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Heike Jurzik
Kubuntu, die KDE-basierte Variante der Ubuntu-Distribution, setzt auf KDE als Desktop und installiert diese Umgebung daher standardmäßig. In den main-Repositories befindet sich allerdings auch alles, was Sie für Gnome als grafische Oberfläche benötigen. So rüsten Sie diese nach:
Arbeiten Sie mit unserem Starter Kit 12 müssen Sie sich wegen der Download-Zeit keine Sorgen machen, denn Gnome befindet sich auf der Installations-DVD.
Sofern Sie nicht schon bei der Installation von Suse Linux Gnome als Desktopumgebung ausgewählt haben, spielen Sie die alternative Oberfläche z. B. über YaST ein. Starten Sie aus dem Bereich Software das Modul Software installieren oder löschen, wählen Sie aus dem Drop-down-Menü neben Filter den Punkt Selektionen aus und setzen Sie einen Häkchen vor GNOME-System.
Nach einem Klick auf Übernehmen erledigt YaST den Rest. Bei der Anmeldung an der grafischen Oberfläche wählen Sie aus dem Menü Sitzungsart den Eintrag GNOME aus, und Suse präsentiert sich im Gnome-Gewand. Anders als beim "typischen" Gnome-Desktop haben die Entwickler eigene Anpassungen vorgenommen, so dass Sie anstelle der üblichen zwei Kontrollleisten am oberen und unteren Desktoprand nur ein Panel unten vorfinden (Abbildung 2).
Standardmäßig bietet das Panel unter Suse Linux 10.1 keine Umschalter, mit denen Sie zwischen den virtuellen Arbeitsflächen wechseln können. So fügen Sie das Applet hinzu:
Auch Mandriva bietet bereits während der Installation des Systems an, den Gnome-Desktop einzuspielen. Dazu wählt man bei den Paketgruppen unter Grafische Oberfläche den Punkt Gnome-Arbeitsplatz aus. Um die alternative Umgebung nachträglich einzuspielen, starten Sie den Paketmanager über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren aus dem K-Menü und geben in der folgenden Dialogbox auf Aufforderung das Root-Passwort ein.
Aktivieren Sie im Paketmanager die Checkbox Mandriva Linux Auswahl, klappen Sie den Punkt Grafische Arbeitsoberfläche auf und setzen Sie ein Häkchen vor Gnome-Arbeitsplatz. RpmDrake schlägt weitere Pakete zur Installation vor, was Sie mit einem Klick auf OK bestätigen. Über die Schaltfläche Installieren spielen Sie alle benötigten Pakete ein.
Nun können Sie sich abmelden und Gnome das erste Mal starten. Wählen Sie dazu im Login-Manager unter Sitzungsart den Eintrag GNOME aus. Mandriva 2006 gestaltet den Desktop ebenfalls nach eigenen Vorstellungen -- anders als bei Suse Linux finden Sie hier allerdings ganz Gnome-typisch die beiden Panels am oberen und unteren Bildschirmrand, und der Arbeitsflächenumschalter ist auch standardmäßig eingerichtet (Abbildung 4).
Welche Version der Desktopumgebung auf Ihrem Rechner installiert ist, finden Sie heraus, wenn Sie im oberen Panel auf System / Info zu GNOME klicken. Das Informationsfenster zeigt nicht nur Version, Distributor und Erstellungsdatum an, sondern bietet im oberen Bereich auch Verknüpfungen zu Gnome-Webseiten an (Abbildung 5).
Gnomes Dateimanager Nautilus werkelt immer im Hintergrund und ist für die Darstellung der Arbeitsfläche verantwortlich, da er auf dem Hintergrund den Inhalt des Ordners Desktop Ihres Home-Verzeichnisses darstellt. Darüber hinaus lässt sich Nautilus auch als eigenständiges Programm auf den Plan rufen: Der Dateimanager bringt dazu zwei verschiedene Ansichtsmodi mit -- die Einfensteransicht (auch Spatial-Modus genannt, wie englisch "spatial" = "räumlich") und die Browseransicht.
