claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 06/2006

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Schöner malen mit Gimp

Claudia Dotterweich


Die Gimp-Tipps stellen interessante Funktionen des Grafikprogramms vor. Wir zeigen, wie Sie effektiv Bilder bearbeiten und komplizierte Aufgaben schneller erledigen.

Tipp: Bilder richtig nachschärfen

Eine der wichtigsten Bildbearbeitungsfunktionen ist das nachträgliche Schärfen eines Fotos. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Bild zu schärfen: Die erste Möglichkeit rufen Sie über das Bildmenü, Filter / Verbessern / Schärfen, auf. Dort legen Sie die passende Bildschärfe im Bereich zwischen 1 und 99 fest. Generell gilt "weniger ist mehr" -- unbedachtes Nachschärfen hat schon viele Fotos zerstört. Die Vorschau hilft Ihnen dabei, dass das Bild nicht zu grobkörnig wird.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Option Unscharf Maskieren (Filter / Verbessern / Unscharf Maskieren): Der Vorteil dieser Funktion liegt darin, dass sie nicht den gesamten Bildinhalt nachschärft; sie wirkt sich nur auf Konturen aus. Im Filterdialog gibt es Regler für Radius, Menge und Schwellwert (Abbildung 1).

Für Einsteiger ist die optimale Anwendung eventuell nicht ganz einfach. Diesen empfehlen wir für den Anfang, den Schwellwert zwischen 2 und 5 zu belassen. Der Radius hängt von der Bildauflösung auf: Je höher sie ist, desto größer sollte auch der Reglerwert sein. Ein Radius von 1 Pixel ist für hochauflösende Bilddateien mit 300 dpi bereits ausreichend. Beachten Sie, dass die Änderung eines der drei Parameter immer auch die Wirkung der anderen Einstelloptionen beeinflusst. Orientieren Sie sich daher stets an der Bildvorschau und arbeiten Sie am besten mit einem Duplikat ([Strg-D]).

Abb. 1: Bereits eine geringfügige Scharfzeichnung wertet ein Foto merklich auf.

Tipp: Automatischer oder manueller Weißabgleich

Ein Weißabgleich ist eine Methode, mit der Sie Farbstiche nach der Aufnahme neutralisieren. Mit Gimp erledigen Sie das über das Bildmenü Ebene / Farben / Werte. Für den manuellen Weißabgleich ist der Schieberegler rechts unterhalb des Histogramms zuständig. Wenn Sie beim manuellen Abgleich nicht die gewünschten Resultate erzielen, verwenden Sie alternativ die Schaltfläche Automatisch. Das Ergebnis können Sie dann über die Schieberegler manuell noch etwas nachbessern (Abbildung 2).

Abb. 2: Ein nachträglicher Weißabgleich ist im Dialog "Farbwerte anpassen" möglich.

Tipp: Reliefeffekt erzeugt Kohleskizzen

Gimp liefert von Haus aus sehr viele Filter, mit denen Sie ganz einfach wirkungsvolle Ergebnisse erzeugen. Einer davon ist der Relief-Effekt, der -- abhängig von den Einstellungen -- verschiedene Resultate produziert. In diesem Tipp erfahren sie, wie Sie mit dem Reliefeffekt ein Foto in eine Kohlezeichnung umwandeln.

  1. Öffnen Sie den Filterdialog über das Bildmenü Filter / Verzerren / Relief.
  1. Aktivieren Sie die Bildvorschau und wählen Sie bei Funktionen den Punkt Relief aus. Dort gibt es drei Einstellungsoptionen.
  1. Legen Sie bei Längengrad (Azimuth) einen Wert zwischen 30 und 40 fest.
  1. Für Breitengrad (Elevation) sollte der Wert im Bereich von 85 bis 95 liegen.
  1. Für die Tiefe wählen Sie schließlich einen Wert zwischen 40 und 45.

Tipp: Ebeneninhalt in eine andere Datei kopieren

Oft ist es nötig, bestimmte Bildebenen in eine andere Datei zu kopieren. Für diese Aufgabe verwendet man normalerweise die Ablage. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie die gewünschte Ebene über das Bildmenü Auswahl / Alles komplett aus.
  1. Anschließend kopieren Sie die Auswahl in die Ablage (Bearbeiten / Ablage / In Ablage kopieren). Falls das Ablagefenster nicht geöffnet ist, rufen Sie es über Datei / Dialoge / Ablage auf.
  1. Die in die Ablage kopierte Ebene kopieren Sie über die Schaltfläche Gewählte Ablage in Auswahl einfügen in die neue Datei.

