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Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

KDE-Tipps

Besser arbeiten mit KDE

Elisabeth Bauer, Thomas Hümmler und Andrea Müller


Wer zu viele Passwörter hat, um sie sich alle zu merken, erfährt in den KDE-Tipps, wie einem der KDE-Passwort-Manager KWallet diese Arbeit abnimmt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Neuheiten von KDE 3.5, das bei Suse Linux 10.1 zur Standardausstattung gehört.

Tipp: Fensterliste auf Mausklick

Bei vielen Fenstern auf dem Desktop verliert man leicht den Überblick. Mit der Fensterliste finden Sie das gesuchte Programm selbst dann, wenn es sich unter allen anderen Fenstern versteckt. Klicken Sie dazu mit der mittleren Maustaste auf eine freie Stelle der Arbeitsfläche. KDE blendet die Liste aller geöffneten Fenster ein, über die Sie das gesuchte direkt ansteuern.

Tipp: Im Konqueror auf Programme zugreifen

Nicht nur wer vom Mac auf Linux wechselt und dort das übersichtliche Programmverzeichnis gewöhnt ist, wird sich über eine Funktion des Dateimanagers Konqueror freuen: Geben Sie in der Adresszeile applications:/ ein, erhalten Sie eine Übersicht der installierten Programme. Konqueror listet die Anwendungen wie im Startmenü nach Kategorien sortiert auf (Abbildung 1). Lassen Sie die Maus über einem Programmicon ruhen, zeigt der Dateimanager einen Tooltip mit einer kurzen Beschreibung der Anwendung an.

Abb. 1: Unter der Adresse "applications:/" zeigt Konqueror eine sortierte Übersicht der installierten Programme an.

Tipp: Systeminformationen im Blick

Geben Sie im Konqueror in der Adresszeile sysinfo:/ ein, präsentiert der Datei-Manager eine schön formatierte Übersicht über Ihr System mit Informationen zu Arbeitsspeicher, Prozessor, Grafikkarte und angeschlossenen Speichermedien (Abbildung 2).

Abb. 2: In der Systeminformationsansicht des Konqueror informieren Sie sich über die Hardware Ihres Computers.

Tipp: Suchmaschine in Konqueror ergänzen

Obwohl man die Google-Schnellsuche im Konqueror immer griffbereit hat, geben viele Benutzer erst umständlich in der Adresszeile die URL von Google ein. Wesentlich schneller gelangen Sie zu den gewünschten Informationen, indem Sie den Suchbegriff direkt ins Feld neben der Adresszeile eingeben. Klicken Sie auf das Google-Symbol, erscheint eine Reihe weiterer, voreingestellter Dienste (Abbildung 3). Über Suchmaschinen auswählen ergänzen Sie Ihre Lieblingssuchmaschine, falls diese fehlen sollte.

Abb. 3: Von vielen Anwendern übersehen: Das Suchfeld von Konqueror kann mehr als nur bei Google nach Suchbegriffen fahnden.

Tipp: RSS-Feeds in Akregator ergänzen

Besuchen Sie eine Website, die einen RSS-Feed [1] anbietet, zeigt Konqueror rechts unten in der Statusleiste ein orangefarbenes Symbol an. Um den RSS-Feed in Akregator zu abonnieren, genügt ein Rechtsklick auf das Icon. Wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Add feed to Akregator (Abbildung 4). Daraufhin startet der RSS-Reader, der die News-Meldungen chronologisch sortiert anzeigt und Sie über neue Inhalte auf der Website informiert.

Abb. 4: Ein orangefarbenes Icon zeigt in Konqueror an, ob eine Website RSS-Feeds anbietet. Per Kontextmenü abonnieren Sie den Newsticker im RSS-Reader Akregator.

Tipp: Konsole und Dateimanager kombinieren

Manchmal kommen auch kommandozeilenscheue Benutzer unter Linux nicht drum herum, zum Terminal zu greifen -- etwa, wenn sie Befehle ausführen müssen, für die es noch keine grafische Oberfläche gibt. Gerade wenn Sie eine Anleitung aus dem Internet Schritt-für-Schritt nachvollziehen wollen, ist die Konqueror-Funktion Fenster / Terminal-Emulator praktisch. Damit erhalten Sie ein zweigeteiltes Konqueror-Fenster, in dessen unterem Bereich sich eine eingebettete KDE-Konsole befindet (Abbildung 5).

