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Martin Loschwitz
Die Referenz zu Fragen der deutschen Sprache ist die Duden-Redaktion. Dass es ihr bekanntestes Produkt, den Rechtschreib-Duden, auch als Computer-Programm gibt, versteht sich von selbst. Zur kürzlich in Kraft getretenen (erneuten) Rechtschreibreform gab es auch eine neue Version der Duden-Rechtschreibsuite für Linux. Deren Vorgänger waren in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit an andere Digital-Lexika nie herangekommen -- Zeit, dem jüngsten Spross der Duden-Redaktion auf den Zahn zu fühlen und zu schauen, was sich im Vergleich zur Vorversion verändert hat.
Die Duden-Office-Bibliothek der deutschen Rechtschreibung beziehen Sie entweder auf CD über den Webshop der Bifab (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG) oder alternativ direkt per Download aus dem Bifab-Shop [1]. Neben der CD zum Preis von 19,95 Euro gibt es auch ein Bundle aus CD-Duden und aktuellem Duden in Buchform zu kaufen -- wer es lieber handfest mag, zahlt für Buch und CD zusammen 25,50 Euro. Die CD im Bundle-Produkt bietet allerdings weniger Funktionen als die "Nur-CD"-Version, welche wir getestet haben.
Ebenfalls 19,95 Euro sind für die Download-Variante fällig. Der Inhalt der so erhältlichen Datei ist identisch mit dem CD-Inhalt. Mit CD oder Download-Datei installieren Sie die Bibliothek wahlweise unter Linux, Windows oder Mac OS. Die Datei aus dem Webshop ist 206 MByte groß, selbst mit einer nicht so starken DSL-Leitung ist es also kein Problem, sie herunterzuladen.
| Software-Installation |
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Der Installationsprozess unterteilt sich in zwei Etappen. Für Suse Linux 10.0, Kubuntu und Fedora Core liegen auf der CD Pakete im RPM- und Debian-Format, die Sie zunächst installieren. Mandriva-Benutzer bleiben dabei auf der Strecke -- was wohl daran liegt, dass die (zum Testzeitpunkt) aktuelle Mandriva-Version 2006 bereits etwas angestaubt ist. Für Suse Linux 10.1 finden Sie ein Paket auf der Website des Herstellers [2]. Suse LinuxUnter Suse Linux 10.0 legen Sie die CD ins Laufwerk, so dass der CD-Inhalt in einem Konqueror-Fenster erscheint. Nutzen Sie hingegen Suse Linux 10.1, laden Sie das Paket für diese Version [2] herunter und öffnen ein Konqueror-Fenster, das diese Datei anzeigt. Drücken Sie [F4]: Damit öffnen Sie ein Terminal-Fenster. Dort geben Sie den Befehl su -c "rpm -Uvh officebib-4.1.0-1-suse10.rpm" (für Suse Linux 10.0) bzw. su -c "rpm -Uvh officebib-4.1.0-3-suse10.rpm" (für Suse Linux 10.1) ein. In beiden Fällen geben Sie anschließend am Passwort-Prompt das Administratorpasswort (also das des Benutzers root) ein. Unter Version 10.0 klicken Sie alternativ zum Weg über die Konsole den Dateinamen des Pakets (officebib-4.1.0-1-suse10.rpm) im Konqueror an, klicken dann in der Paketbeschreibungsseite auf Paket mit YaST2 installieren und schauen (wiederum nach Eingabe des Root-Passworts) YaST bei der Installation des Pakets zu -- Suse Linux 10.1 beherrscht diesen Trick leider nicht, obwohl es auch dort im Konqueror diese Funktion gibt: Sie schlägt nur fehl. Ubuntu
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Die Duden-Installation besteht aus zwei Schritten: Der Kasten "Software-Installation" verrät, wie Sie das Duden-Programm auf den Rechner kopieren.
Ein Icon zum Start der Office-Suite legt die Office-Bibliothek nicht an. Den ersten Programmstart realisieren Sie darum, indem Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster öffnen und dort den Befehl officebib eingeben. Damit starten Sie den zweiten Teil der Installation: Mit dem ersten Schritt haben Sie nur ein Programm auf das System gebracht, das verschiedene Lexika anzeigen und durchsuchen kann, aber es enthält noch keine Daten. Es passt zu allen Produkten der "Office-Bibliothek".
Die Office-Bibliothek merkt selbst, dass ihr etwas fehlt, und öffnet einen entsprechenden Dialog. So gehen Sie vor, um das Universalwörterbuch zu installieren:
Die Programmoberfläche der Office-Bibliothek ist klar und übersichtlich strukturiert (Abbildung 1). Auffällig ist die Eingabezeile links oben, die eine Schnellsuche ermöglicht. Geben Sie in das Feld ein Wort oder zumindest dessen erste Buchstaben ein, um den Suchmechanismus in Gang zu setzen. In Echtzeit werden dann alle passenden Ergebnisse im Bereich unter der Suchzeile angezeigt. Liegen zu einem Beitrag besondere Elemente vor, gibt es also etwa ein Beispiel der phonetischen Aussprache, erkennen Sie das an einem entsprechenden Symbol in der Liste.