Diesen Vorgang können Sie nur verkürzen: Ziehen Sie einfach die gewünschte Bildebene per Drag & Drop in die neue Bilddatei. Dadurch legen Sie automatisch eine neue Ebene an und kopieren die ausgewählte Ebene in diese hinein.

Tipp: Farbverlauf über graue Fotos legen

In diesem Tipp zeigen wir Ihnen, wie Sie einem Graustufenfoto einen poppigen Farbverlauf verleihen.

  1. Um ein Schwarzweißfoto farblich aufzupeppen, verändern Sie zuerst den Farbmodus des Bildes: Dazu wählen Sie Bild / Modus / RGB.
  1. Anschließend erstellen Sie eine neue transparente Ebene (Bild / Neue Ebene) und aktivieren mit einem Klick auf das entsprechende Werkzeug-Icon das Farbverlaufswerkzeug ([F]).
  1. Mit einem Doppelklick öffnen Sie den Werkzeugdialog und wählen hier eine beliebige Verlaufsform aus. Aktivieren Sie die Formoption Kreisförmig. Sie haben die Möglichkeit, die gesamte transparente Ebene oder nur einen bestimmten Bildbereich mit dem Verlauf zu füllen. Falls Sie sich für den Bildbereich entscheiden, wählen Sie diesen vorher mit einem Auswahlwerkzeug aus.
  1. Füllen Sie nun die Ebene bzw. die Ebenenauswahl mit dem Verlauf: Klicken Sie mit der Maus an die gewünschte Stelle im Bild, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie den Verlauf nach rechts unten.
  1. Wechseln Sie in der Verlaufsebene in den Modus Multiplikation und passen Sie die Deckkraft je nach Geschmack etwas an.

Abb. 3: Das Verlaufswerkzeug verleiht Graustufenbildern effektvolle Farbtönungen.

Tipp: Auswahl nachziehen

Eine äußerst nützliche Funktion finden Sie im Bildmenü unter Bearbeiten / Auswahl nachziehen: Damit zeichnen Sie entlang der Auswahlgrenzen einen Strich in beliebiger Breite. Diese Auswahlgrenze deutet Gimp im Bild durch eine gestrichelte Linie an. Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn Sie einen Text mit einer andersfarbigen Umrandung versehen möchten.

  1. Schreiben Sie einen Text ([T]) und öffnen Sie mit einem Klick auf die rechte Maustaste das Kontextmenü. Wählen Sie dort Auswahl aus Alphakanal aus.
  1. Sobald die Auswahl aktiv ist, rufen Sie im Bearbeiten-Menü den Punkt Auswahl nachziehen auf.
  1. Es öffnet sich das Dialogfenster Nachziehstil festlegen. Hier gibt es verschiedene Nachzieheinstellungen. Tragen Sie bei Linienbreite den gewünschten Wert ein. Ein Klick auf den kleinen Pfeil bei Linienstil öffnet ein Untermenü. Die Option Aufsatzstil legt fest, wie der Linienanfang und das Linienende aussehen. Bei Verbindungsstil definieren Sie, wie Gimp die aufeinandertreffenden Linien verbindet. Je höher der Wert bei Gehrung-Limit ausfällt, desto spitzer läuft der Verbindungswinkel zu. Wenn die Standardoption Benutzerdefiniert bei Strich Vordefiniert ausgewählt ist, legen Sie selbst per Mausklick auf die Strichmuster-Linie fest, wie diese auszusehen hat. Sind Sie damit nicht zufrieden, wählen Sie eine der vielen anderen Optionen bei Strich Vordefiniert aus.
  1. Sobald Sie die Option Durchgezogen aktivieren, wird die Auswahl mit der aktiven Vordergrundfarbe nachgezogen. Wollen Sie hierfür lieber das aktive Muster verwenden, aktivieren Sie die Option Muster. Als dritte Möglichkeit gibt es noch den Punkt Mit Hilfe eines Malwerkzeugs nachziehen -- dort wählen Sie eines der Malwerkzeuge aus. Dann arbeitet Gimp mit den im Werkzeugdialog festgelegten Einstellungen. (hge)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2021 COMPUTEC MEDIA GmbH | Last modified: 2008-11-05 16:56

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community]