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Marcel Hilzinger, Oliver Frommel, Andrea Müller
Neue Distributionsversionen erwarten fast alle Linux-Anwender mit Spannung: Neben aktuellen Programmen wartet jede neue Version auch mit einer erweiterten Liste unterstützter Hardware auf. Kurz vor Redaktionsschluss gab es bereits Beta-Versionen von Opensuse 10.2, Ubuntu 6.10 und Fedora Core 6. Noch flotter war der französische Distributor Mandriva, der am 15. September Mandriva Linux 2007 fertiggestellt hat. Wir haben einen ersten Blick auf die vier Distributionen geworfen, verraten, was es Neues gibt und wo es noch hakt.
Die Nürnberger wechseln für die nächste Version wieder einmal den Namen der Distribution. Nach Suse Linux 10.0 OSS und Suse Linux 10.1 folgt nun Opensuse 10.2. Der neue Name -- den auch die Boxversion übernimmt -- soll verdeutlichen, dass es sich dabei um die Community-Version handelt, die es auch frei zum Download gibt. "Suse Linux" heißen in Zukunft nur noch die Business-Produkte. Novell hofft, mit dieser Umbenennung der Verwirrung um die verschiedenen Suse-Versionen endlich ein Ende setzen zu können.
Hoffnung ist auch weiterhin beim Paketmanagement angesagt. Novell ist es zwar gelungen, die schlimmsten Fehler des neuen Tools in Suse Linux 10.1 auszubessern, und auch beim Funktionsumfangs kommt der neue YaST jetzt wieder beinahe an den alten heran. Was aber die Geschwindigkeit des Paketmanagers angeht, bleibt Opensuse 10.2 -- zumindest in der Testversion alpha4 -- weit hinter der Konkurrenz zurück. Eine CD als Installationsquelle einzurichten, dauert auf einemälteren Rechner mit einem 1,4-GHz-Celeron-Prozessor und 256 MByte Hauptspeicher drei Minuten. Anschließend YaST zu starten, um ein einziges Paket zu installieren, verbraucht nochmals drei Minuten. In der gleichen Zeit installiert beispielsweise Ubuntu den kompletten KDE-Desktop, inklusive Download aus dem Internet und Neustart des Rechners! Es empfiehlt sich deshalb, den Speicherfresser ZMD abzuschalten, die zugehörigen Pakete zu löschen und für das Paketmanagement auf Smart umzusteigen (siehe Artikel auf Seite 61). Für detaillierte Test zur Geschwindigkeit des Suse-Paketmanagers ist es allerdings noch zu früh, da die fertige Version erst für Anfang Dezember geplant ist.
Die augenscheinlichsten Neuerungen betreffen das Startmenü unter KDE und Gnome (Abbildungen 1. Hier setzt Opensuse 10.2 auf von Novell entwickelte Spezialmenüs, die besonders benutzerfreundlich sein sollen, wobei sich die beiden Menüs in der Bedienung stark unterscheiden. Das KDE-Menü ist dynamischerund reagiert bereits, wenn Sie die Maus über einen Menüpunkt bewegen. Das Gnome-Menü ist in der Funktionalität stark eingeschränkt, so fehlt zum Beispiel das Terminalfenster. Auch das neue KDE-Menü ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es lässt sich allerdings weitgehend an die eigenen Bedürfnisse anpassen, ein Wechsel zum traditionellen KDE-Menü ist auch möglich.
Völlig überarbeitet hat Novell auch die Software-Zusammenstellungen im Paketmanager YaST. Anstelle der bisherigen Selektionen (selection) treten neu Schemata (pattern). Vorerst gibt es spezielle Schemata für den KDE- und den Gnome-Desktop (Abbildung 2). Anzahl und Umfang der Patterns dürften sich allerdingsbis zur fertigen Version noch stark ändern. Neu gibt es für YaST auch ein GTK-Frontend, mit dem sich das Suse-Werkzeug nahtlos in die Gnome-Desktopumgebungeinbindet. In der Version alpha4 war jedoch standardmäßig auch unter Gnome das Qt-Theme installiert.
Abgesehen von den neuen Menüs zeigen sich der Gnome- und KDE-Desktop von Opensuse 10.2 weitgehend unverändert. Novell will allerdings für die fertige Version auf KDE 3.5.5 umsteigen, so dass hier noch kleine Änderungen zu erwarten sind. Systemintern kommt jedoch auch diese Version mit mehreren Änderungen. Die Gnome-Installation liegt nicht mehr -- wie bei Suse üblich -- im Verzeichnis /opt/gnome, sondern -- wie bei allen anderen Distributionen -- direkt im Verzeichnis /usr (Unix System Resources). KDE liegt immer noch in /opt/kde3, hier ist der Umzug erst für KDE 4 geplant. Für Endbenutzer bedeutet dies, dass die Chancen, ein Nicht-Suse-RPM von Gnome installieren zu können, deutlich besser stehen. Bisher waren Suse-Benutzer immer auf spezielle Gnome- und KDE-Pakete angewiesen.
