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Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Filme im Griff mit Gcfilms

Meister aller Filme

Kristian Kißling


Wer will sich schon durch einen Berg von Videokassetten und DVDs wühlen, um einen guten Film fürs Abendprogramm zu finden? Gcfilms schafft Abhilfe: Es verwaltet Ihre Filmsammlung und behält sogar verliehene Streifen im Auge.

Datenbanken gibt es viele, doch sind sie häufig nicht auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten -- das müssen Sie selbst tun. Ein Blick auf die freie Filmdatenbank Gcfilms zeigt, dass spezialisierte Datenbanken durchaus ihren Reiz haben.

Gcfilms [1] funktioniert recht einfach: Sie geben einen Filmtitel ein und das Programm sucht im Internet sämtliche Informationen zum Film. Mit denen arbeiten Sie dann: Die fertige Filmliste speichern Sie z. B. im HTML-Format und nutzen die Liste dann lokal oder stellen sie auf eine Webseite. Zusätzlich schicken Sie automatisch eine E-Mail an jemanden, der einen Film entliehen hat oder starten einen Film direkt aus der Datenbank heraus. Hier zeigt sich: Gcfilms bringt gerade aufgrund seiner Spezialisierung nützliche Funktionen für die Filmverwaltung mit.

Installation

Vor der Kür kommt die Pflicht: Sie müssen Gcfilms installieren. Kubuntu-Nutzer erhalten Gcfilms in der neusten Version direkt von der Quelle, indem sie die Webseite als Paketquelle einbinden:

  1. Starten Sie dazu Adept und geben Sie Ihr Benutzerpasswort ein.
  1. Rufen Sie den Menüpunkt Ansicht / Paketquellen verwalten auf. Es erscheint eine Liste von Paketquellen, auf die schwarz hervorgehobenen greift der Paketmanager aktuell zu.
  1. Tragen Sie in die Zeile ganz unten deb http://download.gna.org/gcfilms/ubuntu ./ ein und klicken Sie auf Add ganz rechts. Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Eintrag deb-src http://download.gna.org/gcfilms/ubuntu ./ und wählen Sie dann Apply, damit der Paketmanager die neuen Paketquellen akzeptiert.
  1. Ein Linksklick auf das Icon Aktualisierungen holen bringt abschließend die Paketliste auf den neuesten Stand.
  1. Suchen Sie nach gcfilms und installieren Sie das Paket auf die gewohnte Weise -- die Abhängigkeiten löst Adept selbständig auf.

Nutzer von Mandriva Linux 2006 installieren das Paket von der Heft-CD, Benutzer von Suse Linux 10.0/10.1 finden die nötigen Pakete dort ebenfalls. Wie Sie die Pakete installieren, lesen Sie in der Anleitung, die sich auf der Heft-CD befindet. Die Abhängigkeiten lösen die jeweiligen Paketmanager automatisch auf, weitere externe Pakete brauchen Sie nicht.

Premiere

Starten Sie Gcfilms, indem Sie [Alt-F2] drücken und gcfilms eingeben. Um den ersten Film einzutragen, klicken Sie auf das Pluszeichen ganz links in der Werkzeugleiste. In die Zeile oben rechts tragen Sie einen bekannten Filmtitel wie z. B. Alien ein und wählen die Internetsuche. Zunächst will Gcfilms wissen, welche Internet-Datenbank Sie abfragen wollen (Abbildung 1): Neben der "Online-Filmdatenbank" (OFDB) und der "International Movie Database" (IMDB) bezieht Gcfilms seine Daten wahlweise aus circa 20 Quellen. Wählen Sie in diesem Fall die OFDB, denn sie enthält zahlreiche Einträge in deutscher Sprache. Die IMDB bringt zwar noch mehr Datensätze mit, allerdings brauchen Sie für die Suche den Originaltitel, der häufig vom deutschen Titel abweicht. Zudem wartet die OFDB mit deutschsprachigen Zusammenfassungen der Filme auf.

Abb. 1: Gcfilms fragt etwa 20 Internet-Datenbanken ab, entscheiden Sie sich am besten für eine Datenbank, die Sie permanent nutzen. Im deutschsprachigen Raum empfiehlt sich die OFDB.

Setzen Sie abschließend ein Häkchen unterhalb des Auswahlfelds, um zukünftig nur die OFDB zu verwenden und klicken Sie auf Ok. Sie ändern die Wahl Ihrer Datenbank zu einem späteren Zeitpunkt über Einstellungen / Einstellungen / Internet / Seite zum Bezug von Informationen. Gcfilms greift nun auf die gewählte Online-Datenbank zu und fragt nach, ob es den angeforderten Titel gibt. Da mehrere Filmtitel das Wort "Alien" enthalten, wählen Sie den zutreffenden Film aus einer Liste aus und bestätigen Ihre Wahl mit OK. Gcfilms holt dann sämtliche relevanten Daten inklusive Bilder aus der externen Datenbank und speichert sie im eigenen Format ab. Im Reiter Allgemein zeigt Gcfilms nun die Informationen zum ersten Teil der "Alien"-Saga an (Abbildung 2).

