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Erschienen in EasyLinux 07/2006   »   Ausgabe bestellen

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Heike Jurzik


Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian -- wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit mit diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: SSH-Server installieren und einrichten

Standardmäßig erlaubt es ein Ubuntu-Rechner nach der Installation nicht, dass Sie sich von einer entfernten Maschine per ssh ("Secure Shell") anmelden. Der Grund dafür ist die fehlende Installation des SSH-Servers. Diesen rüsten Sie mit wenigen Handgriffen nach:

  1. Starten Sie den Paketverwalter z. B. über das K-Menü / System / Package Manager (Adept) und geben Sie im aufgehenden Dialog Ihr eigenes Passwort ein.
  1. Tragen Sie im Feld unter Quick Filter als Suchbegriff ssh ein. Wählen Sie anschließend das Paket openssh-server zur Installation aus (Abbildung 1).
  1. Klicken Sie abschließend auf Commit Changes, um die Installation zu starten.

Abb. 1: Damit Sie per "ssh" und "scp" auf den Ubuntu-Rechner zugreifen können, installieren Sie den SSH-Server.

Tipp: Ubuntu: Zugriff auf SSH-Server einschränken

Standardmäßig ist der SSH-Server unter Breezy Badger so konfiguriert, dass er sowohl Anmeldungen des Systemverwalters Root (wenn Sie dafür explizit ein Passwort gesetzt haben und nicht mit sudo arbeiten) als auch Verbindungsaufnahmen aller Benutzer erlaubt. Mit einem Text-Editor passen Sie die Konfigurationsdatei des Servers an und schränken den Zugriff ein:

  1. Starten Sie Ihren Lieblings-Editor im Systemverwaltungsmodus, z. B. indem Sie in ein Terminal-Fenster den Befehl
    sudo kwrite /etc/ssh/sshd_config
    eingeben. Tippen Sie anschließend Ihr eigenes Passwort.
  1. Springen Sie zu Zeile 26 (PermitRootLogin) und ändern Sie diese in:
    PermitRootLogin no
  1. Fügen Sie anschließend eine neue Zeile hinzu, z. B. direkt dahinter, und tragen Sie hinter der Anweisung AllowUsers alle Benutzernamen ein, die sich per SSH anmelden dürfen sollen, etwa:
    AllowUsers huhn petronella
  1. Speichern Sie die Änderungen und starten Sie anschließend den SSH-Server neu. Dazu geben Sie in einem Terminal-Fenster das folgende Kommando ein:
    $ sudo /etc/init.d/ssh restart
    Password:
     * Restarting OpenBSD Secure Shell server...

Auch hier authentifizieren Sie sich wieder mit dem eigenen Kennwort. Versucht anschließend ein Benutzer, der nicht in der Liste genannt ist, Verbindung zum Ubuntu-Rechner aufzunehmen, sieht er zwar die Aufforderung zur Passworteingabe, kann sich aber nicht erfolgreich anmelden.

Knoppix: Live-CD als NX-Server

Mit dem Programm NX von der Firma NoMachine [1] übertragen Sie den Bildschirminhalt eines entfernten Computers auf den lokalen Rechner und arbeiten anschließend so, als säßen Sie direkt vor dem Computer. NX arbeitet dabei als eine Art Proxy-System zwischen den grafischen Oberflächen (X-Servern) und verbessert die Geschwindigkeit bei der Übertragung des X-Window-Systems erheblich -- sogar über eine langsame Modem-Verbindung funktioniert NX recht flüssig.

Es ist weiterhin möglich, die Daten per SSL und SSH zu verschlüsseln, NX-Sessions an Windows-Terminal-Server (per RDP) oder VNC-Server [2] weiterzuleiten.

Den NX-Client gibt es für verschiedene Linux-Systeme, Solaris, Windows, Mac OS X, Sharp Zaurus, Sony Playstation 2, und HP/Compaq iPAQ. Sie finden den Client auf den Download-Seiten von NoMachine [3].

