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Erschienen in EasyLinux 09/2006   »   Ausgabe bestellen

Verschiedene Dateisysteme unter Windows und Linux gemeinsam nutzen.

Gemischtes Doppel


Wer regelmäßig mit Windows und Linux auf einem gemeinsamen Rechner arbeitet, hat mehr als einmal eine Lösung herbeigesehnt, auf Daten von beiden Systemen aus zuzugreifen oder diese gar gemeinsam zu verwenden. Der Artikel zeigt Ihnen, wie es geht.

Thomas Leichtenstern

Unter Linux bereitet der Zugriff auf das Microsoft Dateisystem FAT noch nie Probleme. Ebenso verhält es sich -- wenn auch nur lesend -- mit dem Dateisystem NTFS, mit dem alle von EasyLinux unterstützten Distributionen umgehen können. Deutlich anders stellt sich die Situation aus Sicht des Windows-Anwenders dar. Diesem bleibt der Zugriff auf die gängigen Linux-Dateisysteme ohne Hilfsmittel verwehrt.

Wir zeigen, wie Sie unter Linux Windows-Dateisystemen verwenden und wie Sie Windows dazu bewegen, auf Linux-Partitionen zuzugreifen.


NTFS: Das New Technology Filesystem verwendet Microsoft seit Mitte der neunziger Jahre für seine professionellen Betriebssysteme der NT-Reihe. Dazu gehören auch Windows 2000 und XP. Gegenüber FAT erlaubt es eine Rechteverwaltung und führt ein Journal, das die Gefahr von Dateischäden bei Systemabstürzen verringert.

NTFS und FAT unter Linux

Die meisten Linux-Einsteiger verwenden das neue Betriebssystem zunächst in einer Parallelinstallation neben Windows. Wandert Linux als zweites Betriebssystem auf die Platte, erkennt es meist bereits bei der Installation vorhandene Windows-Partitionen und trägt diese in die Datei /etc/fstab ein: Diese Datei enthält die Liste der zu mountenden Dateisysteme, siehe Kasten "Funktionen der Datei fstab".

Steht die Partition noch nicht in der Datei fstab, tragen Sie diese nachträglich dort ein. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und starten Sie den Texteditor mit der Eingabe von kdesu kwrite als Benutzer root. Öffnen Sie mit Kwrite die Datei /etc/fstab, und passen Sie diese, wie im Beispiel gezeigt, Ihren Gegebenheiten an:

/dev/hdb5 /mnt/ntfs  ntfs ro,users,gid=users,umask=0002,nls=utf8 0 0
/dev/hdb6 /mnt/fat32 vfat wr,uid=1000,gid=100,umask=0002, 0 0

Der erste Teil (/dev/hdb5) steht für die interne Laufwerkszuordnung, der zweite (/tmp/ntfs) für den Einhängepunkt, der dritte für das Dateisystem (ntfs und vfat). Eine Beschreibung der verschiedenen Einträge der Datei fstab finden Sie in Kasten 1. Kennen Sie die Partitionierung der Festplatte nicht genau, starten Sie ein Terminal ([Alt-F2] gefolgt von der Eingabe kdesu konsole). Geben Sie nun den Befehl fdisk -l Festplattenkennung (z.B. /dev/hda) (Abbildung 1) ein, und bestätigen Sie die Eingabe mit [Eingabe]. Es erscheint eine Auflistung aller auf der Festplatte befindlichen Partitionen, derer Dateisysteme und der Bezeichnungen (z. B. /dev/hda3).

Abb. 1: Der Befehl "fdisk -l Festplattenbezeichnung" listet alle darauf befindlichen Partitionen.

