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Erschienen in EasyLinux 09/2006   »   Ausgabe bestellen

Kurztest: Ark Linux 2006.1

Schlankes Linux


Ark Linux möchte Windows-Benutzern den Umstieg auf Linux so leicht wie möglich machen. Wir fühlen der gerade erst erschienenen Release 2006.1 auf den Zahn.

Martin Loschwitz

Ark Linux ist eine kompakte Linux-Distribution, die auf einer einzigen CD Platz findet. Die knapp 700 MByte große Ark-Linux-CD laden Sie sich von der Projektseite herunter und brennen mit dem ISO-Abbild eine CD.

Installation

Für die Installation von Ark Linux starten Sie den Rechner von der CD und wählen dann über [Eingabe] die Installation aus. Kurz darauf sehen Sie ein Auswahlfenster, in dem Sie Ihr Heimatland und die gewünschte Tastaturbelegung auswählen.

Im nächsten Schritt legen Sie bereits die Festplattenpartitionierung fest. Per Knopfdruck wählen Sie aus, welches Partitionsschema Sie nutzen möchten. Es besteht die Möglichkeit, hier entweder Ark Linux die gesamte Festplatte zur Verfügung zu stellen, oder die Partitionen selbst einzurichten. Ark Linux benutzt dazu das Programm Qtparted, das von einem der Ark-Linux-Entwickler stammt. Generell wirkt das Äußere des Installationsprozesses veraltet; das Aussehen hat sich seit der letzten Ark-Linux-Release wenig verändert. Im Test weigerte sich der Installer bisweilen außerdem, andere Optionen als Die ganze Festplatte für Ark Linux benutzen anzuzeigen.

Nach der Partitionierung beginnt Ark Linux, die wichtigsten Softwarepakete auf die Festplatte zu kopieren. Damit Ihnen während der ca. 15 Minuten dauernden Installation nicht langweilig wird, können Sie die Zeit mit dem Spiel Tetrix, einer Tetris-Variante, vertreiben (Abbildung 1).

Abb. 1: Ark Linux startet während der Installation einen Tetris-Klon für den unterhaltsamen Zeitvertrieb.

Nach einem abschließenden Neustart erfragt das System noch Einstellungen, die das äußere Erscheinungsbild des Desktops festlegen -- es handelt sich um den Standard-KDE-Dialog. Dialoge zur Einrichtung der Systemhardware sowie zur Festlegung des Root-Passworts bleiben aus. Ark Linux verwendet unter jedem System den Standard Benutzer arklinux, der über besondere Rechte am System besitzt. So darf er zum Beispiel Programme installieren oder Hardware konfigurieren. Da Ark Linux weder für den Benutzer arklinux noch für den Systemadministrator root ein Passwort einrichtet, ist das System zwar von außen sicher (ein Login ist nicht möglich), gegen lokale Angriffe ist Ark Linux jedoch nach der Standardinstallation völlig wehrlos. Möchten Sie Ark als Mehrbenutzersystem einsetzen, sollten Sie deshalb über das Ark-Linux-Kontrollzentrum Passwörter einrichten.

Die Softwareausstattung

Nach der Installation findet man bei Ark Linux alles, was man erwartet. OpenOffice liegt in der halbwegs aktuellen Version 2.0.3 bei, und neben den üblichen Verdächtigen wie KMail und Konqueror kommen bei Ark Linux einige Spiele und viele weitere KDE-Anwendungen ebenfalls auf die Festplatte. Wenn Sie statt des Konquerors lieber Firefox verwenden, müssen Sie diesen per Handarbeit nachinstallieren.

Die Bodenkontrolle

Alle Einstellungen, die das System direkt betreffen, nehmen Sie bei Ark Linux über Mission Control vor. Das Kontrollzentrum von Ark Linux gleich in mancher Hinsicht YaST von Suse Linux, sogar die Icons sehen sich in vielen Fällen ähnlich. Über das Kontrollzentrum legen Sie zum Beispiel ein Passwort für den Systemadministrator fest, auch ein ausgewachsener Editor zum Festlegen von Berechtigungen und Passwörtern gehört dazu, der sich nicht vor ähnlichen Programmen anderer Systeme zu verstecken braucht.

Ein andererer Bereich im Kontrollzentrum ist für die Einrichtung Ihrer Hardware zuständig; hier stellen Sie Parameter für eine Internetverbindung ein oder konfigurieren Ihre Grafikkarte. Treiber für kommerzielle Hardware fehlen, über das Programm zur Installation neuer Software lässt sich dieses Manko aber beheben. Als grafischer Paketmanager kommt bei Ark Linux Kynaptic zum Einsatz. Ebenfalls im Ark-Linux-spezifischen Kontrollzentrum richten Sie Peripheriegeräte wie Scanner oder Drucker ein.

Fazit

Ark Linux ist einfach zu installieren -- die Standardinstallation bringt sämtliche Software für den täglichen Gebrauch mit. Optisch kann der KDE-Desktop von Ark Linux durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Neue Features im Vergleich zur Vorgängerversion bringt die Ausgabe 2006.1 aber kaum mit. Es hat den Anschein, als habe man insbesondere Versionspflege betrieben. So werkeln neben der aktuellen KDE-Release 3.5.4 jetzt auch Amarok 1.4.1 und eine aktuelle Version von Xorg mit. Wirklich erwähnenswerte Neuerungen gibt es -- vom "rpmhandler" abgesehen, der die Installation von Drittanbieterpaketen erleichtern soll, aber bisweilen noch etwas instabil wirkt -- jedenfalls nicht. Haben Sie bis jetzt Ark Linux 2005 eingesetzt, lohnt ein Umstieg allemal. Linux-Einsteiger greifen besser zu den Produkten der großen Distributoren. (mhi)

Ark Linux
NameArk Linux
Homepagehttp://www.arklinux.org
DesktopKDE
PaketformatRPM
Basiert aufRed Hat
Umfang1 CD
PreisDownloadkosten
VorteileEinfache Installation, umfangreicher KDE-Desktop
NachteileSchwer erweiterbar

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