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Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Suse 10.1 als Live-DVD

Rund 4 GByte Linux-Software enthält die Live-DVD von Suse 10.1 nach Angaben von Suse-Entwickler Adrian Schröter. Herunterzuladen sind mit dem gepackten ISO-Image aber nur 1,7 GByte. Anschließend gilt es, das Image mit einem Brennprogramm wie K3b bootfähig auf DVD zu schreiben.

Die Live-DVD liefert die Programme in der 32-Bit-Version für x86-Prozessoren. Wie bei Live-Systemen üblich hat der Benutzer damit vor einer Installation auf der Festplatte die Möglichkeit auszuprobieren, ob die Distribution auf dem heimischen Rechner funktioniert. Die Live-DVD von Suse 10.1 birgt allerdings den Nachteil, dass sie nicht für eine spätere Festplatteninstallation tauglich ist. Den Download der Live-Ausgabe finden Sie auf der Webseite http://de.opensuse.org/Herunterladen verlinkt.

Abb. 1: Dieses Übersichtsfenster zeigt der Konqueror in der KDE-Ausgabe von Suse Linux 10.1.
Ubuntu 6.06 ist fertig

Die neue Version der Linux-Distribution Ubuntu ist verfügbar. Ubuntu 6.06, mit dem Codenamen Dapper Drake, trägt den Zusatz LTS (Long-Term Support, Langzeitunterstützung). Damit erhalten die Benutzer der Desktop-Ausgabe drei Jahre lang Sicherheitsaktualisierungen und Updates; wer Ubuntu auf Servern einsetzt, wird fünf Jahre lang bedient.

Die neue Distribution bringt in den Ausgaben Ubuntu (Gnome) und Kubuntu (KDE) jede Menge frische Ware mit: Die Desktop-Umgebungen Gnome 2.14 sowie KDE 3.5.3, Kernel 2.6.15, das Grafiksystem X.org 7.0, OpenOffice 2.0 und Firefox 1.5.

Das neue Installationsmenü soll das Einrichten auf dem Rechner erleichtern. Wer vor der Festplattenbindung erst prüfen will, ob Dapper Drake auf dem eigenen Rechner funktioniert, findet in der Live-CD das richtige Mittel. Dass die sich nun Desktop-CD nennt, hängt damit zusammen, dass nach dem Booten von CD auch die feste Installation über einen grafischen Installer möglich ist. Das Programm Espresso begleitet den Benutzer dabei. Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth hat eigens einen Icon-Entwickler eingestellt, der sich um eine anwenderfreundliche Gestaltung kümmerte. Die Startmenüs des Gnome-Desktops sind zudem um überflüssige Einträge bereinigt.

Unter http://releases.ubuntu.com/6.06/ finden sich die CD-Images zur Desktop- und Server-Ausgabe. Die Entwickler haben Images für die drei Architekturen x86, PowerPC und AMD64 erstellt. Zudem finden Sie am Kiosk derzeit das EasyLinux-Starter-Kit für die KDE-Ausgabe Kubuntu. Es enthält neben der Distribution eine Installationsanleitung und zusätzliche Treiber.

Abb. 2: Ubuntu 6.06 bringt neu gestaltete Icons mit.
Multimedia-Live-CD aktualisiert

Das Multimedia-Distribution Dynebolic ist in Version 2.0 erschienen. Das Linux-Livesystem wendet sich an kreative Anwender und bietet eine große Auswahl an aktueller Open-Source- Software zur Audio-, Video- und Grafikbearbeitung. Dazu gehören der Harddisk-Recorder Ardour, das Grafikprogramm Gimp, die 3D-Software Blender und der Video-Editor Cinelerra. Mit dem Programm Muse kann sich der Anwender als Diskjockey betätigen und seine Musikauswahl per Audiostream im Internet veröffentlichen. Das 650 MByte große CD-Image ist per HTTP, FTP und Bittorrent erhältlich, eine Liste der Download-Mirrors gibt es unter http://dynebolic.org.