Genügt es, temporär an die Daten des Windows-Betriebssystems zu gelangen, ohne diese bei jedem Booten einzuhängen, mounten Sie die Partition mit folgenden Befehlen:

$ su
# mount -t ntfs|vfat Partitionsbezeichnung Einhängepunkt

Der Befehl, der beispielsweise die Windows-Systempartition im Verzeichnis /mnt/windows einhängt lautet:

# mount -t ntfs /dev/hda1 /mnt/windows

NTFS mounten die von EasyLinux unterstützten Linux-Distributionen bislang nur im Lesemodus. Zwar bieten einige Projekte inzwischen auch einen schreibenden Zugriff auf diese Partitionen, jedoch ist dieser nach wie vor mit dem Riskio von Inkonsistenzen und Datenverlust verbunden. Einige vielversprechende Projekte wie ntfs-3g [1] arbeiten jedoch daran, den Schreibzugriff zu optimieren.

Bis diese soweit sind, müssen Sie jedoch das von beiden Systemen gleichermaßen unterstützte Dateiformat FAT zu verwenden. Im Kasten "FAT-Partition erstellen mit GParted" erfahren Sie detailiert, wie Sie dieses auf Ihrem Computer einrichten.

Leider ist auch dieses ehemalige Standard-Dateisystem nicht der Weisheit letzter Schluß, da es weder ein Journal besitzt, welches Inkonsistenzen vermeidet, noch Dateigrößen über vier GByte zulässt.


FAT: Der File Allocation Table ist ein altes Dateisystem aus den achtziger Jahren und wurde von Seattle Computer Products für QDOS entwickelt. Damals noch ausreichend, entspricht es heute nicht mehr dem Stand der Technik, unter Anderem weil es keine Dateigrößen über vier GByte unterstützt und keine Rechteverwaltung vorsieht.

FAT-Partition erstellen mit GParted

Die EasyLinux-Heft-DVD enthält die bootbare Live-Distribution GParted, die als wichtigsten Bestandteil das gleichnamige Partitionierungsprogramm mitbringt. Zum Booten starten Sie den Rechner mit eingelegtem Datenträger neu. Achten Sie dabei darauf, dass das CD/DVD-Laufwerk in der Boot-Reihenfolge des BIOS an erster Stelle steht.

Nach dem Start-Bildschirm, der keinerlei Eingaben erfordert, erscheint ein Auswahlfenster, in dem Sie festlegen, welche Kernel-Module das System lädt. In den meisten Fällen reicht es aus, den Punkt Skip extra boot options zu wählen. Sollten Sie SATA-Platten verwenden, wählen Sie den Punkt darunter, SCSI/SATA. Im folgenden Fenster stellen Sie die Sprache ein, danach das Keyboard-Layout. Scrollen Sie in diesem Fenster mit [Bild ab] bis zum Ende der Liste, und wählen Sie den Eintrag qwertz/de-latin1-nodeadkeys.map. In seltenen Fällen kommt es vor, dass der Bildschirm nach dem Bootvorgang schwarz bleibt, weil die Distribution keinen passenden Grafikkartentreiber findet. Starten Sie in diesem Fall den Rechner neu, und wählen Sie im Fenster GParted LiveCD/USB Extra Boot Options den Eintrag manual video card und im Anschluß Done. Aus der Auswahlliste wählen Sie den ersten Eintrag, vesa , danach als Display Depth 8 oder 16 und eine Auflösung (XRES) von 800x600. Das entspricht einer Sicherhheitseinstellung, die praktisch alle Rechner unterstützten.

Das Programm GParted startet automatisch nach dem Booten des Betriebssystems. In der Grundeinstellung zeigt es im Hauptfenster die erste Festplatte, in der Regel /dev/hda. Andere an das System angeschlossene Platten erreichen Sie mit einem Klick auf das Festplattensymbol in der oberen rechten Ecke.

Ähnlich wie der kommerzielle Ableger Partition Magic ermöglicht GParted das beliebige Vergrößern, Verkleinern, Umformatieren oder neue Erstellen von Partitionen. Dabei unterstützt es neben NTFS- und FAT auch Ext2/3- sowie ReiserFS-Dateisysteme. Zum Ändern der Größe (Abbildung 2) klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Partition, und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag Resize/Move. Durch das Verschieben des Balkens oder durch die Eingabe der neuen Partitionsgröße verkleinern Sie das gewählte Dateisystem. Beenden Sie die Eingabe mit einem Klick auf den Button Größe ändern.

