claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Heike Jurzik


Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian -- wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Wer hat an der Uhr gedreht?

Geht die Uhr vor oder nach oder Sie sind in der falschen Zeitzone, stellen Sie mit wenigen Schritten die Systemzeit richtig ein. Starten Sie aus dem K-Menü das Programm Systemeinstellungen und klicken Sie in der letzten Zeile auf Datum & Zeit. Da Änderungen in diesem Modul Administratorrechte erfordern, klicken Sie auf die Schaltfläche Systemverwaltungsmodus und geben in den aufgehenden Dialog Ihr eigenes Passwort ein.

Alternativ klicken Sie unter KDE mit der rechten Maustaste auf die kleine Uhr rechts unten im Panel und wählen aus dem Kontextmenü Datum & Zeit einstellen. Ins aufgehende Dialogfenster geben Sie Ihr eigenes Kennwort ein. Dass Sie mit Root-Rechten unterwegs sind, erkennen Sie am rot gezeichneten Rahmen.

Im Kalenderblatt wählen Sie das richtige Datum, und im rechten Bereich passen Sie die Uhrzeit an. Darüber hinaus ist es möglich, im unteren Bereich die Zeitzone anzupassen. Für Deutschland ist Berlin Europe/DE die richtige Wahl. Die Änderungen speichern Sie mit einem Klick auf Schließen (der Button Anwenden fehlt). Im aufgehenden Dialog bestätigen Sie, dass Sie die Änderungen übernehmen wollen.

Tipp: Ubuntu: Uhrzeit mit NTP automatisch setzen

Das Network Time Protocol (NTP) ist ein Standard zur automatischen Synchronisierung von Uhren in Computersystemen. Auch unter Ubuntu Linux ist es möglich, die lokale Uhr mit einem NTP-Zeit-Server im Netz abzugleichen. Eine ständige Verbindung zum Internet ist zwar nicht zwingend Voraussetzung (der Rechner versucht immer wieder zu synchronisieren), aber von Vorteil.

Standardmäßig ist der automatische Abgleich deaktiviert, lässt sich aber mit nur einem Mausklick einschalten. Starten Sie, wie in Tipp ## gezeigt, den Dialog zur Einrichtung von Datum & Zeit. Aktivieren Sie anschließend die Checkbox Datum und Uhrzeit automatisch setzen im linken oberen Bereich. Aus dem Drop-down-Menü rechts wählen Sie den europäischen Zeitserver (europe.pool.ntp.org) aus (Abbildung 1). Übernehmen Sie die Konfiguration mit Klick auf Schließen und bestätigen Sie dann die Änderungen im nächsten Dialog.

Abb. 1: Dank NTP ist Ihr Rechner immer auf dem aktuellen Stand.

Tipp: Ubuntu: Wo sind die Ausblendknöpfe?

Die neue KDE-Version, die unter Kubuntu 6.06 (Dapper Drake) zum Einsatz kommt, bringt ein paar Neuerungen mit, an die man sich aber schnell gewöhnt. Wer irritiert ist, dass die Kontrollleiste am rechten und linken Rand keine kleinen Pfeile zum Ein- und Ausfahren des Panels mehr hat, blendet diese mit wenigen Schritten wieder ein:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Panels und wählen Sie aus dem Kontextmenü Kontrollleiste einrichten.
  1. Gehen Sie in der linken Ansicht zum Punkt Ausblenden und entscheiden Sie dann im rechten Fensterbereich, ob der linke oder rechte oder beide Knöpfe angezeigt werden sollen (Abbildung 2).

Abb. 2: Das KDE-Panel können Sie wahlweise nach rechts oder links verschwinden lassen.
  1. Speichern Sie die Änderungen über Anwenden; ein Klick auf OK beendet den Einrichtungsdialog.

Tipp: Ubuntu: Von UTF-8 zu ISO-8859-15

Während man unter Kubuntu Breezy Badger den Zeichensatz noch über den Kommandozeilenaufruf

sudo dpkg-reconfigure locales

ändern konnte, muss man bei Dapper Drake ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen. Folgende Schritte führen zum Erfolg und stellen auf den Zeichensatz de_DE@euro (ISO-8859-15) um, den ältere Linux-Versionen und auch Windows verwenden:

  1. Melden Sie sich von der grafischen Oberfläche ab und wechseln Sie mit der Tastenkombination [Strg-Alt-F1] auf die erste virtuelle Konsole.
  1. Dort melden Sie sich am Login-Prompt mit Ihrem Benutzernamen an und geben auf Aufforderung Ihr Kennwort ein. Werden Sie anschließend über das Kommando
    sudo -s
    und erneute Eingabe des eigenen Kennworts zum Systemverwalter.
  1. Bearbeiten Sie die Datei /var/lib/locales/supported.d/de mit einem Texteditor. Wer nicht zu Emacs oder Vi greifen möchte, hat als Alternative Nano zur Auswahl:
    nano /var/lib/locales/supported.d/de
    Am unteren Rand sehen Sie die wichtigsten Tastaturkommandos zur Steuerung des schlanken Editors eingeblendet.
  1. Fügen Sie der Datei die folgende Zeile hinzu:
    de_DE@euro ISO-8859-15
    Über [Strg-O] speichern Sie die Änderungen, und mit [Strg-X] verlassen Sie den Editor.
  1. Führen Sie anschließend (ebenfalls als Root) den folgenden Befehl aus:
    # dpkg-reconfigure locales
      de_AT.UTF-8... up-to-date
      de_BE.UTF-8... up-to-date
      de_CH.UTF-8... up-to-date
      de_DE.ISO-8859-15@euro... done
    ...
  1. Nachdem die Locales neu generiert wurden, melden Sie sich über [Strg-D] als Administrator ab. Passen Sie nun -- als "normaler" Benutzer -- die Bash-Konfigurationsdatei an, z. B. über das Kommando nano ~/.bashrc, fügen Sie die Zeile
    export LANG=de_DE@euro
    hinzu, speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie den Editor.
  1. Melden Sie sich über [Strg-D] ab, kehren Sie mit der Tastenkombination [Alt-F7] zum KDE-Loginmanager zurück und melden sich neu an der grafischen Oberfläche an.