Im Browsermodus zeigt Nautilus im linken Bereich wahlweise Informationen, die Ordnerstruktur, eine Baumansicht oder Notizen. Im rechten Teil sehen Sie den Inhalt der jeweiligen Verzeichnisse. Den aktuellen Aufenthaltsort stellt Nautilus darüber hinaus in der Symbolleiste mit kleinen Icons dar, so dass Sie nicht nur den Pfad erkennen, sondern per Klick auch in übergeordnete Ordner wechseln können. Wer stattdessen lieber eine Adressleiste verwendet, schaltet mit [Strg-L] um.
Im Spatial-Modus öffnet Nautilus für jeden Ordner ein eigenes Fenster -- ohne Symbol- und Werkzeugleisten oder geteilte Ansicht. In der unteren linken Ecke sehen Sie ein Drop-down-Menü, über das Sie übergeordnete Verzeichnisse erreichen. Sie schalten in die Einfensteransicht um, indem Sie im Menü Bearbeiten den Punkt Einstellungen wählen und auf dem Reiter Verhalten die Checkbox Immer in Browser-Fenstern öffnen deaktivieren. Drücken Sie in diesem Modus die Tastenkombination [Strg-L], öffnet Nautilus ein kleines Dialogfenster mit dem vollen Pfad zum aktuellen Verzeichnis (Abbildung 6).
Standardmäßig zeigt Gnomes Dateimanager versteckte Dateien und Verzeichnisse, d. h. solche, deren Namen mit einem Punkt beginnen, nicht an. In diesen verborgenen Ordnern und Dateien im eigenen Home-Verzeichnis befinden sich häufig Benutzereinstellungen von Programmen. Wer die versteckten Elemente einblenden möchte, wählt im Menü Ansicht die Option Verborgene Dateien anzeigen oder drückt [Strg-H]. Ein erneuter Druck dieser Tastenkombination blendet die versteckten Dateien und Ordner wieder aus.
Gnome ist standardmäßig so konfiguriert, dass Sie zum Starten von Programmen oder Wechseln in Unterverzeichnisse im Dateimanager das entsprechende Symbol mit der linken Maustaste doppelklicken müssen. Auch auf dem Desktop abgelegte Icons erwarten einen Doppelklick, damit die entsprechende Anwendung ihre Arbeit aufnimmt.
Wer möchte, dass Gnome schon bei einem einfachen Mausklick spurt, stellt das im Einrichtungsdialog von Nautilus ein, da der Dateimanager auch den Desktophintergrund darstellt:
Fotos vom gesamten Desktop oder einzelnen Anwendungen erstellen Sie in Gnome in Windeseile: Um den gesamten Hintergrund aufzunehmen, betätigen Sie die Taste [Druck]. Wer hingegen einen Screenshot vom aktiven Fenster erstellen möchte, verwendet [Alt-Druck]. Im fplgenden Dialog (Bildschirmfoto speichern) sehen Sie eine Vorschau des Fotos und wählen aus dem Drop-down-Menü Im Ordner speichern ein Zielverzeichnis für das Bild.
Mit den Tastenkombinationen des vorigen Tipps lösen Sie den Schnappschuss direkt aus. Wer erst noch ein Menü einer Anwendung öffnen möchte, startet das Screenshot-Tool aus einer Konsole oder einem Schnellstartfenster heraus. Öffnen Sie ein Terminal (Anwendungen / Zubehör / Terminal) oder den Anwendungsstarter über [Alt-F2]. Geben Sie dort den Programmnamen gnome-screenshot gefolgt von dem Parameter --delay=x ein. Anstelle von x geben Sie die Anzahl der Sekunden an, die das Tool warten soll. Um erst nach zehn Sekunden ein Bild aufzunehmen, lautet der Befehl:
gnome-screenshot --delay=10
Dieses Kommando nimmt den geamten Desktop auf; möchten Sue m'nur ein Foto des aktiven Fensters, erreichen Sie das mit dem Befehl
gnome-screenshot --window --delay=10
Wer das im vorigen Tipp gezeigte Kommando nicht immer wieder eingeben möchte, erstellt einfach einen Startknopf für das Panel und löst die verzögerte Knipserei auf Knopfdruck aus. So richten Sie ein eigenes Icon für die Leiste ein:
gnome-screenshot --delay=10
Gnome bringt jede Menge fertige Applets für das Panel mit. Mit nur wenigen Mausklicks blenden Sie den aktuellen Wetterbericht ein: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereichder Leiste und wählen Sie aus dem Kontextmenü Zum Panel hinzufügen. Im Abschnitt Zubehör finden Sie den Wetterbericht, den Sie per Hinzufügen ins Panel integrieren.