Abb. 2: Alien in der Datenbank: Gcfilms holt neben den wichtigsten Daten auch ein Bild des jeweiligen Films aus dem Netz. Welche Daten das Programm anzeigt, bestimmen Sie selbst.

Wollen Sie mehr als hundert Filme archivieren, zieht sich das schon mal hin: Tastaturkürzel erleichtern Ihnen das Leben wie der Kasten "Schnelle Finger" offenbart.

Schnelle Finger

Wollen Sie gleich einen ganzen Stapel von Filmen in die Datenbank einspeisen, nutzen Sie am besten die Tastatur, um den Prozess zu beschleunigen. Mit [Alt-A] erzeugen Sie einen neuen Eintrag, geben dann den gesuchten Filmtitel ein und drücken [Eingabe]. Zeigt Gcfilms nun eine Liste von Titeln an, klicken Sie mit der Maus auf den gewünschten Film und drücken wieder [Eingabe]. Gcfilms holt die Daten: Vergessen Sie aber nicht, für einen neuen Film wieder [Alt-A] zu drücken, sonst überschreiben Sie aus Versehen den letzten Eintrag.

Im Sammelfieber

Befinden sich alle gewünschten Filme in der Datenbank, speichern Sie die Liste zunächst ab. Dazu klicken Sie auf das Icon Speichern in der Werkzeugleiste, die neue Datei trägt die Endung gcf. Umfasst Ihre Datenbank mehr als hundert Filme, erleichtert Ihnen die Suchfunktion den Umgang mit dem Datenwust. Wählen Sie Suchen und geben Sie den Namen des Films ein oder auf Wunsch auch den Zeitraum, aus dem er stammt. Gcfilms filtert gemäß den gewählten Kriterien die möglichen Kandidaten heraus, ein Klick auf Zeige alle listet wieder sämtliche Einträge auf.

Vielleicht nutzen Sie ja bereits eine Datenbank in einem anderen Programm: Für diesen Fall gibt es die Möglichkeit, externe Daten in Gcfilms zu importieren. Ein Klick auf Datei / Importieren genügt, um eine Filmothek zu importieren, die im CSV-Format oder als Ant Movie Catalog vorliegt.


CSV: steht als Abkürzung für "comma separated values". In einer Textdatei stehen dabei sämtliche Werte einer Datenbank durch Kommata getrennt nebeneinander.
Ant Movie Catalog: Ein Open-Source-Filmdatenbank aus Belgien, die Filmlisten in einem eigenen Format speichert, das Gcfilms importieren kann.

Wollen Sie die Datenbank weiterverarbeiten, veröffentlichen oder einfach ausdrucken, exportieren Sie die Daten wahlweise in die Formate XML, SQL, CSV oder HTML. Entscheiden Sie sich für Datei / Exportieren / HTML , öffnet sich ein Fenster, in dem Sie das Layout der HTML-Datei definieren. Neben dem Eintrag Template finden Sie ein Drop-down-Menü mit mehreren Layout-Alternativen, die Sie über den Button Vorschau vergleichen -- interessant sieht z. B. rootll aus. Darunter geben Sie den Titel der Seite an und stellen Höhe und Breite für die Bilder in der HTML-Fassung ein. Um sie auch gleich zu betrachten, setzen Sie ein Häkchen unter Erzeugte Datei im Webbrowser öffnen und geben dann einen Namen und einen Ort zum Speichern der fertigen Datei an. Wollen Sie nur eine gefilterte Filmauswahl exportieren, setzen Sie das Kreuzchen an der entsprechenden Stelle und klicken zum Abschluss auf OK. Der Standardbrowser zeigt dann sämtliche Filme in einer handlichen HTML-Liste: Sie drucken diese aus oder speichern sie einfach ab, um später schnell einen Blick auf die Filme zu werfen (Abbildung 3).

Abb. 3: Filmliste im HTML-Format: Über Skins bestimmen Sie, wie die HTML-Liste aussehen soll. Sie exportieren Ihre Filme wahlweise auch in andere Formate.

Filmothek

Als Filmsammler bleibt es nicht aus, dass sich mal jemand einen Film bei Ihnen entleiht -- auch das berücksichtigt Gcfilms. Über den Reiter Verleih betreiben Sie einen privaten Filmverleih, senden den säumigen Freunden E-Mails, falls diese Filme nicht rechtzeitig zurückbringen.

Die Entleiher tragen Sie zuvor in eine Liste ein, die Sie unter Einstellungen / Entleiher finden. Klicken Sie auf Hinzufügen und füllen Sie die Felder Name und E-Mail aus. Darunter formulieren Sie einen Blindtext, den Gcfilms dann jeweils um den Filmtitel und das Ausleihdatum erweitert, um ihn per E-Mail an den Entleiher zu schicken. Das Programm ersetzt die Prozentzahlen %1 durch Werte aus der Datenbank, über OK übernehmen Sie den Eintrag in die Entleiher-Datenbank (Abbildung 4).

Abb. 4: Dank der integrierten Verleih-Datenbank erinnern Sie Ihre Pappenheimer daran, einen Film rechtzeitig zu einem bestimmten Termin zurück zu bringen.

