claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Claudia Dotterweich


Gimp ist das populärste Grafikprogramm für Linux. Unsere Gimp-Tipps stellen interessante Funktionen vor: Wir zeigen, wie Sie effektiv Bilder bearbeiten, mit Auswahlwerkzeugen umgehen und nützliche Filter anwenden.

Tipp: Rechteck mit abgerundeten Kanten erstellen

Für das Webseitendesign braucht man oft Objekte mit abgerundeten Kanten. Dieser Tipp zeigt Ihnen einen schnellen Weg, diese zu erstellen.

  1. Aktivieren Sie per Mausklick im Werkzeugkasten das Werkzeug für eine rechteckige Auswahl oder drücken Sie [R].
  1. Öffnen Sie den Werkzeugdialog mit einem Doppelklick auf das Werkzeugicon. Wählen Sie die Option Kanten ausblenden und geben Sie bei Radius den Wert 15 ein.
  1. Anschließend zeichnen Sie das Rechteck in der gewünschten Größe.
  1. Wenn Sie die Auswahl nur mit einer Farbe füllen, verläuft der Randbereich zu stark. Darum rufen Sie aus dem Bildmenü Bearbeiten / Auswahl nachziehen auf.
  1. Im Dialogfenster legen Sie für die Nachzieheinstellungen eine Linienbreite fest und wählen den Linienstil Durchgezogen. Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Nachziehen, um die Aktion auszuführen.
  1. Danach wählen Sie den Zauberstab ([Z]) aus und selektieren das abgerundete Rechteck. Die Auswahl fügen Sie beliebig in die Bildbereiche Ihrer Wahl ein.

Tipp: Gitter und Hilfslinien -- nützlich bei Montagearbeiten

Hilfslinien und Gitter unterstützen Sie vor allem bei Montagearbeiten. Die Hilfslinien kennen Sie schon aus früheren Tipps: Sie sind individuell positionierbar und dank ihrer Übersichtlichkeit meist besser als das Gitter geeignet. Mit gehaltener Maustaste ziehen Sie diese einfach aus dem Lineal heraus an die gewünschte Stelle im Bild. Diese Position ändern Sie ganz einfach, indem Sie die Hilfslinie mit der Maus an einen anderen Ort bewegen. Über [Umschalt+Strg+T] blenden Sie die Hilfslinien wieder aus.

Das Gitter hat den Nachteil, dass es nicht so flexibel ist. Sie sollten es vor allem bei räumlichen Arbeiten am Bild einsetzen. Gegenüber Hilfslinien hat es den Vorteil, dass Sie Abstände zwischen verschiedenen Objekten besser beurteilen können. Das Gitter besteht aus waagerechten und senkrechten Linien, die in der Regel mit 10 Pixeln Abstand verlaufen und über den gesamten Bildbereich verteilt sind.

Über das Datei-Menü im Werkzeugkasten rufen Sie die Einstellungen auf und klicken auf Vorgabe-Gitter. In diesem Bereich stellen Sie das Gitter individuell ein: Hier legen Sie die verschiedenen Einstellungen zum Erscheinungsbild,

fest. Die Voreinstellungen sollten Sie auf jeden Fall ändern, wenn das Gitter auf der Arbeitsfläche nicht gut zu erkennen ist. Schnelleren Zugriff auf die Gittereinstellungen haben Sie über Bild / Gitter konfigurieren.

Um das Gitter während eines Arbeitsvorgangs schnell ein- oder auszublenden, rufen Sie den Menüpunkt Ansicht / Gitter anzeigen auf (Abbildung 1). Falls Sie das Gitter häufig benötigen, blenden Sie es am besten standardmäßig ein. Rufen Sie dazu wieder über Datei / Einstellungen die Konfiguration auf und wählen Sie im Einstellungsdialog Erscheinungsbild. Dort aktivieren Sie die Option Gitter anzeigen und verlassen den Dialog über die Schaltfläche OK.

Abb. 1: Hilfslinien sind übersichtlicher als das Gitter. Beide können Sie schnell ein- und ausblenden.

Tipp: Profitipp: Fotos im Foto

In diesem Tipp zeigen wir fortgeschrittenen Anwendern eine interessante Möglichkeit, Fotos angehend realistisch, wie in Abbildung 2 angedeutet, zu präsentieren.