Das Dateisystem JFS von IBM, welches Novell für Version 10.1 aus der Distribution geworfen hatte, ist jetzt wieder mit an Bord. Weiterhin nicht unterstütztist hingegen Reiser4, da es sich nicht im offiziellen Kernel befindet. Die Installation verläuft in der gewohnten YaST-Umgebung, allerdings läuft YaST nicht mehr im Vollbildmodus, sondern mit einem dezenten Blau als Hintergrund. Ansonsten hat sich die Installation nur in kleinen Details geändert.
Noch ist offen, wie gut Opensuse 10.2 wird. In einem kurzen Vergleich mit Suse Linux 10.1 und sämtlichen Updates zeigte sich das System leicht flinker. Der Paketmanager ist aber immer noch weit von der Performance von Smart oder Apt entfernt. Gelingt es Novell, sämtliche Kinderkrankheiten der Version 10.1 auszumerzen und keine neuen einzuschleusen, dürfte aber die nächste Ausgabe wieder mal einen Blick wert sein.
Auf den Namen "kribbeliger Molch" hat die Ubuntu-Community die nächste Version von Ubuntu Linux getauft, deren finale Version für Oktober 2006 geplant ist. Diesem Test liegt die Vorabversion 3 (Knot 3) zugrunde. Edgy Eft -- so der Originalname -- soll nicht in erster Linie Ubuntu Dapper Drake (6.06) ersetzen,sondern ist als Zwischenversion mit neuen Features geplant. Für diese Version verspricht denn die Firma Canonical, die hinter Ubuntu steht, auch keinen Support über fünf Jahre, wie es bei Dapper Drake der Fall ist. Wer mit seinem Dapper-System zufrieden ist, muss deshalb nicht zu Edgy Eft wechseln, mit regelmäßigen Updates bleibt das System auch so aktuell.
Ubuntu ist in erster Linie ein Gnome-System, KDE kommt stets an zweiter Stelle. Dies fällt auch auf, wenn man die aktuellen Entwicklerversionen von Kubuntu und Ubuntu vergleicht. Bei Kubuntu ist zum Beispiel die deutsche Übersetzung noch sehr unvollständig, und zahlreiche Funktionen von Ubuntu stehen nicht zur Verfügung. Ob sich dies bis zur finalen Version noch ändern wird, ist fraglich.
Beide Desktops kommen mit einem neuen Aussehen. Die Farben von Ubuntu sind weitgehend gleich. Kubuntu setzt nun auf eine leicht lilafarbene Fensterdekoration (Abbildung 3). Während Gnome weiterhin für sämtliche Laufwerke ein Symbol auf dem Desktop anlegt, bleibt der KDE-Arbeitsplatz nach der Installation erstmal leer. Schnellstarter für OpenOffice oder Firefox findet man auf der Kontrollleiste nicht. Auch die deutsche Übersetzung von Adept, dem Paketmanager von Kubuntu, ist immer noch mangelhaft.
Da das neue Ubuntu als Spielwiese für Neuerungen geplant war, vermutet man natürlich viele Änderungen. Außer den neuen Farben hat sich aber an beiden Desktops wenig geändert. Eine Ausnahme bildet die Ubuntu-Hardwaredatenbank. Dieses neue Programm (Abbildung 4) überprüft die grundlegende Funktionalität des Rechners und sendet dann die Daten an einen Server von Ubuntu. So weiß das Projekt, auf welcher Hardware Ubuntu wie gut läuft. Eine ähnliche Funktion hat Novell in die Registrierung von Suse Linux eingebaut. Während die Suse-Variante aber nur Daten sammelt, arbeitet dieUbuntu-Lösung interaktiv, das heißt, Sie können auch Kommentare abgeben.
Tiefgreifende Neuerungen bringt das Grundsystem mit. Hier setzt Edgy Eft unter anderem auf ein neues Konzept für den Systemstart -- Upstart. Das neue Programm soll das traditionelle Init ablösen, ein System, das Linux schon seit den Anfängen benutzt. Upstart hat den Vorteil, dass es nicht stur vorgegebene Skripte hintereinander ausführt, sondern immer dann in Aktion tritt, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. So kann es den Startvorgang deutlich beschleunigen. Upstart soll längerfristig nicht nur das Startsystem von Ubuntu ablösen, sondern auch den Cron-Daemon, der dafür zuständig ist, regelmäßige Aufgaben im System durchzuführen.
