claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 09/2006   »   Ausgabe bestellen

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Heike Jurzik


Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian -- wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Mach mal Pause -- Gnome-Desktop gegen den Mausarm

Wer unter Ubuntu den Gnome-Desktop nutzt (siehe auch neue Rubrik Gnome-Tipps ab Seite ## dieser Ausgabe), richtet mit wenigen Klicks automatische Tipp-Pausen ein -- praktisch, wenn man sich an regelmäßige Unterbrechungen erinnern lassen möchte.

Starten Sie aus dem oberen Panel System / Einstellungen / Tastatur und gehen Sie zum Reiter Tipppause. Aktivieren Sie die Checkbox Bildschirm sperren und so eine Tipppause erzwingen und definieren Sie, nach wie vielen Minuten (Arbeitsintervall dauert) Gnome den Bildschirm automatisch sperrt. Weiterhin bestimmen Sie unter Pausenintervall dauert, wie lang die Pause sein darf.

Soll Ihnen der Rechner die Kontrolle über die Unterbrechungen nicht ganz aus der Hand nehmen, aktivieren Sie die Checkbox Verschieben von Pausen zulassen. Ist die Zeit abgelaufen und schlägt das System eine Unterbrechung vor, haben Sie dann immerhin noch die Möglichkeit, auf Pause verschieben zu klicken.

Ist das Tipp-Pausen-Feature aktiviert, erscheint (manchmal erst nach einem Neustart der Desktopumgebung) im Systemabschnitt des oberen Panels ein kleiner Balken -- fahren Sie mit der Maus über das Icon, zeigt er an, wie lange Sie noch auf die nächste Pause warten müssen (Abbildung 1).

Abb. 1: Wann ist es Zeit für die nächste Tipp-Pause? Ubuntu bringt eine praktische Erinnerungsfunktion für regelmäßige Unterbrechungen mit.

Tipp: Ubuntu: Programme mit Administratorrechten starten -- grafisch und auf der Shell

Der bei der Installation des Systems angelegte Benutzeraccount verfügt automatisch über Systemverwalterrechte. Kommandos, die unter der Administratorkennung laufen sollen, starten Sie als dieser Benutzer auf der Kommandozeile über den Befehl

sudo Programmname [Optionen]

und identifizieren sich auf Aufforderung mit Ihrem eigenen Kennwort.

Grafische Anwendungen, die Root-Privilegien benötigen, sind normalerweise im K-Menü (bzw. im Menü System unter Gnome) so konfiguriert, dass sie ebenfalls das Kennwort des Benutzers mit Administratorrechten abfragen. Zuständig dafür sind entsprechend konfigurierte Menüeinträge, denen der Aufruf gksudo bzw. kdesu vorangestellt ist (Abbildung 2).

Abb. 2: Grafische Programme starten Sie im Systemverwaltungsmodus, indem Sie den Zusatz "kdesu" oder "gksudo" voranstellen.

Wer grafische Anwendungen manuell auf der Shell bzw. aus dem Schnellstarter ([Alt-F2]) heraus als Root starten möchte, stellt ebenfalls das entsprechende Kommando voran. Um unter Gnome den Dateimanager Nautilus mit Root-Rechten zu starten, tippen Sie beispielsweise:

gksudo nautilus

Entsprechend starten Sie KDEs Dateimanager Konqueror mit

kdesu konqueror

im Systemverwaltungsmodus.

Tipp: Ubuntu: Weiteren Benutzer mit Administratorrechten ausstatten

Es ist kein Problem, weitere Benutzeraccounts mit Root-Rechten auszustatten -- achten Sie allerdings darauf, wem Sie diese Privilegien einräumen, denn der Systemverwalter darf alles. Wer den Rechner administriert, legen Sie über die Benutzerverwaltung fest. Unter KDE gehen Sie so vor:

  1. Rufen Sie aus dem K-Menü den Punkt Systemeinstellungen auf.
  1. Wählen Sie in der unteren Fensterhälfte (Bereich Systemverwaltung) den Eintrag Benutzer & Gruppen.
  1. Klicken Sie auf die Schaltfläche Systemverwaltungsmodus, um Administratorrechte zu erhalten; ins aufgehende Dialogfenster geben Sie Ihr eigenes Passwort ein.
  1. Aus der Liste der Benutzeraccounts wählen Sie den gewünschten User mit Doppelklick aus. Klicken Sie neben dem Feld Weitere Gruppen auf die Schaltfläche Auswählen, wählen Sie aus der Liste verfügbarer Gruppen den Eintrag admin aus, klicken Sie auf Hinzufügen und verlassen Sie danach über OK und Schließen das Programm.