Wechseln Sie nun in den Reiter Verleih, wählen Sie den Entleiher aus dem Drop-down-Menü aus und tragen Sie neben Wählen Sie ein Datum das Entleihdatum ein. Über den Knopf rechts daneben bestimmen Sie, wann die Person den Film zurückgeben soll, Gcfilms schickt an diesem Datum automatisch eine E-Mail mit dem von Ihnen verfassten Text an den säumigen Entleiher (Abbildung 5).

Abb. 5: Die Variablen im Blindtext ersetzt Gcfilms automatisch durch den Namen des Entleihers sowie das Leihdatum. So schreiben sich Mahn-E-Mails wie von selbst.

Das aber setzt voraus, dass Gcfilms weiß, wie es die E-Mails versenden soll. Unter Einstellungen / Internet geben Sie die dazu notwendigen Daten an. Tragen Sie zunächst Ihre übliche E-Mail-Adresse ein. Unter E-Mail-Versand per wählen Sie SMTP aus und geben den Namen des ausgehenden Servers an, wie er auch in Ihrem E-Mail-Programm steht.


SMTP: Steht für "Simple Mail Transfer Protocol", ein Protokoll, dass traditionell zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, E-Mails zu verschicken.

Die Zeile lautet z. B. smtp.web.de:25, wobei 25 für den regulären SMTP-Port steht.

Nebenbei beeinflussen Sie im Bereich darüber auch, welche Datenbanken Gcfilms für die Internet-Abfrage nutzt und welche Felder es importiert: Passen Sie diese Einstellungen an Ihre Bedürfnisse an. Um die Funktionalität zu testen, tragen Sie sich selbst als Entleiher ein. Wechseln Sie zum Reiter Verleih, wählen Sie Ihren Namen als Entleiher aus und klicken Sie auf E-Mail senden. Die Benachrichtigung sollte spätestens nach ein paar Minuten in Ihrem Postfach liegen.

Film ab per Mausklick

Für Unentschlossene bringt Gcfilms die Option Heute abend mit: Ein Klick und das Programm schlägt Ihnen zufällig einen Film aus Ihrer Datenbank vor, den Sie mal wieder sehen sollten, ein Klick auf Vor bringt Sie zum nächsten Vorschlag.

Wie gut ein Film ist, bewerten Sie unter dem Reiter Details. Neben einem persönlichen Rating geben Sie hier auch an, in welche Form der Film vorliegt -- also auf DVD oder im Xvid-Format auf der Festplatte. Befinden sich Filme aus der Datenbank auf ihrer Festplatte, starten Sie diese direkt mit einem Mausklick aus Gcfilms heraus. Dazu klicken Sie auf Video File, suchen den Film und wählen dann Öffnen. Gcfilms merkt sich den Pfad und erkennt, in welcher Auflösung und welchem Format der Film vorliegt, sobald Sie auf Information klicken. Um den Film zukünftig zu starten, wählen Sie ihn auf der linken Seite der Datenbank aus und aktivieren dann Wiedergabe in der Werkzeugleiste.

Einstellungssache

Abschließend werfen Sie noch Blick auf einige Einstellungen, indem Sie auf das entsprechende Icon mit dem gekreuzten Werkzeug klicken. Links sehen Sie fünf Reiter, der oberste heißt Allgemein. Hier wählen Sie eine Sprache aus und über Skin eine Oberfläche für Gcfilms, sollte Ihnen die aktuelle Oberfläche nicht zusagen.

Die Optionen im nächsten Reiter Anzeige sorgen für die Optik der Filmdaten und bestimmen darüber, welche und wie viele Daten Gcfilms anzeigt. Darunter legen Sie fest, welche Artikel das Programm beim alphabetischen Sortieren nach Titeln automatisch an das Ende eines Filmtitels verschiebt.

Über den Reiter Pfade konfigurieren Sie die externen Programme, legen also fest, welchen Browser Gcfilms benutzt, welchen Video-Player und in welchem Verzeichnis die Bilder zu den Filmen liegen. Der Reiter Internet kam bereits zur Sprache: Hier wählen Sie die Datenbank aus und feilen an den E-Mail-Einstellungen. Im letzten und untersten Reiter mit dem Namen Features drehen Sie schließlich noch an ein paar kleineren Schräubchen wie dem Splash Screen beim Starten des Programms, der Anzahl der Einträge im Verlauf oder den zum Einsatz kommenden Speichermedien für die Filme.

Fazit:

Mit Gcfilms administrieren Sie ohne größeren Aufwand Ihre Video- und DVD-Sammlung. Dabei arbeitet das Programm sehr planvoll: Sie geben bequem und schnell Ihre Filme mit Hilfe von Tastenkürzeln ein, exportieren die Daten in verwertbare Formate, behalten den Überblick über Ihre verliehenen Filme und rufen sogar Filme auf Ihrer Festplatte aus der Datenbank heraus auf. So bleiben kaum Wünsche offen -- lediglich eine integrierte Popcorn-Maschine fehlt. (kki)

Infos
[1] Webseite von Gcfilms: http://home.gna.org/gcfilms

Auf der Heft-CD:


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