Nicht Teil der Standardinstallation, aber eigentlich für diese Version vorgesehen, ist auch ein einfaches Backup-Tool. Das auf den Namen hubackup (home user backup) getaufte Programm erstellt eine Sicherheitskopie Ihres Homeverzeichnisses. Es führt zwar keine automatischen Backups durch, soll den Benutzer aber nach einer gewissen Zeit an diese Sicherheitsvorkehrung erinnern. Die Daten schreibt hubackup nach Wunsch auf mehrere CDs oder DVDs. Für die Wiederherstellung ist das Programm hurestore zuständig. In den Tests mit Knot3 ließ sich das Programm allerdings nicht starten. Als Alternative zu Human Backup steht unter Kubuntu auch Keep zur Verfügung: Details zum diesem KDE-Tool lesen Sie im Artikel auf Seite 71.
Laut offiziellem Zeitplan ist Ubuntu 6.10 beim Erscheinen dieses Hefts bereits zum Download erhältlich. Die neue Version zeigt, dass auch Mark Shuttleworth und seine Entwickler nur mit Wasser kochen -- spektakuläre Neuerungen bleiben weitgehend aus. Wer also schon Ubuntu 6.06 benutzt, kann gut dabei bleiben. Für Neueinsteiger und alle, die Ubuntu einmal probieren möchten, ist der kribbelige Molch hingegen eine gute Wahl.
Schon vor längerer Zeit hat sich Fedora Core [1] zu einem Testbett für Red Hats Business-Distribution "Enterprise Linux" entwickelt. Deshalb bringt Fedora eine ganze Menge Software aus dem Server- und Security-Bereich mit. Trotzdem ist Red Hats so genannte Community-Distribution auch für Privatanwender interessant. Nicht zuletzt ist sie aufgrund ihrer mehr als zehnjährigen Geschichte eines der ausgereiftesten Produkte auf dem freien Software-Bazar.
Grundlage dieses Artikels war die letzte Testversion des kommenden Fedora Core 6. Sie unterscheidet sich in Funktions- und Software-Umfang nicht von der endgültigen Release, die erschienen sein dürfte, wenn Sie dieses Heft in Händen halten. Die Distribution ist auf dem Fedora-Server und seinen Mirrors (z. B. [2]) als ISO-Image erhältlich, entweder ein einziges DVD-Image oder fünf CD-Images.
Nach dem Brennen und Booten des Mediums erscheint zunächst ein textbasierter Bildschirm, den Sie im Allgemeinen durch Drücken der Eingabetaste überspringen können. Dann startet das grafische Installationsprogramm. Nur Besitzer sehr exotischer Grafikkarten müssen beim Startbildschirm die textbasierte Installation auswählen. Die Entwickler haben gegenüber der letzten Fedora-Version die Erkennung von LCD- und Laptop-Anzeigegeräten noch einmal verbessert.
Die weitere Installation bietet kaum Überraschungen, weder gegenüber anderen Distributionen, noch älteren Fedora-Versionen. Lediglich am Ende taucht, für die meisten Anwender wohl ungewohnt, der Punkt SELinux (Security Enhanced Linux) auf, ein Sicherheitsfeature, das vor allem für Server gedacht ist. Privatanwender sollten SELinux abwählen, denn es zu konfigurieren, ist kompliziert.
Nach dem ersten Neustart führt Fedora noch durch einige Menüpunkte, die die Installation abschließen. Dann erscheint der Login-Bildschirm von Gnome 2.16, dem Standard-Desktop in Fedora Core 6 (Abbildung 5). KDE 3.5.3 zu verwenden, ist kein Problem, jedoch müssen Sie es erst über den Paketmanager installieren und dann im Anmeldebildschirm auswählen.
Fürs Paketmanagement bringt Fedora Core 6 zwei Programme mit: Pup kümmert sich um regelmäßig anstehende System-Updates, Pirut installiert auf Anwenderwunsch Software und entfernt sie wieder. Beide Tools gibt es schon seit Fedora Core 5, allerdings arbeiten sie nun etwas schneller als früher. Bei der Fedora-Testversion zeigte Pup allerdings keinen Fortschrittsbalken, sondern erschien praktisch eingefroren, obwohl das Update tatsächlich lief.
Viele Anwender werden sich über das überholte Programm zur Druckereinrichtung freuen: Die Menüs und Dialoge sind übersichtlicher, und das Tool fand selbst im Netz vorhandene Drucker. Allerdings ordnete es sie irrtümlich als "lokale Drucker" ein.