Tipparbeit sparen Sie sich damit auch: Verzeichnisse und Dateien können Sie einfach aus dem oberen Fenster in die Konsole ziehen. Aus einem Kontextmenü wählen Sie dann, ob Sie den Dateinamen einfügen, in das Verzeichnis wechseln (cd), eine Datei in das aktuelle Arbeitsverzeichnis der Konsole kopieren (cp), verlinken (ln) oder verschieben (mv) wollen. Konqueror setzt bei der Auswahl eines Menüpunkts automatisch das gewählte Kommando vor den Dateinamen.

Abb. 5: Über "Fenster / Terminal-Emulator" teilt sich der Konqueror und öffnet im unteren Fensterbeich eine KDE-Konsole.

Tipp: Passwörter mit KWallet verwalten

Wenn Sie in KDE-Programmen Passwörter eingeben, bietet KDE Ihnen an, sie im Passwortmanager KWallet zu speichern. Wer sich nicht zahllose Passwörter merken will, sollte diese Funktion nutzen: In Zukunft brauchen Sie nur ein einziges Hauptpasswort einzugeben, den Rest erledigt KWallet für Sie und füllt beispielsweise Login-Formulare auf Websites automatisch aus.

Beim ersten Mal startet dabei ein Einrichtungsdialog, in dem Sie das Hauptpasswort festlegen. Voreingestellt ist die Basiseinrichtung (empfohlen), so dass sie nur auf Weiter klicken müssen. Im folgenden Dialogfenster geben Sie zweimal ein Passwort ein, mit Klick auf Abschließen beenden Sie die Einrichtung. KWallet erscheint als braunes Brieftaschensymbol in der Kontrollleiste. Dort erkennen Sie auch den aktuellen Status: Ist die Brieftasche geöffnet, greift gerade ein Programm auf die in KWallet gespeicherten Passwörter zu.

Tipp: Zugriffsregeln für KWallet definieren

Wenn ein Programm das erste Mal auf ein gespeichertes Passwort zugreifen will, fragt KWallet Sie, ob Sie den Zugriff einmalig oder dauerhaft erlauben. Diese Nachfragen deaktivieren Sie über einen Klick auf Stets erlauben. Falls Sie eine Erlaubnis widerrufen wollen, finden Sie den entsprechenden Eintrag in den Einstellungen von KWallet: Klicken Sie dort auf das Brieftaschensymbol und wählen Sie im folgenden Fenster Einstellungen / KWallet einrichten. Auf dem Registerreiter Zugriffsüberwachung sehen Sie alle definierten Regeln. Um eine Zugriffserlaubnis auf die digitale Brieftasche zurückzunehmen, klicken Sie einen Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen aus dem Kontextmenü Löschen.

Tipp: Passwörter in KWallet sichtbar machen

KWallet besitzt noch eine weitere, sehr praktische Funktion: Wenn Sie in einem Programm ein Passwort eingeben, wird dieses normalerweise mit Sternchen dargestellt, damit neugierige Mitmenschen es nicht bei einem Blick über Ihre Schulter sehen können. Das Programm meldet sich zwar immer wieder mit dem gespeicherten Passwort an, stellt es jedoch nicht im Klartext dar. Das ist lästig, wenn Sie nach einem Jahr auf einem anderen Rechner auch ein Mailprogramm einrichten, das Passwort jedoch inzwischen vergessen haben.

Ist das Passwort in KWallet gespeichert, haben Sie Glück gehabt: Starten Sie das Programm per Klick auf das Kontrollleistensymbol und klicken Sie auf die angezeigte Brieftasche. In einem Baum präsentiert KWallet alle gespeicherten Daten. Die Zahl in Klammern hinter einem Eintrag zeigt an, wie viele Daten dieser enthält. Standardmäßig versteckt KWallet dabei Passwörter, doch über die Schaltfläche Inhalt anzeigen blenden Sie die Passwörter ein (Abbildung 6).

