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Andrea Müller
Im Gegensatz zu Suse Linux erscheint nur einmal im Jahr eine neue Mandriva-Linux-Version, so dass die Benutzer dieser Distribution sich immer etwas länger gedulden müssen, um mit dem neuen Gnome oder KDE zu arbeiten. Am 15. September ist die freie Version von Mandriva Linux 2007 fertiggestellt worden, gerade noch rechtzeitig, um es auf die DVD dieser Ausgabe zu schaffen.
Dieser Artikel erklärt, wie Sie die Distribution installieren, und geht dabei besonders auf kniffelige Schritte wie das Partitionieren der Festplatte und das Einrichten des grafischen Systems ein. Wenn Ihre gesamte Festplatte von Windows belegt wird, ist das kein Problem: Der Installer verkleinert FAT- und NTFS-Partitionen und verwendet den Platz für Mandriva. Da bei solchen Aktionen immer die Gefahr besteht, Daten zu verlieren -- und sei es nur durch einen unachtsamen Klick --, sollten Sie vorher auf jeden Fall ein Backup Ihrer Daten machen. Das gilt auch, wenn Sie noch freien Platz auf der Platte haben oder wenn sich Mandriva den Rechner mit einem anderen Linux-System teilt. Nach diesen Vorbereitungen geht es an die Installation des neuen Betriebssystems.
Starten Sie den Rechner mit eingelegter Mandriva-Linux-DVD. Im ersten Bildschirm können Sie entscheiden, ob Sie das System installieren, von Festplatte booten oder ein Rettungssystem starten möchten. Mit [F2] gelangen Sie zur Sprachauswahl, wo Sie schon jetzt die Sprache auf Deutsch umstellen. Um eine Standardinstallation durchzuführen, drücken Sie [Eingabe]. Bleibt bei der normalen Installation der Rechner stehen, versuchen Sie es mit der Option ACPI Disabled, die unter anderem das Powermanagement deaktiviert. Gerade auf störrischen Notebooks gelingt es mit dieser Option oft, Linux zu installieren -- allerdings müssen Sie dann auch im laufenden System auf Energiesparfeatures wie Suspend to RAM verzichten, und das Auslesen des Batteriefüllstands gelingt nicht.
Im ersten Schritt des Installers wählen Sie die Sprache für das System. Markieren Sie hier Deutsch, installiert Mandriva Linux später automatisch die deutschen Sprachpakete von OpenOffice und Firefox. Auch Wörterbücher für die Rechtschreibprüfung in der hier gewählten Sprache merkt Mandriva Linux zur Installation vor.
Mit einem Klick auf Weiter gelangen Sie zur Lizenz, die Sie akzeptieren müssen, um Mandriva Linux zu installieren. Danach bietet Ihnen der Installer die Optionen Installation und Update an, sofern sich schon ein Mandriva oder Fedora Linux auf der Festplatte befindet. In unserem Test gelang das Update eines Mandriva Linux 2006 mit vielen zusätzlichen Paketen problemlos, der Installer musste nur einige Pakete entfernen, die er nicht von der DVD aktualisieren konnte und die nicht mit den neuen Bibliotheken zusammenspielten. Klicken Sie auf Weiter, um zur Auswahl des Tastaturlayouts zu gelangen. Hier trifft der Installer eine Vorauswahl, die von der Sprache abhängt, für die Sie sich entschieden haben. Belassen Sie es bei der Vorgabe Deutschland (ohne Akzenttasten) und klicken Sie auf Weiter.
Sie bestimmen nun die Sicherheitsebene: Diese legt fest, wie viel normale Benutzer dürfen und welche Sicherheitsüberprüfungen Mandriva Linux regelmäßig durchführt. Die Voreinstellung ist Hoch. Belassen Sie es entweder dabei oder wählen Sie die niedrigere Stufe Standard, dann haben Sie auch als normaler Benutzer Zugriff auf Dateien auf Windows-Partitionen.
Jetzt folgt die Partitionierung, bei der Sie Mandriva Linux Platz auf der Festplatte zuweisen. Unerfahrene Benutzer sollten dem Vorschlag des Installers folgen. Er erkennt Windows-Partitionen automatisch und bietet an, sie zu verkleinern und dort Partitionen für Linux anzulegen. Haben Sie freien unpartitionierten Plattenplatz oder möchten Mandriva Linux auf einer zweiten Festplatte installieren, entscheiden Sie sich für die Benutzerdefinierte Partitionierung. Der Assistent zeigt eine grafische und tabellarische Ansicht Ihrer Festplatten an (Abbildung 1). Freien Platz stellt er hellgrau dar. Um Linux dort zu installieren, gehen Sie so vor:
Ob Sie eine Partition für das Homeverzeichnis -- dort speichert Linux die Daten der angelegten Benutzer -- anlegen, ist Geschmackssache. Manche Anwender bevorzugen eine einzige große Root-Partition für alles, andere halten Benutzer- und Systemdateien gerne getrennt. Entscheiden Sie sich gegen eine Home-Partition, sollten Sie der Root-Partition mehr Platz einräumen. Eine Partition für das Homeverzeichnis legen Sie wie oben beschrieben an, wobei Sie unter Einhängepunkt den Eintrag /home markieren.
Sobald Sie im Partitionierungsassistenten auf Fertig klicken, schreibt dieser die neue Partitionstabelle auf die Festplatte und formatiert die Linux-Partitionen. Überprüfen Sie vor diesem Schritt noch einmal genau, ob die neue Plattenaufteilung Ihren Wünschen entspricht.
