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Heike Jurzik
Smart [1] arbeitet schnell, nutzt zahlreiche verschiedene Paketquellen sowie deren Mirrors und ist daher eine echte Alternative zur Softwareverwaltung mit YaST, KPackage, Synaptic & Co. Genau wie die Konkurrenz, löst Smart bei der Installation und dem Löschen von Software eventuelle Abhängigkeiten zu anderen Paketen selbständig auf und hält damit das System konsistent. Smart kann sowohl mit lokalen Quellen als auch mit Online-Repositories umgehen -- eine schnelle Internetanbindung ist dafür die Voraussetzung.
Der Artikel zeigt, wie Sie den Paketmanager unter Suse Linux 10.0 und 10.1 installieren, einrichten und verwenden. Auch wenn die grafische Oberfläche komfortabel ist, darf ein kurzer Ausflug auf die Kommandozeile nicht fehlen -- mit ein paar smarten Befehlen arbeiten Sie dort flink und flott.
Ab Version 10.1 ist der alternative Paketmanager Bestandteil von Suse Linux. Benutzer älterer Versionen dieser Distribution finden Pakete unter [2]. Unter Suse Linux 10.0 gehen Sie folgendermaßen vor, um Smart zu installieren:
Smart ist Bestandteil von Suse Linux 10.1. Mit den folgenden Schritten rüsten Sie den flinken Paketmanager nach:
Sie starten die grafische Variante des Paketmanagers anschließend über das K-Menü / System / Konfiguration / Package Manager (Smart Package Manager) (Suse Linux 10.0) bzw. System / Konfiguration / Smart (Paketmanager) (Suse Linux 10.1). Danach geben Sie in die Dialogbox das Administratorkennwort ein. Um die grafische Version über den KDE-Schnellstarter ([Alt-F2]) oder ein Terminalfenster aufzurufen, geben Sie den Befehl
kdesu -u root -c "smart --gui"
ein. Achten Sie auf die Anführungszeichen, die den smart-Aufruf einschließen. Wie Sie Smart alternativ auf der Kommandozeile nutzen, verrät der Kasten Smart auf der Shell benutzen am Ende des Artikels.
Dreh- und Angelpunkt der Paketverwaltung sind die so genannten Channels (= Kanäle), welche die Softwarequellen beschreiben, aus denen Smart die Pakete installiert. Diese Repositories gibt es in verschiedenen Formaten: Smart kann nicht nur mit APT- und YUM-Quellen, sondern auch mit lokalen Verzeichnissen und bereits installierten Paketen umgehen. Diese Quellen richten Sie nun ein:
Da es relativ aufwändig ist, viele Kanäle per Mausklick hinzuzufügen, werfen Sie auch einen Blick in den Kasten Smart auf der Shell benutzen -- mit einem einzigen Befehl fügen Sie eine komplette Channelliste hinzu.
Einen Channel passen Sie nachträglich an, indem Sie den Eintrag in der Liste auswählen und auf Eigenschaften klicken. Wer mit mehreren Repositories arbeitet und deren Wichtigkeit festlegen möchte, trägt einen Wert ins Feld Priorität ein: je höher die Zahl, desto wichtiger die Quelle. Voreingestellt für neue Channels ist jeweils die 0; es sind aber theoretisch Werte von -100000 bis 100000 möglich.
Manchmal kann es sinnvoll sein, eine Quelle vorübergehend zu deaktivieren; in dem Fall setzen Sie ein Häkchen vor gesperrt. Um einen Channel ganz loszuwerden, wählen Sie ihn aus und klicken dann auf Löschen -- Vorsicht: Smart fragt nicht nach einer Bestätigung, ob Sie die Quelle wirklich entfernen wollen.
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie Smart dazu auffordern, die Quellen zu aktualisieren. Sie frischen die Paketdatenbank auf, indem Sie im Datei-Menü den Punkt Selektierten Channel aktualisieren oder Alle Channel aktualisieren auswählen (Abbildung 1).