Über das Kontextmenü eines Eintrags können Sie diesen auch aus KWallet entfernen, etwa wenn Sie ein Mailkonto nicht mehr benutzen.

Abb. 6: Die digitale Brieftasche KWallet zeigt Passwörter auf Wunsch im Klartext an.

Tipp: Passwörter migrieren

Wollen Sie Ihren gesamten Passwortbestand auf einen zweiten Rechner oder ein neues System transportieren, müssen Sie nicht mühsam jedes Passwort nachschlagen und dort von Hand eingeben. Viel bequemer gelingt das über den XML-Import und -Export von KWallet. Starten Sie das Programm, wählen Sie Datei / exportieren und geben Sie einen Namen für die Datei ein. Die Anwendung speichert alle hinterlegten Daten in einer XML-Datei. Kopieren Sie die exportierte Datei auf den Rechner, auf den Sie die Passwörter übertragen wollen. Dort starten Sie ebenfalls KWallet und wählen Datei / XML importieren.

Hat der Import geklappt, vergessen Sie danach auf keinen Fall, die XML-Dateien auf beiden Rechnern zu löschen. Da sie alle Ihre Passwörter im Klartext enthalten, sollten Sie diese auch nur per CD oder Diskette oder übers interne Netz kopieren, auf keinen Fall jedoch per E-Mail oder über andere Internetdienste.

Tipp: Kontrollleiste in KDE 3.5 festkleben

Wer mit der linken Maustaste auf die Kontrollleiste klickt und vergisst, schnell genug loszulassen, bei dem befindet sich die Leiste schnell einmal unbeabsichtigt am linken oder rechten Bildschirmrand. Mit gedrückter linker Maustaste bewegen Sie diese an den gewohnten Platz zurück. Um zukünftige derartige Ausrutscher zu verhindern, bietet KDE 3.5 im Kontextmenü die Option Kontrollleiste fixieren: Damit bleiben alle Elemente der Kontrollleiste an ihrem Platz. Zusätzlich sparen Sie auch noch Platz, denn die unsichtbaren Anfasser zum Verschieben der Elemente verschwinden dadurch auch. Wollen Sie doch einmal etwas neu ordnen, wählen Sie Fixierung der Kontrollleiste aufheben aus dem Kontextmenü.

Tipp: Screenshots mit KMail verschicken

Wer bei Computerproblemen einen Linux-Kundigen aus dem Bekanntenkreis um Hilfe bittet, bekommt häufig zu hören: "Schick mir doch einen Screenshot." Das ideale Werkzeug für diese Aufgabe ist das Programm ksnapshot. Unter Bildschirm-Modus stellen Sie ein, was Sie fotografieren wollen, per Klick auf Neues Bildschirm-Photo erstellen Sie einen Screenshot. Um die Aufnahme anschließend per Mail zu verschicken, müssen Sie das Bild ab KDE 3.5 nicht erst speichern: Klicken Sie stattdessen auf In die Zwischenablage kopieren. Wechseln Sie nun zu KMail und öffnen Sie ein neues Mailfenster. Wenn Sie dort [Strg-V] drücken, hängt KDE den Screenshot automatisch an die Mail an. Lediglich einen Namen müssen Sie der Aufnahme noch verpassen, und ab geht die Post. Genauso bequem fügen Sie übrigens auch in OpenOffice, Gimp und anderen Programmen, die mit Bildern umgehen können, Screenshots ein.

Tipp: Werbefilter für Konqueror

Suse Linux 10.1 bringt KDE 3.5 schon mit -- und damit ein lang ersehntes Feature für den Konqueror: Ab dieser Version kann der Browser lästige Werbung automatisch ausblenden. Sie aktivieren den Filter über Einstellungen / Konqueror einrichten. Wechseln Sie dort zu Werbefilter und markieren Sie die Checkboxen Filter aktivieren und Gefilterte Bilder ausblenden.