Abb. 2: GParted erlaubt das einfache Ändern von Partitionsgrößen über Schieberegler.

Im Anschluß erscheint im Übersichtsbalken der neue, freie Speicherplatz als weißes Quadrat. Klicken Sie dieses mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Neu. Je nachdem, ob Sie aus dem freien Platz eine primäre oder (falls noch nicht vorhanden) eine erweiterte Partition erstellen möchten, wählen Sie im Fenster Partition erstellen den Eintrag Primäre Partition oder Erweiterte Partition. Bei Wahl der primären Variante aktiveren Sie aus dem Eintrag Dateisysteme: den Punkt fat32. Erstellen Sie eine erweiterte Partition, wiederholen Sie den Vorgang wie beschrieben und wählen unter Erstellen als: den Eintrag Logische Partition (Abbildung 3). Nach Abschluß aller Anpassungen übernehmen Sie die Einstellungen mit einem Klick auf den Button Anwenden in der Symbolleiste des Programms.

Abb. 3: Im Fenster "Neue Partition erstellen" legen Sie sowohl die Größe als auch das verwendete Dateisystem fest.

Beachten Sie: Änderungen an Partitionen erfordern immer fehlerfreie Dateisysteme, da GParted andernfalls die Partitionen nicht verändern kann. Auch im Idealfall besteht jedoch die Gefahr, dass nach Änerungen Inkonsistenzen im Dateisystem auftreten, die im schlimmsten Fall zum kompletten Verlust der Daten auf der Partition führt. Legen Sie deswegen vor solchen Änderungen immer ein Backup Ihrer wichtigen Daten an.

Pimp my Windows

Für Windows gibt es inzwischen diverse einfach zu bedienende Programme um Linux-Dateisysteme unter Windows zu verwenden. Allen voran das Projekt Ext2ifs [2], das die vollständige Integration von Ext2/3-Dateisystemen ermöglicht. Für den Anwender erscheint die eingehängte Linux-Partition wie ein normales Laufwerk mit Buchstabenzuordnung.

Alle von EasyLinux unterstützen Distributionen außer Suse Linux verwenden als Standard-Dateisystem Ext3, und profitieren damit von diesem Treiber. Suse Linux versieht seine Partitionen in der Grundeinstellung mit dem von diesem Treiber nicht unterstützen Dateiformat ReiserFS. Da ein Konvertieren des Dateisystems von ReiserFS nach Ext3 nicht möglich ist, kommen Benutzer von Suse Linux deshalb nicht drum herum, das Betriebssystem mit dem Dateisystem Ext3 wie folgt neu zu installieren:

Abb. 4: Da bisher kein Windows-Programm ReiserFS vollständig unterstützt, müssen Suse Linux Benutzer ihr System basierend auf dem Ext3-Dateisystem neu installieren.

Ext2 IFS

Zur Installation von Ext2 IFS starten Sie das auf der Heft-DVD enthaltene Setup-Programm mit einem Doppelklick darauf. Aktivieren Sie den Button neben der Einverständniserklärung (I agree) der Freeware-Lizenz und fahren Sie mit einem Klick auf Next mit der Installation fort. Im nächsten Fenster erscheint die Frage, Enable the large file feature.. Aktivieren Sie die Checkbox, wenn Sie Dateien mit einer Größe von über vier GByte auf der Partition speichern möchten.

