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Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Neue Treiber für Logitech-Webcams

Express-Service

Mirko Dölle


Wie schnell die Treiberentwicklung unter Linux ablaufen kann, lässt sich gut an Webcams messen: Nur wenige Tage nach dem letzten Webcam-Test, in dem kein einziges Gerät funktionierte, gab es neue Treiber und damit neue Hoffnung.

Kaum war die Ausgabe 06/2006 mit dem ernüchternden Test von 13 Webcams am Kiosk [1], erschien eine neue Version des Webcam-Treibers spca5xx. Zwar haben die Distributoren mit Ausnahme von Kubuntu die neuen Treiber noch nicht aufgenommen, die Community bietet jedoch unter [2-4] fertige RPM-Pakete für Suse Linux 10.0, 10.1 und Mandriva Linux 2006 an. Damit funktioniert knapp die Hälfte der Webcams aus dem vorangegangenen Test, Linux-Benutzer müssen also nicht länger auf Videotelefonie verzichten.

Treiber-Update

Während Kubuntu 6.06 bereits den neuen Webcam-Treiber spca5xx enthält, müssen Sie bei Suse Linux 10.0, 10.1 und Mandriva Linux 2006 neue Treiber installieren.

Für Suse Linux 10.1 laden Sie zunächst den Treiber als RPM-Paket von [2] herunter und speichern ihn im Verzeichnis /tmp unter dem Namen spca5xx.rpm. Der Grund für das etwas ungewöhnliche Verzeichnis und den verkürzten Namen des RPM-Pakets ist, dass der nun folgende Befehl zur Installation dadurch kürzer und einfacher wird. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Befehlsfenster und geben Sie folgendes Kommando ein:

kdesu "rpm -i /tmp/spca5xx.rpm"

Damit ist die Installation erledigt, und Suse Linux lädt den Treiber in Zukunft automatisch. Haben Sie die Webcam bereits vor der Treiberinstallation angesteckt, sollten Sie sie wieder entfernen und erneut anschließen, damit die Hardware-Erkennung den Treiber lädt.

Das Treiber-Update bei Suse Linux 10.0 ist ähnlich einfach, das RPM-Paket von [3] enthält jedoch einen falschen Verzeichnisnamen, weshalb Sie zunächst einen symbolischen Link anlegen müssen. Dazu drücken Sie [Alt-F2] und geben folgenden Befehl ein:

kdesu "ln -s /lib/modules/2.6.13-15-default /lib/modules/2.6.13-15.8-default"

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Anführungszeichen nicht vergessen und sich nicht bei der Befehlseingabe vertippen, andernfalls funktioniert das Treiber-Update nicht. Immerhin können Sie durch eine falsche Eingabe keinen Schaden anrichten, im schlimmsten Fall findet Suse Linux 10.0 nach der nun folgenden Installation des RPM-Pakets den neuen Treiber einfach nicht:

  1. Klicken Sie in der KDE-Startleiste auf das Haus. Daraufhin öffnet sich das Konqueror-Fenster mit dem Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses.
  1. Suchen Sie nach dem Treiberpaket und klicken Sie es mit der linken Maustaste an.
  1. Konqueror zeigt Ihnen nach einigen Sekunden den Inhalt des Pakets und bietet an, es mit Hilfe von YaST zu installieren. Klicken Sie auf Paket mit YaST installieren.
  1. YaST fragt Ihr Root-Passwort ab und installiert dann automatisch das RPM-Paket mit dem neuen Treiber. Anschließend beendet sich YaST selbst und Sie können das Konqueror-Fenster schließen.

Den aktuellen Webcam-Treiber für Mandriva Linux 2006 bekommen Sie unter [4]. Sie brauchen das RPM-Paket jedoch nicht herunterzuladen, es genügt, wenn Sie auf die Nachfrage von Firefox die Software-Installation aufrufen lassen:

  1. Im Fenster RPM Installation fragt das Installationsprogramm noch einmal, ob Sie nicht die Datei nur auf Festplatte installieren wollen -- klicken Sie auf Installieren und geben Sie anschließend das Root-Passwort ein.
  1. Das Installationsprogramm informiert Sie darüber, dass zwei weitere RPM-Pakete für die Installation erforderlich sind. Sie brauchen daraufhin lediglich die Installations-DVD einzulegen, alles Weitere passiert automatisch.
  1. Nach Abschluss der Installation muss noch die Modulliste des Kernels aktualisiert werden. Dies können Sie entweder dadurch erreichen, dass Sie den Rechner neu starten, oder aber indem Sie mit [Alt-F2] eine Befehlszeile öffnen und kdesu "depmod -a" eingeben.

Funktionstest

Ist der Treiber installiert, müssen Sie noch testen, ob Ihre Webcam tatsächlich funktioniert. Dies überprüfen sie am einfachsten mit GnomeMeeting, alias Ekiga. Einen ausführlichen Artikel zur Bedienung des Programms finden Sie in [5] -- für den Funktionstest genügt Ihnen jedoch das Einstellungsmenü.