Während die meisten Programme die Umstellung gut verkraften und anschließend den richtigen Zeichensatz anzeigen, zeigt KDEs Konsole hartnäckig weiter UTF-8 an. Sie schalten die Darstellung über Einstellungen / Kodierung / Westeuropäisch (iso 8859-15) um.

Tipp: Knoppix: CD-/DVD-Laufwerk freigeben

Knoppix eignet sich prima zur Datenrettung und hat auch das komfortable Brennprogramm K3b mit an Bord. Wenn die Live-Distribution aber den Brenner belegt, weil er das einzige Laufwerk ist, ist guter Rat teuer. Verschiedene Cheatcodes schaffen Abhilfe.

Wer genügend RAM besitzt, lässt Knoppix beispielsweise komplett aus dem Hauptspeicher laufen. Dazu geben Sie am Bootprompt

boot: knoppix toram

ein (englisch "to RAM", "in den Hauptspeicher").

Alternativ befördern Sie ein Abbild der Knoppix-CD/-DVD auf die Festplatte, sofern dort genug Platz ist. Seit Version 3.8 ist es sogar möglich, eine NTFS-Partition zur Lagerung anzugeben:

  1. Starten Sie den Rechner mit eingelegtem Knoppix-Medium neu und geben Sie am Bootprompt
    boot knoppix tohd=/dev/hdb11
    an (englisch "to hard disk", "auf die Festplatte"). Den Gerätedateinamen /dev/hdb11 ersetzen Sie dabei durch die Gerätebezeichnung einer Partition auf Ihrem eigenen System, die genug Platz für das Knoppix-System hat.
  1. Nach dem Start der Live-Distribution nehmen Sie die CD/DVD einfach aus dem Laufwerk und arbeiten wie gewohnt weiter.
  1. Praktischerweise müssen Sie die Daten nur einmal auf die Festplattenpartition schaufeln -- beim nächsten Systemstart greifen Sie einfach auf das vorhandene Image zurück. Dazu tippen Sie am Bootprompt
    boot knoppix fromhd=/dev/hdb11
    ("from hard disk", "von der Festplatte"). Auch hier passen Sie den Namen der Gerätedatei an.

Tipp: Knoppix: Master Boot Record sichern

Bootet der Rechner nicht mehr, liegt das häufig daran, dass der MBR (Master Boot Record) einen Knacks hat oder aus Versehen überschrieben wurde. Mit einer Knoppix-CD/-DVD (oder einer anderen Linux-Distribution) erstellen Sie schnell eine Sicherungskopie dieses essenziellen Datenblocks:

  1. Öffnen Sie ein Terminalfenster, z. B. über [Alt-F2] und Eingabe von konsole. Werden Sie unter Knoppix mit dem Kommando
    sudo -s
    zum Systemverwalter; eine Passwortabfrage erfolgt standardmäßig nicht.
  1. Um beispielsweise den MBR, also die ersten 512 Byte, des ersten Laufwerks an der ersten IDE-Schnittstelle (Primary Master genannt) auf Diskette zu sichern, legen Sie zunächst eine Floppy ein und mounten sie mit Klick auf das Hintergrundicon. Anschließend geben Sie folgendes Kommando ein:
    dd if=/dev/hda of=/media/fd0/mbr_backup bs=512 count=1
    Alternativ stecken Sie einen USB-Stick ein, warten bis Knoppix ihn erkannt hat, mounten diesen und ersetzen /media/fd0 durch die Gerätedatei des Sticks. Achten Sie darauf, die Diskette bzw. das USB-Gerät anschließend aus dem Dateisystem wieder auszuhängen.

Tipp: Knoppix: Master Boot Record reparieren

Wenn der Fall der Fälle eingetreten ist und Sie das Backup zurückspielen müssen, booten Sie wieder die Live-Distribution. Mounten Sie die Diskette oder den USB-Stick mit der Sicherungskopie, starten Sie wieder eine Konsole, werden Sie zum Systemverwalter und kehren Sie nun die Reihenfolge des Befehls um:

dd if=/media/fd0/mbr_backup of=/dev/hda bs=512 count=1

Passen Sie dabei wieder die Bezeichnungen der Gerätedateien an Ihr eigenes System an. (hge)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2021 COMPUTEC MEDIA GmbH | Last modified: 2008-11-05 17:01

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community]