Für die aktuell von EasyLinux unterstützten Distribution hat die Anwahl keinerlei Konsequenzen. Lediglich Distributionen, die einen 2.2er Kernel verwenden, mounten das Ext2 Dateisystem dann nur noch im Lese-Modus. Im folgenden Fenster weisen sie den erkannten Linux-Partitionen einen Laufwerksbuchstaben zu. Leider bietet das Programm keinerlei Möglichkeiten, zwischen ReiserFS- und Ext2/3-Partitionen zu unterscheiden. Erstere lassen sich von diesem Tool nämlich auch mit einem Laufwerksbuchstaben versehen. Der Klick darauf öffnet jedoch lediglich der Warnhinweis (Abbildung 6), das gewählte Laufwerk sei nicht formatiert. Beantworten Sie die Frage, ob der Datenträger nun formatiert werden solle auf jeden Fall mit nein.

Abb. 5: Versehen Sie eine ReiserFS-Partition mit einem Laufwerksbuchstaben, quittiert Windows den Zugriffs-Versuch mit einer Warnmeldung.

Das gleiche geschieht, wenn eine Ext2/3-Partition unter Linux nicht sauber ausgehängt wurde und als unsauberes Dateisystem markiert ist, beispielsweise durch einen Systemabsturz von Linux. Dann ist Ext2 IFS nicht in der Lage, die Partition zu mounten, zeigt aber trotzdem den Laufwerksbuchstaben an. Booten Sie in diesem Fall zuerst Ihr Linux-System, das dann die Platte automatisch nach Fehlern durchsucht.

Enthält die Partition ein sauberes Ext2/3-Dateisystem, erscheint diese nach Abschluß der Zuordnung ohne einen Reboot mit dem gewählten Laufwerksbuchstaben im Datei-Explorer von Windows. Da es sich bei Ext3 lediglich eine abwärtskompatible Erweiterung von Ext2 handelt, unterscheidet das Programm nicht zwischen beiden und mountet auch Ext3 als Ext2. Die nahtlose Integration in das Betriebssystem erlaubt den Zugriff von beliebigen anderen Programmen auf den Inhalt des Dateisystems wie auf eine Windows-Partition, jedoch mit einer Einschränkung: Nur Benutzer mit administrativen Rechten dürfen den Treiber starten und somit auf die Linux-Dateisysteme zugreifen.

Möchten Sie die Laufwerkszuordnungen nachträglich verändern, oder das Dateisystem aushängen, starten Sie das Konfigurationstool IFS Drives (Abbildung 6), das Sie in der Systemsteuerung von Windows finden.


Unsauberes Dateisystem: Ext2/3-Dateisysteme werden beim Mounten mit einer Kennung versehen, das nach dem sauberen Aushängen wieder zurückgesetzt wird. Ist diese noch vorhanden, geht das Betriebssystem von einer fehlerhaften Partition aus.

Abb. 6: Das Konfigurationstool von Ext2 IFS erlaubt das einfache Zuordnen von Laufwerksbuchstaben zu Linux-Partitionen.

Externe Dateibrowser

Eine weitere Möglichkeit des Zugriffs auf Windows-Dateisysteme bieten spezielle Dateibrowser wie die Ltools [3]. Anders als Ext2 IFS integriert sich dieses Programm nicht in das System, sondern bringt einen eigenen Datei-Explorer mit, der den Zugriff auf die fremden Dateisysteme ermöglicht. Währende das Programm Ext2/3-Dateisysteme lesend und schreibend unterstützt, gewährt es auf ReiserFS lediglich lesende Zugriffe sowie das Ändern von Dateirechten- und Besitzern. Benutzern von Suse Linux, die von Windows aus nur Daten von der Linux-Distribution kopieren oder auslesen möchten, haben damit auch ohne eine Neuinstallation einen -- wenn auch eingeschränkten -- Zugriff auf ihre Dateien. Da das Programm nur Dateioperationen erlaubt, die es selbst mitbringt, ist der direkte Zugriff beispielsweise mit Editoren oder Bildbetrachtern auf die Dateien nicht möglich.