Nun gilt es nur noch, den Browser mit URLs zu füttern, die er filtern soll. Die am weitesten verbreitete Bannerwerbung stammt glücklicherweise von einigen wenigen Anbietern. Surfen Sie dazu zu einer Seite, deren Werbebanner Sie ausblenden wollen, und klicken Sie eines der Banner mit der rechten Maustaste an. Aus dem Kontextmenü wählen Sie Verknüpfungsadresse kopieren. Über [Strg-C] fügen Sie die kopierte Adresse im Feld Adresse des Einstellungsdialogs ein und kürzen sie, bis nur noch der Domainname übrig bleibt und schreiben hinter den letzten Schrägstrich ein Sternchen, z. B. http://adserv.quality-channel.de/*.

Kommt die Werbung von derselben Adresse wie die Website selbst, müssen Sie ein wenig differenzierter vorgehen: Oft liegt die Werbung in eigenen Verzeichnissen, die ads, anzeigen oder ähnlich heißen. Dort kürzen Sie nur bis zu dem betreffenden Verzeichnisnamen. Mit einem Klick auf Einfügen nehmen Sie die Adresse in die Liste auf, und die Werbebanner verschwinden, sobald Sie den Einrichtungsdialog mit OK schließen (Abbildung 7).

Ist der Werbefilter aktiviert, gibt es auch eine bequemere Methode, die Adressliste zu füllen: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Werbebanner und wählen Sie Bilder von .... blockieren.

Abb. 7: In Version 3.5 blendet Konqueror endlich lästige Werbebanner aus.

Tipp: KMail-Mülleimer umgehen

Wenn Sie in KMail eine Nachricht löschen, verschiebt sie das Programm automatisch in den Mülleimer. Das ist besonders lästig, wenn Sie einen IMAP-Mail-Zugang nutzen: Bei solchen Konten dient nämlich standardmäßig der KMail-Müllordner auf der Festplatte als Lagerplatz für gelöschte Mails. Markieren Sie sehr viele Nachrichten auf dem IMAP-Server zum Löschen, etwa den Spam der letzten Tage, kann es mehrere Minuten dauern, bis KMail die Nachrichten in seinen Müllordner kopiert hat. Das Kontextmenü der markierten Mails bietet keine Option, die Dateien sofort zu löschen.

Abhilfe schafft die Umschalttaste: Markieren Sie alle Nachrichten, die Sie löschen wollen und drücken Sie [Umschalt-Entf]. KMail weist Sie darauf hin, dass es die Nachrichten unwiderbringlich sofort löscht. Bestätigen Sie diese Sicherheitsabfrage mit einem Klick auf OK, um die unerwünschten Mails loszuwerden. Da der Umweg über den lokalen Mülleimer entfällt, dauert das Löschen der Nachrichten nur wenige Sekunden. Dieser Trick mit der Umschalttaste funktioniert übrigens auch bei lokalen Ordnern, so dass Sie auch dort Mails direkt löschen können, ohne sie vorher in den Mülleimer zu verschieben.

Tipp: Dynamische Größe für die Startleiste

Wer nicht möchte, dass sich die KDE-Leiste über die gesamte Bildschirmbreite erstreckt, passt deren Erscheinungsbild über den Einrichtungsdialog an. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Leiste und wählen Sie Kontrollleiste einrichten aus dem Kontextmenü. Im Abschnitt Position legen Sie fest, ob die Leiste am oberen, unteren, rechten oder linken Bildschirmrand liegt. Damit sie nicht die ganze Breite oder Höhe beansprucht, stellen Sie den gewünschten Wert in Prozent über den Schieberegler Länge ein. Mit einem Klick auf Anwenden überprüfen Sie Ihre Einstellungen.

Wählen Sie die Größe zu klein, hat das den Nachteil, dass Sie nicht alle Elemente in der Kontrollleiste sehen. Um dieses Problem zu umgehen, aktivieren Sie die Option In vorgegebene Größe einpassen. Dann richtet sich KDE zwar nach Ihrer Vorgabe, vergrößert die Startleiste aber dynamisch, wenn Sie mehr Elemente enthält, als in der von Ihnen eingestellten Länge Platz haben.

