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Erschienen in EasyLinux 09/2006   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Auch abseits vom KDE-Desktop und seinen Anwendungen hat Linux viel zu bieten: Wir zeigen, mit welchen Kniffen Sie Firefox, Opera und andere Programme an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Tipp: Automatisches Firefox-Update deaktivieren

Neue Firefox-Versionen sind mit einem Komfortfeature ausgestattet, das gerade für Benutzer, die per Modem ins Internet gehen, lästig ist: In der Standardeinstellung überprüft der Browser, ob es Programmaktualisierungen gibt, und lädt diese automatisch herunter. Ist das erledigt, informiert Firefox den Anwender, dass er ein Update heruntergeladen hat und es beim nächsten Start installiert.

Der Vorteil ist, dass man so keine wichtigen Sicherheitsupdates verpasst. Wählt man sich aber mit einem Modem oder per ISDN ins Internet ein, wird die Verbindung sehr langsam, wenn Firefox das Update herunterlädt. Dann möchte man vielleicht lieber selbst bestimmen, wann der Browser eine Aktualisierung einspielt oder das Programm mit dem Inhalt von Computerzeitschriften-CDs auf dem neuesten Stand halten.

Im Einrichtungsdialog unter Bearbeiten / Einstellungen deaktivieren Sie das automatische Update: Markieren Sie in der oben liegenden Leiste den Eintrag Erweitert und setzen Sie auf dem Registerreiter Update unter Wenn Updates für Firefox gefunden werden das Häkchen vor der Option Nachfragen, was getan werden soll (Abbildung 1). Künftig informiert Sie der Browser, wenn er ein Update findet, und lädt es nur dann herunter, falls Sie die Dialogbox mit OK bestätigen.

Abb. 1: In diesem Dialog legen Sie fest, dass Firefox vor dem Download eines Updates nachfragt.

Tipp: Schnellwahlverzeichnisse im Speichern-Dialog

Nicht nur in Gnome-Programmen finden Sie einen vereinfachten Dialog zum Speichern von Dateien: Dieser Dialog, der in der Standardeinstellung nur wenige Verzeichnisse zur Auswahl anbietet (Abbildung 2), gehört zur Grafikbibliothek gtk2. Sie entscheidet über das Aussehen von Programmen, beispielsweise über Scrollbalken, Schaltflächen und Auswahlboxen. Sie finden diesen Speichern-Dialog in allen gtk2-Anwendungen. Das sind die Programme des Gnome-Desktops; aber auch Applikationen wie Firefox und das Mailprogramm Sylpheed [1] basieren auf gtk2.

Abb. 2: Gnome-Programme und neue Firefox-Versionen zeigen nur einen vereinfachten Dialog zum Speichern von Dateien.

Manch einer schätzt den einfachen Dialog zum Sichern von Dateien, andere Benutzer stört es, dass sie nicht sofort durch ihre Ordner navigieren können und nur wenige Verzeichnisse in der Drop-down-Box In Ordner speichern zur Auswahl stehen. Gerade wenn man viele Dateien speichert, will man nicht alles im Home-Verzeichnis oder auf dem Desktop ablegen, da man so schon nach kurzer Zeit nichts mehr wiederfindet.

Um wie gewohnt das Speicherverzeichnis über die Ordnerauswahl festzulegen, klicken Sie im Speichern-Dialog auf Ordner-Browser. Dort ist es auch möglich, die Auswahl im Drop-down-Feld aufzustocken: Markieren Sie dazu ein Verzeichnis und klicken Sie unter der Ordnerleiste links im Fenster auf Hinzufügen. Der Ordner erscheint sofort als Eintrag in der Liste und befindet sich künftig auch im Drop-down-Menü des vereinfachten Speichern-Dialogs.

Tipp: Größere Menüschriften einstellen

Moderne Monitore können so hohe Auflösungen darstellen, dass Sie genug Platz haben, um mehrere Anwendungen auf dem Desktop nebeneinander anzuordnen. Der Nachteil ist, dass vielen Anwendern bei der Arbeit mit einer hohen Auflösung die Schriften zu klein sind. Wer nicht mit Adleraugen gesegnet ist, kann in den meisten Programmen die Fontgröße heraufsetzen; für die Menüs in KDE-Programmen erledigen Sie das im Kontrollzentrum.

Diese Einstellungen haben jedoch keine Auswirkungen auf gtk2-Anwendungen, wie beispielsweise das Mailprogramm Sylpheed. In dessen Menüs finden Sie nur Optionen für die Schriftgröße in der Nachrichten- und Ordneransicht beeinflussen -- die in Dialogen und den Menüs können Sie so nicht verändern.

Um auch in gtk2-Programmen größere Menüschriften zu erhalten, führt der Weg über die Textdatei .gtkrc-2.0 in Ihrem Homeverzeichnis. Abhängig davon, mit welchen Programmen Sie arbeiten, kann es sein, dass diese schon existiert. Ist das nicht der Fall, legen Sie die Datei einfach neu an.

