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Kniffe, die Sie kennen sollten
Andrea Müller und Thomas Hümmler
Linux ist zwar als Betriebssystem sehr stabil, dennoch kann es vorkommen, dass die grafische Oberfläche, das X Window System [1], komplett einfriert. Der Desktop reagiert in diesem Fall weder auf Tastatureingaben noch auf Mausklicks. Das heißt jedoch nicht, dass das ganze System steht.
Bevor Sie den Rechner in einer Panikreaktion ausschalten, sollten Sie erst versuchen, die grafische Oberfläche gewaltsam zu beenden. Bei dieser Aktion gehen jedoch alle ungespeicherten Daten in geöffneten Anwendungen verloren. Warten Sie zunächst ein paar Minuten, ob das System nicht doch wieder reagiert. Eventuell läuft nur ein Programm Amok und belegt den gesamten Arbeits- und Auslagerungsspeicher. In diesem Fall dauert es gewöhnlich sehr lange, bis Linux auf Mausklicks ein Menü öffnet.
Reagiert der Desktop auch nach der Wartezeit nicht, schießen Sie die grafische Oberfläche ab: Das erreichen Sie mit [Strg-Alt-Rückschritt]. Haben Sie damit Erfolg, wird der Bildschirm schwarz, und Linux zeigt nach wenigen Sekunden den KDE-Login-Manager [2] an, wo Sie sich mit Benutzername und Passwort neu anmelden.
Die Namen vieler Audiodateien setzen sich aus dem Interpreten und dem Liedtitel zusammen. Oft ersetzt man dabei jedoch Leerzeichen durch Unterstriche, was in der Playlist von XMMS nicht besonders schön aussieht. Sie müssen nun nicht alle Dateien umbenennen, sondern der Player kann die Unterstriche in der Anzeige durch Leerstellen ersetzen. Dieses Feature aktivieren Sie im Einrichtungsdialog: Klicken Sie in die linke obere Ecke des Hauptfensters und wählen Sie Optionen / Einstellungen aus dem Menü.
Wechseln Sie nun auf den Registerreiter Optionen und aktivieren Sie Konvertiere Unterstrich in Leerzeichen (Abbildung 1). Mit einem Klick auf OK speichern Sie die Änderung.
Im Audio-Player XMMS passen Sie die Lautstärke nicht nur über den Schieberegler im Hauptfenster an, dasselbe erreichen Sie auch mit Drehungen des Mausrads. Dabei muss sich der Mauszeiger über dem Hauptfenster befinden; in der Wiedergabeliste und im Equalizer funktioniert das nicht.
Standardmäßig erhöht oder drosselt XMMS die Lautstärke um 8 %. Diesen Wert passen Sie im Konfigurationsdialog unter Optionen / Einstellungen an: Im Abschnitt Optionen ändern Sie die Prozentzahl im Eingabefeld hinter Mausrad ändert Lautstärke um (%).
Der Web Browser Firefox bringt neben der Adresszeile auch ein Eingabefeld für die schnelle Suche bei Google oder anderen Anbietern, wie Wikipedia oder dem Übersetzungsdienst Dictionary.com, mit. Schneller als mit der Maus positionieren Sie den Cursor mit [Strg-K] im Suchfeld. Über einen Druck auf [Pfeil nach unten] erreichen Sie die Suchbegriffe, die Firefox im Verlauf gespeichert hat.
Sobald Sie eine Datei herunterladen, blendet Firefox den Download-Manager ein. Dort sehen Sie nicht nur den aktuellen Download, sondern auch Dateien, die Sie bereits vor Tagen oder Wochen heruntergeladen haben. Wenn Ihnen das zu unübersichtlich ist, entfernen Sie die abgeschlossenen Downloads mit einem Klick auf Aufräumen. Das geht jedoch auch automatisch, denn Firefox bietet die Option, diese Downloads direkt nach dem Herunterladen aus der Liste zu entfernen.
Sie aktivieren die Funktion im Konfigurationsdialog unter Bearbeiten / Einstellungen: Klicken Sie in der linken Leiste auf Datenschutz und danach in der rechten Fensterhälfte auf das Pluszeichen vor Download-Manager-Chronik. Wählen Sie in der Drop-down-Box Dateien aus dem Download-Manager entfernen den Eintrag Nach erfolgreichem Download (Abbildung 2). Um zumindest den Verlauf der aktuellen Sitzung zu sehen, entscheiden Sie sich stattdessen für Wenn Firefox beendet wird.
Haben Sie, wie unter [3] beschrieben, den schnellen PDF-Betrachter Xpdf installiert, ärgern Sie sich vielleicht darüber, dass Sie den Vergrößerungsfaktor jedesmal nach dem Start des Programms anpassen müssen. Gerade bei einer hohen Bildschirmauflösung zeigt die Voreinstellung die Schrift in den PDF-Dateien viel zu klein an.