Dynebolic-Anwender können ein dauerhaftes Home-Verzeichnis in einer sogenannten Nest-Datei auf Festplatte oder USB-Stick anlegen oder das ganze System per Skript auf Harddisk bannen. Sogar im Live-Betrieb lässt sich Software nachinstallieren -- als distributionseigene Dyne-Pakete sowie in Debian- RPM- und Slackware-Paketformaten.

Abb. 3: Ethno-Pop-Desktop: Version 2.0 der Multimedia-Distribution Dynebolic.
Umfangreiche Clipart-Sammlung

Das Projekt WP-Clipart hat für Version 2.1 seines Bildarchivs über 12 000 Grafiken gesammelt. Die Cliparts zur Verwendung in Office-Dokumenten liegen im Grafikformat PNG vor und sind nach Themen geordnet in Verzeichnisse einsortiert. Unter anderem enthält die Sammlung Länderflaggen, Smileys sowie Pflanzen und Tiere (inklusive Linux-Pinguine). Daneben liefert WP-Clipart Symbole aus vielen Lebensbereichen wie Haushalt, Technik und Verkehr. Sogar Kunstwerke von Van Gogh, Picasso und Kandinsky sind dabei. Die Bilder unterstehen fast ausschließlich freien Lizenzen oder sind lizenzfrei (Public Domain). Lediglich bei abgebildeten Objekten, die auch Firmenlogos zeigen, weist das Projekt auf rechtliche Einschränkungen hin.

Die Dateien stehen als rund 400 MByte großes Zip-Archiv unter http://www.ibiblio.org/abiclipart/downloads/wpclipart-2.1.zip zum Download bereit. Das Projekt bietet einen eigenen Bildbetrachter an, die Bilderverzeichnisse lassen sich aber auch mit anderen Programm wie etwa Kuickshow ansehen. Außerdem enthält das Archiv HTML-Seiten mit Vorschaubildern. Auf der Homepage von WP-Clipart unter http://www.wpclipart.com können Sie die Bildersammlung zudem mit Hilfe von Google durchsuchen.

Abb. 4: Die Sammlung WP-Clipart enthält über 12 000 Grafiken, thematisch in Verzeichnisse einsortiert.
Fedora bereitet Version 6 vor

Das Fedora-Projekt (http://fedora.redhat.com) hat den Countdown zu Fedora Core 6 begonnen. Ende Juni erschien die erste Testausgabe für die neue Version. Der derzeitige Zeitplan des von Red Hat mitfinanzierten Projekts sieht die Fertigstellung für den 27. September 2006 vor. Bis dahin sind zwei weitere Testversionen geplant.

Als nennenswerte Neuerungen brachte die Testversion ein neues Drucksystem mit den Komponenten Cups 1.2 und GTK+ mit. Neu ist auch die Unterstützung für Intel-basierte Macs und für IPv6 bereits ab Installation. Zudem waren neue Versionen der wichtigsten Pakete an Bord, unter anderem die Desktopumgebungen KDE in Version 3.5.3 und Gnome in der Entwicklerversion 2.15. Das stabile Gnome 2.16, das die Fedora-Entwickler integrieren möchten, ist für Anfang September angekündigt.

Liegen Updates für Fedora Core 6 vor, informiert künftig das Applet Puplet darüber und erledigt die Installation. Fedora Core 6 Test 1 mit der Versionsnummer 5.90 ist für i386, x86_64, und PPC/PPC64 verfügbar. Die Entwickler weisen darauf hin, dass es sich um eine frühe Testversion handelt.

Software-Ticker

Perl Audio Converter: Das Kommandozeilenwerkzeug kann eine Vielfalt von Audioformaten in einander umwandeln, darunter MP2, MP3, Ogg Vorbis, FLAC, AAC, Musepack, Realaudio, WAV und WMA. Daneben extrahiert es aus Videoformaten wie ASF, DivX, MPEG und Quicktime den Ton. Das Perl-Programm lässt sich außerdem als CD-Ripper verwenden. Weitere Informationen gibt es unter http://pacpl.sourceforge.net

Disc-Cover: Das Perl-Skript liest Informationen von Audio-CDs, sucht im Internet nach Künstler- und Titel-Informationen und erstellt daraus ein druckbares CD-Cover. Als Format für das Cover kann der Anwender unter anderem zwischen Postscript und PDF wählen. Das Programm kann auch mit Doppelalben umgehen und kennt Druckformate für herkömmliche Jewel-Cases und andere CD-Hüllen. Auf Wunsch recherchiert es im Weh auch nach dem passenden Cover-Foto. Auf der Projekt-Homepage http://www.vanhemert.co.uk/disc-cover.html gibt es eine Online-Version zum Ausprobieren -- statt eine CD einzulegen, geben Sie allerdings ein Suchwort ein.

