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Erschienen in EasyLinux 07/2006   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Claudia Dotterweich


Gimp ist das populärste Grafikprogramm für Linux. Unsere Gimp-Tipps stellen interessante Funktionen vor: Wir zeigen, wie Sie effektiv Bilder bearbeiten, mit Auswahlwerkzeugen umgehen und nützliche Filter anwenden.

Tipp: Texte mit Effekten versehen

Dieser Tipp präsentiert eine einfache Möglichkeit, einen Schriftzug wie in Abbildung 1 effektvoll zu gestalten.

  1. Öffnen Sie das Hintergrundbild und wählen Sie eine weiße Vordergrundfarbe aus.
  1. Fügen Sie mit dem Textwerkzeug, [T], den Schriftzug in der benötigten Größe ins Bild ein. Hierbei erzeugt das Textwerkzeug automatisch eine neue transparente Ebene.
  1. Aktivieren Sie als Nächstes die Textebene und rufen Sie mit einem Klick auf die rechte Maustaste das Kontextmenü auf. Wählen Sie darin den Punkt Auswahl aus Alphakanal aus.
  1. Dieser Auswahl fügen Sie nun über den Menüpunkt Script-Fu / Schatten / Schlagschatten einen Schatteneffekt hinzu.
  1. Mit einem Mausklick kehren Sie auf die Textebene zurück. Damit der Effekt besser zur Geltung kommt, verwenden Sie bei den Ebeneneinstellungen unter Modus die Option Überlagern. Dadurch kombinieren Sie die Textebene mit der darunter liegenden Hintergrundebene. Abhängig von der jeweiligen Ausgangsfarbe werden weniger intensive Farben zusammengefügt und erscheinen dunkler; hellere Farben erscheinen noch heller.

Spielen Sie ruhig ein wenig mit den unterschiedlichen Ebenenmodi herum. Mit dem Regler bei Deckkraft haben Sie zusätzliche Möglichkeiten, das Bildergebnis auf Ihre Vorstellungen abzustimmen.

Abb. 1: Das Spiel mit den verschiedenen Ebenenmodi und den Deckkraft-Einstellungen lohnt sich.

Tipp: Auswahl kontrollieren

Ein einfacher, aber nützlicher Tipp, falls Sie sich nicht mehr sicher sind, welchen Teil eines Fotos Sie mit der Auswahl versehen haben: Aktivieren Sie einfach mit [Umschalt-Q] die Schnelle Maske. Optional rufen Sie diese Funktion aber auch über das rote Quadrat links neben dem Scroll-Balken auf.

Ist sie aktiviert, erscheinen die nicht markierten Bereiche der Auswahl in Rot. Ein erneuter Klick auf das Symbol oder wiederholtes Drücken der Tastenkombination deaktiviert sie wieder.

Tipp: Weiche Bildränder erzeugen

Ein beliebter Effekt bei Foto- oder Bildmaterial im Internet ist die Verwendung von weichen Bildrändern. Hierbei versucht man, mit einem Auswahlwerkzeug einen sanften Übergang vom Motiv in den Bildhintergrund zu erzeugen.

  1. Öffnen Sie das zu bearbeitende Bild und aktivieren Sie ein Auswahlwerkzeug, zum Beispiel die elliptische Auswahl, [E].
  1. Rufen Sie mit einem Doppelklick auf das Werkzeugsymbol die Werkzeugeinstellungen auf. Die Option Kantenglättung ist standardmäßig aktiv.
  1. Wählen Sie zusätzlich den Punkt Kanten ausblenden aus. Mittels Schieberegler legen Sie fest, wie weich der Übergang vom Bildmotiv in den Hintergrund ausfällt. Gute Werte für Radius sind 40 bis 50.
  1. Nachdem Sie den Wert definiert haben, kopieren Sie die Auswahl über Bearbeiten / Kopieren oder [Strg-C] und fügen sie in das dafür vorgesehene Bild oder eine neue Ebene ein.

Tipp: Bildgestaltung mittels Ebenenmodus

Die verschiedenen Ebenenmodi im Einstellungsdialog einer Ebene führen oft zu interessanten Bildkompositionen (Abbildung 2). Mit diesen Modi verknüpfen Sie übereinanderliegende Bildebenen.

In einem Beispiel verwenden wir zweimal dasselbe Motiv. Eines der Bilder ist jedoch ein Graustufenbild und wird in eine neue Ebene über das RGB-Bild gelegt. Damit die Effekte besser zur Geltung kommen, wird das Graustufenbild etwas versetzt eingefügt.

In der Grundeinstellung Normal sind keine Änderungen an der Ebene sichtbar: Die oberste Ebene verdeckt die darunter liegende. Erst wenn Sie in den Modus Multiplizieren wechseln, wird aus den beiden ein wesentlich dunkleres Bild. Dieser Modus eignet sich übrigens gut zur Korrektur von überbelichteten Fotos. Möchten Sie dagegen das Bild aufhellen, aktivieren Sie Division. Den Grad der Helligkeit legen Sie mit dem Deckkraft-Regler fest.

