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Erschienen in EasyLinux 07/2006   »   Ausgabe bestellen

KDE-Bilddatenbank

Gut archiviert

Heike Jurzik


Zahlreiche Bilder tummeln sich auf der Festplatte, und auch wenn diese fein säuberlich sortiert sind, verlieren die meisten irgendwann den Überblick: Auf welchem Foto war noch gleich der Freund der Schwester? An welchem Strand gab es diesen herrlichen Sonnenuntergang? Die KDE-Bilddatenbank bringt Ordnung ins Chaos.

Wer Hunderte von Fotos auf der Festplatte beherbergt, verwaltet diese am besten mit einer Bilddatenbank. Ein solches Programm sortiert die Schnappschüsse nach Kategorien, zeichnet die Bilder mit Schlagworten aus und bietet eine integrierte Suchfunktion. Die KDE-Bilddatenbank kann mit einer Vielzahl von Dateiformaten umgehen und bringt mit wenigen Maus-Klicks Ordnung in Ihre Fotos.

Bis vor kurzem hieß die KDE-Bilddatenbank noch KimDaBa -- ältere Programmversionen, die unter Suse Linux 9.3 und 10.0 zum Einsatz kommen, hören noch auf diesen Namen. Die Anwendung ist fester Bestandteil der beiden Distributionen; Sie spielen KimDaBa über YaSTs Software-Modul ein. Neuerdings heißt das Programm KPhotoAlbum. Benutzer von Kubuntu "Breezy Badger" und Mandriva 2006 finden Pakete der Version 2.2 und eine Installationsbeschreibung auf der Heft-CD dieser Ausgabe. Im Folgenden verwendet der Artikel die Bezeichnung KPhotoAlbum und meint damit ältere und neuere Versionen.

Alle meine Bilder

Unter Suse Linux 9.3 und 10.0 starten Sie das Programm aus dem K-Menü / Graphik / Anzeige heraus. Benutzer von Mandriva 2006 finden KPhotoAlbum unter Multimedia / Grafik / KPhotoAlbum, und Anwender von Ubuntu greifen zum KDE-Schnellstarter [Alt-F2], in den sie kphotoalbum eingeben.

Nach dem ersten Programmstart präsentiert KPhotoAlbum ein Dialogfenster, in dem Sie auswählen, ob Sie das Programm einfach nur mal ausprobieren (Schaltfläche Demo) oder direkt loslegen wollen (Eigene Datenbank erstellen). Den Testlauf, der Zugriff auf einige Bilder und Kategorien ermöglicht, erreichen Sie darüber hinaus jederzeit, indem Sie im Hilfe-Menü KimDaBa-Demo starten auswählen.

Wenn Sie sich für die Einrichtung einer eigenen Datenbank entschieden haben, fragt das nächste Dialogfenster, in welchem Verzeichnis Ihre Bilder liegen. Damit die Datenbank richtig arbeitet, sollten alle Fotos unterhalb eines Ordners lagern; in diesem dürfen Sie weitere Unterverzeichnisse erstellen.

Existiert auf Ihrer Platte bereits ein solches Bilderverzeichnis, geben Sie dieses ins Feld Basisordner für Bilder ein. Andernfalls übernehmen Sie die Voreinstellung ~/Images, und KPhotoAlbum richtet den Ordner Images in Ihrem Home-Verzeichnis ein, falls dieser noch nicht existiert. Immer wenn KPhotoAlbum neue Bilder findet, dauert das Einlesen beim Programmstart ein bisschen -- der Fortschrittsbalken informiert über den Verlauf.