Worker Der grafische Datei-Manager (http://www.boomerangsworld.de/worker/) nutzt eine zweigeteilte Ansicht, die viele Anwender vom Programm Norton Commander her kennen. Neben dem üblichen Verschieben und Kopieren lassen sich mit Worker auch symbolische Links erstellen und Dateiberechtigungen bearbeiten. Dass Programm entpackt außerdem komprimierte Tar-Archive und kann per FTP, SSH und Webdav auf Server zugreifen. Die aktuelle Version 2.13.0 unterstützt den Zeichensatz UTF-8, der bei vielen Linux-Distributionen mittlerweile die Standardeinstellung ist.

Google-Software für Linux

Der Suchmaschinenbetreiber Google bietet einzelne Anwendungen nun auch für Linux-Benutzer an. Für Google Earth http://earth.google.com veröffentlichte die Firma Ende Juni ein Linux-Programm. Der digitale Weltatlas ist neben Englisch auch in Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch verfügbar. Es handelt sich allerdings nicht um freie Software: Google Earth Beta (Version 4) unterliegt einer proprietären Lizenz. Einen rund 17 MByte großer Binär-Installer gibt es unter http://earth.google.com/download-earth.html. Die Systemvoraussetzungen sind laut Anbieter ein Pentium-III-Prozesser ab 500 MHz, 128 MByte RAM, 400 MByte freier Festplattenplatz sowie eine 3D-fähige Grafikkarte.

Googles Bildverwaltungssoftware Picasa läuft ebenfalls unter dem freien Betriebssystem. Einmal installiert durchforstet das Programm den Rechner nach Bildern, listet sie auf und unterstützt den Anwender beim Sortieren. Allerdings handelt es sich nicht um ein natives Linux-Programm: Die Entwickler haben schlicht die Windows-Version mit der Wine-Umgebung gekoppelt, die Windows-Anwendungen auf Linux lauffähig macht. Laut FAQ funktioniert daher auch das CD-Brennen nicht, da Wine mit dem betreffenden Windows-Treiber nicht zurechtkommt. Den Download von Picasa gibt es bei http://picasa.google.com/linux/download.html unter anderem als fertige Pakete für diverse Linux-Distributionen. Die von Google angepasste Wine-Version ist bereits dabei. Die vorgenommenen Änderungen hat der Suchmaschinenbetreiber an das Open-Source-Projekt zurückgegeben.

Abb. 5: Das Cebit-Gelände aus der Vogelperspektive: Google Earth für Linux machts möglich.
Neuer Flash-Player für Linux erst 2007

In ihrem Blog http://weblogs.macromedia.com/emmy/archives/2006/05/yes_virginia_th.cfm hat die bei Adobe für den Flash-Player zuständige Emmy Huang einige Informationen zu einer neuen Linux-Ausgabe des Flash-Players gestreut. Die gute Nachricht: Adobe hält nach dem Kauf von Macromedia an der Linux-Entwicklung fest. Die weniger guten Nachrichten: Aus der im Dezember 2005 angekündigten Ausgabe 8.5 für Linux ist nun eine Version 9 geworden, die erst Anfang 2007 erscheint und auch dieses Datum ist in einer Fußnote noch mit Vorbehalt versehen.

Eine erste Testausgabe verspricht Huang dennoch für Ende des Jahres. Zu Plänen für eine 64-Bit-Version macht sie keine Angaben. Dafür stellt sie einen neuen Entwickler und dessen Blog vor: Mike Melanson (http://blogs.adobe.com/penguin.swf/) ist ausdrücklich mit der Linux-Version beschäftigt.

(Ulrich Bantle/Mathias Huber/mhu)

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