  1. Suchen Sie sich mehrere Fotos aus Ihrem Bildarchiv, die Sie zusammen darstellen wollen. Verringern Sie anschließend deren Größe über Bild / Bild skalieren auf die Hälfte des Originals.
  1. Erstellen Sie mit [Strg-N] ein neues Bild. Wählen Sie die Größe so, dass die zu präsentierenden Fotos bequem darauf Platz finden. Füllen Sie die Hintergrundfläche mit einer Farbe oder einem Muster Ihrer Wahl.
  1. Über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene legen Sie für das erste Foto eine neue transparente Ebene an. Nun wählen Sie dieses Foto aus, kopieren es mit [Strg-C] und fügen es mit [Strg-V] in die neue Ebene ein. Durch einen Klick auf die Ebene heben Sie die schwebende Auswahl danach wieder auf.
  1. Echte Fotos liegen nicht genau plan auf einer Oberfläche. Darum drehen Sie das Bild zunächst ein wenig: Wählen Sie in der Werkzeugbox mit einem Mausklick das Transformationswerkzeug Ebene oder Auswahl drehen aus. Ein weiterer Klick auf die Bildebene ruft den Werkzeugdialog auf. Mit dem Schieberegler legen Sie den Winkel der Drehung fest. Die Änderung wird sofort auf das Bild übertragen. Beenden Sie den Vorgang über die Schaltfläche Rotieren.
  1. Mit dem Zauberstab, [Z], wählen Sie nun das Foto aus: Klicken Sie zunächst auf den transparenten Hintergrund der Ebene und anschließend auf Auswahl / Invertieren. (Das geht auch mit [Strg-I].)
  1. Für diese Auswahl erzeugen Sie über das Bildmenü Ebene eine Neue Ebene. Diese füllen Sie mit einer hellen Vordergrundfarbe und verringern die Auswahl um etwa 10 Pixel (Auswahl / Auswahl verkleinern), um danach den nicht benötigten Bereich mit [Strg-X] zu entfernen. Ihr Foto besitzt jetzt einen farbigen Rahmen. Nach diesen Schritten führen Sie mit Ebene / Nach unten vereinen die Rahmenebene mit der darunter liegenden Fotoebene zusammen.
  1. Nun bringen Sie ein paar Kontraste auf die Fotofläche: Erstellen Sie, wie in Schritt 5 beschrieben, wieder eine Auswahl des Fotos und legen Sie anschließend zwei neue transparente Ebenen an. Die erste füllen Sie mit einem dezenten Farbverlauf von Schwarz nach Transparent, der in der linken oberen Ecke beginnt; die zweite transparente Ebene mit einem Farbverlauf von Weiß nach Transparent. Der zweite Verlauf beginnt in der unteren rechten Bildecke. Wenn der Verlaufseffekt zu stark ist, reduzieren Sie jeweils die Ebenendeckkraft auf 50 %.
  1. Vereinigen Sie die beiden Verlaufsebenen mit der darunter liegenden Fotoebene (über Nach unten vereinen).

Abb. 2: Mit etwas Übung wirken die Fotos am Ende so, als ob sie wirklich aus dem Bild heraus ragen.

Jetzt folgen noch die letzten Schritte, um dem Bild den realistischen Schliff zu geben.

  1. Wählen Sie aus dem Bildmenü Filter / Verzerren / Verbiegen aus.
  1. Aktivieren Sie die Vorschaufunktion im Dialogfenster, damit Sie die Kontrolle über die Auswirkungen auf das Foto haben. Überprüfen Sie, ob bei Einstellungen die Optionen Glättung und Kantenglättung aktiv sind, und klicken Sie bei Kurve für Rand zuerst auf Obere.
  1. Das Foto soll nun die Form eines leicht verbogenen Bildes erhalten. Hierfür bearbeiten Sie die Kurve durch Ziehen der drei Knotenpunkte an die gewünschte Position. Die Bildvorschau hilft, das Ergebnis zu begutachten.
  1. Sind Sie mit dem oberen Rand zufrieden, aktivieren Sie bei Kurve für Rand die Option Untere. Hier verfahren Sie mit den Knotenpunkten der Kurve ebenso. Sobald Sie den Vorgang abschließen, wird der Filter auf die Ebene mit dem Foto angewendet.
  1. Zum Abschluss versehen Sie das Foto noch mit einem Schattenwurf: Erzeugen Sie (wie in Schritt 5) eine Auswahl des Fotos und rufen Sie über Script-Fu / Schatten das Dialogfenster für Schlagschatten auf. Wenden Sie den Filter an; die Standardeinstellungen können Sie in der Regel beibehalten.

Das erste Foto ist nun fertig. Bearbeiten Sie die restlichen Fotos auf gleiche Weise und positionieren Sie sie dann beliebig auf dem Hintergrund.

Tipp: Journaleinträge erweitern

Das Gimp Journal, das Sie über Datei / Dialoge / Journal aufrufen, lässt Sie eine größere Menge an Arbeitsschritten schnell rückgängig machen. In den Standardeinstellungen ist die Minimale Anzahl an Journalschritten auf 20 festglegt. Diesen Wert ändern Sie bei Bedarf in den Einstellungen (Datei / Einstellungen). Wählen Sie den Punkt Umgebung aus. Unter Ressourcenverbrauch legen Sie Ihre neuen Vorgaben fest. (hge)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2021 COMPUTEC MEDIA GmbH | Last modified: 2008-11-05 17:01

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community]