KPhotoAlbum merkt sich, wo die Bilder liegen -- beim nächsten Programmstart öffnet das Programm daher automatisch das richtige Verzeichnis. Sollten Sie eine weitere Datenbank erstellen wollen, übergeben Sie beim Programmaufruf einen anderen Foto-Ordner. Dazu starten Sie KPhotoAlbum nicht aus dem K-Menü, sondern aus einer Konsole oder einem mit [Alt-F2] geöffneten Schnellstarter heraus; als weitere Optionen übergeben Sie hinter -c den Namen des gewünschten Bilderverzeichnisses und die Datei index.xml, auch wenn diese erst vom Programm angelegt wird:

kphotoalbum -c Neuer_Ordner/index.xml

Gut eingerichtet

Über den Menüpunkt Einstellungen / KPhotoAlbum einrichten konfigurieren Sie das Programm. In den allgemeinen Einstellungen richten Sie beispielsweise ein, wie KPhotoAlbum mit neuen Bildern umgeht, z. B. nach welchen Kriterien das Datum der Bilder in der Datenbank gesetzt wird -- normalerweise liest KPhotoAlbum die EXIF-Informationen der Bilder ein; nur wenn das fehlschlägt, greift das Programm auf den lokalen Zeitstempel zurück. Weiterhin richten Sie in diesem Bereich die automatische Speicherung und das Anlegen von Backups ein.


EXIF: Das "Exchangeable Image File Format" ist ein Standard der Japan Electronic Industry Development Association (JEIDA) zur Speicherung von Bildinformationen. Dieses Dateiformat wurde speziell für Digitalkameras entwickelt und legt zusätzliche Informationen zu den Aufnahmen in der Bilddatei ab. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Kameraeinstellungen, wie Belichtungszeit, verwendete Lichtquelle, Blende, Entfernung zum Objekt und vieles mehr.

Alles über Thumbnails finden Sie unter Vorschauansicht (manchmal auch Thumbnail View genannt). Die einzelnen Kategorien, nach denen KPhotoAlbum sortiert, richten Sie im gleichnamigen Bereich ein. (Alte Versionen nennen den Punkt Einstellungsgruppen.) Hier passen Sie bestehende Gattungen an, legen neue Sortierkriterien fest und löschen nicht mehr benötigte Kategorien. Im Bereich Mitgliedsgruppen fassen Sie Einträge bestimmter Kategorien (siehe nächster Abschnitt) zu Gruppen zusammen (Abbildung 1).

Abb. 1: Gruppieren Sie die Einträge für die verschiedenen Kategorien, hier die Personen.

KPhotoAlbum bringt einen eigenen Bildbetrachter mit, den Sie im Bereich Betrachter konfigurieren. Hier legen Sie auch das Zeitintervall für die Diaschau und die Größe der Dias fest. Neue Programmversionen bieten im Bereich Module weiterhin die Einrichtung zur Zusammenarbeit mit verschiedenen Plug-ins.

Ausgezeichnet

Nach dem Start präsentiert KPhotoAlbum im Hauptfenster die Gesamtanzahl der eingelesenen Bilder, sämtliche Ordner und Kategorien. Zudem finden Sie hier zwei Suchfunktionen -- einmal nach Datum und einmal die erweiterte Suche. Neuere Programmversionen haben am unteren Fensterrand eine Zeitleiste, anhand derer Sie schnell erkennen können, von wann die Schnappschüsse stammen. Allen Versionen gemeinsam ist die Menü- und Werkzeugleiste, über die Sie die wichtigsten Funktionen schnell erreichen und in den Fotos navigieren.

Als Erstes sollten Sie sich daran machen, die Bilder auszuzeichnen. Dabei können Sie einzelne Schnappschüsse oder gleich ganze Gruppen kategorisieren. Dazu markieren Sie eines oder mehrere Fotos, wählen im Menü Bearbeiten / Eigenschaften und dort die gewünschte Option. (Neuere Programmversionen bieten die Funktion direkt im Menü Bearbeiten an.) Über Bearbeiten / Alles auswählen erfassen Sie alle Schnappschüsse des angezeigten Ordners. Alternativ halten Sie die Umschalttaste gedrückt und wählen einen größeren Bereich aus; wenn Sie die Strg-Taste drücken und mit der Maus klicken, können Sie einzelne Bilder auswählen.

