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Erschienen in EasyLinux 07/2006   »   Ausgabe bestellen

Software-News

Online telefonieren mit Skype

Beim Thema Internet-Telefonie kommt früher oder später Skype (Abbildung 1) ins Gespräch. Der hohe Verbreitungsgrad (bislang 227 Millionen Downloads) der Software und die Verfügbarkeit für alle wichtigen Plattformen (Windows, Linux, Apple Macintosh) machen Skype zu einem Protagonisten der VoIP-Telefonie. Zwar handelt es sich sowohl beim verwendeten Protokoll als auch bei der Software um proprietäre Entwicklungen, sie bringen jedoch gegenüber den offenen Standards wie SIP diverse Vorteile mit: Speziell Telefonate über Router hinweg beherrscht Skype deutlich besser als die Konkurrenz, da die Verbindung über ein zentrales Gateway erfolgt, und damit keine aufwendigen Modifikationen am Router notwendig sind. Auch sicherheitstechnisch hat Skype gegenüber seinen Konkurrenten die Nase vorn: Nach Herstellerangaben verwendet das Programm eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung, um Telefonate vor dem Abhören zu schützen. Diese Behauptung wurde vom renommierten Krypto-Experten Tom Berson bestätigt.

Leider ist das Programm lediglich mit dem eigenen Protokoll kompatibel. Telefonate mit Gesprächsteilnehmern, die auf SIP basierende VoIP-Software verwenden, sind nicht möglich. Dafür sind alle Gespräche unter Skype-Nuzern kostenlos, lediglich Gespräche ins Fest- und Mobilnetz kosten Geld.

Abb. 1: Skype-Benutzer telefonieren kostenlos über das Internet miteinander. Lediglich Anrufe ins Fest- oder Mobilnetz kosten Geld.

Stellarium: Landkarte für den Himmel

Den abendlichen Sternenhimmel kennt jeder -- die wenigsten wissen jedoch, was sich am Firmament wirklich abspielt und welche Sternbilder sich wo befinden. Hier hilft das Astronomieprogramm Stellarium (Abbildung 2). Es verfügt über einen Katalog von über 120.000 Objekten und umfasst damit den gesamten für das menschliche Auge sichtbaren Sternenhimmel. Nach Bedarf stellt die Software auch benannte Sternbilder, Galaxien, Breiten- und Längsachsen oder künstlerisch gestaltete Sternbilder dar. Sowohl der Standort als auch die Zeit der Darstellung sind frei wählbar. Die Abend- und Morgendämmerung gibt das Programm beinahe fotorealistisch wieder. Ein Druck auf [L] beschleunigt den zeitlichen Ablauf und zeigt den Sternenhimmel einer ganzen Nacht in wenigen Minuten. Auch für die Suche nach bestimmten Himmelskörpern bringt Stellarium das richtige Werkzeug mit: [Strg-F] öffnet das Suchfenster, die automatische Vervollständigung der Eingaben erleichtert das Finden bestimmter Objekte. Ein Klick auf einen Himmelskörper zeigt am linken oberen Bildschirmrand Detailinformationen wie Entfernung oder Spektraltyp. Zwar lässt sich die Software auch mit Grafikkarten ohne OpenGL-Unterstützung betreiben, jedoch ist die Darstellung dann sehr träge. Die Heft-CD enthält neben dem Programm eine umfangreiche Bedienungsanleitung im PDF-Format.

Abb. 2: Mit Stellarium erkunden Sie den Himmel von jedem beliebigen Ort der Erde.

KMyFirewall: IPTables leicht gemacht

Netfilter und IPTables sind mächtige Werkzeuge für die Kontrolle des Netzwerkdatenflusses von und zu Ihrem Rechner. Leider haben sie die unangenehme Eigenschaft, dass sie für Laien aufgrund der Komplexität und kryptischen Regelsätze praktisch nicht zu gebrauchen sind. Ähnlich einer Personal Firewall erstellt KMyFirewall (Abbildung 3) mit wenigen Mausklicks ein Regelwerk für IPTables und bindet dieses auf Wunsch auch direkt in die Startroutine des Betriebssystems ein.