Ltools: Und... Action

Entpacken Sie das auf der Heft-DVD enthaltene Archiv ltools-6.12.zip und starten Sie das Setup-Programm setup.exe mit einem Doppelklick darauf. Das Programm besteht aus einem Kernelement und drei verschiedenen grafischen Oberflächen, die den Zugriff auf die Linux-Dateisysteme ermöglichen. Während das .NET-basierte Front-End zum Betrieb die .NET-Laufzeitumgebung [4] benötigt, erwartet die in Java verfasste Version das Java Runtime Environment [5]. Zwar besitzen beide Programme einen iddentischen Funktionsumfang, jedoch geht beispielsweise der Verzeichniswechsel bei der .NET-Variante deutlich schneller vonstatten. Alternativ erlaubt der Start des mitgelieferten Webservers den Zugriff auf die Dateisysteme über einen Webbrowser (http://127.0.0.1) .

Nach dem Start des .NET-basierten Dateibrowser erscheinen in der oberen Hälfte die Windows-Partitionen, in der unteren Hälfte erscheinen die vom Programm erkannten Linux-Partitionen. Ein Klick auf die Laufwerke öffnet in der rechten Hälfte des Fensters deren Inhalt (Abbildung 7).

Abb. 7: Der Datei-Explorer der Ltools zeigt in der unteren Hälfte des Fensters die Linux-Partitionen.

Die Ltools unterstützen neben Ext2- und 3-Dateisystemen auch ReiserFS- und Reiser4-Formate. Ein Klick auf Partitions in der Buttonleiste des Programms öffnet die Übersicht (Abbildung 8) aller Partitionen, zeigt deren Größe und das verwendete Dateisystem.

Abb. 8: Ein Klick auf "Partitions" in der Buttonleiste der Ltools öffnet die Übersicht aller auf den Festplatten enthaltenen Partitionen.

Bei den Dateisystemen Ext2 und Ext3 erlaubt das Programm beinahe die gleichen Dateioperationen wie der Datei-Explorer von Windows. Neben dem Kopieren von Dateien und Verzeichnissen -- auch zwischen verschiedenen Linux-Partitionen -- ermöglicht es auch das Umbenennen und Löschen dieser. Zum Umschalten in den Schreibmodus klicken Sie auf Read only in der Buttonleiste des Dateibrowsers. Lediglich das Bearbeiten von Dateien gestaltet sich mit den Ltools umständlich, gilt es doch, zunächst die zu bearbeitenden Dateien auf eine Windows-Partition zu kopieren, dort zu bearbeiten und dann wieder an den alten Platz zurück zu kopieren. Da die Applikation jedoch das Überschreiben von Dateien nicht unterstützt, gilt es, vor dem dem Zurückkopieren zuerst die Ursprungsdatei zu löschen.

Ist die Datei, den Sie öffnen möchten, unter Windows mit einer Anwendung verknüpft (meist zu erkennen am Symbol neben dem Dateinamen oder der Dateierweiterung), reicht wie im normalen Dateibetrachter ein Doppelklick um diese zu öffnen. Das Programm kopiert die Datei dann in sein temporäres Verzeichnis, und zeigt sie anschließend an. Zum Öffnen von Dateien ohne eine Zuordnung, beispielsweise Konfigurationsdateien, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Dateinamen und wählen den Eintrag View. Damit öffnet Ltools die gewählte Datei mit dem Notepad von Windows, jedoch ohne zu unterscheiden, ob es auch vernünftig angezeigt wird.

Total Commander

Für den beliebten alternativen Datei-Explorer Total Commander [6] gibt es, neben diversen anderen, auch ein Plug-in zum Darstellen von Ext2/3- und ReiserFS-Dateisystemen. Dieses ermöglicht jedoch lediglich die Anzeige und das Kopieren der enthaltenen Dateien, nicht jedoch das Verändern oder Umbenennen.

Abb. 9: Das Plug-in Ext2fs ermöglicht Ihnen dem Total-Commander den lesenden Zugriff auf Ext2/3- und ReiserFS-Dateisysteme.