Um die Quellen nach einem Paket zu durchforsten, klicken Sie auf das Symbol mit der Lupe (alternativ drücken Sie [Strg-F]) und geben ins Feld den gesuchten Begriff ein. Smart präsentiert nach kurzer Zeit die Pakete nach Kategorien und Quellen geordnet. Wenn Sie ein Paket anklicken, können Sie im unteren Fensterbereich die Paketbeschreibung (Beschreibung), die enthaltenen Dateien (Inhalt), Abhängigkeiten (Verknüpfungen) und Informationen zur Downloadquelle (URLs) betrachten (Abbildung 2).
Sagt Ihnen etwas aus der Trefferliste zu, geht es nun an die Installation. Klicken Sie ins Viereck vor den jeweiligen Paketnamen, um eines oder mehrere zum Einspielen auszuwählen. Bestehen Abhängigkeiten zu anderen Komponenten, öffnet Smart ein Dialogfenster und präsentiert eine Übersicht der weiterhin zu installierenden Pakete (Abbildung 3). Bestätigen Sie den Dialog mit OK. Ein Klick auf das Zahnrad startet die Installation.
Bereits eingespielte Pakete erkennen Sie am grünen Viereck; Software, für die es eine aktuellere Version gibt, sind mit einem gelben Sternchen markiert. Um ein Paket erneut einzuspielen, klicken Sie es mit der rechten Maustaste an und wählen aus dem Kontextmenü Erneut Installieren.
Das ganze System bringen Sie auf den neuesten Stand, indem Sie den Menüpunkt Bearbeiten / Alles aktualisieren aufrufen. Bevor Smart mit der Arbeit beginnt, informiert ein Dialogfenster über die geplanten Änderungen, und Sie können den Vorgang jederzeit abbrechen.
Über das schon erwähnte Kontextmenü der rechten Maustaste wählen Sie eines oder mehrere Pakete zum Entfernen aus. Sollte Smart Abhängigkeiten zu anderen Komponenten entdecken, informiert der Paketverwalter darüber; andernfalls erscheint ein rotes Kreuz im Viereck vor dem Paketnamen. Sobald Sie das nächste Mal auf das Zahnrad klicken, führt Smart die Änderungen durch.
Wer sich vor einem inkonsistenten System fürchtet, lässt Smart selbständig nach Problemen schauen. Über Bearbeiten / Löse alle Probleme starten Sie den automatischen Korrekturlauf.
Smart ist eine echte Alternative zu den bekannten Paketmanagern und dem etwas störrischen Updatetool Zen, das unter Suse Linux zum Einsatz kommt. Die grafische Oberfläche präsentiert sich aufgeräumt und übersichtlich, und Kommandozeilenfans halten ihr System mit leicht zu merkenden Befehlen auf dem neuesten Stand.
Im Netz gibt es jede Menge Dokumentation zu Smart, wenn es doch einmal hakt. Foren, wie z. B. der Linux-Club [5] oder die EasyLinux-Mailinglisten [6] sind gute Anlaufstellen für offene Fragen. Auf unserer Liste zu Suse Linux wird seit einigen Wochen lebhaft über Smart diskutiert; in diesem Zusammenhang ist auch ein Howto [7] von EasyLinux-Lesern für EasyLinux-Leser entstanden -- ein Blick lohnt sich. (hge)
| Smart auf der Shell benutzen |
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Der flinke Paketmanager spielt seine ganzen Stärken auf der Kommandozeile aus -- mit wenigen Befehlen fügen Sie einen oder gleich mehrere Channels hinzu, aktualisieren die Paketliste, suchen nach Software, installieren und löschen diese oder bringen in einem Rutsch das System auf den neuesten Stand. Starten Sie ein Terminalfenster und werden Sie mit su - und Eingabe des Root-Passworts zum Administrator. Wie im Abschnitt Der richtige Kanal beschrieben, fügen Sie nun als Erstes entsprechende Quellen hinzu. Am schnellsten geht das, wenn Sie auf eine vorhandene Channelliste ([3], [4]) zugreifen, z. B.: smart channel --add http://divine160281.di.funpic.de/channel/suse101x86.txt Achten Sie darauf, dass Sie eine passende Liste für Ihre Suse-Linux-Version und die richtige Architektur (32 oder 