Nach dem Anlegen der Partitionen geht es an die Auswahl der zu installierenden Software. Mandriva Linux zeigt eine Kategorieansicht in der Sie Programmgruppen für verschiedene Aufgaben zur Installation vormerken. Standardmäßig wählt der Installer Büro-Arbeitsplatz, Multimedia-Station, Internet-Station, Konfiguration, Konsolen-Werkzeuge und den KDE-Arbeitsplatz aus, Sie können jedoch auch Gnome einspielen (Abbildung 2).
Abb. 2: Hier entscheiden Sie, welche Software Mandriva Linux 2007 installiert und mit welchem Desktop Sie arbeiten. |
Abb. 3: In der erweiterten Paketauswahl markieren Sie zusätzliche Pakete zur Installation und wählen unnötige ab. |
Mit der Option Individuelle Paketauswahl passen Sie das System noch genauer an Ihre Bedürfnisse an: Der folgende Dialog listet alle verfügbaren Pakete nach Gruppen sortiert auf. Mit einem Klick auf das dritte Icon von links (die beiden Pfeile) unter der Gruppenliste schalten Sie zur alphabetischen Sortierung nach Paketnamen um. Hier wählen Sie zusätzliche Programme aus, etwa den Chatclient XChat, und verhindern die Installation unerwünschter Software. Um nicht beim ersten Start vom Registrierungsdialog begrüßt zu werden, entfernen Sie einfach das Häkchen vor drakfirsttime (Abbildung 3). Abhängigkeiten überprüft der Assistent dabei automatisch und informiert Sie darüber, welche Pakete er zusätzlich einspielen oder entfernen muss. Sobald Sie auf Installation klicken, kopiert der Installer die Software auf die Festplatte, was je nach Umfang bis zu einer halben Stunde dauert.
Nach der Paketauswahl setzen Sie das Administratorpasswort und legen einen Benutzer an. Die Passwörter müssen Sie dabei zweimal eingeben, um Tippfehler auszuschließen.
Im nächsten Schritt entscheiden Sie, wohin Mandriva Linux den Bootmanager Lilo istalliert. Standardmäßig landet er im Master Boot Record der ersten Festplatte, und der Installer trägt eine bestehende Windows-Installation automatisch ins Bootmenü ein. So können Sie beim Einschalten des Rechners wählen, ob Linux oder Windows startet.
Nun zeigt Mandriva Linux eine Zusammenfassung an, in der Sie per Klick auf eine der Konfigurieren-Schaltflächen Ihre Einstellungen anpassen können (Abbildung 4). So richten Sie im Abschnitt Hardware unter anderem den Drucker und die Grafikumgebung ein. Zumindest letztere sollten Sie schon hier konfigurieren, damit Linux im grafischen Modus startet.
Die Grafikkarte erkennt der Installationsassistent fast immer richtig, doch beim Monitor wählt er gelegentlich eine zu niedrige Auflösung. Finden Sie Ihren Bildschirmhersteller nicht in der Liste, klappen Sie die Einträge unter Generisch aus und wählen dort die passende Auflösung. Nach einem Klick auf Weiter bietet der Installer an, die Einstellungen zu testen. Erscheint daraufhin ein Bildschirm mit farbigen Streifen und können Sie den Text in der Dialogbox lesen, klicken Sie auf Ja, um die Konfiguration zu übernehmen.
Über Netzwerk und Internet / Netzwerk richten Sie einen Internetzugang ein. Der Installer bietet unter anderem die Optionen Analoges Modem, ISDN, DSL und Ethernet (das ist die richtige Wahl, wenn Sie Ihr System per Netzwerkkabel mit einem Router verbinden). Je nach gewählter Verbindungsart erkundigt sich der Assistent nach Ihrem Provider, den Zugangsdaten sowie der zu verwendenden Hardware und richtet die Verbindung ein. Bei Modems gelingt das problemlos, wenn Sie ein Gerät verwenden, das über die serielle Schnittstelle mit dem Computer verbunden ist. So genannte Softmodems, die oft in Notebooks werkeln, funktionieren unter Linux nur mit speziellen Treibern oder auch gar nicht.
Befindet sich Ihr Rechner in einem Heimnetzwerk und erhält seine IP-Adresse per DHCP, konfigurieren Sie die Verbindung erst nach der Installation in drakconf. Während der Installation scheitert ein Versuch, da Mandriva Linux das Paket dhcp-client einspielen will, das jedoch bereits installiert ist (Abbildung 5). Die Fehlermeldung verhindert es, das Netzwerk fertig einzurichten.
Nach zwei Klicks auf Weiter ist die Installation beendet, und Sie können das System über die Schaltfläche Neustart das erste Mal booten.
Wenn Sie mit einer USB-Maus arbeiten, wartet eventuell gleich beim ersten Start eine böse Überraschung auf Sie: In unserem Test bewegte sich auf mehreren Systemen der Mauszeiger nicht. Die Ursache war, dass Mandriva eine falsche Gerätedatei in die Konfiguration des grafischen Systems eingetragen hatte. Das ist jedoch schnell behoben:
kdesu "kwrite /etc/X11/xorg.conf"
Option "Device" "/dev/mouse"
Jetzt müssen Sie nur noch als normaler Benutzer die grafische Oberfläche neu starten, damit die Maus funktioniert. Am schnellsten erledigen Sie das mit [Strg-Alt-Rückschritt].
Von den beiden Fehlern bei der DHCP-Konfiguration und dem Einrichten der Maus abgesehen, gestaltet sich die Installation schnell und einfach, und die Standard-Software-Auswahl hält Programme für die wichtigsten Aufgaben bereit. Mandriva Linux bringt ein Kontrollzentrum mit, in dem Sie das System und die Hardware konfigurieren und weitere Software von der DVD einspielen. Sie starten es über System / Einstellungen / Configure Your Computer aus dem K-Menü. (amü)
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Last modified: 2008-11-05 17:02
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