Jetzt gilt es nur noch, den Wetterfrosch einzurichten: Klicken Sie das Applet mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Einstellungen aus dem Kontextmenü. Auf dem Reiter Allgemein bestimmen Sie, in welchen Einheiten das Applet Temperaturen anzeigt und unter Standort entscheiden Sie sich für eine Wetterstation.
Im Gegensatz zum KDE-Wetterbericht KWeather ist es unter Gnome möglich, mehrere Symbole für verschiedene Stationen zum Panel hinzuzufügen, so dass Sie z. B. auf einen Blick erkennen können, ob es in Toronto gerade wärmer oder kälter als in Köln ist. Wenn Sie mit dem Mauszeiger über ein Symbol fahren, zeigt Gnome den Namen der entsprechenden Station an (Abbildung 8).
Gnome bringt einige vordefinierte Tastenkombinationen für bestimmte Aktionen mit. Über das Menü System / Einstellungen / Tastenkombinationen (System / Kontrollzentrum (im Bereich Persönlich unter Suse Linux 10.1) öffnen Sie einen Dialog, in dem Sie mehr über vorhandene Tastenkürzel herausfinden, bestehende verändern oder löschen sowie eigene Kombinationen für bestimmte Aktionen definieren.
Die einzelnen Aktionen sind in drei Kategorien aufgeteilt:
Um eine existierende Kombination zu verändern oder eine neue für eine bestimmte Aktion einzurichten, klicken Sie auf einen Eintrag in der Liste und drücken dann die entsprechende(n) Taste(n). Sollten Sie aus Versehen ein bestehendes Kürzel gewählt haben, informiert Gnome Sie darüber. Um eine bestehende Kombination aufzuheben, klicken Sie in die entsprechende Zeile und drücken [Esc].
Wer gerne ein Programmfenster aktiviert, sobald sich der Mauszeiger über diesem befindet, schaltet das so genannte "focus follows mouse" ein -- so entfällt der lästige Mausklick in das entsprechende Fenster. Dazu starten Sie aus dem Menü System / Einstellungen den Punkt Fenster und setzen einen Haken vor Fenster aktivieren, wenn sich die Maus darüber befindet.
Wenn Sie möchten, dass das aktive Fenster nach einer bestimmten Zeit automatisch in den Vordergrund rückt, klicken Sie zusätzlich in die Checkbox Aktivierte Fenster nach einer bestimmten Zeit anheben und stellen auf dem Schieberegler das Zeitintervall ein.
Wem die Voreinstellung von vier virtuellen Desktops nicht ausreicht, kann die Anzahl der Arbeitsflächen auf bis zu 36 erhöhen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Umschalter im Panel und wählen im Kontextmenü Einstellungen. Der folgende Einrichtungsdialog bietet zahlreiche Optionen: Neben der Anzahl der Arbeitsflächen bestimmen Sie hier u. a., ob alle virtuellen Desktops oder nur der momentan sichtbare im Panel angezeigt werden und wie viele Zeilen der Umschalter präsentiert.
Darüber hinaus ist es möglich, den Arbeitsflächen Namen zu geben. Dazu klicken Sie den entsprechenden Eintrag mit der linken Maustaste an, löschen den vorhandenen Bezeichner und ersetzen ihn durch etwas Eigenes. (amü)
| Infos |
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[1] Artikel über den KDE-Anmeldemanager KDM: Kristian Kißling, "Wart' mal kurz", EasyLinux 09/2005, S. 18 f.
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Last modified: 2008-11-05 17:02
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