Tipp: KDE-Leiste mit Hintergrundbild

Mit nur wenigen Mausklicks tauschen Sie das schlichte Grau der Kontrollleiste gegen ein Hintergrundbild aus:: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle und wählen Sie Kontrollleiste einrichten aus dem Kontextmenü. Auf dem Registerreiter Erscheinungsbild binden Sie unter Hintergrund der Kontrolleiste eine Grafik ein. Setzen Sie dazu ein Häkchen vor die Option Hintergrundbild aktivieren und markieren Sie im Dateiauswahldialog ein passendes Bild. Einige Hintergründe für den Kicker bringt KDE mit (Abbildung 8): Unter Mandriva Linux und Kubuntu liegen sie im Ordner /usr/share/apps/kicker/wallpapers, Anwender von Suse Linux werden unter /opt/kde3/share/apps/kicker/wallpapers fündig.

Abb. 8: Einige Hintergrundbilder für die Startleiste bringt KDE von Haus aus mit, etwa die Grafik "green_line.png".

Tipp: Grafik im K-Menü deaktivieren

Gerade wenn man mit einer geringen Bildschirmauflösung arbeitet, sollen die Desktop-Elemente nicht zu viel Platz beanspruchen. Stört Sie das Bild links im KDE-Startmenü, deaktivieren Sie es über den Einstellungsdialog der Kontrollleiste. Wechseln Sie dort im Abschnitt Layout auf den Reiter Menüs und entfernen Sie das Häkchen vor Randbild anzeigen (Abbildung 9).

Abb. 9: Durch Deaktivieren der Option "Randbild anzeigen" schalten Sie die Grafik links neben den Einträgen im K-Menü ab.

Tipp: Dateien mit KGet aus dem Internet laden

Zum Herunterladen von Dateien aus dem Internet gibt es bessere Alternativen als einen Webbrowser: so genannte Downloadmanager. Was das Programm wget [2] auf der Kommandozeile leistet, erledigt unter KDE das Tool KGet [3]. Mit diesem Downloadmanager kopieren Sie Daten aus dem Internet und verwalten die Übertragungen komfortabel in einem Programmfenster. Sie können Downloads anhalten, wiederaufnehmen, weitere hinzufügen, löschen oder zeitlich versetzt starten.

Je nach Distribution starten Sie KGet über System / Desktop Applet / KGet (Datentransfer-Verwaltung), Internet / Datentransfer-Verwaltung oder über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie kget eingeben. Beim ersten Start legen Sie fest, ob das Applet in Konqueror als Downloadmanager integriert werden soll oder nicht. Danach erscheint das KGet-Programmsymbol (ein nach unten gerichteter blauer Pfeil) im Systembereich der Kontrollleiste.

Klicken Sie auf das Pfeilsymbol, öffnet sich das KGet-Fenster. Um eine Datei herunterzuladen, ziehen Sie einfach einen Downloadlink aus dem Browser in das Programmfenster. Daraufhin öffnet sich der Speichern-Dialog, in dem Sie den Namen ändern können und das Verzeichnis für die zu speichernde Datei auswählen. Sobald Sie auf Speichern klicken, beginnt KGet mit dem Download (Abbildung 10).

Abb. 10: Der Downloadmanager KGet vereinfacht in KDE das Herunterladen von Dateien aus dem Internet.

Tipp: Probleme mit Downloadadressen aus Firefox

Falls Sie Firefox als Internetbrowser nutzen und eine URL ins KGet-Fenster ziehen, erscheint eventuell die Fehlermeldung Ungültige Adresse. Dieser Fehler ist in der aktuellen KDE-Version, die bei Suse Linux 10.1 dabei ist, behoben; in älteren KDE-Versionen kommt er jedoch gelegentlich vor.

Tritt bei Ihnen dieses Problem auf, übernehmen Sie die Downloadlinks mit einem kleinen Umweg in KGet: Wählen Sie Datei / Öffnen oder Datei / Einfügen. Daraufhin erscheint das Dialogfenster Transfer beginnen. In dieses ziehen Sie nun die Downloadadresse aus Firefox und klicken auf OK. Anschließend öffnet sich der Speichern-unter-Dialog, in dem Sie den Pfad wählen und den Dateinamen ändern können. Klicken Sie dort auf Speichern, um den Download zu starten.

