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Andrea Müller
Nicht alle Programme unter Linux merken sich die Fenstergröße, wenn Sie diese schließen. Sogar Firefox vergisst manchmal seine Fenstergröße und startet nicht mehr maximiert. Selbst wenn eine Anwendung keine Option mitbringt, welche die Fenstergröße beim Start festlegt, müssen Sie das Programm nicht nach jedem Aufruf von Hand maximieren oder verkleinern: KDE nimmt Ihnen diese Arbeit ab, sobald Sie für eine Anwendung erweiterte Fenstereinstellungen definieren.
Mit Hilfe dieses Features ist es nicht nur möglich, Anwendungen mit einer bestimmten Fenstergröße zu starten, sondern Sie können beispielsweise auch bestimmen, dass sich ein Programm immer in der oberen linken Bildschirmecke öffnet.
Wir erklären im ersten Teil Schritt für Schritt, wie Sie eine neue Regel für ein Programmfenster definieren, so dass die Anwendung sich automatisch maximiert öffnet. Im Abschnitt Weitere Optionen erfahren Sie dann, welche zusätzlichen Möglichkeiten es gibt, das Verhalten von Anwendungsfenstern zu beeinflussen. Eines kann KDE jedoch nicht: Der Desktop steuert nur Fenster, bei denen die Anwendung selbst entsprechende Optionen mitbringt. Es ist also nicht möglich, das Fenster des Audio-Players XMMS [1] zu maximieren.
Auf dem schnellsten Weg erreichen Sie den richtigen Dialog über die Titelleiste des Programms, das Sie künftig automatisch maximiert starten wollen.


Abb. 1: Über "Erkennen" tragen Sie die Fensterklasse einer Anwendung automatisch in diesen Dialog ein. |
Abb. 2: Auf dem Reiter "Geometrie" stellen Sie unter anderem die Fenstergröße ein, mit der eine Anwendung starten soll. |
Ein abschließender Klick auf OK trägt die Einstellung unter dem von Ihnen gewählten Namen in die Regelliste ein. Diese Vorgabe gilt, sobald Sie auf Anwenden klicken oder den Einrichtungsdialog mit OK schließen. Wenn Sie danach Firefox starten, öffnet sich das Browserfenster maximiert -- und zwar unabhängig davon, ob Sie das Programm aus dem Menü, über ein Desktopicon oder von der Kommandozeile aus aufrufen.
Neben der Möglichkeit, die Fenstergröße festzulegen, bietet der Einrichtungsdialog noch weitere interessante Einstellungen. So können Sie beispielsweise auch die Position eines Fensters auf dem Bildschirm festlegen. Das ist praktisch, wenn Sie den KDE-Systemmonitor immer in der oberen linken Ecke haben wollen, um sich schnell über Speicher- und CPU-Auslastung zu informieren. Tragen Sie dazu erst über Erkennen auf dem Reiter Fenster die Klasse ein und wechseln Sie danach zum Tab Geometrie. Setzen Sie dort ein Häkchen vor Position, wählen Sie Erzwingen und tragen Sie dahinter die Koordinaten ein, in denen sich die linke obere Ecke des Fensters befinden soll. Auch diese Werte erwartet KDE in Bildpunkten. Anders als in der Mathematik befindet sich der Nullpunkt nicht unten links, sondern in der oberen linken Bildschirmecke. Soll eine Anwendung dort starten, tragen Sie einfach 0,0 in das Eingabefeld ein. Andere Positionen messen Sie mit dem Bildschirmlineal kruler aus. Starten Sie das Tool über ein Schnellstartfenster, in das Sie Kruler eingeben und messen Sie nach, wie weit die gewünschte Position vom linken Bildschirmrand entfernt ist. Um den Abstand vom oberen Rand herauszufinden, ändern Sie die Ausrichtung des Lineals über sein Kontextmenü.
Im Abschnitt Geometrie verbannen Sie Anwendungen auch auf eine bestimmte Arbeitsfläche. Soll ein Programm immer auf dem zweiten virtuellen Desktop starten, aktivieren Sie die Option Arbeitsfläche, wählen aus dem Menü Bei Initialisierung anwenden oder Erzwingen und stellen dahinter den gewünschten Desktop ein. Ab sofort ist es egal, von wo aus Sie das Programm starten, es öffnet sich immer auf der voreingestellten Arbeitsfläche. Der Unterschied zwischen Erzwingen und Bei Initialisierung anwenden besteht darin, dass KDE bei ersterem die Regel nur beim Start des Programms anwendet, sich später aber nicht mehr darum kümmert, wenn Sie oder ein Ereignis im Programm etwas ändern.
Weitere interessante Optionen finden Sie auf dem Reiter Persönliche Einstellungen:
Mit den erweiterten Fenstereinstellungen schaffen Sie Ordnung auf dem Desktop und sparen sich manchen Mausklick. Alle hier vorgestellten Optionen können Sie auch miteinander kombinieren, so dass es möglich ist, eine Anwendung mit einer bestimmten Größe, in der oberen linken Ecke im Vordergrund zu starten. (amü)
| Infos |
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[1] XMMS-Artikel: Thomas Hümmler, "XMMS optimal nutzen", EasyLinux 08/2005, S. 39 ff.
[2] Artikel über das X Window System: Kristian Kißling, "Doktor Xorg", EasyLinux 10/2005, S. 63 ff. [3] Artikel über RSS-Reader: Thomas Hümmler, "Nachrichtensammler", EasyLinux 12/2005, S. 51 ff., http://www.easylinux.de/2005/12/051-rss/ |
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Last modified: 2008-11-05 17:01
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