf den Registerreiter Verhalten. Setzen Sie dort im Abschnitt Müll ein Häkchen vor Einen Löschbefehl bereitstellen, der den Müll umgeht. Zusätzlich zu In den Müll verschieben finden Sie nun auch die Option Löschen im Kontextmenü von Dateien und Verzeichnissen. (amü)

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