Wenn Sie GnomeMeeting das erste Mal starten, müssen Sie zunächst Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse angeben. Anschließend öffnet sich das Hauptfenster von GnomeMeeting. Hier klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Einstellungen. Im Fenster mit den GnomeMeeting-Einstellungen klicken Sie ganz am Ende der Navigationsliste auf Videogeräte. Wie in Abbildung 1 zu sehen, zeigt Ihnen GnomeMeeting den Namen Ihrer Webcam an -- passiert dies nicht, sollten Sie den Knopf Geräte suchen ausprobieren und dann im Auswahlmenü Aufnahmegeräte nach der Kamera suchen. Taucht sie dort nicht auf, unterstützt sie der Webcam-Treiber leider nicht.

Abb. 1: In den Einstellungen zeigt GnomeMeeting Name und Modell der angeschlossenen Webcam an. Fehlt Ihre Kamera in der Auflistung, wird sie vom Treiber nicht unterstützt.

Haben Sie das Einstellungsfenster wieder geschlossen, klicken Sie im GnomeMeeting-Fenster einfach auf das Kamerasymbol links in der Mitte. GnomeMeeting zeigt dann das Kamerabild live im Hauptfenster an (Abbildung 2).

Abb. 2: Das vierte Symbol von oben auf der linken Seite zeigt das Bild Ihrer Webcam live in GnomeMeeting an. Dies ist die einfachste Funktionsprobe der Kamera.

Haben Sie GnomeMeeting oder Ekiga nicht installiert, können Sie alternativ auch die Programme kdetv oder motv verwenden. Beide zeigen im Erfolgsfall ein Livebild von der Kamera auf dem Bildschirm an, eine Einblendung des Modells wie im Einstellungsfenster von GnomeMeeting gibt es dort nicht.

Die Kameras

Der hier vorgestellte Treiber spca5xx in der Version 0.60 unterstützt erst einen Teil der in [1] getesteten und damals überhaupt nicht nutzbaren Webcams. Neu im Testfeld ist die Logitech QuickCam Express, die bei Redaktionsschluss von diversen Versandhändlern für 12 bis 15 Euro verkauft wurde. Die Preisspanne der übrigen Webcams reicht von 20 bis knapp 50 Euro.

Die QuickCam Express und QuickCam Chat eignen sich vorwiegend für dunklere Räume, im Tageslicht waren sie schnell mit der Helligkeit überfordert. Die QuickCam for Notebooks hingegen brauchte eine gute Beleuchtung, bereits in der Dämmerung lieferte sie nur noch schwarze Bilder. Die Modelle QuickCam for Notebooks Deluxe, Communicate STX und Communicate STX Plus hingegen konnten sich sehr gut der Helligkeit des Raums anpassen und lieferten unabhängig von der Beleuchtung gute Bilder. Die Empfehlung geht daher klar in Richtung der teureren Geräte, falls Sie kein Headset benötigen sind sie mit der QuickCam Communicate STX gut beraten.

Auch wenn noch nicht alle Webcams aus Ausgabe 06/2006 funktionieren: Die Treiberentwicklung schreitet rasch voran, manchmal dauert es nur Tage, bis ein überhaupt nicht benutzbares Gerät von Linux perfekt unterstützt wird. Wenn Sie bereits eine Webcam besitzen, die derzeit noch nicht funktioniert, sollten Sie unbedingt die Homepage der Treiberentwickler [6] im Auge behalten und nicht zu früh die Flinte ins Korn werfen. (mdö)

Linux-kompatible Webcams von Logitech
 
Hersteller:LogitechLogitechLogitechLogitechLogitechLogitech
Modell:QuckCam for NotebooksQuickCam for Notebooks DeluxeQuickCam ExpressQuickCam ChatQuickCam Communicate STXQuickCam Communicate STX Plus
Lieferumfang:Tasche, KlemmfußTasche, KlemmfußStandfußMonitorhalter, HeadsetStandfuß, MonitorhalterStandfuß, Monitorhalter, Headset
Preis:30 Euro35 Euro15 Euro20 Euro35 Euro50 Euro

Infos
[1] Mirko Dölle, "Je oller, je doller": EasyLinux 06/2006, S. 42 -- auf der Jahres-CD
[2] Treiber für Suse Linux 10.1: http://raoulrpm.youm.org/SuSE10.1/kernel-module-spca5xx-2.6.16.13-4-default-0.6.00-lotus.i586.rpm
[3] Treiber für Suse Linux 10.0: http://raoulrpm.youm.org/SuSE_10.0/SPCA/kernel-module-spca5xx-2.6.13-15.8-0.60.00-1.i586.rpm
[4] Treiber für Mandriva Linux 2006: http://mandrivaclub.nl/sources/official/2006/i586/kernel-module-spca5xx-2.6.12-12mdk-0.60.00-1.2006mcnl.i586.rpm
[5] Carsten Schnober, "Grenzenlos telefonieren": EasyLinux 06/2006, S. 20 -- auf der Jahres-CD
[6] Homepage des SPCA5XX-Projekts: http://mxhaard.free.fr

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