Wer mit Gnome als Desktopumgebung arbeitet, ruft die Benutzerverwaltung so auf den Plan:

  1. Starten Sie das grafische Tool zur Benutzerverwaltung über System / Administration / Benutzer und Gruppen und geben Sie Ihr eigenes Kennwort ein.
  1. Wählen Sie aus der Liste der Accounts den passenden aus und klicken Sie auf Eigenschaften.
  1. Markieren Sie auf dem Reiter Benutzerrechte die Checkbox Administrator-Aufgaben ausführen und bestätigen Sie mit OK.

Tipp: Ubuntu: Automatischer Hinweis auf Softwareaktualisierungen

Das Ubuntu-Security-Team stellt regelmäßig Updates der Pakete aus den main- und restricted-Repositories bereit. Es handelt sich im Wesentlichen um korrigierte Versionen von Paketen, die Sicherheitsprobleme aufweisen -- eine regelmäßige Aktualisierung ist darum wichtig, um Ihren Ubuntu-PC sicher zu halten.

Sowohl der KDE- als auch der Gnome-Desktop bringen eine praktische Erinnerungsfunktion mit, die automatisch nach Aktualisierungen auf den Ubuntu-Servern schaut -- eine bestehende Internetverbindung vorausgesetzt. Das System prüft in der Regel morgens oder beim Anmelden an der grafischen Oberfläche, ob es korrigierte Pakete gibt, und weist dann darauf hin (Abbildung 3). Per Klick auf das Icon im Panel starten Sie den Paketmanager und das Update.

Abb. 3: Ubuntu prüft selbständig, ob es Sicherheitsaktualisierungen gibt -- unter KDE (oben) und Gnome (unten).

Betreiben Sie Ubuntu auf einem Notebook und fahren den Rechner nicht herunter, sondern schalten nur in den Ruhezustand, kann es sein, dass der automatische Hinweis entfällt. Überprüfen Sie in dem Fall selbst durch Klick auf das Icon, ob es neue Programmversionen gibt.

Tipp: Knoppix: Drucker mit CUPS einrichten

Die Linux-Live-CD setzt zum Drucken ebenso wie andere Linux-Distributionen auf das Drucksystem CUPS (Common Unix Printing System). Knoppix unterstützt viele handelsübliche Drucker bekannter Hersteller; Probleme bereiten lediglich GDI-Geräte, die auf proprietäre Windows-Treiber setzen.

Zur Einrichtung des Druckers schließen Sie das Gerät an die parallele oder USB-Schnittstelle an und starten die Druckerkonfiguration aus dem Knoppix-Menü (mit dem Pinguin) über Konfiguration / Drucker konfigurieren:

  1. Wählen Sie im aufgehenden Dialogfenster aus dem Drop-down-Menü Hinzufügen / Drucker/Klasse hinzufügen, um den Einrichtungsassistenten zu starten.
  1. Entscheiden Sie sich für einen Typ (normalerweise ist das bei Heimanwendern der Lokale Drucker) und geben Sie im folgenden Dialog den Anschlusstyp an (Paralleler Port oder USB).
  1. Als Nächstes wählen Sie aus der Liste den Hersteller und das Modell -- ist Ihr Drucker nicht aufgeführt, können Sie es mit einem Gerät probieren, der dem eigenen am Nächsten kommt.
  1. Anschließend legen Sie den Linux-Treiber fest: Hier empfiehlt es sich, zunächst den empfohlenen auszuprobieren; funktioniert das nicht, testen Sie einen anderen Treiber. Gute Ergebnisse erzielen in der Regel die Treiber mit "Gutenprint" im Namen.
  1. Über die Schaltfläche Einstellungen im nächsten Dialog nehmen Sie das Feintuning vor. Drucken Sie nun eine Testseite aus, um zu sehen, ob alles geklappt hat. Die nächsten Dialoge können Sie mit Druck auf Weiter überspringen, und ein Klick auf Abschließen beendet die Einrichtung. Der Drucker sollte nun im KDE-Druckdialog auftauchen, sobald Sie aus einer Anwendung heraus drucken.

Weitere Informationen zum Drucken unter Linux liefert die Webseite Linux-Printing [1].

Tipp: Knoppix: X-Konfiguration als Vorlage für andere Systeme verwenden

Knoppix bietet eine ausgezeichnete Hardwareerkennung. Funktionieren die grafische Oberfläche sowie Eingabegeräte wie Maus und Tastatur besser als bei einer anderen Linux-Distribution, schreiben Sie einfach von Knoppix ab: Kopieren Sie die Einrichtungsdatei des X-Servers (/etc/X11/xorg.conf) oder drucken Sie diese einfach aus. Vergleichen Sie nun mit der Konfigurationsdatei des Linux-Systems, das Schwierigkeiten bereitet:

Denken Sie daran, immer eine Sicherungskopie der Datei /etc/X11/xorg.conf zu erstellen, bevor Sie diese verändern. So können Sie stets zum Ausgangszustand zurückgehen. (hge)

Infos
[1] Linux und Drucker: http://www.linuxprinting.org/

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2008-11-05 17:02

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]