Der Dialog Image Configuration bietet neben einer Vorschau verschiedene Felder, um die Fotos auszuzeichnen. Dateinamen (Beschriftung), Datum und Zeit übernimmt KPhotoAlbum automatisch; diese Daten dürfen Sie aber dennoch verändern. Im Textfeld darunter können Sie das Bild beschreiben, und im unteren Bereich sehen Sie die Kategorien. Hier wählen Sie entweder mit der Maustaste vorhandene Einträge aus oder geben ins Feld darüber eigene Daten ein, welche dann per Druck auf [Eingabe] in die Liste aufgenommen werden (Abbildung 2). Die Einträge der einzelnen Kategorien sortieren Sie alphabetisch (indem Sie auf den Button mit dem "T" klicken) oder nach der Häufigkeit ihrer Verwendung (Voreinstellung).

Abb. 2: Das Kategorisieren der Bilder ist kinderleicht und schnell erledigt.

Gesucht, gefunden

Nach dem Auszeichnen sehen Sie, dass KPhotoAlbum im Hauptfenster jetzt die Anzahl der Kategorien angepasst hat -- klicken Sie auf einen Eintrag, navigieren Sie zur nächsten Ebene und sehen, was der Bereich enthält. Klicken Sie beispielsweise auf Personen, sehen Sie alle Kategorien und auch die bei der Einrichtung festgelegten Mitgliedsgruppen. Wenn Sie eine der Personen auswählen, zeigt eine Übersicht nur noch die Bilder mit diesem Menschen.

Klicken Sie im Hauptfenster auf Suchen, um die Datenbank gezielt nach Schnappschüssen zu durchforsten. Sie sehen dann einen Dialog, der dem Auszeichnungsfenster ähnelt. Hier können Sie die Suche nach Datum, Beschriftung der Bilder oder Kategorien eingrenzen. In den Feldern für die Kategorien verwenden Sie bei Bedarf die folgenden Operatoren, um noch genauer zu suchen:

Kombinationen der Operatoren sind möglich -- mit dem auf Abbildung 3 gezeigten Suchmuster suchen Sie beispielsweise nach Fotos aus dem Jahr 2006, auf denen Heike, aber nicht Lars, in die Kamera lächelt.

Abb. 3: Mit ein paar einfachen Operatoren suchen Sie noch gezielter.

Exportschlager

Über Datei / HTML erstellen basteln Sie per Mausklick schicke Galerien.

  1. Definieren Sie im Bereich Inhalt einen Titel und eine Beschreibung für die Web-Seite sowie die Kategorien, die KPhotoAlbum einbeziehen soll.
  1. Unter Layout legen Sie die Größe der Thumbnails, die Anzahl der Spalten und ein Design fest. Weiterhin entscheiden Sie, in welcher Größe die Bilder ausgestellt werden sollen -- es ist möglich, mehrere Checkboxen anzuwählen.
  1. Geben Sie auch einen Basisordner an: Hier darf statt einer Adresse auf der eigenen Festplatte (z. B. file:/home/huhnix/HTML) auch ein FTP-Server (ftp://server.de/mein_account/) oder ein Rechner stehen, den Sie per SSH erreichen (fish://anderer_rechner.de/).
  1. Definieren Sie noch einen Ausgabeordner, in dem die aktuelle Galerie gespeichert werden soll, und klicken Sie abschließend auf OK.

Abbildung 4 zeigt die fertige Galerie im Web Browser.

Abb. 4: Per Maus-Klick zur HTML-Galerie: KPhotoAlbum erstellt schmucke Ausstellungsstücke.

Neuere Programmversionen bringen weitere Plug-ins mit, die zahlreiche Extras liefern, wie z. B. die Erstellung von CD-/DVD-Archiven, MPEG-Präsentationen und Kalendern (Abbildung 5). Das Menü Module, in dem sich diese Funktionen verstecken, enthält ebenfalls einen Punkt namens HTML-Galerie. Dahinter verbirgt sich das KDE-Plug-in zur Galerieerstellung, das auch im Konqueror unter der Haube werkelt. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Artikel. (hge)

Abb. 5: Neuere Programmversionen erstellen mit wenigen Maus-Klicks einen schmucken Kalender.

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