Sie können dem Programm jedoch bereits beim Start die gewünschte Zoom-Stufe mitteilen: Damit Xpdf Dokumente mit 150% anzeigt, übergeben Sie der Anwendung den Wert mit dem Aufrufparameter -z auf der Kommandozeile. Der richtige Befehl lautet
xpdf -z 150 dokument.pdf
Um das Programm automatisch mit diesem Zoom-Level zu starten, markieren Sie seinen Eintrag im KDE-Menü-Editor und fügen im Feld Befehl hinter xpdf ein Leerzeichen und -z 150 ein. (amü)
| Suse-Tipp: Neue Installationsquellen |
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Suse Linux fehlen standardmäßig einige wichtige Multimedia-Pakete, auf die man als Anwender nicht verzichten will. So fehlt beispielsweise Multimedia-Software wie lame, transcode und MPlayer [4]. Dass diese Programme nicht zur Grundausstattung gehören, liegt oft an den Lizenzen der Software oder anderen rechtlichen Problemen [5]. Abhilfe schafft das Hinzufügen zusätzlicher Installationsquellen aus dem Internet: In so genannten Repositories gibt es auch Software, die Sie bei der offiziellen Distribution aus rechtlichen Gründen nicht finden. Welche Repositories es für Suse Linux gibt, erfahren Sie beispielsweise auf einer englischen Seite des OpenSuse-Projekts unter [6] (Abbildung 3). Abb. 3: Eine umfangreiche Liste mit Installationsquellen für Suse Linux gibt es auf den Internet-Seiten des OpenSuse-Projekts.Diese Seite listet Server auf, und die dort hinterlegten Informationen müssen Sie nur in die YaST-Paketverwaltung übernehmen. Um beispielsweise den ersten Eintrag "Packman" als Installationsquelle einzurichten, starten Sie YaST und wählen im Abschnitt Software den Eintrag Installationsquelle wechseln. Klicken Sie dort auf Hinzufügen und tragen Sie als Protokoll HTTP ein. In das Feld Servername schreiben Sie packman.iu-bremen.de oder übernehmen ihn per Copy & Paste aus dem Browser. Was Sie als Verzeichnis auf dem Server wählen, richtet sich nach der verwendeten Distributionsversion. Packman bietet Pakete für Suse Linux 10.0 (suse/10.0) und 10.1 (suse/10.1) an (Abbildung 4). Klicken Sie nun auf OK und danach auf Übernehmen, um das Repository als Paketquelle hinzuzufügen. Wenn Sie das nächste Mal das YaST-Modul Software installieren oder löschen starten, lädt das Programm die Paketinformationen vom Server und bietet Ihnen die Software in der Auswahl zur Installation an. Abb. 4: Mit wenigen Einträgen erweitern Sie die Software-Auswahl in YaST. |
| Suse-Tipp: Verzwickte Paketsuche mit YaST |
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Wenn Sie im Software-Modul von YaST nach einem Programm suchen, gibt es einige Stolperfallen, denn das Tool findet nicht immer alle vorhandenen Pakete. Je nach Suchwort liefert YaST nicht alle Programme zu einem bestimmten Thema. Verwenden Sie beispielsweise unter Suse Linux 10.0 Schach als Suchbegriff, erhalten Sie die vier Treffer crafty, glchess, knights und phalanx. Probieren Sie es hingegen mit dem englischen Begriff chess, liefert YaST acht Ergebnisse. Nun könnte man denken: "Gut, suche ich auf Englisch", aber da finden Sie in dem Fall nicht das Programm phalanx, eine ähnlich starke Schach-Engine wie crafty. Abhilfe schafft hier -- bis die Entwickler alle Paketbeschreibungen sinnvoll übersetzt haben -- nur die zweisprachige Suche: einmal auf Deutsch, einmal auf Englisch. |
| Infos |
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[1] Artikel über das X Window System: Kristian Kißling, "Doktor Xorg", EasyLinux 10/2005, S. 63 ff.
[2] KDM-Artikel: Kristian Kißling, "Wart' mal kurz", EasyLinux 09/2005, S. 18 f. [3] Xpdf-Artikel: Andrea Müller, "PDF-Express", EasyLinux 12/2005, S. 46 f. [4] MPlayer-Artikel: Marcel Hilzinger, "Filmvergnügen", EasyLinux 07/2005, S. 18 f. [5] Artikel über rechtliche Probleme beim Einsatz bestimmter Software: Hans Georg Eßer, "DVD und MP3 -- nein danke?", EasyLinux 09/2004, S. 64 f., http://www.easylinux.de/2004/09/064-basics/ [6] Liste zusätzlicher Installationsquellen für Suse Linux: http://en.opensuse.org/Additional_YaST_Package_Repositories |
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Last modified: 2008-11-05 16:58
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