claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 06/2006

Software-News

Kostenlos telefonieren mit Ekiga

Dass Voice-over-IP-Telefonie nicht immer kompliziert sein muss, beweist Skype. Leider hat die Software den eklatanten Nachteil, dass sie ein proprietäres Übertragungsprotokoll verwendet und damit Internet-Telefonie nur von Skype zu Skype ermöglicht. Das aus GnomeMeeting entstandene Projekt Ekiga (Abbildung 1) ist ebenso einfach zu bedienen, unterstützt aber die offenen Standards SIP und H.323. Damit erlaubt es das Programm, mit allen herkömmlichen VoIP-Programmen kostenlos zu kommunizieren. Auch Videoübertragungen ermöglicht die Software.

Damien Sanders, der Begründer und Hauptentwickler des Projekts, spendierte Ekiga eine Menge neuer Features. Anrufe leitet das Tool jetzt nach Bedarf weiter, hält diese oder stellt sie zu anderen Teilnehmern durch. Neben der Echounterdrückung wurde in der vorliegenden Version durch das Verwenden eines neuen Breitband-Audio-Codecs die Sprachqualität deutlich verbessert.

Um mit dem Programm zu telefonieren, müssen Sie sich lediglich bei einem VoIP-Provider, der SIP unterstützt, registrieren. Dieser Service wird derzeit von vielen Anbietern wie GMX, Schlund&Partner, 1&1 oder Freenet kostenlos angeboten. Lediglich Telefonate in das Fest- oder Mobilnetz kosten Geld. Einzelheiten zu Ekiga erfahren Sie im Artikel "Grenzenlos testen" ab Seite 20.

Abb. 1: Ekiga beherrscht nicht nur die Internet-Telefonie über das offene Protokoll SIP, sondern auch die Teilnahme an Video-Konferenzen.

E-Mail-Alleskönner Sylpheed-Claws

E-Mail-Clients für Linux gibt es wie Sand am Meer -- nur wenige davon können es allerdings mit der Flexibilität und dem Funktionsumfang von Sylpheed aufnehmen. Der Ableger Sylpheed-Claws (Abbildung 2) entstand ursprünglich als Test- und Experimentiervariante, ist zwischenzeitlich jedoch eine eigenständige Applikation, das stabil läuft und im Vergleich zur Ursprungsversion über einen erheblich erweiterten Funktionsumfang verfügt. Das Programm unterstützt neben dem Verwalten mehrerer Accounts die Protokolle POP3, SMTP und IMAP für den Mail-Verkehr. Da NNTP zum Funktionsumfang des Programmes gehört, lässt es sich auch als Newsreader verwenden.

Sylpheed-Claws verfügt über eine Plug-in-Schnittstelle, die es ermöglicht, Erweiterungen einzubinden, die auf der Webseite http://claws.sylpheed.org/plugins.php angeboten werden. Eine große Anzahl davon bringt das Programm schon mit. Dazu zählen unter anderem Dillo HTML-Viewer zur Anzeige von HTML-Mails, Clam Antivirus zum Scannen der Mails nach Viren und SpamAssassin zum Filtern von Junk-Mails.

Die neue Version 2.0 zeichnet sich vor allem durch einen verbesserten E-Mail- und URL-Parser aus, auch die Suchfunktion wurde einer Revision unterzogen.

Abb. 2: Sylpheed-Claws ist das Multi-Talent unter den E-Mail-Clients.

Professionelles Seiten-Layout mit Scribus

Die freie DTP- (Desktop-Publishing-) Software Scribus (Abbildung 3) entwickelt sich immer schneller zur ernsthaften Konkurrenz für die kommerziellen Platzhirsche Adobe Indesign und Quark XPress. Die aktuelle Version 1.3.2 steht für die Betriebssystememe Mac OS X, FreeBSD, Microsoft Windows und Linux auf der Web-Seite http://www.scribus.net zum Download bereit. Die neue Release bietet neben der Vorschau von PDF-Dateien eine erweiterte TIFF- und PSD-Unterstützung. Ebenso wurde das Bildbeschreibungsformat EXIF implementiert. Das modifizierte "Undo-System" zeigt nun in der History Details zu jeder Aktion.

Die moderne, benutzerfreundliche Oberfläche von Scribus erlaubt auch ungeübten Anwendern das Erstellen von Flyern, Broschüren oder sogar Zeitschriften. Das Programm bietet zur Unterstützung einen Step-by-Step-Wizard, mit dem Sie im Handumdrehen das Grundgerüst Ihres Entwurfes festlegen.

Abb. 3: Mit dem Layout-Programm Scribus gelangt auch der Einsteiger dank interaktiver Hilfen schnell zu sehenswerten Ergebnissen.

Nicotine -- ohne Schäden für die Gesundheit

Nicotine (Abbildung 4) ist ein in Python geschriebener Client für das Peer-to-Peer-Netzwerk Soulseek. Diese Internet-Tauschbörse wurde von dem früheren Napster-Programmierer Nir Arbel begründet und funktioniert ähnlich wie Napster: Ein zentraler Server dient als Vermittlungsstelle zwischen den Clients. Da der Server freigegebene Dateien nicht indiziert, erfolgt jede Suche direkt über die Clients der Teilnehmer. Nir Arbel betreibt den derzeit einzig verfügbaren Soulseek-Server, der jedoch nach Schätzungen bis zu 100.000 Besucher bedienen kann.

Im Gegensatz zu Napster stehen bei Soulseek und Nicotine der Community-Gedanke und die Kommunikation zwischen den Teilnehmern im Vordergrund. Entsprechend wirkt das Programm auf den ersten Blick eher wie ein Chat-Client. Der zweite Blick offenbart jedoch weitreichende Möglichkeiten zum Tausch von Dateien: Nicotine ermöglicht sowohl die spezifische Freigabe bestimmter Verzeichnisse als auch das Einstellen der Upload-Transferraten. Des Weiteren stellen Sie über Quota ein, wie groß die maximale Download-Datenmenge in der Warteschlange eines Verbindungspartners sein darf. Zum Datenaustausch unter Freunden lassen sich alle Restriktionen für diese per Knopfdruck deaktivieren.

Abb. 4: Linux-Anwender erreichen mit dem Peer-to-Peer-Programm Nicotine die Tauschbörse Soulseek.

Komfortabel ins IRC: XChat macht es möglich

Unter den grafischen IRC-Clients für Linux ist XChat (Abbildung 5) wohl das Non-plus-Ultra. Dank der durchdachten Benutzerführung nötigt das Programm den Einsteiger trotz des riesigen Funktionsumfanges nicht, sich mit allen Details auseinanderzusetzen. Dem fortgeschrittenen IRC-Anwender bietet es dafür unzählige Möglichkeiten, die Fähigkeiten des Programmes auszubauen. Dabei hilft nicht zuletzt die Plug-in-Schnittstelle zum Nachladen von Erweiterungen. Eine große Auswahl davon finden Sie unter http://scripts.xchat.org/cgi-bin/disp. Auch das Nutzen mehrerer Chat-Räume auf verschiedenen Servern ist für XChat kein Problem. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abb. 5: Leistungsstark und dabei einfach zu handhaben: so präsentiert sich XChat dem Anwender.

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2021 COMPUTEC MEDIA GmbH | Last modified: 2008-11-05 16:56

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community]