Das Starten von Anwendungen in Fedora haben die Fedora-Entwickler um bis zu 50% beschleunigt, vor allem, wenn diese viele Bibliotheken benutzen. Nett, wenn auch nicht weltbewegend, ist das kleine Tool Baobab, das übersichtlich Speicherplatz und -verbrauch von Partitionen anzeigt.
Etwas Aufsehen hatte bereits vor einigen Monaten die Meldung verursacht, dass Fedora nun die Mono-Umgebung enthält, einen Klon von Microsofts .NET. Die Notizenanwendung Tomboy und der schön gemachte Bildbetrachter und -sortierer F-Spot setzen es nämlich voraus. Eine große Menge Software steht über das Repository "Fedora Extras" online zur Verfügung, das Fedora bei der Installation als zusätzliche Quelle anbietet.
Neben dem neuen Artwork, das beim Anmelden und auf dem Desktophintergrund zu sehen ist, zaubert Fedora Core 6 mit dem AIGLX-Paket eine Menge optischer Effekte auf den Schirm, zum Beispiel das animierte Öffnen und Schließen von Fenstern und vieles mehr. Das bleibt allerdings bisher Besitzern von ATI- und Intel-Grafikchips vorbehalten. Wer eine Nvidia-Karte sein Eigen nennt, muss sich bis zur kommenden Treiberversion gedulden. Um einiges ansprechender stellt Fedora mit der Deja-Vue-Schrift nun fremdsprachige Zeichen dar (Abbildung 6).
Trotz Red Hats Ausrichtung auf den Serverbereich ist Fedora Core 6 auch eine brauchbare Distribution für Privatanwender. Die neuesten Versionen von Gnome und KDE sollten die Liebhaber beider Desktops zufrieden stellen. Andere Fenstermanager sind auf Wunsch installierbar.
Fortgeschrittene Einstellungen, wie die der AIGLX-Grafik erfordern allerdings etwas tieferes Wissen als dies etwa bei modernen Suse-Distributionen der Fall ist. Deutschsprachige Hilfe leistet Fedora-Einsteigern unter anderem das Fedora Wiki [3].
Als einziges der vier getesteten Systeme gab es von Mandriva Linux [4] bereits zum Redaktionsschluss die fertige Version 2007. Anders als Red Hat und Novell hat der französische Distributor sein Endanwenderprodukt nicht in ein Community-Projekt überführt, sondern entwickelt es in Eigenregie selbst.
Welche Ausstattung Mandriva Linux 2007 bietet, hängt davon ab, ob man zur freien Version greift oder das Boxprodukt, das PowerPack Pro, erwirbt. In Deutschland erfolgt der Vertrieb über die Firma Fidu [5]. Zum Preis von 60 Euro erhält man neben der Distribution für x86- und x86-64-Systeme zusätzliche weitere Pakete, wie den Acrobat Reader, Herstellertreiber für Grafikkarten von NVidia, ATI und Intel, mehr als 350 Seiten gedruckte Dokumentation und 90 Tage deutschsprachigen Support. Das Angebot eignet sich damit besonders gut für Linux Einsteiger, die auf leichte Grafiktreiberinstallation und Support Wert legen. Als Bonus liegt der Boxversion eine weitere DVD bei. Auf ihr befinden sich zusätzliche Open-Source-Spiele, eine Testversion von CrossOver Office [6] und eine Cedega-Vollversion [7], mit der man aktuelle Windows-Spiele wie Oblivion unter Linux ausführen kann.
Für diesen Artikel haben wir uns die freie Version von Mandriva Linux 2007 angesehen, da das PowerPack Pro noch nicht erhältlich war.
Bei der Installation hat sich kaum etwas geändert, und nach wie vor trifft der Installer in den meisten Fällen eine sinnvolle Vorauswahl. Eine Neuerung ist die Umstellung auf die Zeichenkodierung UTF-8; über die erweiterten Optionen bei der Sprachwahl ist es jedoch möglich, ISO-8859-15 als Systemzeichensatz zu aktivieren, indem man altes Verhalten (kein UTF-8) ankreuzt.
Einzig beim Einrichten einer Netzwerkkarte, die ihre IP-Adresse über DHCP bezieht, patzt die Distribution: Der Installationsassistent versucht, das Programm dhcp-client einzuspielen, das sich jedoch bereits auf der Festplatte befindet -- da das scheitert, bricht er die Netzwerkeinrichtung mit einer Fehlermeldung ab. Die nachträgliche Konfiguration im Mandriva-Kontrollzentrum gelingt zwar, doch ist es so nicht möglich, schon während der Installation Updates über das Internet einzuspielen.
