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Mirko Dölle
Kaum war die Ausgabe 06/2006 mit dem ernüchternden Test von 13 Webcams am Kiosk [1], erschien eine neue Version des Webcam-Treibers spca5xx. Zwar haben die Distributoren mit Ausnahme von Kubuntu die neuen Treiber noch nicht aufgenommen, die Community bietet jedoch unter [2-4] fertige RPM-Pakete für Suse Linux 10.0, 10.1 und Mandriva Linux 2006 an. Damit funktioniert knapp die Hälfte der Webcams aus dem vorangegangenen Test, Linux-Benutzer müssen also nicht länger auf Videotelefonie verzichten.
Während Kubuntu 6.06 bereits den neuen Webcam-Treiber spca5xx enthält, müssen Sie bei Suse Linux 10.0, 10.1 und Mandriva Linux 2006 neue Treiber installieren.
Für Suse Linux 10.1 laden Sie zunächst den Treiber als RPM-Paket von [2] herunter und speichern ihn im Verzeichnis /tmp unter dem Namen spca5xx.rpm. Der Grund für das etwas ungewöhnliche Verzeichnis und den verkürzten Namen des RPM-Pakets ist, dass der nun folgende Befehl zur Installation dadurch kürzer und einfacher wird. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Befehlsfenster und geben Sie folgendes Kommando ein:
kdesu "rpm -i /tmp/spca5xx.rpm"
Damit ist die Installation erledigt, und Suse Linux lädt den Treiber in Zukunft automatisch. Haben Sie die Webcam bereits vor der Treiberinstallation angesteckt, sollten Sie sie wieder entfernen und erneut anschließen, damit die Hardware-Erkennung den Treiber lädt.
Das Treiber-Update bei Suse Linux 10.0 ist ähnlich einfach, das RPM-Paket von [3] enthält jedoch einen falschen Verzeichnisnamen, weshalb Sie zunächst einen symbolischen Link anlegen müssen. Dazu drücken Sie [Alt-F2] und geben folgenden Befehl ein:
kdesu "ln -s /lib/modules/2.6.13-15-default /lib/modules/2.6.13-15.8-default"
Es ist sehr wichtig, dass Sie die Anführungszeichen nicht vergessen und sich nicht bei der Befehlseingabe vertippen, andernfalls funktioniert das Treiber-Update nicht. Immerhin können Sie durch eine falsche Eingabe keinen Schaden anrichten, im schlimmsten Fall findet Suse Linux 10.0 nach der nun folgenden Installation des RPM-Pakets den neuen Treiber einfach nicht:
Den aktuellen Webcam-Treiber für Mandriva Linux 2006 bekommen Sie unter [4]. Sie brauchen das RPM-Paket jedoch nicht herunterzuladen, es genügt, wenn Sie auf die Nachfrage von Firefox die Software-Installation aufrufen lassen:
Ist der Treiber installiert, müssen Sie noch testen, ob Ihre Webcam tatsächlich funktioniert. Dies überprüfen sie am einfachsten mit GnomeMeeting, alias Ekiga. Einen ausführlichen Artikel zur Bedienung des Programms finden Sie in [5] -- für den Funktionstest genügt Ihnen jedoch das Einstellungsmenü.
Wenn Sie GnomeMeeting das erste Mal starten, müssen Sie zunächst Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse angeben. Anschließend öffnet sich das Hauptfenster von GnomeMeeting. Hier klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Einstellungen. Im Fenster mit den GnomeMeeting-Einstellungen klicken Sie ganz am Ende der Navigationsliste auf Videogeräte. Wie in Abbildung 1 zu sehen, zeigt Ihnen GnomeMeeting den Namen Ihrer Webcam an -- passiert dies nicht, sollten Sie den Knopf Geräte suchen ausprobieren und dann im Auswahlmenü Aufnahmegeräte nach der Kamera suchen. Taucht sie dort nicht auf, unterstützt sie der Webcam-Treiber leider nicht.
Haben Sie das Einstellungsfenster wieder geschlossen, klicken Sie im GnomeMeeting-Fenster einfach auf das Kamerasymbol links in der Mitte. GnomeMeeting zeigt dann das Kamerabild live im Hauptfenster an (Abbildung 2).
Haben Sie GnomeMeeting oder Ekiga nicht installiert, können Sie alternativ auch die Programme kdetv oder motv verwenden. Beide zeigen im Erfolgsfall ein Livebild von der Kamera auf dem Bildschirm an, eine Einblendung des Modells wie im Einstellungsfenster von GnomeMeeting gibt es dort nicht.
Der hier vorgestellte Treiber spca5xx in der Version 0.60 unterstützt erst einen Teil der in [1] getesteten und damals überhaupt nicht nutzbaren Webcams. Neu im Testfeld ist die Logitech QuickCam Express, die bei Redaktionsschluss von diversen Versandhändlern für 12 bis 15 Euro verkauft wurde. Die Preisspanne der übrigen Webcams reicht von 20 bis knapp 50 Euro.
Die QuickCam Express und QuickCam Chat eignen sich vorwiegend für dunklere Räume, im Tageslicht waren sie schnell mit der Helligkeit überfordert. Die QuickCam for Notebooks hingegen brauchte eine gute Beleuchtung, bereits in der Dämmerung lieferte sie nur noch schwarze Bilder. Die Modelle QuickCam for Notebooks Deluxe, Communicate STX und Communicate STX Plus hingegen konnten sich sehr gut der Helligkeit des Raums anpassen und lieferten unabhängig von der Beleuchtung gute Bilder. Die Empfehlung geht daher klar in Richtung der teureren Geräte, falls Sie kein Headset benötigen sind sie mit der QuickCam Communicate STX gut beraten.
Auch wenn noch nicht alle Webcams aus Ausgabe 06/2006 funktionieren: Die Treiberentwicklung schreitet rasch voran, manchmal dauert es nur Tage, bis ein überhaupt nicht benutzbares Gerät von Linux perfekt unterstützt wird. Wenn Sie bereits eine Webcam besitzen, die derzeit noch nicht funktioniert, sollten Sie unbedingt die Homepage der Treiberentwickler [6] im Auge behalten und nicht zu früh die Flinte ins Korn werfen. (mdö)
| Infos |
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[1] Mirko Dölle, "Je oller, je doller": EasyLinux 06/2006, S. 42
--
auf der Jahres-CD
[2] Treiber für Suse Linux 10.1: http://raoulrpm.youm.org/SuSE10.1/kernel-module-spca5xx-2.6.16.13-4-default-0.6.00-lotus.i586.rpm [3] Treiber für Suse Linux 10.0: http://raoulrpm.youm.org/SuSE_10.0/SPCA/kernel-module-spca5xx-2.6.13-15.8-0.60.00-1.i586.rpm [4] Treiber für Mandriva Linux 2006: http://mandrivaclub.nl/sources/official/2006/i586/kernel-module-spca5xx-2.6.12-12mdk-0.60.00-1.2006mcnl.i586.rpm [5] Carsten Schnober, "Grenzenlos telefonieren": EasyLinux 06/2006, S. 20 -- auf der Jahres-CD [6] Homepage des SPCA5XX-Projekts: http://mxhaard.free.fr |
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Last modified: 2008-11-05 17:01
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