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Thomas Hümmler
CUPS steht für Common Unix Printing System, den Standard-Druckdienst auf modernen Linux-Distributionen. In einem Netzwerk mit Windows- und Linux-Rechnern benötigen Sie auf dem Linux-Computer keinen Samba-Server, damit die Windows-Rechner auf den Drucker zugreifen können -- das geht mit CUPS auch einfacher: Die Windows-Rechner greifen über das Internet Printing Protocol (IPP) auf den Linux-Rechner mit CUPS zu und drucken dort Dokumente aus. Auf den Client-Rechnern drucken die Benutzer wie gewohnt über das Menü einer Anwendung und Windows übermittelt den Druckauftrag mit dem Internet-Protokoll TCP/IP [1] an den Print Server. CUPS reiht ddie Druck-Jobs in die Druckwarteschlange, die Queue, ein und bringt alle nach und nach zu Papier.
Suse Linux 9.3 und 10.0 und Mandriva Linux spielen CUPS automatisch bei einer Standardinstallation ein, so dass Sie sofort loslegen können. Starten Sie einen Web-Browser wie Konqueror oder Firefox und geben Sie http://localhost:631 in die Adresszeile ein. localhost bezeichnet den eigenen Rechner, hinter dem Doppelpunkt teilen Sie dem Browser mit, dass er eine Verbindung zu Port 631 auf dem Rechner localhost aufbauen soll. Das ist der Port, auf dem der CUPS-Web-Server erreichbar ist. In dem Web-basierten Konfigurationsinterface richten Sie den Dienst ein. Sie können dort Statusinformationen über Drucker und Druckaufträge abrufen und neue Drucker einrichten (Abbildung 1).
Unter Suse Linux gilt es jedoch einige Vorbereitungen zu treffen, damit Sie die Web-Oberfläche von CUPS erreichen. Auf dieser Distribution ist der Systembenutzer lp Besitzer des CUPS-Dienstes. Dieser Benutzer hat weniger Rechte als root und kann sich am System nicht normal anmelden. Deshalb ist es unter Suse Linux in der Standardeinstellung nicht möglich die Web-Oberfläche von CUPS zu starten. Dazu müssen Sie zunächst einen CUPS-Administrator anlegen.
lppasswd -g sys -a root
Es gibt unter Suse Linux noch zwei weitere Besonderheiten: Solange der CUPS-Dienst vom Benutzer lp ausgeführt wird, ist der Port 631, über den Sie das Web-Interface erreichen, geschlossen. Daher ist es nötig, CUPS nach der Vergabe des Administratorpassworts in der noch geöffneten Konsole mit dem Befehl
rccups restart
neu zu starten. Mit exit oder [Strg-D] schließen Sie danach die Konsole.
Außerdem müssen Sie unter Suse Linux den IPP-Server-Dienst in der Firewall freigeben, damit die anderen Rechner im Netzwerk darauf zugreifen können. Starten Sie dazu YaST und rufen Sie das Modul Firewall im Abschnitt Sicherheit und Benutzer auf. Klicken Sie links auf Erlaubte Dienste und wählen Sie dann für die Externe Zone unter Zu erlaubender Dienst den IPP-Server. Mit Klicks auf Hinzufügen und Weiter zeigt YaST die aktuellen Einstellungen an (Abbildung 2). Wenn Sie die Konfiguration über Übernehme akzeptieren, startet YaST die Firewall neu.
Sofern Sie den zukünftigen Netzwerkdrucker noch nicht eingerichtet haben, erledigen Sie das im Menü Einrichtungsaufgaben der CUPS-Web-Oberfläche. Bei einem Klick darauf erscheint ein Anmeldedialog. Tragen Sie im Feld Benutzername den Administratornamen root ein und geben Sie im Feld darunter das Passwort ein. Auf der folgenden Seite klicken Sie unter Drucker auf den Link Drucker hinzufügen. Danach tragen Sie den Namen, den Standort und eine Beschreibung für den Drucker ein (Abbildung 3). Achten Sie dabei darauf, dass das Feld Name keine Leerzeichen enthält.
Auf den folgenden drei Seiten informieren Sie CUPS über die Schnittstelle, an welcher der Drucker angeschlossen ist, den Hersteller und das Druckermodell. Damit haben Sie das Gerät eingerichtet und CUPS nimmt Aufträge für diesen Drucker entgegen.
Unter Einrichtungsaufgaben können Sie außerdem Druckerklassen verwalten und neue hinzufügen. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie ein großes Netzwerk betreuen. In einer Klasse verwalten Sie mehrere ähnliche Drucker. Sobald ein Benutzer ein Dokument an eine Druckerklasse schickt, leitet CUPS ihn an das erste verfügbare Gerät weiter. Innerhalb eines kleinen Heimnetzwerks mit nur einem Drucker ist jedoch das Einteilen in Druckerklassen überflüssig.