Knoppix bringt seit einiger Zeit eine freie Implementation des NX-Servers (FreeNX) mit, die Sie mit wenigen Mausklicks für Anfragen bereit machen. Richten Sie nach dem Booten zunächst die Netzwerkkarte ein, falls das noch nicht geschehen ist:

  1. Rufen Sie im Knoppix-Menü (mit dem Pinguin) den Eintrag Netzwerk/Internet / Netzwerkkarte konfigurieren auf. Falls sich im lokalen Netzwerk ein DHCP-Server ("Dynamic Host Configuration Protocol") befindet, läuft der Rest automatisch, wenn Sie auf Ja klicken -- für eine manuelle Einrichtung gehen Sie auf Nein.
  1. Im letzteren Fall (kein DHCP-Server) geben Sie ins nächste Feld eine IP-Adresse ein (z. B. 192.168.0.1). Die voreingestellte Netzwerkmaske und Broadcast-Adresse in den folgenden Abfragen können Sie übernehmen.
  1. Befindet sich im Netzwerk ein Router/Gateway, geben Sie dessen IP-Adresse ins nächste Feld ein. Gleiches gilt für den Nameserver -- sind Sie sich nicht sicher, lassen Sie die beiden Felder leer.

Anschließend richten Sie den NX-Server selbst ein. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Starten Sie aus dem Knoppix-Menü Server-Dienste / NX Server starten. Im aufgehenden Fenster legen Sie ein Kennwort für den Benutzer knoppix fest und wiederholen es auf Aufforderung.
  1. Sie sehen in der Ausgabe, dass das System gleichzeitig auch den SSH-Server startet, damit die Verbindungsaufnahme von entfernten Rechnern aus klappt. Den folgenden Dialog quittieren Sie mit Druck auf [Eingabe] und wählen die Standardeinstellung NoMachine Keys im nächsten Fenster.
  1. Anschließend ist der Server bereit, und Sie können mit einem Client von einem anderen Rechner aus Verbindung zum Knoppix-PC aufnehmen (Abbildung 2). Dabei verwenden Sie als Benutzernamen knoppix und als Kennwort das beim Server-Start eingerichtete Passwort.

Abb. 2: Knoppix als NX-Server: Mit wenigen Maus-Klicks ist der Server bereit. (Hier läuft der Client unter Mac OS X.)

Knoppix: Mit dem NX-Client auf einen Server zugreifen

Natürlich geht's auch in die andere Richtung -- der NX-Client gehört bei Knoppix ebenfalls zur Standardausstattung. Voraussetzung sind wiederum eine funktionierende Netzwerkverbindung (siehe Tipp ##) und ein NX-Server, der auf der Gegenseite Verbindungen annimmt.

Sie finden den NX-Client unter Knoppix im K-Menü / Internet / NX Client for Linux / NX Client for Linux. Ein Einrichtungsassistent (NX Connection Wizard) führt Sie durch die Konfiguration:

  1. Klicken Sie auf Next, um mit der Einrichtung zu beginnen. Als Erstes tragen Sie unter Session einen Namen für die Sitzung ein. Ins Feld Host gehört der Rechnername oder die IP-Adresse des Servers; die Voreinstellung 22 unter Port belassen Sie. Geben Sie außerdem an, wie schnell Ihre Internet-Verbindung ist.
  1. Im nächsten Dialog entscheiden Sie, ob Sie mit einer Linux-Oberfläche, einem VNC-Server oder einem Windows-Rechner Kontakt aufnehmen wollen. Sie legen hier auch die Größe des entfernten Desktops fest und schalten optional die SSL-Verschlüsselung ein.
  1. Nun zeigen Sie auf Wunsch die erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten (Show the Advanced Configuration dialog) an und erstellen für die eben eingerichtete Verbindung ein Desktop-Icon. Klicken Sie abschließend auf Finish.
  1. In das erscheinende Dialogfenster geben Sie den Benutzernamen und das Passwort ein; Der NX-Client baut nach einem Klick auf Login die Verbindung auf (Abbildung 3). (hge)

Abb. 3: Richtig verbunden: Kontaktaufnahme von Knoppix zu einem Fedora-Core-System.
Infos
[1] NoMachine: http://www.nomachine.com/
[2] Artikel zu VNC: Heike Jurzik, "Fernsteuerung -- Rechner im lokalen Netz mit VNC fernbedienen", EasyLinux 11/2004, S. 48 ff., http://www.easylinux.de/2004/11/048-vnc/
[3] NX-Client: http://www.nomachine.com/download.php

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