Tipp: Herunterladen, wenn alles schläft

KGet kann einen Download auch zu einer festgelegten Zeit starten, etwa in der Nacht, wenn die Leitungen nicht so überlastet sind. Dazu wechseln Sie in KGet zunächst im Menü Optionen in den Offline-Modus. Jetzt startet beim Einfügen von URLs der Download nicht mehr sofort, sondern KGet trägt den Link in die Liste der herunterzuladenden Dateien ein und merkt ihn zum späteren Download vor.

Möchten Sie nun für eine Datei die Downloadzeit festlegen, markieren Sie diese und wählen Transfer beginnen / Extra Fenster öffnen oder doppelklicken auf die Datei. Im folgenden Dialog schalten Sie die Zeitsteuerung für diese Datei ein. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Erweitert und tragen Sie im Register Timer Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit ein (Abbildung 11). Danach klicken Sie auf das Schließen-Symbol in der Titelleiste des Dialogs und kehren ins Hauptfenster von KGet zurück.

Definieren Sie nun für die weiteren Dateien ebenfalls einen Downloadtermin und schalten Sie danach unter Optionen den Offline-Modus wieder aus. Ihre Übertragungen starten nun zur von Ihnen festgelegten Zeit.

Abb. 11: Möchten Sie eine Datei nachts herunterladen, stellen Sie in diesem Dialog die Uhrzeit ein.

Tipp: Eine Datei beim Download bevorzugen

Befinden sich mehrere Dateien in der Warteschlange von KGet und benötigen Sie eine davon sofort, stoppen Sie den Download der übrigen Dateien und laden zunächst die wichtige herunter. Dazu halten Sie in KGet zunächst mit Optionen / Offline-Modus den Download an. Das Weltkugelsymbol verwandelt sich daraufhin in ein Steckericon. Markieren Sie nun alle Dateien mit [Strg-A]. Danach wählen Sie Transfer beginnen / Verzögerung, um alle Downloads aus der Liste der sofort zu erledigenden Aufgaben zu entfernen (Abbildung 12). Markieren Sie dann die Datei, die Sie sofort benötigen, und wählen Sie Transfer beginnen / Warteschlange. Abschließend wechseln Sie mit Optionen / Offline-Modus zurück in den Onlinemodus, um den Download der gewünschten Datei zu starten.

Ist dieser Download abgeschlossen, markieren Sie die anderen Dateien und stellen diese im Menü Transfer beginnen wieder in die Warteschlange.

Abb. 12: Um eine Datei vor allen anderen herunterzuladen, halten Sie zunächst alle Downloads an.

Tipp: Downloadadressen in KGet laden

KGet kann mehrere Downloadadressen in die Warteschlange laden, die sich in einer normalen Textdatei befinden. Dazu dient der Menüeintrag Datei / Textdatei importieren. Wählen Sie im folgenden Dialog eine Textdatei oder eine E-Mail-Nachricht mit URLs aus.

In gewissem Rahmen kann KGet normalen Text von URLs unterscheiden. Beginnt eine Zeile mit dem Hinweis auf ein Protokoll, also mit http:// oder ftp:// , erkennt KGet, dass es sich um eine URL handelt. Allerdings übernimmt das Programm die ganze Zeile, also auch normalen Text (Abbildung 13). Das führt eventuell dazu, dass das Programm die gewünschte Datei nicht übertragen kann. Daher gilt: Wenn Sie eine Textdatei mit URLs importieren, muss jede allein in einer eigenen Zeile stehen.

Abb. 13: Wenn Sie eine Textdatei mit URLs in KGet importieren, übernimmt das Programm die ganze Zeile. Steht hinter der URL noch Text, schlägt der Download fehl.

Tipp: KGet-Download kurz unterbrechen

Wenn Sie eine große Datei mit KGet herunterladen, leidet der übrige Datentransfer, etwa von E-Mails oder von Internetseiten. Das führt zu Verzögerungen während der Arbeit, wenn Sie die Daten nicht zu einer Zeit übertragen können, in der Sie den Computer nicht benutzen. Um den KGet-Transfer zu unterbrechen, etwa um schnell Mails abzurufen, markieren Sie in KGet den gerade aktiven Download. Klicken Sie danach auf das Uhrsymbol oder wählen Sie Transfer beginnen / Timer. Damit unterbrechen Sie den Download für eine Minute. Nach Ablauf dieser Zeit nimmt KGet den Download wieder auf.