Plug-in einrichten

Um Total Commander zu installieren doppelklicken Sie auf das Setup-Programm tcmdr655.exe, das auf der Heft-DVD enthalten ist. Zur Installation des Plug-ins gehen Sie wie folgt vor:

Abb. 10: Mit wenigen Mausklicks und dem richtigen Plug-in lernt Total Commander, Ext2/3- und ReiserFS-Partitionen anzuzeigen.

Nach der Installation zeigt der Total Commander die unterstützten Linux-Dateisysteme in der Netzwerkumgebung als Obergruppe Linux-drives im Dateibrowser an. Das Plug-in gestattet alle lesenden Dateioperationen, die Total Commander auch für andere Dateisysteme zur Verfügung stellt. Jedoch erlaubt auch dieses Programm keinen direkten Zugriff von Drittprogrammen auf die Dateien.

Fazit

Während das Einrichten eines gemeinsamen Dateisystems unter Linux zum Teil mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden ist, bieten einige Windows-Programme zwischenzeitlich eine stabile und einfach zu bedienende Möglichkeit des Zugriffs auf Linux-Partitionen. Das Tool Ext2 IFS, welches sich fest in das Windows-System integriert, überzeugt vor allen anderen durch seine einfache Bedienung und die Möglichkeit, mit beliebigen Programmen auf die Dateien zuzugreifen. Aufgrund dessen bietet es von allen Programmen die meisten Möglichkeiten, auf beiden Systemen mit den selben Daten zu arbeiten (siehe Kasten "Gemeinsame Dateisysteme sinnvoll nutzen"). Da die meisten Windows-Anwender mit administrativen Rechten auf ihrem Rechner arbeiten, fällt es nicht weiter ins Gewicht, dass alle Programme zum Öffnen der Linux-Dateisysteme diese Rechte erfordern. (tle)

Gemeinsame Dateisysteme sinnvoll nutzen

Gemeinsam verwendete Dateisysteme bieten neben dem unkomplizierten Datentausch zwischen den Betriebssystemen auch die Möglichkeit, beispielsweise Adressdatenbanken, Mailkonten und vieles mehr von beiden Betriebssystemen aus gemeinsam zu benutzen. Den unkomplizierteste Weg dafür ebnet das Programm Ext2 IFS.

Eigene Dateien im Linux-Home

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis Eigene Dateien auf dem Desktop, und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Eigenschaften.

Abb. 11: Mit wenigen Mausklicks verschieben Sie die eigenen Windows-Dateien in das Home-Verzeichnis Ihres Linux-Benutzeraccounts.

Im neuen Fenster klicken Sie auf den Button Verschieben.... Wählen Sie anschließend im Fenster Ziel auswählen das Home-Verzeichnis Ihrer Linux-Installation (/home/Benutzername), und erstellen Sie mit einem Klick auf den Button Neuen Ordner erstellen ein Unterverzeichnis, beispielsweise winlinshared. Schließen Sie den Vorgang mit einem Klick auf OK ab. Alle Dateien, die sich im Ursprungsverzeichnis befinden, verschiebt diese Aktion in das neue Heimatverzeichnis.

Da es sich bei den eigenen Dateien um eine Windows-Umgebungsvariable handelt, öffnen viele Programme (beispielsweise OpenOffice) diesen Ordner beim Klick auf den Button Verzeichnis öffnen.

Wie Sie ein gemeinsames Mail-Konto verwenden, erklärt der Artikel Gemeinsame Sache aus der Ausgabe 03/06, der auch auf der Heft-DVD enthalten ist.

Infos
[1] ntfs-3g: http://mlf.linux.rulez.org/mlf/ezaz/ntfs-3g-download.html
[2] Ext2 IFS: http://www.fs-driver.org
[3] Ltools: http://www.it.fht-esslingen.de/~zimmerma/software/ltools/ltools.html
[4] Microsoft .NET: http://www.microsoft.com
[5] Sun Java JRE: http://www.java.com/de/download/manual.jsp
[6] Total Commander: http://www.ghisler.com/deutsch.htm

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