Haben Sie einen Drucker eingerichtet, zeigt ein Klick auf Drucker verwalten im CUPS-Menü das Modell mit einigen Status-Informationen an (Abbildung 4). Dort haben Sie mehrere Möglichkeiten:
Über Drucker konfigurieren öffnet sich eine Seite mit den Druckervorgaben. Hier entscheiden Sie, mit welchen Einstellungen, wie Papiergröße, Kontrast, Auflösung und Farben, der Drucker Dokumente zu Papier bringt (Abbildung 5). Welche Optionen CUPS Ihnen dort anbietet, hängt vom Druckermodell ab, da nicht alle Treiber dieselben Funktionen bieten. Am Ende der Seite unter dem Punkt "Banners" legen Sie fest, ob das Gerät vor oder nach jedem Ausdruck eine Trennseite druckt. Mit einem Klick auf Weiter speichern Sie die Änderungen, und das Web-Interface zeigt eine Erfolgsmeldung an.
Abb. 4: Im Menü "Drucker verwalten" drucken Sie Testseiten, halten das Gerät an und ändern die Konfiguration. |
Abb. 5: Über den Link "Drucker konfigurieren" legen Sie die Druckeinstellungen für einen Drucker fest, etwa das Papierformat und die Auflösung. |
CUPS unterstützt das Internet Printing Protocol IPP, das Windows XP und Windows 2000 von Haus aus beherrschen. Daher gelingt es damit sehr einfach, eine Verbindung zum Print Server auf dem Linux-Rechner herzustellen.
Unter Windows passen Sie zunächst die hosts-Datei an. Sie enthält die Zuordnungen von IP-Adressen zu Rechnernamen, und sie finden Sie unter Windows XP im Verzeichnis C:\WNDOWS\system32\drivers\etc\. Öffnen Sie die Datei mit Notepad und fügen Sie eine Zeile ein, in die Sie die IP-Adresse des Linux-Servers und dessen Namen eintragen (Abbildung 6), also beispielsweise:
192.168.178.23 hogsmeade
Den Rechnernamen des Linux-Rechners erfahren Sie unter Linux mit dem Befehl hostname, die IP-Adresse der Netzwerkkarte zeigen die Tools zur Netzwerkeinrichtung der Distributionen an. Wer lieber auf der Kommandozeile arbeitet, erhält die Information auch mit dem Befehl ifconfig [2].
Nachdem Sie die Datei gespeichert haben, richten Sie den Drucker ein.
Wenn der Windows-Rechner nur über das Netzwerk drucken soll, empfiehlt es sich, das gerade eingerichtete Modell zum Standarddrucker zu machen. Über die Schaltfläche Fertig stellen beenden Sie den Assistenten.
Sobald Sie danach unter Windows eine Datei drucken, gibt CUPS sie über den Drucker am Linux-Rechner aus.
| Weitere Möglichkeiten zum Drucken per IPP |
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Ein anderer Weg besteht darin, in CUPS nur den Standardtreiber für Ihren Drucker einzurichten. So können Sie bei jedem Drucker, der die Sprache PCL versteht, einen Laserjet-Treiber verwenden. Unter Windows richten Sie anschließend -- wie gerade beschrieben -- einen Netzwerkdrucker ein. Dieses Mal wählen Sie allerdings nicht Ihr Druckermodell, sondern stattdessen einen echten PostScript-Drucker, etwa einen aus der QMS-PS-Baureihe. Dann überträgt Windows die Datei in PostScript, und CUPS gibt Sie auf dem Drucker aus. |
Wenn Sie den Linux-Rechner von Ihrem Windows-Client aus nicht erreichen, überprüfen Sie zunächst mit einem Ping, ob der Server erreichbar ist. Dazu öffnen Sie unter Windows eine Eingabeaufforderung und geben den Befehl
ping IP-Adresse
ein. Als IP-Adresse geben Sie die des Linux-Rechners ein. Antwortet der Server, versuchen Sie es danach mit ping Hostname, wobei Sie Hostname durch den Rechnernamen des Linux-Rechners ersetzen. Sollten Sie bei diesem Test keine Antwort erhalten, hat sich wahrscheinlich ein Tippfehler in die hosts-Datei eingeschlichen. Ist dagegen der Linux-Rechner erreichbar, und kommt trotzdem kein Lebenszeichen vom Drucker, überprüfen Sie erneut die CUPS-Konfiguration auf dem Linux-Rechner und vergewissern sich unter Suse Linux, dass Sie den IPP-Port in der Firewall geöffnet haben. (amü)
| Infos |
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[1] Artikel über Netzwerkgrundlagen: Achim Leitner, "Im Netzwerkwald", EasyLinux 03/2005, S. 11 ff.
[2] Artikel über Netzwerkkonfiguration auf der Kommandozeile: Carsten Schnober, "Exakte Diagnose" EasyLinux 08/2005, S. 18 ff. |
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Last modified: 2008-11-05 16:58
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