Ein paar Effekte der besonderen Art verstecken sich unter Faser extrahieren, Faser mischen und Unterschied. Vor allem beim dritten Modus wirkt der Effekt, abhängig von den Farbwerten, etwas ungewöhnlich. Je nachdem, wie geschickt Sie die verschiedenen Modi einsetzen, verleihen sie dem Bild damit eine besondere Note.

Abb. 2: Eine nützliche Spielerei sind die verschiedenen Ebenenmodi, die öfter für ansehnliche Überraschungen sorgen.

Tipp: Planet "New York City"

Generieren Sie ganz einfach aus der Skyline einer Stadt einen kleinen Planeten -- ein eher ungewöhnlicher Filter macht es möglich. Für diesen Effekt rufen Sie über das Bildmenü Filter den Punkt Verzerren / Polarkoordinaten auf. Der Filter transformiert ein rechteckiges Bild in einen Kreis. Dabei geben Sie an, ob der Boden oder der Kopf die Kreismitte bildet.

In unserem Beispiel legen wir für die Kreistiefe in Prozent den Wert 100 fest. Je nachdem, auf welchem Bildobjekt Ihr besonderes Augenmerk liegt, positionieren Sie den Regler für Versatzwinkel an der entsprechenden Stelle. Verwenden Sie hierzu die Bildvorschau. Damit Ihr Ergebnis unserer Abbildung 3 gleicht, deaktivieren Sie die Optionen Umgekehrt abbilden und Oben beginnen und aktivieren Sie Nach Polar. Weil die Option Oben beginnen inaktiv ist, wird der Boden des Fotos für den inneren Kreis verwendet. Falls die Bildstellen um den Planeten herum farblich nicht passen, suchen Sie mit der Farbpipette, [O], die passende Farbe heraus. Befüllen Sie anschließend damit den Hintergrund. Optional können Sie auch mit einem Auswahlwerkzeug die Umrisse der Häuserfront auswählen, kopieren und in eine transparente Ebene einfügen.

Abb. 3: Der Filter "Polarkoordinaten" erzeugt ungewöhnliche Stadtansichten.

Tipp: Regelmäßige Sicherung

Besonders bei umfangreichen Manipulationsarbeiten ist eine regelmäßige Sicherung der unterschiedlichen Bearbeitungsstadien empfehlenswert. Verwenden Sie hierfür das Gimp-eigene Dateiformat .xcf.

Zwar haben Sie die Möglichkeit, unerwünschte Arbeitsschritte mit [Strg-Z] rückgängig zu machen, und zudem steht das Journal über Datei / Dialoge / Journal zur Verfügung -- allerdings hat das Zwischenspeichern den Vorteil, dass Sie gleich mehrere Schritte zurück gehen und zudem die Ergebnisse der einzelnen Bearbeitungsversionen begutachten können.

Tipp: Hausgemachter Wassereffekt

Über den Menüpunkt Datei / Dialoge / Muster rufen Sie das Dialogfenster Muster auf. Dieses enthält bereits eine Auswahl verschiedener kleiner Bilder, die Sie zum Befüllen von Flächen verwenden können. Da sich unter den Standardbildern kein Muster mit Wassereffekt befindet, erstellen Sie einfach selbst eines (Abbildung 4).

Legen Sie ein neues Bild an und rufen Sie den Filter Plastisches Rauschen über das Bildmenü Filter / Render / Wolken auf. Definieren Sie hier die Oberflächenstruktur des Wassers. Verwenden Sie dabei die Vorschaufunktion.

Wenden Sie anschließend den Gaußschen Weichzeichner (Filter / Weichzeichnen / Gaußscher Weichzeichner) mit einem Einstellungswert von 6 an. Den typischen Wellenschlag erzeugen Sie über Filter / Verzerren / Wellen. Kontrollieren Sie die Einstellungen über die Vorschau. Zum Abschluss wird das Bild noch über Filter / Farben / Einfärben mit der passenden Wasserfarbe versehen. Passen Sie die Bildgröße entsprechend der Größe der anderen Muster an: Diese liegt zwischen 250 x 250 Pixel und 25 x 25 Pixel. Das Bild muss im Format .pat für Gimp-Muster ("patterns") gespeichert werden. Sichern Sie es anschließend in das Verzeichnis, das die Musterdateien enthält. Aktualisieren Sie den Dateidialog Muster über die Schaltfläche Muster neu laden, damit Ihnen der Wassereffekt zur Verfügung steht. (hge)

Abb. 4: Sie können fertige Muster aus dem Internet laden oder schnell ein paar eigene erstellen.

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