Klicken Sie auf einen Eintrag in den Suchergebnissen, erscheint im rechten Teil des Fensters sofort der passende Eintrag mit eventuell vorhandenen Anmerkungen und Kommentaren.
Die Suchfunktion erwies sich im Test als sehr robust: Die Suche nach einem Wort in alter Rechtschreibung quittierte das Programm mit der Anzeige des richtigen Wortes in neuer Schreibweise. Auch bei Wortkompositionen gab sich die Office-Bibliothek keine Blöße -- auf die Suchen nach "zusammen schreiben" und "zusammenschreiben" zeigte das Programm jeweils die nach den neuen Regeln korrekte Fassung "zusammenschreiben" an.
Die Office-Bibliothek ist übrigens ähnlich wie der Konqueror mit Tabulatoren ausgerüstet. Starten Sie eine neue Suche und öffnen dann ein Ergebnis durch Doppelklick, verschwindet der zuvor angezeigte Eintrag nicht wortlos vom Bildschirm: Das Programm öffnet stattdessen einen neuen Tabulator und zeigt darin den Eintrag an.
Die gut funktionierende Suchfunktion der Office-Bibliothek tröstet darüber hinweg, dass das Programm an vielen Stellen ungewollt den Eindruck vermittelt, unfertig zu sein. Das liegt im Wesentlichen an der Tatsache, dass die Office-Bibliothek nicht allein für den Rechtschreibduden konzipiert ist. Klicken Sie zum Beispiel auf Erweiterte Suche, öffnet sich zwar ein spezieller Dialog (Abbildung 2) -- er ist aber mehr oder weniger nutzlos. Denn welche Funktion sollte die Suche nach Phrasen, ganzen Sätzen oder bestimmten Medientypen haben, wenn alle Suchresultate einzelne Wörter sind und von vornherein klar ist, dass die einzigen verfügbaren Medien Aussprachehilfen sind?
Die im rechten Teil des Fensters gezeigten Wörterbucheinträge sind in Form und Gestaltung mit den Einträgen der Papierversion identisch. Am Anfang eines Eintrags steht dabei grundsätzlich das Wort selbst; Punkte oder Striche unter den Wortsilben verdeutlichen die Betonung. Punkte zwischen Silben zeigen die Silbentrennung. Veränderungen, die sich mit der Rechtschreibreform ergeben haben, hebt das Programm rot hervor. Gibt es für ein Wort eine Aussprachehilfe, zeigt das ein kleines Symbol mit einem Lautsprecher. In Klammern folgt bei manchen Einträgen eine kurze Erklärung des jeweiligen Wortes. Überdies zeigt ein gelbes Symbol mit einem kleinen D und einem grünen Haken an, dass ein Eintrag in der aktuellen Duden-Version verändert wurde.
Wie die Papiervariante enthält auch der digitale Duden diverses Zusätzmaterial, darunter den amtlichen Katalog zur Regelung der deutschen Rechtschreibung vom März 2006. Sie erreichen sämtliche Dreingaben, indem Sie im Hauptfenster der Bibliothek oben rechts dem Link Zusätze neben dem Duden-Symbol folgen. In der Mitte des Fensters erscheint dann eine Liste aller verfügbaren Dokumente. Neben umfangreichen Hilfestellungen zu den diversen Themen innerhalb der deutschen Sprache finden Sie weiter unten im Index auch Hinweise zur Gestaltung von Geschäftsbriefen und sogar zu Geschäfts-E-Mails.
Manchmal will sich die Schreibweise eines bestimmten Worts auch nach mehrmaligem Gebrauch nicht einprägen. Da es allerdings lästig ist, immer wieder nach einem bestimmten Wort zu suchen, bietet die Office-Bibliothek die Möglichkeit, Wörter mit Lesezeichen zu versehen.
Um ein solches Lesezeichen einzufügen, suchen Sie das Wort im Lexikon und wählen den Menüpunkt Bearbeiten / Lesezeichen -- damit starten Sie den Assistenten für neue Lesezeichen. Geben Sie unter Titel einen Titel für das Lesezeichen ein. Dann klicken Sie auf Einfügen.
So rufen Sie die Liste aller Lesezeichen auf:

Auf ähnliche Weise fügen Sie Anmerkungen zu bestimmten Wörtern ein. Klicken Sie dazu bei Schritt 2 nicht auf Lesezeichen, sondern auf Anmerkung, um den entsprechenden Dialog zu öffnen. Anmerkungen sind Texte, die Sie frei und ohne spezielle Regeln an einen Wörterbucheintrag anhängen.
Neben Lesezeichen und Anmerkungen steht Ihnen ein drittes Werkzeug zur Verfügung, mit dem Sie spezielle Passagen eines Wörterbucheintrags explizit vom Rest des Artikels hervorheben: Die Markierungen. Zwar ist auch diese Funktion offenkundig auf andere Lexika innerhalb der Duden Office-Bibliothek gemünzt, doch kann es tatsächlich praktisch sein, in einem Artikel zu einem Wort spezielle Passagen anzustreichen.
