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Erschienen in EasyLinux 06/2006

Chatten mit Licq

ICQ mit Komfort

Hagen Höpfner


Um mit Freunden und Bekannten in aller Welt in Kontakt zu bleiben, braucht man kein Telefon. Mit dem ICQ-Programm Licq trifft man sich auf eine Plauderstunde im Netz und wichtige Mitteilungen erreichen selbst dann den Empfänger, wenn er nicht online ist.

Licq [1] steht für Linux ICQ und ist einer der beliebtesten Chat-Clients unter Linux. Er bringt viele Erweiterungen mit, die es erlauben, das Programm sowohl im Textmodus als auch auf der grafischen Oberfläche zu benutzen. Zusätzlich bietet es die Option, die Kommunikation zu verlüsseln, passt sich mit Hilfe von Themes optisch an den Geschmack des Benutzers an und ist auch nicht nur auf das ICQ-Netz [2] beschränkt. Dieser Artikel stellt LICQ in Version 1.3.2 vor und zeigt, wie Sie die Anwendung effizient nutzen.


ICQ: Akronym für "I seek you" (ich suche dich). ICQ bezeichnet sowohl ein Instant-Messaging-Protokoll als auch ein Chat-Programm der Firma Mirabilis. ICQ war eines der ersten IM-Protokolle und bietet neben Chat die Möglichkeit, auch Benutzern, die gerade offline sind, Nachrichten zu schicken.

Installation

Bei den meisten Distributionen finden Sie Licq auf den Installationsmedien, allerdings nicht in einer aktuellen Version. Um Funktionen, wie mit GnuPG [3,4] verschlüsselte Kommunikation zu nutzen, benötigen Sie eine neue Licq-Version. Anwender von Kubuntu, Suse und Mandriva Linux finden auf der Heft-CD passende Pakete und eine Installationsanleitung. Wenn Sie mit Suse oder Mandriva Linux arbeiten, halten Sie beim Einspielen Ihre Distributions-CDs bereit, da die Assistenten diese anfordern, um weitere benötigte Pakete zu installieren.

Erste Schritte

Am besten integriert sich Licq in die grafische Oberfläche, wenn Sie das KDE-Anzeige-Plug-in benutzen. Wie sich Licq optisch präsentiert, können Sie nicht im Einrichtungsmenü, sondern nur auf der Kommandozeile festlegen. Damit Licq in KDE-Optik startet, rufen Sie es über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster mit dem Befehl

licq -p kde-gui

auf. Der Chat-Client merkt sich, welches Plug-in Sie verwenden, so dass Sie ihn später einfach mit dem Kommando licq aufrufen können. Wie Sie ein Desktop-Icon zum Programmstart per Mausklick erzeugen, erfahren Sie unter [5].

Beim ersten Start erfragt Licq Ihre Zugangsdaten zum ICQ-Netz. Sind Sie dort bereits angemeldet, klicken Sie auf Hinzufügen und geben im folgenden Dialog die ICQ-Nummer und das Passwort ein (Abbildung 1).

Abb. 1: Licq fragt beim ersten Start nach den ICQ-Benutzerdaten.

Für ICQ-Neulinge bringt das Programm die Schaltfläche Registrieren mit, um ein ICQ-Konto anzulegen. Das funktionierte in unserem Test auf keiner der vier Distributionen, so dass Sie sich stattdessen auf der ICQ-Homepage unter [6] als Benutzer anmelden sollten (Abbildung 2). Die dort erhaltenen Zugangsdaten teilen Sie Licq über den Hinzufügen-Dialog mit.

Abb. 2: Auf dieser Seite melden Sie sich als neuer ICQ-Nutzer an.

Wer bereits seit längerem mit ICQ seine Kontakte pflegt, muss die Daten seiner Freunde nicht neu eingeben, denn ICQ verwaltet diese Informationen auf dem Server. Wenn Sie sich am Netz anmelden, lädt LICQ diese automatisch herunter. Die Daten neuer Chat-Partner tragen Sie über System / Benutzer / Benutzer hinzufügen ein, wobei Sie die ICQ-Nummer des Bekannten kennen müssen. Ist das nicht der Fall, finden Sie ihn eventuell über die Eingabe seines Spitznamens im Dialog, der sich bei einem Klick auf System / Benutzer / Benutzer suchen öffnet (Abbildung 3). Allerdings dürfen bei ICQ mehrere Anwender denselben Alias verwenden, so dass Sie bei weit verbreiteten Spitznamen sehr viele Treffer landen.

Abb. 3: Über den Such-Dialog fahnden Sie nach Nutzern mit einem bestimmten Spitznamen.

Ein Doppelklick auf einen Eintrag in der Kontaktliste öffnet einen zweigeteilten Dialog (Abbildung 4). Der obere Bereich zeigt Nachrichten Ihres Gegenübers an, im unteren Teil ist Platz für Ihre eigenen Mitteilungen. Mit einem Klick auf die Schaltfläche mit dem Smiley versehen Sie Ihre Nachrichten mit Emoticons. Licq übersetzt aber auch Smilies in Textform, wie etwa ";-)" in das entsprechende Bildchen.