Bei der Softwareauswahl hat Mandriva Linux einige Metapakete geschnürt: Diese enthalten selbst keine Dateien, definieren aber alle Abhängigkeiten, die nötig sind, um beispielsweise ein komplettes KDE-System zu installieren. Interessant für Anwender mit wenig Festplattenplatz ist das Paket gnome-minimal, das einen schlanken Gnome-Desktop mit wenigen Zusatzprogrammen einspielt.
Auf einigen Rechnern konfiguriert der Installer USB-Mäuse falsch, so dass man nach dem ersten Start des Systems den Mauszeiger nicht bewegen kann. Schuld ist der Eintrag einer falschen Gerätedatei in die Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf. Der Artikel "Neues aus Frankreich" ab Seite 48 verrät, wie man das Problem -- auch ohne Maus -- behebt.
Nach einer Standardinstallation begrüßt KDE 3.5.4 den Anwender KDE mit dem neuen la-ora-Theme (Abbildung 7). Die alternative Arbeitsumgebung Gnome liegt Mandiva in der aktuellen Version 2.16 bei. Auf beiden Desktops befindet sich im Systembereich der Kontrollleiste das neue Netzwerk-Applet, über das man Verbindungen per Mausklick aufbaut und trennt. Außerdem erkennt das Tool, wenn Sie ein Netzwerkkabel anschließen, und informiert Sie in einer Sprechblase darüber. Auf dieselbe Art zeigt die eingebaute interaktive Firewall, ob ein Verbindungsversuch zu Ihrem Rechner erfolgt, und bietet die Optionen, den Zugriff zuzulassen oder zu unterbinden. Alle Entscheidungen speichert das Programm in Black- und Whitelists, die Sie über das Kontextmenü des Applets öffnen.
Im Startmenü hat der Distributor aufgeräumt: Eher unwichtige Programmgruppen wie Spiele befinden sich jetzt in einem Unterverzeichnis. Die Softwareauswahl umfasst die wichtigsten Tools für die tägliche Arbeit, und sogar das Layoutprogramm Scribus und die Online-Banking-Anwendung Gnucash mit HBCI-Unterstützung gehören zum Umfang der Standardinstallation. Wenn man einen HP-Drucker einrichtet, kopiert Mandriva Linux automatisch die HP-Toolbox auf die Festplatte. Sie bietet Zugriff auf fast alle Druckerfunktionen, wie etwa die Anzeige des Tintenfüllstands.
Bei den Werkzeugen für Systemverwalter zeigt die Paketverwaltung endlich wieder die installierten und verfügbaren Pakete gemeinsam an (Abbildung 8), so dass es nicht mehr nötig ist, zwei Programme zu starten, wenn man Pakete installieren und entfernen will. Dafür ist leider die Option weggefallen, die Programme alphabetisch nach Paketnamen zu sortieren -- dieses Feature gibt es nur noch während der Installation.
Zur Konfiguration der 3D-Desktop-Effekte gibt es ein neues gleichnamiges Modul. Mandriva Linux bringt mit XGL und AIXGL beide Varianten mit, favorisiert aber -- eine unterstützte Grafikkarte vorausgesetzt -- das auch unter Fedora verwendete AIXGL. Im Einrichtungsassistenten fehlt jedoch der Hinweis, dass das nur mit Grafikchips von Intel und ATI funktioniert.
Mandriva Linux 2007 macht einen frischen durchdachten Eindruck und überzeugt durch eine reichhaltige Softwareausstattung und die gute Hardwareerkennung. Der Fehler bei der Netzwerkeinrichtung während der Installation ist verzeihlich, doch die auf manchen Rechnern falsch konfigurierten USB-Mäuse könnten sich als Showstopper erweisen: Viele Linux-Neulinge werden nicht wissen, wie man das Problem behebt, und so keine Chance haben, Mandriva Linux näher kennen und schätzen zu lernen. (amü)
| Info |
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[1] Fedora Homepage: http://fedora.redhat.com
[2] Deutscher Mirror des FTP-Servers: ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/fedora-core [3] Deutsches Fedora-Wiki: http://www.fedorawiki.de [4] Mandriva: http://www.mandriva.com [5] Fidu: http://www.fidu.de [6] Artikel über CrossOver Office: Hans-Georg Eßer, CrossOver, EasyLinux 07/2004, S. 12 ff., http://www.easylinux.de/2004/07/012-crossover/ [7] Cedega-Artikel: Andrea Müller, "Spielerparadies", EasyLinux 05/2005, S. 25 ff. |
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Last modified: 2008-11-05 17:02
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