Beim Start des Programms steht zuerst die Art der Benutzeroberfläche zur Wahl. Das Generic Interface richtet sich in erster Linie an Einsteiger und bewegt sich eine Abstraktionsebene über dem eigentlichen IPTables-Regelwerklässt. Der Anwender bleibt von internen Abläufen weitgehend unbehelligt. Das IPTables Interface ist dagegen eher für User gedacht, die schon Erfahrungen im Umgang mit IPTables gesammelt haben. Neben der Oberfläche bringt das Programm auch verschiedene Template-Skripte mit, die als Ausgangsbasis für eigene Regelwerke dienen. Zur Auswahl stehen Beispiele für Workstation, NAT-Router und Webserver. Wer einen eigenen Regelsatz ohne vorgefertigte Filter aufbauen möchte, ruft das Empty Ruleset auf. Die integrierte Export-Funktion ernöglicht es, das generierte Regelwerk auf jeden beliebigen Rechner zu übertragen. Erstellte oder modifizierte Regelwerke zeigt das Programm beim Neustart als zusätzliches Template an. Leider bietet das Programm keinen interaktiven Modus (z. B. "eingehende Verbindung erlauben?"), wie ihn viele Personal Firewalls für Windows besitzen, sondern erstellt lediglich ein statisches Regelwerk.

Auch wenn die Oberfläche des Programmes intuitiv zu bedienen ist, ersetzt sie nicht gewisse Grundkenntnisse über TCP/IP und den Datenfluss im Netzwerk, die für den sinnvollen Einsatz notwendig sind.

Abb. 3: KMyFirewall ermöglicht das einfache Verwalten komplexer IPTables-Regelwerke.

Der Kostenfalle entrinnen mit Bongosurfer

Wer über eine Modem- oder ISDN-Verbindung im Internet surft, kann ein Lied davon singen, mit welchen teils horrenden Kosten das verbunden sein kann. Schuld daran ist die zum Teil sehr undurchsichtige Preispolitik vieler Provider, die ihre Tarife manchmal stündlich ändern. Um 18:00 Uhr ein Preisbrecher, kostet der Kontakt über den gleichen Anbieter eine Stunde später das Zehnfache oder mehr. Abhilfe vor solchen Kostenfallen schaffen Least-Cost-Router wie Bongosurfer (Abbildung 4). Aus einer aktuellen Liste von Anbietern wählt er den zum Einwahlzeitpunkt günstigsten aus. Beim Überschreiten von Tarifgrenzen warnt das Java-basierte Programm den Anwender und trennt die Leitung, bevor der aktuelle Anbieter teurer wird. Für ISDN-Nutzer, die es eilig haben, verfügt das Programm über eine mit wenigen Mausklicks zuschaltbare Kanalbündelung. Die grafische Traffic-Anzeige informiert über die aktuelle Up- und Download-Geschwindigkeit.

Um die Ausgaben im Auge zu behalten bietet das Programm ein umfangreiches Analyse-Tool, welches nach verschiedenen Kriterien wie Tag, Woche, Monat oder selbst definierten Zeiträumen die angefallenen Kosten anzeigt. Um Anbieter auszufiltern, die zu ihren Happy Hours kaum zu erreichen sind oder extrem niedrige Bandbreiten bereitstellen, verfügt Bongosurfer über einen Auswahl-Editor, der ungewünschte Einträge aus der Liste der Provider entfernt. Soll der Rechner zu einer bestimmten Uhrzeit über das Internet erreichbar sein, reicht es aus, den Timer des Least-Cost-Routers entsprechend einzustellen.

Abb. 4: Bongosrufer wählt stets den günstigsten Online-Tarif und ist damit eine Kostenbremse für alle ISDN- und Modem-Surfer.

Musikarchive mit gtkopd synchronisieren

Lange Zeit war es Anwendern von Apple MacOS und Windows vorbehalten, ihren iPod mit dem heimischen Musikarchiv zu synchronisieren. Mit gtkpod (Abbildung 5) haben jetzt auch Linux-Anwender das passende Werkzeug dafür. Das Programm unterstützt alle derzeit aktuellen Geräte wie iPod, iPod nano, iPod shuffle, iPod photo und iPod mini. Es importiert die existierende iTunes-Datenbank und ermöglicht das Kopieren von Dateien verschiedener Formate (z. B. MP3, WAV, M4A (AAC ohne Kopierschutz) auf den iPod. Weiterhin erlaubt es das übersichtliche Darstellen aller Playlists und Titel, die sich auf dem Gerät befinden, sowie das Bearbeiten der ID3-Tags von Musiktiteln. Eine ausführliche Funktionsbeschreibung der Software finden Sie ab Seite 51 dieser Ausgabe. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abb. 5: Die Software gtkopd erlaubt das Synchronisieren der Musikarchive von Rechner und iPod.

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