Starten Sie dazu einen Texteditor wie KWrite und fügen Sie die folgenden Zeilen in eine existierende .gtkrc-2.0 oder eine neue leere Datei ein:

style "user-font"
{
  font_name="Helvetica 14"
}
widget_class "*" style "user-font"

Mit dem Eintrag in geschweiften Klammern definieren Sie einen Stil namens user-font. Als Schriftart verwendet das Beispiel Helvetica mit einer Schriftgröße von 14 pt. Die letzte Zeile weist allen (*) Oberflächenelementen den zuvor definierten Schriftstil zu. Speichern Sie die Datei unter dem Namen .gtkrc-2.0. Sobald Sie jetzt eine gtk2-Anwendung starten, liest diese die Konfigurationsdatei ein und verwendet in Menüs und Dialogen die Schriftart Helvetica mit einer Größe von 14 pt (Abbildung 3).

Abb. 3: Mit einem Eintrag in der Datei ".gtkrc-2.0" stellen Sie beispielsweise für Sylpheed eine größere Menüschrift ein.

Tipp: Opera per Adresszeile konfigurieren

Um in älteren Versionen des Webbrowsers Opera Einstellungen vorzunehmen, die sich nicht im Optionsmenü befinden, gilt es die Konfigurationsdatei opera.ini zu bearbeiten. Die neue Version 9.0 erspart Ihnen den Griff zum Texteditor und bietet ähnlich wie Firefox die Möglichkeit, direkt im Browser versteckte Einstellungen zu ändern.

Wenn Sie opera:config in die Adresszeile eingeben, zeigt Opera den Preferences Editor an. Dort haben Sie über die einzelnen Abschnitte Zugriff auf alle Optionen -- allerdings nur in Englisch. Auch die Hilfeseiten, die Sie mit einem Klick auf Hilfe oben rechts auf der Seite öffnen, sind englischsprachig. Dort erfahren Sie, was die einzelnen Optionen bewirken und ob Sie diese auch über die Menüs erreichen. Alle, bei denen N/A in der Spalte Configure from UI steht, finden Sie nicht in den Einrichtungsdialogen.

Um eine Option zu verändern, klicken Sie auf einen der Abschnitte, etwa auf User Prefs. Daraufhin klappen die einzelnen Einstellungen in einer Tabelle auf. In der ersten Spalte finden Sie die Optionen, dahinter steht der zur Zeit eingestellte Wert. Über den Button Default in der dritten Spalte setzen Sie eine Option jederzeit auf die Vorgabeeinstellungen zurück.

Um beispielsweise die Anzahl der eingetippten URLs anzupassen, die Opera speichert, scrollen Sie im Abschnitt User Prefs bis zum Eintrag Max Direct History Lines. Alternativ geben Sie direct history in das Suchfeld oben auf der Seite ein, damit Opera nur die Optionen anzeigt, deren Namen diese Zeichenkette enthalten. Standardmäßig speichert der Browser die letzten 200 URLs, die Sie von Hand eingeben. Wird Ihnen dadurch das Auswahlfeld unter der Adressleiste zu unübersichtlich, tragen Sie einfach einen niedrigeren Wert ein (Abbildung 4).

Mit einem Klick auf Speichern übernehmen Sie die Änderung. Opera informiert Sie mit einer Dialogbox darüber, welche Option Sie angepasst haben, und weist darauf hin, dass manche Einstellungen erst wirksam werden, wenn Sie den Browser neu starten. Bestätigen Sie den Dialog mit einem Klick auf OK und starten Sie Opera sicherheitshalber neu. Das Programm verrät nämlich nicht, ob die gerade geänderte Einstellung zu denen gehört, die erst nach einem Neustart gelten.

Abb. 4: Die Eingabe von "opera:config" öffnet den "Preferences Editor", über den Sie auch Einstellungen ändern, die sich nicht in den Optionsdialogen befinden.

Tipp: Webseitenvorschau über Tabs

Wenn Sie so viele Tabs geöffnet haben, dass Sie deren Beschriftung nicht mehr lesen können, müssen Sie bei Opera nicht jeden Reiter aktivieren, um die gesuchte Seite zu finden. Bewegen Sie einfach die Maus über einen Tab, blendet der Browser einen Tooltipp mit der Vorschau und der vollständigen Adresse der dort geöffneten Seite ein.

Tipp: Webeinstellungen per Tastendruck

Eine der praktischsten Neuerungen in Opera 9.0 sind die seitenspezifischen Einstellungen, mit denen Sie für jede Webseite festlegen, ob diese JavaScript ausführen darf, ob Sie Cookies von ihr annehmen und vieles mehr. Sie müssen sich nicht jedes Mal mit der Maus durch die Menüs hangeln, um die Einstellungen einer Seite zu verändern: Statt Extras / Seiteneinstellungen auszuwählen, drücken Sie [F12] um das Menü mit den seitenspezifischen Optionen an der Position des Mauszeigers zu öffnen. (amü)

Infos
[1] Sylpheed-Artikel: Andrea Müller, "Schnell wie der Wind", EasyLinux 03/2004, S. 42 ff., http://www.easylinux.de/2004/03/042-sylpheed/

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