64 Bit) verwenden. Anschließend fragt Smart für jede einzelne Quelle nach, ob Sie diese wirklich einbinden wollen oder nicht. Um ein angebotenes Repository hinzuzufügen, tippen Sie y gefolgt von [Eingabe]; andernfalls geben Sie n ein (Abbildung 4). Grundsätzlich empfehlenswert sind die Security-, Base-, Packman- und Guru-Quellen -- damit sind Sie auf der sicheren Seite. Wer einen Kanal entfernen möchte, tippt: smart channel --remove Alias Um auf einen Rutsch alle Kanäle loszuwerden, geben Sie hingegen smart channel --remove-all ein. Abb. 4: Bei der Einrichtung ganzer Channellisten bestätigen Sie die Aufnahme jeder einzelnen Quelle.Danach aktualisieren Sie die Channelinformationen mit dem Befehl smart update. Je nach Menge der Quellen und Geschwindigkeit der Internetverbindung kann dies eine Weile dauern. Um nach Paketen zu suchen, setzen Sie smart search <name> ein; <name> ersetzen Sie dabei durch einen Paket- oder Programmnamen, z. B.: # smart search vlc Loading cache... Updating cache... ########### [100%] vlc - The VideoLAN client, also a very good standalone video player. vlc-debuginfo - Debug information for package vlc vlc-devel - Header files and static library from the Videolan Client ... Bei der Suche dürfen Sie auch Wildcards, wie z. B. das Sternchen, verwenden. So fahndet smart search "*player*" nach Paketen und Beschreibungen, welche die Zeichenkette "player" enthalten. Pakete installieren, aktualisieren und löschenEin Paket installieren Sie anschließend über smart install <paket>. Smart meldet sich, wenn Abhängigkeiten zu anderen Paketen bestehen, und schlägt vor, diese gleich mit zu installieren (Abbildung 5). Abb. 5: Smart löst Abhängigkeiten automatisch auf und informiert, welche Datenmengen auf die Platten wandern.Der flinke Paketmanager bringt auch eine Option mit, mit der Sie ein bereits installiertes Paket neu einspielen; ersetzen Sie in dem Fall install durch reinstall. Um Pakete zu aktualisieren, verwenden Sie die Option upgrade -- geben Sie entweder einen Paketnamen an oder einfach nur smart upgrade, um das gesamte System auf den neuesten Stand zu bringen. Smart informiert auch hier zunächst darüber, was im Ernstfall passieren würde, und nennt die Pakete, die es aktualisieren, installieren und löschen wird, so dass Sie vorher sehen, welche Änderungen der Befehl bewirkt. Das Kommando zum Entfernen von Paketen heißt remove. Wie für die anderen Smart-Befehle gezeigt, geben Sie einen oder mehrere Pakete an. Praktisch ist auch eine Funktion, die das System auf ungelöste Abhängigkeiten hin überprüft und diese auf Wunsch gleich repariert. Geben Sie dazu einfach smart fix ein und folgen Sie den Anweisungen. Sämtliche Smart-Befehle bieten weitere Optionen, mit denen Sie noch genauer arbeiten. Eine Kurzhilfe auf der Shell erhalten Sie, wenn Sie smart <Kommando> -h eingeben, also z. B. smart search -h. |
| Infos |
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[1] Smart-Homepage: http://labix.org/smart
[2] Smart-Pakete für viele Suse-Linux-Versionen: http://linux01.gwdg.de/~pbleser/rpm-navigation.php?cat=/System/smart [3] Channelliste für verschiedene Suse-Linux-Versionen: http://divine160281.di.funpic.de/ [4] Noch mehr Channel für Suse Linux: http://www.personal.uni-jena.de/~p1woro/SUSE-smart-examples/channels.txt [5] Linux-Club Forum: http://www.linux-club.de/ [6] EasyLinux-Mailinglisten: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten [7] Smart-HOWTO: http://www.benjaminneff.ch/?id=smart-howto |
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Last modified: 2008-11-05 17:02
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