Eine Markierung fügen Sie so ein:
Eine Liste aller Markierungen öffnen Sie, indem Sie, wie oben beschrieben, die Archivleiste öffnen und dann links auf Leuchtstifte klicken.
Neben der Anzeige der vorhandenen Lesezeichen, Anmerkungen und farblichen Hervorhebungen eignet sich die Archivleiste noch für andere Aufgaben. Hinter dem Menüpunkt Suchergebnisse versteckt sich eine Liste aller Suchvorgänge, die Sie bisher gestartet haben und bei denen es wenigstens einen Treffer gab. Unter Bisher finden Sie eine Liste aller Artikel, die Sie aufgerufen haben -- egal, ob Sie zuvor danach gesucht haben oder nicht. Im Test stellten sich die letzten beiden Listen jedoch nach einem Programmneustart auf den Ursprungszustand zurück.
Falls der Duden ein Wort nicht kennt und Sie es gerne in der Liste sehen würden, fügen Sie von Hand einen Eintrag ein. Dazu legen Sie (nur beim ersten Mal) ein eigenes Benutzerwörterbuch an und tragen dann darin eigene Wörter ein. Die passende Funktion finden Sie unter Datei.
Haben Sie beispielsweise Ihr persönliches Wörterbuch um das Wort Deppenapostroph erweitert, erscheint das Wort nun als Ergebnis bei einer entsprechenden Suche.
Der Konfigurationsdialog der Office-Bibliothek ist übersichtlich (Abbildung 4) -- Sie öffnen ihn über Ansicht / Einstellungen. Werfen Sie einen Blick auf die angebotenen Punkte. Lediglich die vorausgewählte Schriftart war im Test nicht zufriedenstellend, jedoch änderte auch ein Umstellen der Schriftart auf Helvectica nichts daran, dass das Programm die Schrift weiterhin ohne Kantenglättung darstellte. So bleibt es bei den unschönen Treppeneffekten.
Benutzen Sie die Office-Bibliothek auf mehreren Rechnern, wäre es lästige und unnötige Arbeit, mehrfach ein neues Benutzerwörterbuch anzulegen und es um dieselben Wörter zu erweitern. Das dachte sich wohl auch das Hersteller und spendierte seinem Programm Import- und Exportfunktionen für Wörterbücher und die persönlichen Einstellungen.
So exportieren Sie Ihr persönliches Wörterbuch, um es auf einem anderen Computer in die Office-Bibliothek zu integrieren:
Bringen Sie diese Datei via Diskette, CD oder Internet auf einen anderen Rechner. Dort importieren Sie das Wörterbuch auf ähnliche Weise:
Nach dem gleichen Prinzip bringen Sie auch Ihr persönliches Einstellungsprofil auf einen anderen Rechner, wenn Sie daran Änderungen vorgenommen haben.
Wörterbucheinträge können Sie als HTML-Dokument exportieren, direkt drucken oder Ausschnitte eines Artikels in die Zwischenablage kopieren. Die kleinen Symbole, die bei jedem Suchresultat neben dem Wörterbuchsymbol oben rechts erscheinen, entsprechen in Form und Bedeutung den meisten anderen Programmen: Über das Disketten-Icon speichern Sie einen Eintrag als HTML-Datei, mit dem Drucker-Icon bringen Sie ihn zu Papier, und das Symbol mit den weißen Blättern kopiert Text.
Die Oberfläche der Office-Bibliothek ist aufgeräumt, und die Integration in KDE- und Gnome-Desktops funktioniert. Was die Qualität der Einträge angeht, steht der digitale Duden dem Papierbruder in nichts nach -- Aussprachehilfen sind ein zusätzliches Feature, das der gedruckte Duden nicht bieten kann.
Einige pfiffige Funktionen, wie die Möglichkeit, eigene Wörterbücher und Lesezeichen anzulegen, sind praktisch und erfreuen den Benutzer.
Weniger erfreulich ist für reine Duden-Nutzer, die keine weiteren Komponenten der Office-Bibliothek installieren, dass das Programm nicht darauf ausgelegt ist, nur den Rechtschreibduden anzuzeigen. Viele Funktionen sind ohne Zweifel bei umfangreichen Multimedia-Lexika sinnvoll, doch wirken sie beim Rechtschreiblexikon nutzlos.
Für 19,95 Euro erhalten Sie einen praktischen digitalen Duden, der unter Linux, Windows und sogar Mac OS (Abbildung 5) funktioniert. (hge)
| Infos |
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[1] Download-Shop der Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, http://downloadshop.bifab.de
[2] Duden-Update-Seite: http://www.office-bibliothek.de/index2.html?service/st_update_office_bibliothek.html |
| Duden -- Die deutsche Rechtschreibung | |
| 24. Auflage, 2006 | |
| Hersteller | Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim |
| Internet | www.bifab.de |
| Preis | 19,95 Euro (Download- oder CD-Version); 25,50 Euro (Bundle mit gedrucktem Duden) |
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Last modified: 2008-11-05 17:02
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