Tipp: KGet für den kleinen Desktop

Ob Sie nun eine 1024er oder gar nur eine 800er Bildschirmauflösung haben, viele Browserfenster geöffnet sind und Sie daher sonst nichts mehr auf dem Desktop sehen -- an KGet kommen Sie trotzdem immer heran, um Daten zum Download zu übergeben. Denn über den Befehl Optionen / Zielfeld bringen Sie das Programmsymbol, den KGet-Pfeil, vergrößert in den Vordergrund. Auf diesem können Sie per Drag & Drop URLs ablegen. Danach läuft alles wie gewohnt: Der Speichern-unter-Dialog fragt nach dem Zielordner, und KGet startet den Download.

Tipp: Einbindung aus Konqueror lösen

Haben Sie beim ersten Start von KGet auf OK geklickt, ist das Programm von da an in den Konqueror eingebunden. Das Ergebnis: Der Browser übergibt jede Datei, die Sie herunterladen wollen, an KGet, und das Tool kontrolliert den Download.

Möchten Sie aus irgendeinem Grund die Anbindung von KGet an Konqueror lösen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Wählen Sie entweder in KGet Einstellungen / KGet einrichten und wechseln Sie zum Register Erweitert. Schalten Sie hier die Option Einbindung in Konqueror (oder KGet als Datentransfer-Verwaltung für Konqueror verwenden in Suse Linux 10.1) aus und bestätigen Sie mit OK (Abbildung 14).

Unter Suse Linux 10.1 gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das KGet-Symbol im Systembereich und wählen Sie im Kontextmenü die Option KGet nicht als Datentransfer-Verwaltung für Konqueror verwenden.

Abb. 14: Die Option "Einbindung in Konqueror" sorgt dafür, dass KGet bei jedem Download startet, den Sie im KDE-Browser anstoßen.

Tipp: KGet sofort starten

Wenn Sie KGet starten, passiert zunächst wenig: Nur das Pfeilsymbol im Systembereich der Kontrollleiste deutet darauf hin, dass das Programm läuft. Möchten Sie sofort das Programmfenster mit der Warteschlange der Downloads sehen, wählen Sie in KGet Einstellungen / KGet einrichten. Wechseln Sie zum Register Erweitert und aktivieren Sie dort Hauptfenster beim Start anzeigen.

Tipp: In verschiedene Verzeichnisse speichern

Eine feine Sache in KGet ist die Möglichkeit, je nach Dateierweiterung Daten automatisch in zuvor festgelegten Ordnern zu speichern. So können Sie beispielsweise Bilder in einem anderen Verzeichnis als MP3- oder HTML-Dateien ablegen. Dazu öffnen Sie mit Einstellungen / KGet einrichten den Optionendialog. Wechseln Sie zum Register Ordner. Hier geben Sie zunächst eine Dateierweiterung ein, beispielsweise jpg. Anschließend bestimmen Sie über Auswählen das Verzeichnis, in dem Dateien mit dieser Endung landen sollen. Bestätigen Sie danach Ihre Wahl mit einem Klick auf Hinzufügen (Abbildung 15). (amü)

Abb. 15: Mit der Angabe eines Dateityps und eines Ordners legen Sie fest, dass KGet Dateien mit dieser Endung automatisch in dem Verzeichnis speichert.
Infos
[1] Artikel über die RSS-Reader Akregator und KNewsTicker: Thomas Hümmler, "Nachrichtensammler", EasyLinux 12/2005, S. 51 ff., http://www.easylinux.de/2005/12/051-rss/
[2] "wget"-Artikel: Heike Jurzik, "Spieglein, Spieglein an der Wand", EasyLinux 04/2004, S. 78 ff., http://www.easylinux.de/2004/04/078-wget/
[3] KGet-Artikel: Heike Jurzik, "Transferleistung", EasyLinux 12/2004, S. 31 ff., http://www.easylinux.de/2004/12/031-kget/

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