Weitere Informationen über Ihren Gesprächspartner erhalten Sie per Klick auf die Schaltfläche mit dem blau umrandeten weißen I. Was Sie dort erfahren, hängt allerdings davon ab, welche Informationen der Nutzer bei seiner ICQ-Anmeldunge preisgegeben hat.

Abb. 4: Im Chat-Fenster von Licq verschicken und empfangen Sie Textnachrichten.

Eine Rechtsklick auf einen Eintrag in der Kontaktliste öffnet ein Kontextmenü, mit dem Sie Ihrem Chat-Partner über Senden / Datei senden auch Dateien schicken können. Das funktioniert allerdings nicht immer und oft liegt das nur an so etwas Trivialem, wie daran, dass Ihr Gegenüber einen anderen Chat-Client verwendet.

Kommunizieren auch Ihre Bekannten mit Licq sind Sie fein heraus: Dann ist es sogar möglich, mit ihnen über einen verschlüsselten Kanal zu Chatten, so dass niemand Ihre Kommunikation belauschen kann. Um eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen, wählen Sie im Kontextmenü des Kontakts Senden / Verschlüsselung aktivieren. Haben Sie Freunde mit anderen ICQ-Programmen können Sie die Verbindung mit PGP oder GnuPG verschlüsseln -- dieses Verfahren beherrscht beispielsweise auch das unter Windows populäre Programm Miranda.

Finetuning

Das ICQ-Protokoll unterscheidet nicht nur zwischen den beiden Zuständen online und offline, sondern kennt noch weitere. Über einen Rechtsklick auf den aktuellen Modus (Abbildung 5) öffnet sich ein Auswahlmenü mit allen Modi. Licq schaltet den Zustand automatisch um, wenn sie ihren Computer nicht benutzen. Nach fünf Minuten Untätigkeit gelten Sie als abwesend und nach zehn Minuten als nicht verfügbar. Diese Zeiten passen Sie über System / Optionen auf dem Registerreiter Status an.

Abb. 5: Anhand des Zustandes erkennen Ihre Gesprächspartner, ob Sie erreichbar sind oder nicht gestört werden wollen.

Der Dialog, den Sie mit System / Optionen öffnen, ist die Schaltzentrale, wenn es um die Konfiguration von Licq geht. Im Karteireiter Allgemein gibt es unter anderem die praktische Option Dock-Symbol benutzen. Ist diese aktiviert, nistet sich Licq als Icon im Systemabschnitt der KDE-Leiste ein. Ein Linksklick auf das Icon öffnet bzw. schließt das Licq-Hauptfenster, ein Rechtsklick klappt das System-Menü aus.

Damit Sie keine Nachricht verpassen, selbst wenn Sie auf einem anderen Desktop arbeiten, passen Sie im Bereich Ereignisse des Konfigurationsdialogs den Wiedergabebefehl für akustische Meldungen an. Unter KDE ist artsplay die richtige Wahl, da Licq so den KDE-Sound-Server arts für die Audio-Ausgabe verwendet.


arts: KDE benutzt für die Wiedergabe von Audio-Dateien diesen Sound-Server. Er kümmert sich darum, dass mehrere Anwendungen gleichzeitig auf die Sound-Karte zugreifen können, so dass der Benutzer auch dann Systemklänge hört, wenn er gerade Musik mit Amarok abspielt.

Mit Hilfe von Themes passen Sie auch das Äußere von Licq an das restliche Desktop-Design an. Im Dialog unter System / Designverwaltung peppen Sie nicht nur das Hauptfenster optisch auf, sondern wählen zusätzlich andere Icons und Grafiken für Emoticons aus (Abbildung 6).

Abb. 6: In der Design-Verwaltung passen Sie Licq optisch an Ihren Geschmack an.

Licq ist im ICQ-Bereich ein wahres Allround-Talent, da er sich über Plug-ins optisch sowohl an KDE als auch an Gnome anpasst. ICQ-Puristen können das Programm sogar in einer Version für den Textmodus benutzen. Daneben gibt es viele weitere Plug-ins, die Licq um zusätzliche Funktionen erweitern. Als Recherchestartpunkt für die Suche nach Plug-ins empfiehlt sich die Licq-Homepage [1].

Infos
[1] Licq: http://www.licq.org
[2] ICQ: http://www.icq.com
[3] Nichttechnische Einführung zu PGP: http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/anon/pgp.html
[4] GnuPG-Artikel: Martin Loschwitz, "Verschluss-Sache", EasyLinux 10/2005, S. 46 ff., http://www.easylinux.de/2005/10/046-gpg/
[5] Workshop zum Erstellen von Desktop-Icons: Andrea Müller, "Auf einen Klick", EasyLinux 08/2005, S. 42 f.
[6] ICQ-Anmeldung: https://www.icq.com/register/

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